Aufgewärmt und versalzen – Remakes, Prequels und Sequels

In den letzten Jahren haben immer mehr Filme die Kinoleinwände erobert, die weniger mit originellen Ideen, vielmehr in Anknüpfung an bestehende Franchises strahlen. Dass dabei manchmal der Erfolg von bestimmten Klassikern nicht nur nicht wiederbelebt, sondern ganze Kindheitserfahrungen vernichtet werden, scheint die unaufhaltsame Welle von Remakes, Reboots, Pre- und Sequels aber nicht aufhalten zu wollen. Für mich persönlich hat dieser ganze Wahnsinn bewusst mit den Prequels zu Star Wars begonnen. Mit meinen zarten 11 Jahren war ich völlig gehyped ob der Nachricht, dass das wahnsinnig ergiebige Universum um drei weitere Filme erweitert werden soll. Noch dazu dürfen wir auch noch erleben, wie das Imperium entstand, und vor allem die interessante Entstehungsgeschichte des Überbösewicht Darth Vader. In meinem kindlichen Dasein erkannte ich die Größe des Müllhaufens, den George Lucas den Fans vorgesetzt hatte, noch nicht ganz, doch wurde mir mit wachsendem Alter auch klar, wo die Fehler der Prequels liegen. Ohne jetzt aber groß darauf rumhacken zu wollen:

All diese Filme haben es nicht leicht. Wer tritt schon gern in große Fußstapfen, vor allem wenn es diese Fußstapfen vor einer ganz anderen Generation mit anderen Sehgewohnheiten liegen? Gibt es eigentlich Filme, welche die Fußstapfen einigermaßen gerecht werden? Ich kenne durchaus das eine oder andere Remake, das ganz ordentlich gelungen ist (so z.B. in den „The Thing“-Streifen, wo das Remake von 1982 der wirklich bessere Film ist, und sich sogar das Prequel von 2011 einigermaßen gut sehen lassen kann). Grundsätzlich können Pre- und Sequels für mich also funktionieren. Zwar hätte das eine oder andere Debakel durchaus vermieden werden können, so z.B. meinen größten Kindheitshelden mittels eines Kristallschädels zu vernichten. Aber ich bin immer noch offen für neues.

Aber wie steht es mit Remakes? Können Filme, die in den 70ern oder 80ern entstanden sind, heute als Vorlage dienen? Die Storys sind vielleicht nach wie vor genial, aber wie steht es mit dem Geist eines Films? Sowohl Drehtechnik wie auch Atmosphäre sind einfach nicht mehr nachzuahmen, da sich die Filmwelt viel zu sehr verändert hat. Was übrig bleibt, sind geistlose Aufgüsse wie die grausamen Remakes von Klassikern wie „Total Recall“ und „Robocop“ (die m.E. einfach nur den Fehler machen, familientauglich sein zu wollen).

Was kann man also erwarten, wenn 2016 „Ghostbusters 3“ erscheint? Ich erwarte gar nichts mehr. Schon vor etlichen Jahren habe ich die Hoffnung dazu aufgegeben, denn an die Klasse dieser Klassiker wird nichts mehr anknüpfen können. Ich erwarte das Schlimmste, lasse mich aber gern überraschen.

Was kann ich erwarten, wenn 2016 „Twin Peaks“ zurückkommt? (hier übrigens der Grund für diesen Artikel). Wie sehr habe ich mich gefreut, als ich diese Nachricht erfahren habe. Gleichzeitig taucht mein Misstrauen auf. „Twin Peaks“ hat die Serienwelt Anfang der 90er Jahre revolutioniert, und gehört für mich bis heute zu den wichtigsten und bahnbrechensten Serien aller Zeiten. Aber wie gesagt war das 1990. Kann der Stil dieser Serie heute auch nur noch ansatzweise funktionieren? Ich traue David Lynch und Mark Frost viel zu, aber meine Skepsis bleibt.

