Victoria

Titel: Victoria
Originaltitel: Victoria
Regie: Sebastian Schipper
Musik: Nils Frahm, DJ Koze
Darsteller: Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski

Die junge Spanierin Victoria (Laia Costa) lebt seit einigen Wochen in Berlin und arbeitet in einem Café. Nach einer Clubnacht trifft sie auf die vier Berliner Sonne (Frederick Lau), Boxer (Franz Rogowski), Blinker und Fuß. Gemeinsam zieht die Truppe durch das nächtliche Berlin, albert herum, begeht kleinere Diebstähle und verbringt die Zeit auf dem Dach eines Hochhauses. Victoria fühlt sich wohl in der Gruppe, besonders der sympathische Sonne hat es ihr angetan. Doch im weiteren Verlauf der Nacht gerät sie gemeinsam mit den neuen Bekanntschaften in kriminelle Kreise. Der Ernst der Lage schaukelt sich hoch und eine Katastrophe bahnt sich an.

Der Deutsche Film ist so eine Sache für sich. Zwar haben wir hierzulande gute Darsteller, doch die Ideen der Regisseure und Drehbuchautoren scheinen nur selten über romantische Komödien mit Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer hinaus zu reichen. Gutes Genre-Kino existiert zwar, doch es fristet ein weitgehend unbemerktes Schatten-Dasein neben den übermächtigen Körpern der seichten Mainstream-Unterhaltung. Umso schöner, dass ich überhaupt auf „Victoria“ aufmerksam werden konnte.

Das große Aushängeschild des Films ist seine überaus mutige und ambitionierte Produktion. „Victoria“ geht stolze 140 Minuten und wurde dabei augenscheinlich in einer einzigen Kameraeinstellung gedreht. Möglicherweise verstecken sich im Film doch zwei bis drei Schnitte, die aufgrund des nächtlichen Settings kaschiert werden können. Doch selbst wenn es einen Schnitt gäbe, es würde die Leistung von Regisseur Sebastian Schipper und Kamermann Sturla Brandth Grøvlen in keinster Weise mindern. Der Film basiert auf gerade mal 12 Seiten Drehbuch, es gab drei Probedurchläufe und viele der Dialoge wurden improvisiert. Das Ergebnis ist eine absolut faszinierende Thriller-Romanze, die auf den Zuschauer einen enormen Sog entwickelt. Ich kann mich an nur wenige Filme der letzten Zeit erinnern, die mich derart in ihr Geschehen hinein gesaugt haben.

Neben der technischen Seite sind es aber auch die Darsteller in „Victoria“, die eine grandiose Leistung abliefern. Laia Costa schlüpft in die Rolle der titelgebenden Protagonistin und spielt sowohl traurige und zerbrechliche, als auch freche und mutige Charakterzüge gekonnt aus. Ihr zur Seite steht Frederick Lau als selbstbewusster und sympathischer Sonne, den der Zuschauer ähnlich wie Victoria zunächst nicht einschätzen kann, der einem aber schnell ans Herz wächst. Man fiebert mit den beiden mit und bleibt von Anfang bis Ende am Ball. Besonders schön ist eine Szene, in der Sonne Victoria in ihr Café bringt, sie dort miteinander flirten und sich besser kennen lernen. Dabei sollte erwähnt werden, dass der Film größtenteils mit Untertiteln arbeiten, da die Charaktere abwechselnd Deutsch und Englisch sprechen.

Viel kann man dem Film nicht ankreiden. Er hat eventuell ein bis zwei kleine Längen, die aber nur minimal ausfallen. Daneben wirken die Szenen, in denen die Gruppe mit der kriminellen Welt Berlins in Kontakt kommt, ein wenig konstruiert. Doch der Film hat ausreichend großartige Aspekte, sodass diese Negativpunkte schnell vergessen sind. Ich gönne „Victoria“ sämtliche nationalen Preise, die er gerade abräumt – und wünsche ihm auch internationalen Erfolg. Verdient hätte er es auf alle Fälle. Es gibt von mir ganz starke 8 von 10 Popcornguys, mit Tendenz nach oben!

