Jahresvorschau 2017

So aufregend und stellenweise unglaublich 2016 in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht auch gewesen sein mag: Echte Highlights im Kino waren vergleichsweise rar. Insofern schauen wir an dieser Stelle lieber in die Zukunft und setzen uns mit dem Kinoprogramm 2017 auseinander.

Früh im Jahr startet „Passengers“. In diesem teilweise romantisch wirkendem Science-Fiction-Film spielen die sehr populären Darsteller Jennifer Lawrence und Chris Pratt zwei Passagiere eines Raumschiffs, welches sich auf einer 120-jährigen Reise zu einer weit von der Erde entfernten Kolonie befindet. Beide Reisende werden viel zu früh aus ihrem Schlaf geweckt und müssen sich die Zeit vertreiben – allerdings nicht nur mit Däumchen drehen. Der Trailer deutet an, dass es in Sachen Action und Spannung ganz schön zur Sache gehen wird. Als lustig könnte man die derb wirkende Komödie „Why him?“ empfinden. Bryan Cranston spielt hier einen Vater, dessen Tochter mit einer recht dubiosen Gestalt – gespielt von James Franco – zusammen ist. Zwischen den beiden Männern kommt es zu einigen Reibereien und peinlichen Situationen. Ab Mitte Januar häuft sich dann allmählich das Oscar-Material. Den Anfang macht bei uns das Filmmusical „La La Land“. Regie führt Damien Chazelle, der mit „Whiplash“ einen der intensivsten Filme der letzten Jahre abgeliefert hat. In seinem neuesten Werk geht es um die Liebesgeschichte zwischen einem Jazzmusiker (Ryan Gosling) und einer Schauspielerin (Emma Stone), die beide ihr Glück in Los Angeles suchen. Der Trailer war bezaubernd und bereits jetzt häufen sich Auszeichnungen und Nominierungen. Der Historienfilm „The Birth Of A Nation“ dreht sich um einen gebildeten Afroamerikaner, der zur Zeit der Sklaverei einen blutigen Aufstand gegen die Weißen anführt. Allein wegen der letztjährigen Whitewashing-Debatte dürfte der Film bei den diesjährigen Oscars eine Rolle spielen – allerdings muss ich auch zugeben, dass der Trailer für sich gesehen einiges hermacht. Chancen dürfte sich eigentlich auch die opulente Kriegssatire „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ ausrechnen. Hierbei geht es um einen jungen amerikanischen Soldaten im zweiten Irakkrieg, der bei seiner Heimkehr als Held gefeiert wird. Regisseur Ang Lee („Life Of Pi“) führt bei diesem Film einige filmische Experimente durch (Stichwort: High frame rate), leider sind die bisherigen Kritiken eher durchwachsen. Ganz hervorragende Kritiken hat dafür „Manchester By The Sea“ erhalten. Es wird die Geschichte eines eigenbrötlerischen Hausmeisters (Casey Affleck) erzählt, dessen verstorbener Bruder ihn zum Vormund seines 15-jährigen Neffen gemacht hat. Für „Hacksaw Ridge“ hat Mel Gibson im Regiestuhl Platz genommen. Andrew Garfield spielt hier einen US-Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg den Dienst an der Waffe verweigerte, aber dennoch viele seine Kameraden während einer Schlacht rettete. Ende Januar meldet sich M. Night Shyamalan mit einem Film namens „Split“ zurück. In diesem Psycho-Thriller spielt James McAvoy einen Entführer mit 23 Persönlichkeiten, der einige junge Frauen gefangen hält. Obwohl der Trailer am Ende fast schon zu viel verrät, hofft man doch, dass Shyamalan mit „Split“ zu seinen alten Qualitäten zurück findet.

Der Februar startet mit „Live By Night“, einem Gangsterfilm von und mit Ben Affleck, welcher im Amerika der 1920er und 30er Jahre spielt. Interessant wird sein, welche Akzente Affleck abseits seiner zukünftigen Comic-Verfilmungen setzt. Skandal-Regisseur Paul Verhoeven präsentiert uns „Elle“, in welchem es um eine eiskalte Unternehmerin geht, deren Leben sich nach der Vergewaltigung durch einen Fremden komplett verändert. Etwas lockerer kommt der Trailer von „The Founder“ daher. Michael Keaton spielt in dieser Biographie den Gründer der weltweit erfolgreichen Fast-Food-Kette McDonald’s. Freunde von Dystopien und Weltuntergängen könnten dagegen bei „The Girl With All The Gifts“ auf ihre Kosten kommen. In der Romanverfilmung ist der Großteil der Menschheit von einem Virus befallen, welches die Betroffenen ihrer menschlichen Eigenschaften beraubt. Gemma Arterton spielt hier eine Lehrerin, die infizierte Kinder an einer speziellen Schule einer Militärbasis unterrichtet. Auch bei „Sieben Minuten nach Mitternacht“ handelt es sich um eine Romanverfilmung. Hierbei geht es um einen 13-jährigen Jungen, der von Albträumen geplagt wird und schließlich in einer Beziehung zu einer Art Baummonster steht. Die Trailer lassen auf einen interessanten und kreativen Fantasyfilm hoffen. Mit „The Lego Batman Movie“ kehrt der Dunkle Ritter auf die große Leinwand zurück – natürlich etwas weniger dunkel als gewohnt. Obwohl mir der erste „Lego“-Kinofilm ein wenig zu rasant und vollgepackt vorkam, werde ich dieses Projekt wegen Batman im Auge behalten. Mitte Februar kommt eine Fortsetzung ins Kino, mit der ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hätte: „T2 Trainspotting“. Regisseur Danny Boyle hat den Cast des Kultfilms rund um Ewan McGregor wieder vereint und schon mal einen sehr stimmungsvollen Trailer präsentiert.