Vielleicht zeigt uns J.J. Abrams aber auch nächstes Jahr, wie man es richtig macht. Was er (sehr geschickt) bis jetzt von seinen Dreharbeiten zu den Star Wars-Sequels zeigt, sind kleine Häppchen die den Fans beweisen sollen, dass er selbst Fan ist – und zwar von den originalen Teilen. Back to the Roots heißt es hier, und wir sehen Kostüme, nachgebaute Kulissen und handgemachte Tricks. Vielleicht – und nur vielleicht – stellt sich das als Erfolgsrezept heraus: Wenn ich an ältere Filme anknüpfen will, muss ich sie einfach genauso produzieren. Es würde mich sehr freuen.

Der große Rückblick zum Kinojahr

Die Popcornguys blättern durch ihre 2013 angesammelten Kinokarten und sinnieren zu den Perlen des Films, aber auch zu den großen Enttäuschungen.

Im ersten Teil des Videos widmen wir uns den bitteren bis schmerzhaften Enttäuschungen, die uns in den Kinosäalen dargeboten wurden:

Im zweiten Teil stellen wir Euch unsere besonderen Highlights dieses Kinojahres vor – viel Spaß:

Tage voller Tiefgang

Filme sind Kunst. Nun, nicht jeder Film, da sind wir uns sicher einig. Aber dennoch sind Filme ein Medium, das – seit der erste Streifen über eine Leinwand flimmerte – die Menschen fasziniert. Besonders gute Werke, die sowohl eine packende wie interessante Geschichte erzählen, als auch handwerklich perfekt inszenierte Szenen ineinander fließen lassen, erwecken nicht nur unsere Begeisterung, sondern erfüllen unser Herz mit Emotionen. Das Medium Film ist ausgesprochen wirkungsvoll – wenn es denn richtig eingesetzt wird.

Wir Popcornguys haben uns mit einem Freund und Kollegen ein paar Tage Zeit genommen, uns künstlerisch wertvollen, sich bestimmten persönlichen wie philosophischen Themen behandelnden Filmen zu widmen. Hintergrund des ganzen ist ein geplantes Filmwochenende, welches im Rahmen der Jugendarbeit verschiedene Themen an junge Menschen heranbringen soll. Und welche Medien eignen sich dazu besser als Filme?

Um eine geeignete Auswahl zu treffen, haben wir uns mit sieben Filmen auseinandergesetzt, die in ihrer Machart zwar sehr unterschiedlich sind, eines jedoch gemeinsam haben: Wenn sich die Zuschauer darauf einlassen, können diese Werke ganz tief gehen.

The Game 

Als erstes widmeten wir uns einen für dieses Vorhaben eher ungewöhnlichen Actionthriller. Nicholas van Orton (Michael Douglas) ist ein reicher, hochnäsiger Geschäftsmann wie er im Buche steht. Eines Tages schenkt ihm sein Bruder Conrad (Sean Penn) einen Gutschein für ein Spiel, welches von einer Firma inszeniert und das Leben des Klienten grundlegend ändern soll. Skeptisch lässt sich Nicholas darauf ein, bis das Spiel plötzlich grausame Realität annimmt. Sein Leben gerät völlig aus den Fugen, bis Nicholas beschließt alles zu tun, um sein altes Leben zurückzugewinnen. 

Der 1997 von David Fincher (!) gedrehte Thriller besticht durch seine Spannung und grandiose Inszenierung. Mehr braucht man dazu auch gar nicht erwähnen. Wieso sollte dieser Film aber zentrale Fragen Jugendlicher ansprechen? Im weiteren Sinne fasst der Film Fragen auf, die der Zuschauer bald sich selbst stellt: Wie sieht mein Leben aus, bin ich damit zufrieden?

Adams Äpfel

Der Neonazi Adam (Ulrich Thomsen) wird zur Rehabilitation in die Obhut des schrägen Pfarrers Ivan (Mads Mikkelsen) übergeben, wo er die Aufsicht über den Apfelbaum des Gartens erhält, um letztlich einen Apfelkuchen zu backen. Adam ist nicht nur von den weiteren Bewohnern genervt, sondern muss sich auch dem unverbesserlichen Gutmenschentum des Priesters stellen, das ihn an seine Grenzen bringt.