Advertisements

Her

Titel: Her (Originaltitel: Her)
Regie: Spike Jonze
Musik: Arcade Fire
Darsteller: Joaquin Phoenix, Scarlett Johansson, Amy Adams

Im Jahre 2025: Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) schreibt Liebesbriefe für Menschen, die ihren Partnern gegenüber nur schwer ihre Gefühle ausdrücken können. Doch während Theodore in der Arbeit höchst emotionale Texte verfasst, hat die Liebe sein Privatleben verlassen. Er steht kurz vor der Scheidung von seiner Frau Catherine (Rooney Mara), von der er seit Längerem getrennt lebt, und fristet ein einsames und introvertiertes Dasein. Selbst den Kontakt zu seiner besten Freundin Amy (Amy Adams) hält er nur halbherzig aufrecht. Theodores Leben ändert sich schlagartig, als er sich ein neuartiges Operating System für seinen Rechner zulegt. Die künstliche Intelligenz spricht mit einer Frauenstimme zu ihm und stellt sich als Samantha (Scarlett Johansson) vor. Anfangs ist sie nur dafür gedacht, Theodore bei der Bewältigung organisatorischer Aufgaben zu helfen. Doch die Gespräche mit Samantha werden tiefgründiger, offener und intimer, bis die beiden schließlich erkennen, dass sie mehr verbindet. Es ist der Beginn einer ungewöhnlichen Liebesbeziehung, die vor ebenso ungewöhnlichen Herausforderungen steht.

Grotesk, witzig, traurig, ergreifend, nachdenklich, kreativ, anspruchsvoll – all diese Worte treffen auf „Her“ zu. Der Film fordert von seinem Zuschauer, sich auf eine absolut ungewöhnliche Liebesgeschichte einzulassen. Jeder muss für sich entscheiden, ob er das kann, ich jedoch habe es für meine Begriffe getan und versuche nun, meine Eindrücke zu sortieren.

Beginnen möchte ich mit dem Fokus auf das Drehbuch, welches wohlverdient die diesjährige Oscar-Trophäe gewonnen hat. Spike Jonze kreierte eine in ihrer Grundstruktur äußerst klassische Liebesgeschichte, weswegen man nun keine krassen Sprünge ins Science-Fiction-Genre erwarten sollte. Die Romanze zwischen Theodore und Samantha bildet das Herz des Films und läuft nach bekanntem Schema ab: Zwei Personen finden sich, fühlen sich zueinander hingezogen, sind glücklich, bemerken erste Probleme, suchen nach Lösungen und kommen auf irgendeine Weise zu einem Ende. Dieses Muster ist nichts Neues, höchst innovativ ist dagegen der Rahmen der Geschichte. Und genau hier erlaubt es der Film, über gewisse Themen ins Grübeln zu kommen: Das Verhältnis des Menschen zur Technik, Vereinsamung trotz moderner Kommunikationsmöglichkeiten und die Definition von Liebe und Menschsein. Doch das Drehbuch von „Her“ drängt sich dabei nicht auf, vielmehr wird es dem Zuschauer selbst überlassen, in welche Richtung er seine Gedanken treiben lässt. Und selbst wenn man diese anspruchsvollen Fragen außer Acht lassen möchte, kann man sich dennoch an puren Emotionen, großartiger Komik, grandiosen Dialogen und sympathischen Charakteren erfreuen.

Somit komme ich zu den Schauspielern, die allesamt außergewöhnliche Darbietungen vorzuzeigen haben. Joaquin Phoenix – den meisten wohl noch als psychisch labiler Kaiser in „Gladiator“ bekannt – trägt als Hauptfigur den Film und beweist Klasse und Vielfältigkeit. Amy Adams ist in einer kleineren Rolle zu sehen und gibt die graue Maus, was ihr gut liegt und äußerst sympathisch gelingt. Mit Rooney Mara und Olivia Wilde wird insbesondere männliche Kinobesucher etwas fürs Auge geboten. Besonders betonen möchte ich allerdings die Leistung von Scarlett Johansson. Sie spielt Samantha und kann daher nur mit ihrer Stimme dem Operating System Charakter verleihen. Mimik und Gestik beraubt mag dies zunächst eine schwierige Einschränkung für einen Schauspieler sein. Allerdings gelingt es Scarlett Johansson nur über ihre Stimme, ein absolut klares Bild dieser künstlichen Intelligenz entstehen zu lassen, was ihre Figur tatsächlich greifbar macht. Unter diesem Aspekt werde ich mich bei Gelegenheit dem O-Ton des Films widmen.