„Silence“, das neueste und mit großer Spannung erwartete Werk von Regisseur Martin Scorsese, hat seinen Starttermin bei uns Anfang März. Andrew Garfield und Adam Driver spielen zwei Jesuiten, die nach Japan reisen um dort ihren anscheinend vom Glauben abgefallenen Mentor (dargestellt von Liam Neeson) zu finden. Auf ihrer Reise werden sie unter anderem mit brutalen Christenverfolgungen konfrontiert. Ich persönlich erwarte von „Silence“ großes Drama und spirituellen Tiefgang. Für einen Blockbuster überdurchschnittlich tiefgründig erscheint der Trailer zu „Logan“. Hugh Jackman schlüpft anscheinend ein letztes Mal in die Rolle des beliebten Mutanten Wolverine. Sämtliche Abenteuer der X-Men in den letzten Jahren konnten mich nicht mehr ins Kino locken, doch der bereits erwähnte und recht interessant gestaltete Trailer ließ mich dann doch aufmerksam werden. Ein weiterer Blockbuster im März ist „Kong: Skull Island“, unter anderem mit Brie Larson, Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson und John Goodman. Während der erste Trailer noch ein ziemliches Geheimnis um den titelgebenden Affen macht, geizt der zweite nicht mit Action oder dem ein oder anderen Schenkelklopfer. Das hat dann meine Erwartung wieder auf ein gesundes Maß gesenkt. Allerdings sind die Bilder ohne Frage beeindruckend und mit einer brauchbaren Unterhaltung wird man wohl rechnen dürfen. Mit „Moonlight“ startet im März ein absoluter Kritikerliebling, in welchem es um den Werdegang eines homosexuellen, afroamerikanischen Mannes geht. Zugegeben, der Protagonist vereint so viele Minderheiten in sich, dass man schon von einer Anbiederung hinsichtlich Oscars sprechen könnte. Aber wenn „Moonlight“ als Film überzeugt, soll er jeden Preis bekommen, den er verdient. Im Science-Fiction-Film „God Particle“ hat ein Teilchenbeschleuniger auf einer US-amerikanischen Raumstation eine Fehlfunktion, weswegen die gesamte Erde plötzlich verschwindet. Der Streifen soll anscheinend einen weiterer Teil des „Cloverfield“-Universums darstellen. Ende März startet mit „Ghost In The Shell“ die Verfilmung eines Animes, beziehungsweise Mangas, von welchem ich absolut gar nichts weiß. Doch der Trailer war beeindruckend und Hauptdarstellerin Scarlett Johansson ist im hautengen Anzug selbstverständlich ein absoluter Hingucker. Weniger begeistert war ich von den ersten bewegten Bildern zu Guy Ritchies „King Arthur – Legend Of The Sword“. Kameraführung, Schnitt und Musik wollen für mich einfach nicht zum Mittelalter-Setting passen. Aber ich habe natürlich nichts dagegen, wenn ich am Ende positiv überrascht werden sollte. Einen weiteren Kostümfilm stellt „Tulpenfieber“ dar. Christoph Waltz spielt einen Kaufmann im Amsterdam des 17. Jahrhunderts, dessen junge Frau (Alicia Vikander) eine Affäre mit einem talentierten Maler (Dane DeHaan) eingeht. Ich muss zugeben, dass dieser Film vor allem wegen seines Casts in meiner Liste steht. Märchenhaft wird es mit „Die Schöne und das Biest“. Disney hat spätestens nach „Das Dschungelbuch“ begriffen, dass sich mit Realverfilmungen alter Klassiker viel Geld verdienen lässt. Ob die Neuinterpretation einen vegleichbaren Charme wie das Original entwickeln kann, ist natürlich eine andere Frage. Der Trailer war trotz CGI-Überfluss einigermaßen nett und Emma Watson ist in der Rolle der Belle immerhin schön anzusehen. Für ein bisschen Nostalgie dürfte es reichen.

Und schon ist es April. „Free Fire“ verschlägt uns in die 70er Jahre und zeigt Brie Larson, die bei einem Waffendeal zwischen zwei Gangs vermittelt – doch hierbei geht so einiges schief. In „Gold“ spielt Matthew McConaughey einen Goldgräber, dem in Indonesien der ganz große Wurf gelingt. Doch das viele Geld bringt nicht nur Gutes mit sich. Der rasante Trailer erinnert ein wenig an „The Wolf Of Wall Street“ und verspricht gute Unterhaltung – natürlich nicht zuletzt wegen dem herausragenden Hauptdarsteller. Wie eine Mischung aus „Gravity“ und „Alien“ kommt dagegen der im Mai startende „Life“ daher. Die Besatzung einer Raumstation (unter anderem gespielt von Jake Gyllenhaal und Ryan Reynolds) muss sich mit einer intelligenten und äußerst gefährlichen außerirdischen Lebensform auseinandersetzen. Ob der Streifen gut oder lediglich ein Best Of diverser Sci-Fi-Klassiker ist, wird sich zeigen. In „Fluch der Karibik 5: Salazars Rache“ schlüpft Johnny Depp abermals in die Rolle des trottelig-tuntigen Piraten-Haudegens Jack Sparrow – die Frage ist nur, wer da wirklich darauf gewartet hat. Ich zumindest halte die Reihe für ziemlich ausgelutscht und glaube nicht daran, dass sie mich wieder in ihren Bann ziehen kann. Auch wenn Javier Bardem als Bösewicht natürlich reizvoll ist.