Eine äußerst seltsame, herzerwärmende und schockierende Geschichte. Adams Äpfel gehört definitiv zu den schwärzesten Komödien, die ich kenne. Herrlich absurde Situationen und genial gespielte Charaktere erklären den internationalen Erfolg und die vielen Preise, die dieser Film zurecht eingeheimst hat. Mitunter werden immer wieder Gedanken aufgeworfen, die nach dem Handeln und Willen Gottes fragen. Wie lange kann der Glaube an einen liebenden Gott zahllosen Schicksalsschlägen standhalten?

L.A. Crash

Was wie ein Actionfilm klingt, ist ein berührendes Episodendrama, das die turbulenten Erlebnisse grundverschiedener Menschen miteinander verschmilzen lässt. Hochkarätig besetzt mit Don Cheadle, Sandra Bullock, Brendan Frasier, Matt Dillon, Ryan Phillipe u.v.m. unterhält Vermeintliche Stereotypen treffen hier aufeinander, die wir lieben oder hassen, nur um bald darauf eines Besseren belehrt zu werden. L.A. Crash den Zuschauer nicht nur, sondern lässt ihn an unglaublicher Charakterentwicklung teilhaben, die wiederum das eigene Leben hinterfragen lässt.

Life of Pi

Ein Schriftsteller lässt sich eine unglaubliche Geschichte erzählen: Pi, der mit seiner Familie und deren Zoo auf dem Weg von Indien nach Kanada ist, erleidet Schiffbruch. Einzige Überlebende sind der Junge und der bengalische Tiger des Zoos, Richard Parker. Dem Ozean und dem Raubtier ausgeliefert, beginnt die unfassbare Überlebensgeschichte von Pi. 

Zugegeben, auf den ersten Blick hört sich die von Ang Lee 2012 gedrehte Geschichte etwas seltsam an. Dennoch verzaubert der Film durch optische Nuancen wie auch durch eine schöne Erzählweise von Anfang an. Dem eigentlichen Plot vorausgehend berichtet Pi von seiner Kindheit und seiner groß angelegten Suche nach Gott, wo er vom Hinduismus über dem Christentum hin zum Islam fündig wurde. Im Film wird seine Lebensgeschichte als „Geschichte, die einem dem Glauben an Gott wieder gibt“ bezeichnet. Ob das stimmt, überlasse ich dem Zuschauer selbst. Nichtsdestotrotz lässt sich festhalten: Diese seltsame wie beeindruckende Geschichte geht gehörig in die Tiefe..

21 Gramm

21 Gramm beleuchtet das Leben dreier Personen, deren Schicksale sich durch einen dramatischen Vorfall verbinden. Der schwer erkrankte Paul Rivers (Sean Penn) hofft auf ein Spenderherz, das sein Leben retten soll. Der ehemalige Gefängnisinsasse Jack Jordan (Benicio del Toro) will sein Leben grundlegend ändern: Einzig seine Familie und sein unbändiger Glaube an Gott bestimmen sein Tun. Die Ehefrau und Mutter Cristina Peck sieht sich in einer glücklichen Phase ihres Lebens, als sich plötzlich alles in einen Albtraum verwandelt. 

Wenn ich unter den vielen Dramen die ich kenne und schätze, das beste auswählen müsste, würde ich wohl 21 Gramm nennen. Kein anderer Film hat mich je so sehr mitgenommen. Ob es nun an der anspruchsvollen Erzählweise oder der unfassbaren Schauspielleistung aller drei Hauptpersonen liegt: 21 Gramm nimmt den Zuschauer mit. Wir sehen uns schwerer Schicksalsschläge und Lebensbahnen ausgesetzt, die unser aller Leben aus den Fugen werfen würden.

Little Miss Sunshine

Die kleine Olive (Abigail Breslin) versucht ihr Bestes, in der wirren Welt von Schönheitswettbewerben einen Platz zu finden. Als sie wegen eines Formfehlers nachrückt und am großen Wettbewerb „Little Miss Sunshine“ teilnehmen darf, macht sie sich auf den Weg nach Kalifornien. Begleitet wird sie von ihrer mehr als schrulligen Familie: Der unerschütterliche, aber erfolglose Vater Richard (Greg Kinnear), die gestresste Mutter Sheryl (Toni Collette), ihr misanthropischer Bruder Dwayne (Paul Dano), der drogenabhängige Großvater (Alan Arkin) und der suizidgefährdete, homosexuelle Onkel Frank (Steve Carell). 

