Wonder Woman

Titel: Wonder Woman
Originaltitel: Wonder Woman
Regie: Patty Jenkins
Musik: Rupert Gregson-Williams
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen

Während einer Auseinandersetzung mit dem klingonischem Imperium muss Captain James T. Kirk (Chris Pine) in einer Rettungskapsel die Enterprise verlassen. Der junge Sternenflotten-Kapitän gerät in ein Wurmloch und landet auf der Erde zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Trotz seiner amerikanischen Wurzeln kann sich Kirk als Brite tarnen und sogar als Spion die deutsche Wehrmacht infiltrieren. Der Zeitreisende beobachtet mit wachsender Sorge die Aktivitäten eines deutschen Generals namens Erich Ludendorff (Danny Huston), der zusammen mit der Chemikerin Isabel Maru (Elena Anaya) ein neues, unglaublich tödliches Giftgas entwickelt. Kirks Tarnung fliegt letztendlich auf und er muss fliehen. In der Nähe einer Mittelmeer-Insel stürzt sein Flugzeug ab und der Sternenflotten-Kapitän wird von einer jungen Amazone namens Diana (Gal Gadot) gerettet. Kirk betritt eine ihm fremde, aber optisch recht ansprechende Welt: Starke, von Göttervater Zeus abstammende Frauen üben sich in der Kriegskunst und warten auf die Rückkehr von Kriegsgott Ares, ihrem alten Feind. Kirk erzählt den Amazonen vom Krieg, woraufhin Diana eine Entscheidung fällt. Sie verlässt ihre Insel und begleitet den Mann nach London, da sie in all den Geschehnissen das böse Wirken von Ares sieht. Der Sternenflotten-Kapitän kann seine attraktive Retterin nicht an diesem Plan hindern, und doch muss er sich allmählich fragen, ob nicht sein eigenes Verhalten in der Vergangenheit eine massive Verletzung der Obersten Direktive darstellt.

Das Drama mit DC

DC hat es nicht leicht mit seinem Filmuniversum. Angefangen hat es ja vor einigen Jahren mit „Man Of Steel“, der neuen und realistischen Interpretation von Superman. Leider beschäftigte sich der Film hauptsächlich damit, Henry Cavill – ausgestattet mit maximal zwei Gesichtsausdrücken – durch eine relativ lieblose Handlung zu manövrieren, um sich dann am Ende in brachialer Action selbst zu ertränken. Zack Snyders realistischer Ansatz ging nicht ganz auf. Ein wenig später folgte mit „Batman v Superman“ das Aufeinandertreffen von Batman und Superman, Dcs größter Helden. Dank Ben Affleck war dieser Film ein wenig besser als „Man Of Steel“, allerdings war er am Ende zu überladen und litt immer noch unter der ungünstigen Charakterauslegung des Stählernen. „Batman v Superman“ lässt sich vielleicht mit einem an und für sich vielversprechenden Typen vergleichen, der sich beim Wohnungsumzug einfach um zwei oder drei Kartons verschätzt und deswegen die Treppen runterfällt – allerdings in Slow Motion und mit einem Badass-Spruch auf den Lippen. Der letzte Film aus dem DC-Filmuniversum war dann „Suicide Squad“, bei welchem es phasenweise schwer war, überhaupt eine anständige Filmstruktur zu erkennen.

Wonder Woman – Das Vorfeld

„Wonder Woman“ soll es also nun richten. Mein Problem: Eigentlich mag ich Wonder Woman nicht besonders. Das fängt beim Kostüm an, geht bei der seltsamen Verwurstelung griechischer Mythologie weiter und hört bei Dingen wie dem „Lasso der Wahrheit“ oder dem „Unsichtbaren Flugzeug“ auf. Gal Gadots erster Auftritt als Wonder Woman in „Batman v Superman“ hat mich nun auch nicht gerade heiß auf ihr Solo-Abenteuer gemacht. Sie war zwar nicht nervig, wie befürchtet, dafür aber überflüssig. Trotzdem wollte ich dem Charakter in einem anderen Medium noch eine Chance geben und habe es mit dem einsteigerfreundlichen Comic aus der „Earth One“-Reihe probiert. Mit Superman hat das damals funktioniert – mit Wonder Woman leider nicht.