Die Musik des Films stammt von der kanadischen Indie-Rockband Arcade Fire und untermalt den Film mit sphärischen Klängen. Der Soundtrack spiegelt und steuert die Emotionen des Zuschauers, ist zumeist ruhig und verträumt, bisweilen aber auch bodenlos traurig oder höchst euphorisch. Arcade Fire zeigen demnach auch auf diesem Gebiet, dass sie zu den momentan wichtigsten Musikern überhaupt gehören. Das Setting des Films ist äußerst schön gelungen und vermittelt klar, aber unaufdringlich die Gewissheit, dass diese Geschichte in der Zukunft spielt. Neben der interessanten Raumgestaltung sticht besonders die Mode des Films ins Auge. So scheinen Schnauzbärte und endlos hochgezogene Hosen im Jahre 2025 der letzte Schrei zu sein.

Fazit: „Her“ ist eine wunderschöne Filmperle – auf der einen Seite so klein, still und in sich rund, auf der anderen aber so wahnsinnig groß. Dieser Film mag vielleicht unter dem Radar von vielen laufen, braucht sich aber nicht in den Schatten irgendeines anderen diesjährigen Filmes stellen. Eher im Gegenteil: 9 von 10 Popcornguys.

Silver Linings

Titel: Silver Linings (Silver Linings Playbook)
Regisseur: David O. Russell
Musik: Danny Elfman
Darsteller: Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Robert DeNiro

Der unter einer bipolaren Störung leidende Pat (Bradley Cooper) ertappt seine Frau Nikki beim Fremdgehen und wird aufgrund des daraus resultierenden Übergriffs in eine geschlossene Anstalt verwiesen. Als er nach einigen Monaten entlassen wird, setzt er sich das Ziel, seine Ex-Frau zurück zu gewinnen. Allerdings ist es Pat vom Gesetz her nicht erlaubt, seiner Frau nahe zu kommen. Bei einem Abendessen mit alten Freunden lernt er die junge Tiffany (Jennifer Lawrence) kennen. Diese verfiel nach dem Tod ihres Mannes in schwere Depressionen und sexuelle Eskapaden mit Arbeitskollegen, weswegen sie schließlich ihren Job verlor. Da Tiffany hin und wieder Nikki trifft, bittet Pat sie darum, einen Briefkontakt herzustellen. Im Gegenzug muss er zusammen mit ihr für einen Tanzwettbewerb trainieren.

In der Regel sind es nicht gerade Romanzen, die mich ins Kino locken. Doch die guten Kritiken von „Silver Linings“ machten mich dann doch neugierig und meinen Besuch sollte ich nicht bereuen. Der Film mag in seinem Kern viele romantische Klischees beinhalten und auch das Ende ist im Grunde recht konventionell für dieses Genre. Allerdings werden diese vorhersehbaren Eigenheiten durch die schrulligen Charaktere und die grandiosen Darsteller mehr als ausgeglichen.

Bradley Cooper – den meisten wohl aus „Hangover“ bekannt – spielt auch hier einen eher witzigen Typen, der aufgrund seiner Neurosen und manisch-depressiven Art für viele Lacher und Schmunzler sorgt. Doch in einigen emotionalen und zutiefst menschlichen Szenen hat er die Gelegenheit, seine schauspielerische Klasse zu zeigen. Ähnlich verhält es sich mit Jennifer Lawrence. Erstmals fiel sie mir in die „Tribute von Panem“ auf, doch spätestens jetzt ist mir endgültig klar, dass zu den talentiersten Jungstars Hollywoods zählt. In „Silver Linings“ verwöhnt sie den Zuschauer dank ihrer psychisch labilen Filmrolle mit so vielen unterschiedlichen Facetten: Witzig, aggressiv, zerbrechlich, klug und verführerisch – und alles in perfekter Balance. Allein wegen ihr könnte der Kinobesuch sein Geld wert sein. Auch die Nebenrollen sind großartig besetzt, beispielsweise durch Robert DeNiro, der den Football-begeisterten Vater von Pat spielt.