Ich sage oft, dass Little Miss Sunshine der beste Film ist, der je gedeht wurde. Ich glaube ich habe recht. Es gibt keine Tragikomödie, die ihrem Namen so gerecht wird. Wer diesen Film sieht muss lachen und weinen. Ehrlich.

Dein Weg

Thomas Avery (Martin Sheen) lebt ein zufriedenes Leben als Augenarzt in den USA, als ihn eine erschütternde Nachricht erreicht: Sein Sohn Daniel (Emilio Estevez) ist in Frankreich auf dem Jakobsweg ums Leben gekommen. Er macht sich sofort auf den Weg, um den Leichnam seines Sohnes zu holen. Dort angekommen beschließt er jedoch, einen radikalen Schritt zu wagen. Mit der Asche seines Sohnes im Gepäck will er den restlichen Weg nach Santiago de Compostela zurücklegen. Als unerfahrender wie wenig frommer Pilger muss er mit diversen Widrigkeiten kämpfen, trifft aber auch auf weitere Gefährten, die jeder für sich eine andere Lebensgeschichte und einen anderen Grund mitbringen, diesen Weg zu gehen. 

Die Zusammenarbeit zwischen Regisseur Estevez und Schauspieler Sheen gründet nicht nur im Film auf einer Vater-Sohn-Beziehung, sondern auch im echten Leben. Umso bewegender ist dieses Drama, das uns mit stillen, erschütternden Momenten und ebenso erheiternden Szenen beglückt. Viele Menschen machen sich auf dem berühmten Pilgerweg auf den Weg, um sich selbst, Gott, oder eine Antwort aufs Leben zu finden. Ob Thomas Avery und seine Mitstreiter eine Antwort finden, darf der einzelne Zuschauer selbst herausfinden. Fest steht aber: Wer diesen Film sieht, verspürt den Drang aufzubrechen.

Das sind sie nun, unsere sieben Perlen. Ohne Zweifel gehören sie zu jener Art Film, die einen tiefen Eindruck im Herzen des Zuschauers hinterlassen. Schon während dieses Wochenendes haben wir festgestellt, dass es noch viele viele mehr solcher Filme gibt, die es sich anzuschauen lohnt, um einen tiefen, beglückenden, froh machenden, Zweifel erweckenden, traurig stimmenden, nachdenklichen oder einreißenden Einfluss auf das eigene Leben zuzulassen.

Ed Wood

Titel: Ed Wood
Regisseur: Tim Burton
Musik: Howard Shore
Darsteller: Johnny Depp, Martin Landau, Sarah Jessica Parker, Bill Murray

Der erfolglose, aber sehr ehrgeizige Nachwuchsregisseur Edward D. Wood (Johnny Depp) gibt nicht auf: Unermüdlich kämpft er um die Unterstützung verschiedener Produktionsfirmen, um seine unzähligen Filmideen zu realisieren. Dabei schenkt er der Tatsache, dass alle seine Filme alles andere als erfolgreich sind, keine Beachtung. Dass sich seine Werke im zweifelhaften Titel „schlechtester Film aller Zeiten“ immer wieder nur übertreffen, spornt ihn mehr an, seine Visionen umzusetzen und in die Fußstapfen seines großen Vorbilds Orson Welles zu treten. Als er den alternden Star Bela Lugosi (Martin Landau) für seine Projekte gewinnen kann, wittert er die große Chance, als Filmregisseur in die Geschichte einzugehen.