Als schließlich die ersten seriösen Kritiken zu „Wonder Woman“ eintrudelten, war meinerseits die Überraschung recht groß. Der Film kam sehr gut an, wurde stellenweise sogar in den Himmel gelobt und kam als eine Art Messias für das – zumindest aus Kritiker-Sicht – gebeutelte DC-Filmuniversum rüber. An der Stelle konnte man sich viele Fragen stellen, denn die Fronten zwischen Filmkritikern und den „echten“ DC-Fans waren in der Internet-Diskussion ja recht verhärtet. Was war nun los? Wer hat Recht? Aus Fan-Perspektive haben die Kritiker doch sämtliche DC-Filme in der Luft zerrissen. Sollte „Wonder Woman“ dem „echten“ DC-Fan dann nicht logischerweise gar nicht gefallen? Und hängen die guten Kritiken denn wirklich mit der Qualität des Films zusammen? Oder gibt es – da es eine Comicverfilmung von einer Frau mit einer Frau und mit einem potentiellen weiblichen Publikum ist – eine Art Kritiker-Bonus? Ich muss zugeben, ganz uninteressant sind diese Fragen nicht, beziehungsweise können sie dem persönlichen Amusement dienlich sein.Trotzdem wollte ich mich vor dem Kinobesuch ganz bewusst von dieser politischen Aufladung distanzieren und den Film als solchen wahrnehmen. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.

Wonder Woman – Die grobe Struktur

Was genau haben wir denn nun mit „Wonder Woman“? Auf den ersten Blick ist der Film eine recht klassische Origin-Geschichte und insofern gefällig strukturiert. Am Anfang lernt man Diana und die Welt der Amazonen kennen. Im weiteren Verlauf des Films wird die Hauptfigur mit der realen Härte des Ersten Weltkriegs konfroniert. Charaktere verändern ihre Beziehungen zueinander, Nebencharaktere werden vorgestellt, es gibt ein paar Entwicklungen, den ein oder anderen gelungenen Witz und sogar ein paar wirklich emotionale Momente. Am Schluss steht der obligatorische CGI-Showdown, wobei dieser nicht ganz so schlimm ist, wie man es von anderen Genre-Vertretern kennt. Die Effekte sind mal mehr, mal weniger gut, der Soundtrack ist relativ klassisch und unterstützt die Bilder passend, fällt aber ansonsten nicht weiter auf – wenn man mal von diesem rockigen Riff absieht, welches bereits aus „Batman v Superman“ bekannt ist. Die Action ist befriedigend inszeniert, wobei es für meinen Geschmack die Slow Motion nicht gebraucht hätte. So viel also zur Struktur, die oberflächlich betrachtet Hand und Fuß hat.

Charaktere, Gal Gadot und Ideale

Die Nebenfiguren auf der Seite unserer Helden bleiben für mein Empfinden relativ blass und ziehen den Film in der Mitte ein wenig in die Länge. Zumindest war ich hier gedanklich ein paar Mal ganz woanders. Einen recht glaubwüdigen Auftritt legt dagegen Chris Pine in der Rolle des Steve Trevor hin. Auffällig ist auch die gute Chemie zwischen ihm und der Hauptdarstellerin, womit ich bei einem der wichtigsten Punkte dieser Kritik angekommen wäre: Gal Gadot. Ganz offensichtlich ist sie eine bildhübsche und unheimlich attraktive Frau. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, aber in diesem Fall verweigere ich eine Diskussion. Allerdings macht eine gute Optik allein ja noch keine gute Schauspielerin. Und hier muss man meiner Meinung nach differenziert herangehen. Auch durch „Wonder Woman“ kann ich in Gal Gadot noch keine Darstellerin erkennen, die eines Tages für eine innerlich zerrissene oder wahnsinnig anspruchsvolle Rolle verdient mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Doch das stört an dieser Stelle so gut wie gar nicht. Wonder Womans Charakter begegnet der Welt außerhalb der Amazonen-Insel überrascht, geschockt, stoisch und gewissermaßen naiv. Insofern kommt die vermeintlich einfach gestrickte Rolle Gal Gadots durchschnittlicher Schauspielkunst gut entgegen. Man nimmt ihr den Charakter ab und hat eine Freude dabei, mit ihr durch die Handlung zu gehen. Und allein dadurch schlägt „Wonder Woman“ die Konkurrenz im Hause DC schon mal deutlich.