Das liebenswerte Schauspiel-Ensemble und der bist zu einem bestimmten Punkt unkonventionelle Ansatz machen „Silver Linings“ zu einem tollen Feel-good-movie. Lediglich das Ende ist mir einen Tick zu klassisch, aber dafür wird der Zuschauer mit einem wohlig-zufriedenen Gefühl entlassen.

8 von 10 Popcornguys

Serien-Special: Cougar Town (Staffel 1)

Titel: Cougar Town
Produktion: Bill Lawrence
Darsteller: Courtney Cox, Christa Miller, Busy Phillipps, Dan Byrd

Hier ein Trailer

Jules Cobb, eine erfolgreiche Immobilienmaklerin, findet sich – kurz nach ihrer Scheidung – plötzlich in einem trostlosen Leben wieder. Sie fühlt sich plötzlich alt und völlig unfähig, neue Bekanntschaften zu machen. Ihr umfangreicher Job und ihre wohlwollende Sorge um ihren 18-jährigen Sohn Travis reichen nicht aus, um ihre Einsamkeit zu stillen. Ihre junge Kollegin Laurie versucht ihr zu helfen, sich wieder auf (kurze) Beziehungen einzulassen. Ihr wahres Glück aber findet sie in ihrem Kreis aus Nachbarn und Freunden, welcher ihr Leben nicht nur bereichert, sondern manchmal auch auf den Kopf stellt.

So, nach diesem Trailer und dieser Bezeichnung stellt man sich die berechtigte Frage, warum MrFlouzy diese Serie guckt. Das klingt doch wirklich sehr nach einer typischen Frauenserie voller Drama. Nun, diesen Eindruck wird die erste Staffel nicht ganz los, denn immerhin ist die Hauptperson Jules, welche dabei ist, in vollen Zügen in ein neues, frisches Leben einzusteigen. Grundsätzlich erwarb „Cougar Town“ mein Interesse, weil die Serie aus der Feder von Bill Lawrence, dem Macher von „Scrubs“ stammt.  Wo ich die ersten Folgen mit eher gemischten Gefühlen verfolgte, stellte sich bald ein hohes Interesse ein. Beleuchten wir vorerst die Charkatere:

Jules Cobb (Courtney Cox) ist attraktiv, voller Selbstzweifel und ziemlich irre. Ihr Ungeschick im Umgang mit Männern macht es ihr schwer, doch kompensiert sie das gern durch ihre gute Beziehung zu ihren Freunden – und jeder Menge Wein.

Travis Cobb (Dan Byrd) ist der knapp 18-jährige Sohn von Jules. Seine Mutter lässt selten eine Gelegenheit aus, ihn zu blamieren – dennoch liebt er sie, und ist um ihre hypersensible Sorge froh.

Ellie Torres (Christa Miller) ist die beste Freundin und Nachbarin von Jules. Gerne nutzt sie unangenehme Situationen ihrer Mitmenschen, um sich zu amüsieren. Trotz ihrer äußerst harten Schale zeigt sie immer wieder einen weichen Kern (und könnte deshalb genauso gut Jordan Sullivan heißen^^)

Andy Torres (Ian Gomez) ist der gutmütige Ehemann von Ellie. Der wahre Pantoffelheld kümmert sich liebevoll um seine Frau und sein Kind, wobei er gerne insgeheim allerlei Verrücktheiten mit seinem besten Freund Bobby – Jules Ex-Mann – anstellt.

Bobby Cobb (Brain Van Holt) ist der Ex-Mann von Jules. Der eher erfolglose Golflehrer lebt auf einem Boot, welches auf einem Parkplatz abgestellt wurde. Obwohl er als Vater ziemlich versagt hat, will er sich weiterhin um seinen Sohn kümmern, und teilt die Erziehung freundschaftlich mit Jules.

Laurie Keller (Busy Phillipps) ist Freundin und Arbeitskollegin. Obwohl sie jung und naiv wirkt, lässt sie keine Gelegenheit aus, Jules wertvolle Tipps im Umgang mit Männern zu geben – sehr zum Missfallen von Ellie.

Grayson Ellis (Josh Hopkins) ist der Nachbar von Jules. Er befindet sich im selben Alter und ist ebenfalls frisch geschieden. Im Gegensatz zu Jules fällt es ihm nicht schwer, sich auf wesentlich jüngere Partner einzulassen. Der anfangs sehr distanzierte Grayson wird bald ein Teil der Clique, und nähert sich widerstrebend immer mehr Jules an.