Die Geschichte von Edward D. Wood ist wahrlich traurig – ein gescheiterter Schauspieler, Regisseur und Autor, der es immer wieder versucht, und nach seinem Tod als „schlechtester Regisseur aller Zeiten“ in die Geschichte einging. So hatte er es sich wohl bestimmt nicht gewünscht, doch Tim Burton schafft es, seine Lebensgeschichte zwar lose am wahren Geschehen, dafür aber mit viel Herz für den jungen Regisseur zu verfilmen. Der stets optimistische, aber ziemlich schräge Vogel Ed fällt mit Feuereifer über seine Mitmenschen her und versucht sie von seinen seltsamen Ideen zu überzeugen. Mit der Faszination eines Kindes stolpert er von einer Lebenssituation in die nächste und holt sich dort seine Inspiration für seine Filme. Dabei ist die Tatsache, dass er im Geheimen gerne mal Damenkleidung trägt, nicht nur ein Problem für seine Freundin Dolores Fuller (Sarah Jessica Parker), sondern auch für seine Geldgeber. Ed denkt aber gar nicht ans aufgeben, und so steckt er alles Herzblut in seine Ideen, mögen sie noch so schlecht umgesetzt werden.

Als Zuschauer dürfen wir nun beobachten, wie Ed Wood verzweifelt versucht, aus seinen Flops „Glen oder Glenda“, „Die Rache des Würgers“ und „Plan 9 aus dem Weltall“ Blockbuster zu machen. Auch wenn seine Filme nie kommerziell erfolgreich waren, erwärmen sie heute die Herzen aller Trash-Freunde. Tim Burton spielt in seinem schwarz-weiß Streifen mit den Nuancen der 50er-Jahre B-Movies, was dem ganzen nur noch mehr Charme verleiht.

Mit „Ed Wood“ wurde diesem liebenswürdigem Regisseur ein Denkmal gesetzt, das trotz seiner Talentlosigkeit seinem unermüdlichen Eifer, sowie seine Fürsorge für seinen Freund Bela Lugosi in frischer Form Tribut zollt, ohne auf seinen großen Schwächen herumzureiten. Für Freunde des Films allgemein, und besonders für Kenner diverser Trash-Perlen bietet uns „Ed Wood“ ein schönes Portrait eines unverstandenen Künstlers – 8 von 10 Popcornguys!

Dreamcatcher

Titel: Dreamcatcher
Regisseur: Benedikt Klaus
Musik: Michael Hofmann,  Armin Bestelmeyer, Philipp Schiepeck
Darsteller: Özay Tekin, David Großmann, Beate Maier, Benedikt Neumann, Johannes Klaus

Hier gehts zum Trailer

Der junge Autor Michael ist recht erfolgreich, aber trotzdem bodenständig. Da passiert es, dass von einem Moment auf den anderen seine Fantasie „wie verflogen“ ist. Und das zu einem Zeitpunkt, als sein Verlag ihm gerade eine neue Frist für sein Buch gesetzt hat. Doch da taucht der Dreamcatcher auf, ein normalerweise unsichtbares Wesen. Michael erkennt, dass seine Fantasie gar nicht so fest an ihn gebunden zu sein scheint. Nur mit Hilfe des etwas eigenwilligen Dreamcatchers hat er eine Chance, zu seinem alten Ideenreichtum zurück zu kehren. Wenn da nicht auch noch die Reporterin Liz wäre…

Wer diesen Film auf keinem Kinoplakat entdeckt hat, darf sich nicht wundern. Bei „Dreamcatcher“ handelt es sich um eine kleine Produktion, die tatsächlich auch erst kürzlich in Dinkelsbühl uraufgeführt wurde. Die Popcornguy-Anhänger, welche unsere Meldungen auf Twitter und Facebook verfolgen, konnten einen Blick auf einen dunklen Kinosaal werfen, in welchem die Popcornguys sich mit ca. 100 anderen Besuchern der Premerie des Films hingaben. Nun, was haben wir da eigentlich gemacht? Tatsache ist, dass einer der Popcornguys maßgeblich an diesem Filmprojekt beteiligt war.

Soviel erstmal zu den Umständen, kommen wir zum Film selbst: Der Autor Michael steht unter Druck – er soll sein Buch fertig stellen, bis seine Fantasie urplötzlich einer Blockade unterliegt. Schuld daran ist mehr oder weniger der Dreamcatcher, welcher sich eigentlich um die Fantasien der Menschen kümmern sollte. Mit ihm muss sich Michael nun aufmachen, seine Fantasie zurückzuholen. Gleichzeitig begegnet er der Reporterin Liz, die auf der Suche nach der großen Story auf ein vermeintliches Geheimnis stößt, welches ihre Gefühle gegenüber Michael auf eine harte Probe stellt.