Weniger glücklich bin ich mit den meisten Figuren auf der Seite der Gegenspieler. An der Stelle muss ich mich fragen, wann es denn überhaupt den letzten wirklich geilen Bösewicht in einer Superheldenverfilmung gab. War das denn tatsächlich der Joker in „The Dark Knight“? Wie dem auch sei, die menschlichen Antagonisten in „Wonder Woman“ erhalten kaum Hintergrund oder Substanz und sind daher austauschbar. Kriegsgott Ares wird aufgrund seiner optischen Inszenierung auch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Allerdings zeigt der Showdown mit ihm Aspekte des Films auf, die „Wonder Woman“ für mich besser als die meisten Marvel-Abenteuer machen. Zunächst einmal vertritt Ares eine Philosophie, an der sich die Ideale Wonder Womans messen müssen. Er ist also nicht nur eine physische, sondern vor allem eine psychologische Herausforderung. Ares zwingt Wonder Woman dazu, zu dem zu stehen, was sie als Charakter ausmacht, nämlich ihr Glaube an die Liebe und an das Gute in jedem Menschen. Natürlich muss sie im Film die Erfahrung machen, dass das mit Gut und Böse nicht immer so einfach ist. Wonder Woman werden die vielen Graustufen in der Moral des Menschen bewusst gemacht. Und natürlich stößt eine Figur wie sie auf den vermeintlich abgeklärten Realismus, beziehungsweise Zynismus des Publikums. Da ist die Gefahr groß, dass ein idealistischer Charakter wie Wonder Woman schnell als naiv oder gar dumm abgestempelt wird. Vor allem, wenn der Protagonist – im Gegensatz zu Marvel – eben nicht die eigenen Ideale durch augenzwinkernden Sarkasmus oder witzige One-Liner relativiert. Das Ganze hätte also leicht schief gehen können, aber ich würde sagen, dass die Rechnung aufgegangen ist. „Wonder Woman“ geht das Risiko ein, aber steht am Ende mit einer ehrlichen und optimistischen Heldin da, der man ihre Ideale ansieht und abnimmt. Also genau das, was Henry Cavills Superman meiner Meinung nach gebraucht hätte.

Fazit

„Wonder Woman“ ist ein überaus unterhaltsamer und auch wichtiger Blockbuster, wenn es um die Gleichberechtigung im Filmgeschäft geht – nicht in erster Linie, was Frauen vor der Kamera betrifft, sondern eher, was Frauen dahinter angeht. Regisseurin Patty Jenkins hat es geschafft, mit einem hohen Budget einen Blockbuster zu drehen, der die meiste vergleichbare Konkurrenz hinter sich lässt. Sicherlich ist es Quatsch, zu sagen, dass Frauen nun allgemein die besseren Superheldenverfilmungen liefern. Schließlich gab es dieses Jahr ja auch „Logan“. Allerdings würde ich hinter der Aussage stehen, dass uns Jenkins im Gegensatz zu Zack Snyder den besseren Superman geliefert hat – nur eben mit Rock und Brüsten. Es gibt von mir knappe, aber verdiente 8 von 10 Popcornguys.