Der Sommer wird wie gewohnt von Blockbustern dominiert, wobei natürlich die Superhelden nicht fehlen dürfen. So startet im Juni mit „Wonder Woman“ ein weiterer Film aus dem DC-Kosmos, welches mit „Batman v Superman“ und „Suicide Squad“ ja nicht gerade auf einem idealen Fundament steht. Der Trailer zum Solo-Abenteuer der Kriegeramazone wirkt solide, doch für mich muss sich Gal Gadot als Hauptdarstellerin erst noch beweisen und mir auch insgesamt die Figur schmackhaft machen. Im Juli krabbelt wieder einmal Spider-Man über die Kinoleinwand. Der Film trägt den Titel „Spider-Man: Homecoming“, aber mindestens ebenso passend wäre „Spider-Man: It’ll Work This Time“. Spidey ist nun wieder Eigentum der heimischen Marvel-Filmstudios und kann aus diesem Grund als Mitglied der Avengers verwendet werden. Dieser Entwicklung stehe ich relativ gleichgültig gegenüber und auch der Trailer hat mich nicht gerade von meinen Ermüdungserscheinungen hinsichtlich Comic-Verfilmungen befreit. Etwas aufregender finde ich da schon den Kinostart von „Bullyparade – Der Film“. Ich habe keine Ahnung, ob sich der Humor der Kultserie nach all der Zeit in einem Spielfilm umsetzen lässt. Doch Michael „Bully“ Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian haben mit der „Bullyparade“ meine Jugend geprägt und allein deswegen ist diese Komödie quasi Pflicht. Ebenfalls im Juli startet „Valerian“, ein Science-Fiction-Film von Luc Besson. Der opulente Trailer bewegt sich irgendwo auf der schmalen Linie zwischen Faszination und Augenkrebs und ich bin unschlüssig, ob ich die Optik nun gut oder schlecht finden soll. Auch die Hauptdarstellerin – bekannt als die wirklich unterirdische Antagonistin aus „Suicide Squad“ – stimmt mich nicht gerade optimistisch. Allerdings gibt es im Hochsommer noch einen Film, auf den ich mich ziemlich freue: „Dunkirk“ von Christopher Nolan. Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich der Film um die Rettung britischer, französischer und belgischer Truppen durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Nach dem überaus ambitionierten „Interstellar“ finde ich es gut, dass Nolan ein – für seine Verhältnisse – bescheidenes Projekt umsetzt.

Im August kommt mit „Planet der Affen 3: Survival“ der vermeintliche Abschluss der neuen Affen-Trilogie ins Kino. Ich muss sagen, dass mir die ersten beiden Teile der Reihe ziemlich zusagen und ich gespannt darauf bin, ob und wie die Geschichte nun abgeschlossen wird. Neben den sehr guten Effekten, für die sich wieder Andy Serkis verantwortlich zeigt, darf man sich auch auf Woody Harrelson in der Rolle des menschlichen Gegenspielers freuen. Fans von Stephen King dürften dem Kinostart von „Der Dunkle Turm“ entgegen fiebern. Bei den Büchern bin ich nie sonderlich weit gekommen, weswegen ich auch nicht wirklich sagen kann, inwieweit der Film mit der Vorlage konform geht. Der Cast mit Idris Elba und Matthew McConaughey kann sich aber definitiv sehen lassen und auf den ersten Trailer bin ich durchaus neugierig. Apropos Stephen King: Sein Horrorklassiker „Es“, den ich sehr schätze, wird ebenfalls verfilmt. Einen Starttermin gibt es leider noch nicht, aber ich vermute, dass man im Spätsommer mit dem erste Teil des geplanten Zweiteilers rechnen darf. Mit „Es“ verbinde ich hohe Erwartungen, aber gleichzeitig auch tiefe Ängste. Ist dieses großartige Buch überhaupt in wenigen Stunden verfilmbar? Nun, seit der wunderbaren und in ähnlichen Gefilden schwimmenden Serie „Stranger Things“ bin ich da etwas optimistischer. Gespannt erwarte ich auch erstes Bildmaterial zu „Alien: Covenant“. Dieser ist quasi die Fortsetzung zu „Prometheus“, soll aber gleichzeitig wieder stärker in die Richtung der alten „Alien“-Filme gehen. Ridley Scott führt Regie, was leider nicht mehr unbedingt ein Garant für gutes Kino ist, aber hoffnungsvoll bin ich dennoch.

Bei der Fortsetzung eines anderen Sci-Fi-Klassikers hat Scott dagegen auf den Regie-Stuhl verzichtet. Der im Oktober startende „Blade Runner 2049“ wird vom großartigen Denis Villeneuve inszeniert, vor der Kamera sind unter anderem Harrison Ford, Ryan Gosling und Jared Leto zu sehen. Bis dahin muss ich dem etwas sperrigen Erstling nochmal eine Chance geben. Im November versammelt DC seine größten Superhelden auf der großen Leinwand und lässt sie in „Justice League“ von der Leine. Einen wirklichen Trailer gibt es noch nicht, nur etwas lose zusammenhängendes Material von der Comic Con. Darin ist aber schon erkennbar, dass DC auf seine Kritiker reagiert und die bierernste Stimmung, wie man sie aus „Batman v Superman“ kennt, durch Humor auflockern möchte. Ein große Vorfreude empfinde ich deswegen aber nicht. Anders sieht es da schon bei „Star Wars: Episode VIII“ aus. Auch wenn sich „Das Erwachen der Macht“ meiner Meinung nach berechtigte Kritik gefallen lassen muss, hat mich J.J. Abrams „softes Reboot“ doch überzeugt und mir vor allem sympathische Charaktere präsentiert. Ich bin gespannt darauf, wie es mit Rey, Finn, Poe und Kylo Ren weitergeht. Darüberhinaus glaube ich, dass Rian Johnson – im Gegensatz zu Abrams – in Sachen Handlung etwas gewagter inszenieren kann und auch muss.

Neben all diesen mehr oder weniger großen Namen wird 2017 natürlich noch viele Filme mit sich bringen, von denen ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts weiß. Und wer weiß: Vielleicht verbergen sich gerade hier die letztendlich besten Filme. Die Popcornguys wünschen euch an dieser Stelle schon mal ein besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und dort natürlich viel Spaß im Kino!