Eine wirklich bunte Mischung. Bill Lawrence versteht es, eine gute Mischung zwischen typischen Frauengeschichten und Beziehungen zwischen Familienmitgliedern und Freunden zu schaffen. Wo zu Anfang der Staffel vor allem Jules Suche nach einer verpassten Jugend im Mittelpunkt steht, wandelt sich Cougar Town zunehmend in eine Familienserie. Denn so nehme ich die Gruppe wahr: Eine liebevolle, ziemlich verrückte Familie.
Sicher, der Plot der Serie ist nicht für Jedermann geschaffen. „Cougar Town“ wird sicher auch nie so gut sein wie „Scrubs“ (Hell no). Trotzdem konnte ich nicht umhin, mich ein klein wenig zu verlieben. Ein bisschen verliebt in Florida, ein bisschen verliebt in die irren Geschehnisse, die manchmal äußerst ungeschickten Verhaltensweisen der Charaktere, aber auch verliebt in die unkitschige, doch schöne Grundstimmung der Serie. Und natürlich verliebt in Courtney Cox. Ist doch klar.

Als großer Fan von „Scrubs“ ist es immer wieder schön, bekannte Gesichter auftauchen zu sehen, und obwohl sich die Serien stark unterscheiden, ist der besondere Comedy-Geist auch in „Cougar Town“ zu spüren. Als ebenfalls großer Fan von „Friends“ ist es wundervoll, Courtney Cox in einer frischen „Familienserie“ zu erleben.

Von mir gibts für die erste Staffel insgesamt verdiente 8 von 10 Popcornguys!

The Dangerous Lives of Altar Boys

Titel: Lost Heaven (Originaltitel: The Dangerous Lives of Altar Boys)
Regisseur: Peter Care
Musik: Marco Beltrami, Josh Homme
Darsteller: Jodie Foster, Kieran Culkin, Emile Hirsch, Jena Malone

Georgia der 70er Jahre. Die 13-jährigen Tim (Kieran Culkin) und Francis (Emile Hirsch), Schüler der achten Klasse einer Klosterschule, leiden unter dem eisernen Regiment der strengen Schwester Assumpta (Jodie Foster) und Pater Casey (Vincent D’Onfrio). Wenig beeindruckt von der Autorität der Erwachsenen, vertreiben sie sich ihre Freizeit mit Alkohol, Mutproben und der Arbeit an ihrem gotteslästerlichen Comic „Atomic Trinity“. Im Zusammenhalt untereinander finden sie die Unterstützung und Anerkennung, die sie bsiher in ihrem Leben vermissten. Schließlich tritt Margie Flynn in Francis‘ Leben, und so muss er sich nicht nur gegen Schwester Assumpta wehren, welche ihren Comic entdeckt hat, sondern sich auch mit den Problemen einer Beziehung auseinandersetzen.

Gleich vorweg möchte ich sagen: Der offizielle deutsche Titel für diesen Film ist „Lost Heaven“. Auf der von mir gekauften Special Edition ist allerdings der viel besser klingende Originaltitel enthalten. Der 2001 erschienene Film erhielt nicht viel Aufmerksamkeit. Im gewöhnlichen Sortiment der Läden habe ich ihn auch noch nicht gesehen – ergattert habe ich diese DVD in einem Ramschladen für nen schlappen Euro. Man kann also nicht viel davon erwarten – oder? Ich  habe meine Erwartungen dementsprechend nicht zu hoch angesetzt, und war überrascht! Der Film überzeugt mit einer interessanten Kombination aus Comic, Jugendfilm, Tragikomödie und Liebesgeschichte, sowie solider Schauspielarbeit. Vier Jungs, welche sich selbst eigens zugeschnitte Superhelden kreieren, verwandeln ihre Umwelt in den Schauplatz einer actiongeladenen Comicwelt. Immer wieder wechselt sich der Realfilm mit den Comicszenen ab, und so wird aus der Schwester Assumpta, welche mit dem Mofa durch die KIeinstadt düst, schnell eine überaus fiese Anführerin einer Nonnen-Motorradgang. Dass diese Comicszenen im Zusammenhang mit dem echten Leben der Jungs stehen, liegt auf der Hand, und so wirken die von Todd McFarlane gezeichneten Szenen (welche mich optisch stark an  Heavy Metal F.A.K.K.²  erinnerten, ebenso im Grad der Brutalität) bei weitem nicht so fiktiv, wie man sie in einer reinen Comicverfilmung betrachten würde. Ernstere Töne spricht der Film sowieso an, wenn von Margies unangenehmer Vergangenheit die Rede ist, oder Tim und Francis im ernsthaften Streit um ihre Freundschaft liegen, oder der Film in einen sehr dramatischen Höhepunkt gipfelt.