The LEGO Batman Movie

Titel: The LEGO Batman Movie
Originaltitel: The LEGO Batman Movie
Regie: Chris McKay
Musik: Lorne Balfe
Sprecher: Will Arnett, Michael Cera, Zach Galifianakis

Batman ist der geilste Typ überhaupt – das denken nicht nur viele Bürger in Gotham City, sondern auch er selbst. So ist es ihm ein Leichtes, seinen alten Widersacher Joker mal wieder hinter die Gitter des Arkham Asylum zu bringen. Dabei schafft es Batman, die Gefühle des psychopathischen Clowns ernsthaft zu verletzen, indem er dem Joker einen besonderen Platz innerhalb seiner Gegnerschaft abspricht. Doch hinter der ultracoolen Fassade des Dunklen Ritters brodeln schwere emotionale Konflikte. Seine größte Angst ist es, Teil einer neuen Familie zu werden – eine Angst, die ihm lediglich sein treuer Butler Alfred anmerkt. Im sozialen Umfeld des maskierten Helden bahnen sich unterdessen weitreichende Veränderungen an. Barbara Gordon, die Tochter von Comissioner Gordon, übernimmt den Posten ihres Vaters und verdreht dem Mitternachtsdetektiv gehörig den Kopf – bis sie sich für einen anderen Kurs in der Kooperation zwischen dem Dunklen Ritter und der Polizei ausspricht. Hinzu kommt, dass Bruce Wayne von nun an einen Waisenjungen namens Dick Grayson an der Backe hat. Und der sehnt sich unheimlich nach einer Vaterfigur.

Als 2014 „The LEGO Movie“ in die Kinos kam, fühlte ich mich auf einmal ziemlich alt. Der Streifen war unterhaltsam, glich aber in seinem Tempo einem epileptischem Anfall in Filmform. Wegen der ganzen Rasanz konnte dann die angebliche Emotionalität des Endes auch nicht so richtig an mich heran kommen – und das, obwohl ich als Kind sehr viel mit Lego gespielt habe. Von daher habe ich mir von „The LEGO Batman Movie“ nicht allzu viel erwartet. Aber wegen Batman bin ich natürlich dann doch ins Kino gegangen – und wurde äußerst positiv überrascht.

Um gleich zum Fazit zu kommen: „The LEGO Batman Movie“ ist besser und nicht ganz so gehetzt wie sein LEGO-Vorgänger. Und, was natürlich viel wichtiger ist: Er ist meiner Meinung nach der beste Batman-Film seit „The Dark Knight“. Das liegt nun nicht unbedingt daran, dass der Streifen lustig ist. Natürlich muss das Gagfeuerwerk erwähnt werden, bei welchem nahezu jeder Witz zumindest funktioniert und ich manchmal sogar richtig lachen musste. Am lustigsten ist der Film übrigens dann, wenn er aus der umfangreichen Batman-Geschichte rezitiert. Aber das, was mich an „The LEGO Batman Movie“ wirklich mitgerissen hat, war der sehr genaue und psychologische Blick auf die Charaktere. Allein die Prämisse, dass Batman Angst davor hat, sich aufgrund seines Verlustes auf neue, familiäre Bindungen einzulassen, ist ziemlich genial und auch absolut nachvollziehbar hinsichtlich der Figur. Daneben wird auch die Hassliebe zwischen dem Dunklen Ritter und dem Joker von interessanten Seiten beleuchtet. Auch hier gibt es klare Parallelen zum „echten“ Batman, denn in gewisser Weise ist er ja tatsächlich vom Clownprinzen des Verbrechens besessen und man kann definitiv von einer Beziehung sprechen. „The LEGO Batman Movie“ bleibt am Ende selbstverständlich eine Komödie, die sich primär an Kinder und augenzwinkernd-ironisch an Erwachsene richtet. Doch ich habe mich hier als Batman-Fan sehr wohl gefühlt und weiß es zu schätzen, dass die Macher die Figuren des DC-Universums ernst nehmen.

Ein paar kleinere Kritikpunkte und Hänger gibt es trotzdem. Doch das, was mich am meisten gestört hat, kann man dem eigentlichen Film wohl nicht mal wirklich ankreiden. In der deutschen Fassung wurde der Joker von keinem Profi, sondern von einem Youtube-Star namens Gronkh synchronisiert. Ich kenne den Mann nicht und möchte ihm nichts Böses. Aber gerade inmitten der perfekt passenden und aus anderen Batman-Filmen bekannten Stimmen fiel er schon sehr negativ auf. In seiner Stimme lag nichts psychopathisch-narzisstisches, was den Joker eigentlich ausmachen sollte, was den Gesamteindruck dann doch geschmälert hat. Insofern wäre eine Sichtung im Original wohl empfehlenswert.