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Die große Jahresvorschau 2015

Langsam aber sicher neigt sich 2014 seinem Ende entgegen – es beginnt also die Zeit der unzähligen Jahresrückblicke. Auch die Popcornguys werden hinsichtlich des Kinojahrs da keine Ausnahme machen, doch zuvor wird noch ein Blick voraus geworfen. Denn 2015 fährt mit so einigen interessanten Filmen auf, welche nun näher betrachtet werden sollen. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass einige Starttermine noch nicht ganz fix sind, beziehungsweise überhaupt noch nicht stehen. Wie dem auch sei: Viel Spaß mit unserer großen Jahresvorschau 2015!

JANUAR

Zu Beginn des Jahres schwappen wie gewohnt jene Filme nach Deutschland, die sich bei der bevorstehenden Oscar-Verleihung große Chancen ausrechnen dürfen. Ob Herz aus Stahl einer dieser Filme ist, muss sich aber erst noch zeigen. In dem Weltkriegs-Drama geht es um eine Gruppe Allierter, die mit ihrem Panzer unter der Führung von Brad Pitt gegen Deutschland vorrücken. Anscheinend hat Herr Pitt seid „Inglourious Basterds“ Geschmack am Nazi-Verkloppen gefunden. Erwähnenswert ist vielleicht auch Hollywood-Rüpel Shia LaBeouf, der aus Gründen der Authentizität während des Drehs nicht unter die Dusche stieg – sehr zum Leidwesen seiner Kollegen.

Ein etwas heißerer Oscar-Kandidat könnte dagegen Foxcatcher sein. Das Drama befasst sich mit einigen Sportlern, die an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul teilnehmen wollen. Ob während dieser Spiele etwas besonders außergewöhnliches passiert ist, kann ich als Laie leider nicht sagen. Interessant ist allerdings das Schauspieler-Aufgebot: Steve Carell, Channing Tatum und Mark Ruffalo sind allesamt mehr oder weniger gegen den Strich besetzt und scheinen – wenn man den bisherigen Pressestimmen trauen darf – in ihren ernsten Rollen zu glänzen.

In The Imitation Game spielt unser aller Lieblings-Sherlock Benedict Cumberbatch den Mathematiker Alan Turin, der während des Zweiten Weltkriegs versuchte, wichtige Codes für den britischen Geheimdienst zu knacken. Der Politthriller ist nicht gerade mein liebstes Genre, aber allein wegen dem Hauptdarsteller werde ich dem Film wohl eine Chance geben.

Die hübsche und talentierte Reese Witherspoon ist ebenfalls endlich in einer Hauptrolle zu sehen, und zwar in Der große Trip – Wild. Darin geht es um eine Frau, die viele Schicksalsschläge erleidet und sich schließlich für eine 2.000 Kilometer lange Rucksackwanderung entschließt, um ihr Leben gewissermaßen aufzuarbeiten.

FEBRUAR

Der Februar bringt uns einen der möglicherweise interessantesten Filme des gesamten Jahres: Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit). Regisseur Alejandro González Inárritu, den man unter anderem wegen „Amores Perros“ oder „21 Gramm“ kennen dürfte, inszeniert hier erstmals eine Komödie, beziehungsweise einen Drama mit komischen Elementen. Es geht um einen ausgebrannten Darsteller, der früher einen Superhelden namens Birdman spielte, und nun versucht, ein ambitioniertes Theaterstück auf die Beine zu stemmen. Dass Michael Keaton, der der breiten Masse nur aufgrund seiner einstigen Batman-Rolle bekannt ist, die Hauptrolle übernimmt, trägt zum gewissen Reiz des Films bei. Außerdem fährt „Birdman“ mit einer speziellen Kamera- und Schnitttechnik auf: Der gesamte Film wirkt angeblich wie ein einziger One-Shot. Michael Keaton stehen unter anderem Edward Norton und Emma Stone zur Seite.

In Inherent Vice – Natürliche Mängel spielt Joaquin Phoenix einen Privatdetektiv und Drogenliebhaber, der wegen seiner Ex-Freundin in allerlei kriminelle Machenschaften hineingezogen wird. Wegen seinem coolen 70er-Look und dem extrem starken Schauspieler-Aufgebot – unter anderem mit Josh Brolin, Benicio del Toro und Reese Witherspoon – erinnert mich der Streifen spontan an „American Hustle“, wobei ich hoffe, dass mich „Inherent Vice“ ein wenig mehr überzeugen kann.

Der Science-Fiction-Film Jupiter Ascending könnte der erste größere Blockbuster des Jahres sein. Die Macher von „Matrix“ erzählen hier die Geschichte einer Außerwählten – gespielt von Mila Kunis – die den gesamten Kosmos retten soll. Ihr zur Seite stehen Channing Tatum als mysteriöser Söldner und Sean Bean als Spoiler auf zwei Beinen. Der Trailer wirkt opulent, geradezu überladen und optisch anstrengend, aber möglicherweise finden die Wachowski-Geschwister ja trotzdem zu alten Stärken zurück.

Den nächsten Film bräuchte ich eigentlich gar nicht mehr zu erwähnen, denn schließlich wurde sein Kinostart kürzlich gestrichen: In der Blödel-Komödie The Interview spielen Seth Rogan und James Franco zwei Journalisten, die den Auftrag bekommen, den nordkoreanischen Machtinhaber Kim Jong-un zu töten. Da Diktatoren für gewöhnlich nicht sonderlich viel Spaß verstehen, richtete Nordkorea einige Terrordrohungen an die USA, weswegen Sony vorerst einen Rückzieher machte. Allerdings glaube ich, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wörtchen noch nicht gesprochen ist.

Erinnert sich noch jemand an den coolen Chefredakteur in „Spider-Man“? Also nicht in den neuen Filmen, sondern in dem alten von Sam Raimi. Der Darsteller heißt J.K. Simmons und spielt in Whiplash einen höchst tyrannischen Lehrer an einer Musikschule. Es wird gemunkelt, dass auch hier Chancen auf den Oscar bestehen und der Trailer macht schon mal einen hervorragenden Eindruck.