Diese Story füllt den Film gut aus – verschiedene Handlungsstränge werden schön zusammengeführt. Szenen von hoher Bedeutsamkeit halten sich in der Waage mit atmosphärischen Begebenheiten, welche den Figuren und der Szenerie insgesamt eine gute Grundlage geben.
Wie es sich wohl erraten lässt, haben hier ausschließlich Laienschauspieler mitgewirkt. Da ich – mit einer Ausnahme – die Schauspieler nicht kenne, kann ich nur oberflächlich urteilen, aber ich denke jeder sitzt dort an der richtigen Stelle. Man merkt, dass sich jeder Einzelne ins Zeug legt, versucht die Rolle gut auszufüllen. Hinzu kommt, dass die einzelnen Rollen schlicht gut geschrieben scheinen, und für die Schauspieler eine gute Grundlage boten, sie mit Leben zu füllen. Dabei sei vor allem die Figur des Dreamcatchers erwähnt, welche in ihrer skurilen, ausgefallenen und humorvollen Art nicht nur den Kinosaal mit Lachen, sondern die einzelnen Szenen mit einem besonderen Glanz erfüllt hat.

Mehr möchte ich zu den Figuren gar nicht sagen, da diese auf der offiziellen Seite des Films nicht nur gut erklärt, sondern auch von den jeweiligen Schauspielern kommentiert werden.

Abschließen möchte ich mit den technischen Details: Der Regisseur hat nicht nur den Dreh organisiert und das Drehbuch geliefert, er nahm auch selbst die Kamera in die Hand. Stimmige Perspektiven, wirklich gute angemessene Spezialeffekte, tolle Kameraführung und vor allem die Auswahl der Drehorte lassen feststellen, dass dieser Mann genau weiß was er tut. Und er macht seine Sache sehr gut.
Musikalisch wurden die Szenen sehr gut hinterlegt, einzig am Sound der Stimmen bzw. an den unvermeidlichen Geräuschkulissen merkt man dann doch, dass wir hier keine Hollywoodproduktion vor uns haben.
Aber das ist auch egal, denn die gute Grundlage, in Kombination mit jenen Worten, welche ich mit den Schauspielern gewechselt habe, kann ich hier vor allem eines festhalten: Herzblut. Hier steckt jede Menge Mühe drin. Hier wurde für eine gute Sache viel gearbeitet. Hier wurde wahres Talent aufgezeigt!

Ich freue mich schon jetzt auf alles weitere, was wir aus dieser Richtung erleben dürfen, denn ich bin mir sicher – es wird nur Gutes kommen. Da es sich hier um eine Ausnahmeproduktion handelt, möchte ich „Dreamcatcher“ nicht anhand unseres gewöhnlichen Rasters bewerten.
ABER – gemessen an den Umständen, unter denen dieser Film entstand, gemessen an der Arbeit, die hier investiert wurde, und schließlich gemessen an dem Ergebnis, welches uns auf der Leinwand präsentiert wurde – würde ich diesem Team am liebsten die höchste Ehrerbietung zuteil werden lassen, die unser Blog zu bieten hat: Ein goldener Popcornguy. Scheiße ja.

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Zum Abschluss eine Frage an die LeserInnen:
Könnt ihr euch für solch eine Produktion begeistern? Und vor allem, wollt ihr mehr über „Dreamcatcher“ erfahren? Alles, was hier steht, ist ein Blick von außen. Aber es gäbe da einen Popcornguy, der uns an seiner Innenperspektive teilhaben lassen könnte…
Bitte kommentiert und diskutiert fleißig!

Quantität statt Qualität?

Heute mal ein kleiner Beitrag zum lesen und diskutieren.