Daraus lässt sich also schließen: Der Film vereint vieles, und schafft diese Kombination auch gut. Zwar hätte ich mir bei Charaktern wie Schwester Assumpta mehr Tiefe, oder gewisse Handlungsstränge besser ausgebaut gewünscht, doch zufriedenstellend ist das Ergebnis allemal. Exzellent besetzt, spannend erzählt und mit toller Kamera- und Schnittarbeit versehen ist der Film durchgweg angenehm zu betrachten. Die Filmmusik von Marco Beltrami und Josh Homme (Queens of the Stone Age!!!!) tut ihr übriges, dem Streifen einen Hauch der 70er zu verpassen, und so eine tolle Atmosphäre zu erzeugen.
Kein Meisterwerk also, aber gute Unterhaltung mit Tiefgang, welche mir 7 von 10 Popcornguys wert ist.

„Besser geht’s nicht“

So liebe Leute: Hier die erste Filmbewertung.

Natürlich ist noch nicht ganz sicher, wie unsere Kritiken am besten dargestellt werden, d.h. die Form der einzelnen Wertung kann sich noch oftmals ändern.

Beginnen möchte ich mit einigen Infos:

Titel: Besser geht’s nicht (Original: As good as it gets)
Regisseur: James L. Brooks
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Jack Nicholson, Helen Hunt, Greg Kinnear, Cuba Gooding Junior

Hier der Trailer

Beschreibung auf dem Cover:

Er wäscht seine Hände jedesmal mit einem frischen Stück Seife, niemals tritt er auf Pflasterfugen, sein Tagesablauf ist penibel eingeteilt: Der New Yorker Schriftsteller Melvin (Jack Nicholson) ist ein exzentrischer Zeitgenosse. Seine Nachbarn (u. a. Greg Kinnear) fürchten ihn als griesgrämigen Kotzbrocken und Hundehasser. Jeden Tag geht er in dasselbe Café, beleidigt Gäste und Bedienungen. Einzig die resolute Kellnerin Carol (Helen Hunt) kann dem neurotischen Ekelpaket Paroli bieten. Und Melvin zeigt Interesse! Bei einer chaotisch-komischen Autotour mit ihr und seinem schwulen Nachbarn kommt man sich näher. Wird aus Melvin doch noch ein „normaler“ Mensch? 

Nun, mit Jack Nicholson in der Rolle eines zwangsneurotischen Schriftstellers, welcher seine Umwelt mit sadistischer Grausamkeit entgegen tritt, ist der Film glänzend besetzt. Helen Hunt als geplagte Mutter eines kranken Kindes, welche sich zwischen allen Problemen des Alltags auch noch mit dem irren Kunden Melvin herumschlagen muss, brilliert ebenso – hin und her gerissen zwischen Ärger und Interesse. Beide haben dafür 1998 den Oscar als bester Schauspieler und beste Schauspielerin erhalten. Verdient, würde ich sagen, denn sie überzeugen! Greg Kinnear als homosexueller Künstler und Hundebesitzer sowie Cuba Gooding Jr. als harter Kunsthändler ebenso, wobei Letztgenannter relativ wenig Auftritte hat.

Der Film ist witzig und interessant aufgebaut. Immer wieder erheitert Melvins Gebaren die Zuschauer, wodurch für den allzeit genervten Schriftsteller immer mehr Sympathien aufkommen. Das Ende zieht sich für meinen Geschmack etwas hin, und wirkt – das ist wieder meine Auffassung – etwas gewöhnlich und kitschig. Das tut dem Gesamtbild jedoch keinen Abbruch. Von mir eine eindeutige Empfehlung!

Von mir gibts dafür 8 von 10 Popcornguys!