MÄRZ

Ich bin ein großer Fan von „Moby Dick“ und wünsche mir seit langer Zeit eine adäquate Neuverfilmung des Romans. Bisher habe ich allerdings nur Fernsehproduktionen bekommen, die in ihrer Qualität durchschnittlich bis schlecht sind. 2015 wird Herman Melvilles weltbekannter Roman zwar nicht neu verfilmt, aber dafür gibt es etwas ganz ähnliches im Kino. Im Herzen der See erzählt die historischen Hintergründe des Walfängers Essex, welche Melville dazu inspirierten, sein Buch zu schreiben. Unter den Matrosen, die es mit einem großen Pottwal zu tun bekommen, befindet sich unter anderem Chris Hemsworth, der in „Rush – Alles für den Sieg“ bereits seine Schauspiel-Qualitäten zeigen durfte.

In Gunman spielt Sean Penn einen traumatisierten Special-Forces-Agenten, der es sich selbst und vielen anderen nochmal beweisen muss. Die Inhaltsbeschreibung und auch der Trailer erinnern derart stark an 0815-Actionthriller, dass man jeden Moment mit Liam Neeson rechnen muss, der eine entführte Tochter oder Ehefrau retten muss. Dies ist jedoch nicht der Fall. Stattdessen ist Javier Bardem mit an Bord, welcher in Kombination mit Sean Penn mich vielleicht ja doch ins Kino locken könnte.

Neill Blomkamp, der Regisseur des recht innovativen „District 9“, bringt uns mit Chappie einen weiteren Science-Fiction-Film. Bei Chappie handelt es sich um einen Roboter mit enormer künstlicher Intelligenz, der inmitten von Menschen um seinen Platz in der Welt kämpft. Der Trailer macht einen recht sympathischen und gefühlvollen Eindruck. Nebenbei bermerkt erwarten uns 2015 eine Menge Roboter im Kino, aber dazu später mehr.

APRIL

Es wird April, die Temperaturen steigen und allmählich beginnt die Zeit der großen Sommer-Blockbuster. Da darf natürlich ein Marvel-Film nicht fehlen. Und so wird die beliebte Truppe rund um Iron Man, Thor, Captain America und Hulk in Marvel’s The Avengers 2: Age Of Ultron gegen den bösen Roboter Ultron in den Kampf geschickt. Ich vermute, dass die Avengers erneut lernen müssen, miteinander im Team zu arbeiten. Und vermutlich wird es am Ende wieder einen großen Kampf geben. Und vielleicht wird New York erneut von Raumschiffen überfallen. Aber wer weiß, vielleicht täusche ich mich auch und es wird tatsächlich ein Film, der sich über die für Comicfilme inzwischen typisch gewordene Belanglosigkeit erhebt.

Big Eyes ist ein Film von Tim Burton, der mal nicht allzu sehr wie ein Film von Tim Burton aussieht. Und es gibt auch keinen freakig aussehenen Johnny Depp. Stattdessen spielt Amy Adams eine begabte Künstlerin, doch ihr Mann – dargestellt von Christoph Waltz – heimst für sie sämtliche Lorbeeren ein, was zu gewissen Spannungen und Entwicklungen führen dürfte.

Gibt es denn noch jemanden, der nicht „Her“ gesehen hat? Schämt euch! Aber 2015 könnte eine Art düstere Thriller-Variante von „Her“ auf uns zukommen: In Ex Machina geht es um das Liebesdreieck zwischen zwei Männern und einem weiblichen Roboter.

Es gibt einen Film, der seit einer gefühlten Ewigkeit in der Produktion steckt, aber nun endlich in die Kinos kommen dürfte: Der Western Jane Got A Gun. Immer wieder gab es Meldungen von Absprüngen in Cast und Regie, doch momentan sieht es so aus, als würde man Natalie Portman, Joel Edgerton und Ewan McGregor zu sehen bekommen.

MAI

Auch im Mai erwartet uns ein von den Studios geplanter Blockbuster, denn Tom Hardy und Charlize Theron sorgen in Mad Max: Fury Road für postapokalyptische Action. Ich muss gestehen, dass ich die Vorgänger überhaupt nicht kenne und ich auch nicht so recht weiß, ob es sich hierbei um ein Sequel, Prequel, Reboot oder Remake handelt, aber der Trailer weiß einigermaßen zu unterhalten. Ich hoffe nur, dass der CGI-Look des Films am Ende nicht zu geleckt rüber kommt.

JUNI

Ein Trailer, der die Fans ziemlich gespalten haben dürfte, ist der zu Jurassic World, dem vierten Teil der berühmten Dinosaurier-Reihe. Viele Jahre nach dem Fiasko auf der Isla Nublar ist der Park nun vollendet und der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Der Trailer verrät allerdings auch Handlungsdetails, die man kritisch sehen kann: Die Züchtung von Hybrid-Dinosauriern und die Abrichtung der einstmals so bedrohlichen Velociraptoren. Möglicherweise fügen sich auch diese Puzzle-Teile am Ende gut ins Gesamtbild, aber bisher bin ich eher skeptisch. Neben vielen Dinosauriern werden auch die menschlichen Lebewesen Chris Pratt, Bryce Dallas Howard und Irrfan Khan zu sehen sein.

Im Juni erwartet uns mit Fantastic Four eine weitere Comicverfilmung. Die vierköpfige Superhelden-Truppe hatte bereits ein paar Kinoauftritte, die jedoch allesamt nicht besonders gut waren. Das Reboot soll das nun ändern, wobei es jedoch einige Neuinterpretationen geben dürfte – Fans werden also viel Diskussionsstoff haben.

