Ex Machina

Titel: Ex Machina
Originaltitel: Ex Machina
Regie: Alex Garland
Musik: Geoff Barrow, Ben Salisbury
Darsteller: Domhnall Gleeson, Oscar Isaac, Alicia Vikander

Der junge Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) gewinnt ein firmeninternes Gewinnspiel und wird in das abgelegene High-Tech-Haus des exzentrischen Konzernchefs Nathan (Oscar Isaac) geladen. Dort ist Nathan dabei, in der Form des weiblichen Roboters Ava (Alicia Vikander) eine künstliche Intelligenz zu erschaffen. Caleb soll nun Ava in Gesprächen eine Woche lang testen, damit ein letztendliches Urteil über den Erfolg des Projekts gefällt werden kann. Doch zwischen dem Programmierer und dem Roboter entwickeln sich allmählich Gefühle. Der Weg für eine komplexe Dreiecksbeziehung ist geebnet und die Lage im abgeschiedenen Landhaus spitzt sich auf dramatische Weise zu.

Man kennt das ja: Da geht man wochenlang ins Kino, wird mit Durchschnittsware abgespeist, wartet sehnsüchtig auf die cineastische Erlösung und wird nach einer mehr oder weniger langen Zeit auch belohnt. In meinem Fall war die Belohnung der Science-Fiction-Thriller „Ex Machina“, das Regiedebut des Schriftstellers Alex Garland.

Schon der erste Trailer von „Ex Machina“ hat mich fasziniert. Dabei ist die Thematik der künstlichen Intelligenz kinotechnisch gerade fast schon ausgereizt. Ich denke dabei beispielsweise an den traumhaften Film „Her“, in dem sich Joaquin Phoenix in sein Betriebssystem verliebt – oder aber auch den aktuellen „Avengers“-Film, wo es Marvels Superheldentruppe mit dem Roboter Ultron zu tun bekommt. Doch „Ex Machina“ wählt genretechnisch einen anderen Weg: Er ist weder ein reiner Liebesfilm, noch ein brachiales Action-Gedöns. „Ex Machina“ ist ein Thriller-Kammerspiel. Der phasenweise sehr aufreibende Soundtrack, die klaustrophobische Architektur von Nathans Landsitz und eine unterstützende Kameraführung tragen zum kontinuierlichen Spannungsaufbau des Films bei. Durchsetzt ist der Thriller mit ruhigeren Passagen, in denen sich die Gespräche um Sexualität und den Sinn, beziehungsweise Unsinn künstlicher Intelligenz drehen.

Die schauspielerische Leistung in „Ex Machina“ bewegt sich auf einem hohen Niveau. Domhnall Gleeson, den man aus den „Harry Potter“-Filmen kennt, trägt den Film als Protagonist und Identikationsfigur sehr gut. Oscar Isaac gibt daneben eine äußerst denkwürdige Performance als exzentrischer, alkoholabhängiger, aber gleichzeitig brillanter Konzernchef ab. Das Herz des Films bildet allerdings Alicia Vikander als Roboter Ava. Ihr gelingt es genau jene Facetten auszuspielen, die insbesonderes männliche Zuschauer begeistern dürften: Sie zeigt sich anfangs naiv angesichts menschlicher Emotionen, entwickelt daraus eine geradezu herzergreifende Putzigkeit, bevor sie am Ende des Films ihre berechnende Kühle ausspielt.

„Ex Machina“ mag vielleicht nicht mit ganz so vielen Denkansätzen daher kommen wie „Her“, aber der philosophische Unterbau bleibt dennoch nicht auf der Strecke. Und daneben beweist das 11-Millionen-Euro-Budget des Films, das spannende und gleichzeitig clevere Unterhaltung keine Unsummen kosten muss. Es gibt starke 8 von 10 Popcornguys mit der Tendenz nach oben. Ganz klare Empfehlung!

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