Ich beziehe meine DVD´s von verschiedenen Orten. Wenn nicht im Laden, dann natürlich verstärkt übers Internet, beispielsweise amazon.de.
Wer sich – ähnlich wie ich – gerne mal mit gebrauchten DVD´s  zufrieden gibt, oder vielleicht auch mal das eine oder andere spezielle Angebot raussucht, kennt vielleicht folgendes Szenario:

Vor einem Kauf werden die meisten vermutlich die Kundenbewertungen eines Produkts überfliegen. Da oftmals sehr subjektive Meinungen eine Rolle spielen, kann man allein daran ja kein Fazit ziehen, aber meistens verteilt sich die Gesamtmeinung ja in eine grobe Richtung. Bei Filmen oder Serien, welche ich schon kenne, sehe ich dann oftmals überraschenderweise Bewertungen im Bereich von 2 oder 1 Stern. Und das nicht nur ein paar, sondern überwiegend. Beim Nachlesen der Kommentare wird man dann auf einen Umstand aufmerksam, den man vorher einfach überlesen hat. In der Produktbeschreibung steht dann nämlich zum Beispiel:

Ton: Englisch 5.1, Spanisch 5.1, Deutsch 2.0

Das löst bei mir dann schon mal einen reflexartigen, sich wiederholenden Ausspruch hervor.
Natürlich – man muss schon unterscheiden um welche Art von Film es sich hier handelt. Aus welchen Land stammt der Film? Lief er in deutschen Kinos? Dies kann schon Einfluss darauf haben, ob eine 5.1-Sprachausgabe in Deutsch überhaupt existiert. Bei den meisten bekannteren Filmen ist das aber der Fall, und man ärgert sich als Besitzer einer 5.1-Anlage schon, einen hochkarätigen Film dann doch „nur“ in Stereosound (wenn nicht sogar Mono!!!) geniessen zu können.

Eine zweite Beschwerde ist in den Kundenrezensionen ebenfalls oft zu lesen: Mangelhafte Bildqualität. Gut, ich besitze keinen Bluray-Player, aber durchschnittliche DVD-Qualität wünscht man sich schon. Furchtbar wird es aber, wenn – wie viele Kunden es beschreiben – die Bildqualität einer DVD so mies ist, dass sogar die VHS dagegen noch glänzt. Oder aber es werden irrwitzigerweise Filme oder Serien auf den DVD´s in 4:3 Format angeboten, obwohl sie z.B. im TV im 16:9 Format liefen. Dann fehlt halt einfach mal ein Teil des Bildes. Ist anscheinend nichtso wichtig.

Genug der Ausführungen – hier meine kritische Anfrage: Wieso wird der Markt mit solchen Billigproduktionen überschwemmt? Einerseits ärgert man sich schon, wenn von DVD´s unzählige Versionen (und vor allem in zeitlich versetztem Abstand) veröffentlicht werden, und man sich über einen frühen Kauf ärgert. Genauso möchte man aber, wenn man nicht unbedingt der größte Fan eines Films ist, nicht die gesamte Produktionsgeschichte dazu kaufen, sondern einfach nur den Hauptfilm in normaler Qualität geniessen. Aber nichts da, offenbar will die Filmindustrie ihre Kunden zum Kauf bestimmter Waren zwingen – auf den Kosten der Werke, die sie vertreibt.
Die Antwort liegt, wie in vielen anderen Fragen, wohl auf der Hand: Geld. Traurigerweise werden Film- und Serienfans mit diesen Billigproduktionen über den Tisch gezogen, weil sich die großen Produktionsfirmen zu fein sind, anständige Ware zu liefern.
Die lieben Raubkopierer, welche Filme im Internet zum angucken oder zum Download anbieten, besitzen dabei oftmals eine bessere Version! Diese werden schließlich dann wohl auch zum Vorwand genommen, wenn die Produktionsfirmen auf ihren Ramsch sitzen bleiben.

Vielleicht erkenne ich nicht alle Ebenen dieser Sache, und vielleicht tue ich den Firmen mit meinen Aussagen unrecht. Aber meines Erachtens ist es gegenüber den zahlenden Kunden und schließlich auch gegenüber denjenigen, die ihr Herzblut in einen Film oder eine Serie stecken, einfach unfair, solch billig produzierte Ware auf den Markt zu bringen.

Was denkt ihr zu diesem Thema?