Eine Komödie für die Masse darf im Sommer natürlich nicht fehlen, und so kehrt Mark Wahlberg samt unverschämtem Teddy in Ted 2 zurück. Bestimmt darf man sich wieder auf viele Witze jenseits der Gürtellinie einstellen, doch der erste Teil konnte mich unterhalten und ich hoffe, dass dies der Fortsetzung auch gelingt.

JULI

In Pan wird die Vorgeschichte des zeitlosen Märchens von Peter Pan erzählt. Der Trailer offenbart einen recht gewöhnungsbedürftigen Look und einen Hugh Jackman, der in seiner Rolle des Piraten Blackbeard vollends dem Overacting zu verfallen scheint. Mein Interesse ist hier nicht wirklich geweckt.

SEPTEMBER

Der Sommer ist überstanden und es ist gibt wieder Platz für anspruchsvollere Filme. So bekommen wir im September mit Everest ein Bergsteiger-Drama serviert, welches sich der tragischen Mount-Everest-Expedition von 1996 widmet. Ich weiß zwar nicht, was genau bei dieser Expedition so tragisch war, aber ich weiß, dass Jake Gyllenhaal dabei ist. Und der ist zunächst mal Grund genug für einen Kinobesuch.

OKTOBER

Spectre ist der Titel des 24. Abenteuers von Kult-Agent James Bond, der abermals von Daniel Craig gespielt wird. Wie bereits bei „Skyfall“ führt Sam Mendes Regie und erneut stehen Craig die Kollegen Ralph Fiennes und Naomi Harris zur Seite. Neu dabei ist Christoph Waltz, der sehr wahrscheinlich den Bösewicht geben wird.

NOVEMBER

2015 findet die Panem-Reihe mit Die Tribute von Panem 4 – Mockingjay Teil 2 (was für ein grauenhaft langer Titel) ihr vorläufiges Ende. Ich werde wohl nicht der größte Fan dieser Filme werden, aber ich muss einräumen, dass sie die Speerspitze des sogenannten Young-Adult-Genres darstellen und schon recht unterhaltsam sind. Außerdem ist es immer wieder eine Freude, Jennifer Lawrence bei der Arbeit zuzusehen und neugierig auf das Finale bin ich schon auch.

Das Jahr darf nicht ohne einen Film von Ridley Scott enden! Zwar sind einige wohl der Ansicht, Herr Scott sollte langsam in den Ruhestand gehen, doch der Regisseur denkt gar nicht daran und liefert mit The Martian mal wieder einen Science-Fiction-Film ab. Hierbei geht es um den Überlebenskampf einer Astronauten-Crew auf dem Mars, vor der Kamera werden unter anderem Matt Damon und Jessica Chastain zu sehen sein. Beide haben ja bereits ihre Weltraum-Erfahrungen gesammelt.

DEZEMBER

Da Peter Jackson mit seiner „Hobbit“-Trilogie am Ende ist, bleibt uns 2015 ein weiterer Ausflug ins CGI-Mittelerde erspart. Dafür dürften wir die Reise in eine weit, weit entfernte Galaxie antreten: J.J. Abrams setzt mit Star Wars: Das Erwachen der Macht dort an, wo in den 80er Jahren „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ endete. Klar, nach den unsäglichen Prequels von George Lucas ist Skepsis verständlich. Aber ich muss sagen, dass die Vorzeichen bisher nicht schlecht sind. Abrams hat es geschafft, die alten Stars Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford zu mobilisieren. Er vermittelt den Eindruck, wieder mehr auf Masken, Miniaturen und echte Kulissen zu setzen, anstatt auf gefühlskaltes CGI. Und letztlich sind viele junge und unbekannte Namen im Cast, die ja vielleicht ihren Teil zu neuen Kultfiguren beitragen können. Der Trailer, der kürzlich veröffentlicht wurde, bietet zwar ein paar kritische Elemente (Stichwort: Lichtschwert), doch meine Vorfreude ist ungebrochen und ich vertraue weiterhin auf Abrams.

Für 2015 sind einige Filme geplant, die noch keinen festen Starttermin haben. Dennoch möchte ich auch diese nicht vorenthalten, da sich darunter ein paar echte Perlen verbergen könnten.

Im Zukunfts-Film Autómata steht die Menschheit kurz vor einer ökologischen Katastrophe. Antonio Banderas spielt einen Versicherungsagenten, der der hochentwickelte Roboter auf Fehlfunktionen prüft und dabei eine alles entscheidende Entdeckung macht. Jake Gyllenhaal und Naomi Watts treffen im romantischen Drama Demolition aufeinander. In Frank spielt Michael Fassbender den Frontman einer Band, der nicht nur während Live-Auftritten, sondern auch im Privaten einen übergroßen Pappmaschee-Schädel trägt. Terrence Malick erzählt in Knight Of Cups die Geschichte eines Mannes, gespielt von Christian Bale, der sich in Hollywood einem dekadenten Lebensstil hingibt, aber eigentlich nach wahrem Glück und Sinn sucht. In Last Days In The Desert spielt Ewan McGregor Jesus, der in der Wüste vom Teufel in Versuchung geführt wird. Michael Fassbender und Marion Cotillard spielen zusammen in der Shakespeare-Verfilmung Macbeth. In Sea Of Trees möchte sich Matthew McConaughey in einem japanischen Suizid-Wald – der übrigens real existiert – das Leben nehmen, doch dann trifft er auf Ken Watanabe, der eigentlich den gleichen Plan hatte. Sicario ist der neue Film des Prisoners-Regisseurs Denis Villeneuve. Es geht um den Kampf einer Polizistin gegen einen mexikanischen Drogenboss, in den Hauptrollen werden Emily Blunt, Benicio del Toro und Josh Brolin zu sehen sein. Auch Martin Scorsese hat ein neues Filmprojekt am Start: In Silence spielen Liam Neeson und Andrew Garfield christliche Missionare, die im Japan des 17. Jahrhunderts schweren Verfolgungen ausgesetzt sind. Jake Gyllenhaal hat für Southpaw einiges an Muskeln zugelegt und wird im Boxer-Drama sicher erneut brillieren. In True Story spielt Jonah Hill einen Journalisten, der in Probleme gerät, als sich ein Mörder – dargestellt von James Franco – für ihn ausgibt. Shailene Woodley ist in White Bird In A Blizzard eine junge Frau, deren Mutter – gespielt von Eva Green – eines Tages spurlos verschwindet. Und last but not least beehrt uns eventuell Quentin Tarantino, wenn er mit The Hateful Eight einen weiteren Western auf das Kinopublikum los lässt.

Und hier nochmal sämtliche Filme in der Übersicht – bei manchen ist sogar der Trailer gleich verlinkt:

JANUAR
Herz aus Stahl
Foxcatcher
The Imitation Game
Der große Trip – Wild

FEBRUAR
Birdman
Inherent Vice
Jupiter Ascending
The Interview
Whiplash

MÄRZ
Im Herzen der See
Gunman
Chappie

APRIL
Marvel’s The Avengers 2: Age Of Ultron
Big Eyes
Ex Machina
Jane Got A Gun

MAI
Mad Max: Fury Road

JUNI
Jurassic World
Fantastic Four
Ted 2

JULI
Pan

SEPTEMBER
Everest

OKTOBER
James Bond: Spectre

NOVEMBER
Die Tribute von Panem 4 – Mockingjay Teil 2
The Martian

DEZEMBER
Star Wars: The Force Awakens

OHNE TERMIN

Autómata
Demolition
Frank
Knight Of Cups
Last Days In The Desert
Macbeth
Sea Of Trees
Sicario
Silence
Southpaw
True Story
White Bird In A Blizzard
The Hateful Eight

Die große Jahresvorschau: Was läuft 2014 im Kino?

Das Jahr 2013 geht dem Ende zu und schon bald werden uns unzählige Jahresrückblicke unterschiedlichster Themen um die Ohren geschlagen werden. Auch von Seiten der Popcornguys werdet ihr in dieser Hinsicht nicht verschont. Aber zunächst soll es um etwas anderes gehen: Die große Vorschau zum Kinojahr 2014.

Das Jahr beginnt qualitativ auf hohem Niveau. In „12 Years A Slave“, dem neuen Drama von Steve McQueen („Shame“), spielt Chiwetel Ejiofor einen schwarzen Geigenspieler, der Mitte des 19. Jahrhunderts von seiner Familie entführt und als Sklave auf eine Plantage in die Südstaaten verkauft wird. Der packende Trailer zeigt einen imposanten Cast, der von Brad Pitt über Benedict Cumberbatch bis hin zu Michael Fassbender reicht. Letzterer scheint als diabolischer Plantagenbesitzer mal wieder eine Glanzleistung abzuliefern. Ebenfalls im Januar soll das Drama „All Is Lost“ anlaufen, in welchem Robert Redfort auf offener See ums nackte Überleben kämpft. „Le Passé – Das Vergangene“ erzählt die aufwühlende Geschichte eines Paares, das sich trennen möchte, worunter insbesondere die Kinder zu leiden haben. Alleine wegen der bezaubernden Bérénice Bejo („The Artist“) sollte nach diesem Film Ausschau gehalten werden. Mehr Action dürfte es in „47 Ronin“ geben. In dem fantasievollen und optisch ansprechenden Trailer sehen wir Keanu Reaves, der es als Samurai mit allerlei Gegnern aufnehmen muss. Bodenständiger wird es dagegen in „Diana“, worin Naomi Watts die verstorbene britische Prinzessin mimt. Der Trailer allerdings wirkt an manchen Stellen schon ziemlich kitschig.

Im Februar erwartet uns eine weitere Biografie: In „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ spielt Idris Elba einen jungen Nelson Mandela, der sich für die Demokratie in seiner südafrikanischen Heimat einsetzt. Lustiger wird es dagegen in „Stromberg – Der Film“, worin Christoph Maria Herbst in seiner Paraderolle den Sprung auf die große Leinwand wagt. Mit „Beauty and the Beast“ wird die klassische Geschichte vom verwunschenen Biest und der schönen Belle neu erzählt – und zwar in der bislang teuersten französischen Filmproduktion überhaupt. Etwas preiswerter, aber dafür mit nahezu garantierter Emotionalität, erzählen die Coen-Brüder in „Inside Llewyn Davis“ die Geschichte eines umherziehenden Country-Sängers im Amerika der 60er Jahre. Ebenfalls in der Vergangenheit angesiedelt ist „American Bullshit“. In dem interessant wirkenden Mafia-Krimi geben sich unter anderem Christian Bale, Bradley Cooper und Jennifer Lawrence die Klinke in die Hand – mit stellenweise höchst gewöhnungsbedürftigen Frisuren. Lars von Trier schockt unterdessen mit dem ersten Teil von „Nymphomaniac“ und wird garantiert die Gemüter spalten, wenn er Stars wie Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe oder Shia LaBeouf in expliziten Sexszenen aufeinander los lässt. Dagegen wirkt „Pompeji“, in welchem es um den tragischen Untergang der namensgebenden römischen Stadt geht, nach gewohnter Hollyood-Kost. Insbesondere für weibliche Fans dürfte das Mitwirken von Kit Harrington („Game of Thrones“) erwähenswert sein. Ermüdend ist dagegen die Tatsache, dass antiker Stoff mal wieder in Sepiafarben und überzogenen Kontrasten dargestellt werden muss.

Apropos antike Sepiafarben: Im Frühling bricht mit „300: Rise of an Empire“ endgültig die Blockbuster-Welle los. In der Fortsetzung zur Comicverfilmung von 2006 wird der Angriff der Perser auf Athen thematisiert, welcher unter anderem in der großen Seeschlacht von Salamis gipfelt. In luftige Höhen schwingt sich Andrew Garfield in „The Amazing Spider-Man 2“. Spidey bekommt es hier mit Jaimie Foxx als Electro zu tun, doch der Gerüchteküche lässt sich das Erscheinen vieler weiterer Gegner entnehmen, was in diesem Ausmaß schon recht bedenklich wirkt. Im April erscheint außerdem das Bibel-Epos „Noah“ mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Regie führt Darren Aronofsky, was auf einen künstlerisch interessanten Kurs hoffen lässt. Zumindest stießen erste Testscreenings auf keine breite Zustimmung, was nun natürlich die Geldgeber bei einer derart hohen Investition nervös macht. Für mich bleibt die Hoffnung, dass der finale Schnitt so wenig wie möglich von Aronofskys ursprünglicher Intention zerstört. Ebenfalls teuer dürfte die Neuinterpretation von „Godzilla“ gewesen sein, bei welcher das namensgebende Monster sicherlich vieles zerstören darf. Interessant ist auch, dass Bryan Cranston („Breaking Bad“) hierbei mitwirkt. Weniger mainstreamig erscheint da der Thriller „Out Of The Furnace“, bei welchem sich Christian Bale in kriminelle Gefilde begibt.

Im Juli steht mit „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ eine weitere Comicverfilmung an. Der deutsche Titel ist zwar dämlich gewählt, aber der Trailer scheint durch das Zusammenführen der verschiedenen Mutanten-Generationen doch ansprechend. Mit „Jupiter Ascending“ bringen die Macher der Matrix-Reihe ein Science-Fiction-Film in die Kinos, bei welchem Mila Kunis und Channing Tatum Hauptrollen übernehmen. Im August haben wir das Vergnügen, uns „Sin City 2: A Dame To Kill For“ anzusehen. Basierend auf den großartigen Comics von Frank Miller verspricht der nächste und längst überfällige Ausflug in die Stadt der Sünde eine Menge Coolness und Brutalität, aber vor allem optischen Hochgenuss. Ebenfalls im Sommer bekommen wir eine völlig neue Superhelden-Truppe serviert: „Guardians of the Galaxy“ stammt zwar auch aus dem Hause Marvel, jedoch könnten bewaffnete Waschbären, grünhäutige Kampfamazonen und sprechende Bäume für eine völlig neue Filmerfahrung sorgen. Zumindest liegen in diesem Film meine größten Hoffnungen, was Superhelden-Verfilmungen angeht.

Im Oktober verwöhnt uns der große David Fincher mit „Gone Girl“, der Verfilmung eines Bestsellers mit dem zukünftigen Batman-Schauspieler Ben Affleck in der Hauptrolle. Ebenfalls am Start ist Christopher Nolan mit seinem Science-Fiction-Streifen „Interstellar“, wobei er unter anderem Matthew McConaughey und Anne Hathaway auf Zeitreisen schickt. Nach den eher enttäuschenden Comicverfilmungen „The Dark Knight Rises“ und „Man of Steel“ muss sich Nolan – zumindest nach meiner Auffassung – erneut als Filmemacher beweisen. Im November folgen wir Jennifer Lawrence erneut nach Panem, wobei die letzte Romanvorlage „Die Tribute von Panem – Flammender Zorn“ in zwei Teilen verfilmt wird. Um Weihnachten herum wird es nochmals biblisch, wenn Ridley Scott die allseits bekannte Mose-Geschichte in „Exodus“ verfilmt. Neben Christian Bale in der Hauptrolle darf sich auch Aaron Paul („Breaking Bad“) mit ägyptischen Sklaventreibern herum schlagen. Und letztendlich kehren wir vermutlich zum letzten Mal nach Mittelerde zurück, wenn Peter Jackson mit „Der Hobbit: Hin und zurück“ die Geschichte von Bilbo Beutlin, den Zwergen und dem Drachen Smaug zu Ende erzählt.

Es gibt 2014 noch einige Filme, die bisher keinen Starttermin haben. Freuen darf man sich aber trotzdem auf die Komödie „Birdman“, in der Michael Keaton einen gealterten Schauspieler mimt, den eine längst vergangene Superhelden-Rolle nicht mehr los lässt. Der Western „Jane Got A Gun“ litt in letzter Zeit unter regem Regie- und Schauspielerwechsel, aber allem Anschein nach wird der Streifen mit Natalie Portman in der Hauptrolle doch noch das Licht der Welt erblicken. Und schließlich spielt die großartige Marion Cotillard in „The Immigrant“ eine polnische Auswanderin, die in Amerika zur Prostitution gezwungen wird.

Natürlich werden im nächsten Jahr viele Filme erscheinen, die man noch gar nicht wirklich auf dem Radar haben kann, aber wir hoffen, dass wir hiermit schon mal einige wichtige Orientierungspunkte für den geneigten Kinoliebhaber liefern. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass es hinsichtlich des deutschen Starttermins noch die ein oder andere Verschiebung geben könnte. Die angesprochenen Filme werden im Folgenden nochmals kurz aufgelistet – in einigen Fällen sogar schon mit entsprechendem Trailer im Link. Viel Spaß damit!

Januar:
12 Years A Slave
Le Passé – Das Vergangene
Diana
47 Ronin
All Is Lost

Februar:
Stromberg – Der Film
Mandela: Der lange Weg zur Freiheit
Beauty And The Beast
Inside Llewyn Davis
Nymphomaniac 1

März:
American Bullshit
300: Rise Of An Empire

April:
Out Of The Furnace
The Amazing Spider-Man 2
Noah

Mai:
Godzilla

Juli:
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
Jupiter Ascending

August:
Sin City 2: A Dame To Kill For
Guardians of the Galaxy

Oktober:
Gone Girl

November:
Interstellar
Die Tribute von Panem 3 – Flammender Zorn (Teil 1)

Dezember
Exodus
Der Hobbit: Hin und zurück

Ohne Starttermin:
Birdman
Jane Got A Gun
The Immigrant