Nichtsdestotrotz möchte ich „The LEGO Batman Movie“ allen Batman-Fans ans Herz legen und verteile starke 8 von 10 Popcornguys.

Suicide Squad

Titel: Suicide Squad
Originaltitel: Suicide Squad
Regie: David Ayer
Musik: Steven Price
Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Joel Kinnaman

Nach dem Aufeinandertreffen von Batman und Superman stellen sich die Regierenden eine Frage: Was, wenn der nächste Besucher aus dem All weniger freundlich gesonnen ist? Für diesen Fall stellt Amanda Waller (Viola Davis) eine Truppe aus Kriminellen zusammen, die sogenannte Suicide Squad. Das Team, zu welchem unter anderem Auftragskiller Deadshot (Will Smith) und Joker-Gespielin Harley Quinn (Margot Robbie) zählen, wird von Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) angeführt, doch die Kooperation stellt sich als schwierig heraus. Bald bekommt es die Squad tatsächlich mit einer übernatürlichen Bedrohung zu tun und wird mitten in das Krisengebiet hinein geschickt.

Nach „Man Of Steel“ und „Batman v Superman“ ist „Suicide Squad“ nun der dritte Film aus DCs Cinematic Universe. Die bisherigen Reaktionen auf jenes Film-Universum sind von schlechten Kritiken und einer gespaltenen Fangemeinde geprägt. Die Befürworter sollte ich an dieser Stelle wohl warnen: Obwohl ich im folgenden Text auch ein paar positive Punkte hervorheben möchte, ist es doch überwiegend Negatives, was mir aufgefallen ist.

Zunächst zur Story, die nicht nur reichlich dünn, sondern bei genauerer Betrachtung auch reichlich dumm ist. Ich möchte betonen, dass es mich keineswegs stört, wenn ein Film, der in erster Linie unterhalten möchte, einen geradlinigen und wenig komplexen Plot hat. Problematisch ist auch nicht das ausbleibende Eingreifen von Batman und den anderen Helden, die bei einer Bedrohung dieser Größenordnung eigentlich auf der Matte stehen müssten. Solche kleineren Logikfehler – wenn man sie denn so nennen möchte – sind in einem Film-Universum aus Comichelden zu verschmerzen. Wirklich störend ist dagegen, dass die komplette Mission der Suicide Squad von Anfang an keinen Sinn macht. Die Truppe wird ins Leben gerufen, um sich notfalls einer übernatürlichen Bedrohung aus dem All zu stellen. Gut, innerhalb der Squad kann einer gut schießen, ein anderer ist ein guter Schwimmer und eine andere kann gut mit dem Baseballschläger zuhauen. Aber das soll reichen, um einen Gegner à la General Zod in Schach zu halten? Wer sich an die Zerstörungsorgie aus „Man Of Steel“ erinnert, wird schnell merken, wie schwach dieser Plan eigentlich ist.

Möglicherweise gelingt es dem Zuschauer ja, den angesprochenen Denkfehler auszublenden. Da der Film anfangs auch sehr flott ist, sind Ablenkungsmöglichkeiten gegeben. Beinahe sämtliche Charaktere werden in den ersten Minuten mit Hilfe von Flashbacks und mehr oder weniger passenden Pop- und Rocksongs vorgestellt. Ich muss zugeben, dass ich mich hier stellenweise unterhalten gefühlt habe. Doch das Einspielen der Songs will einfach nicht aufhören und einem vernünftigen Storytelling Platz machen. Stattdessen fühlt sich der Anfang von „Suicide Squad“ irgendwann nach einem gigantischem Trailer oder einem Musikvideo an. Dass sich Warner hierbei an „Guardians Of The Galaxy“ oder „Deadpool“ orientieren wollte, liegt meiner Meinung nach auf der Hand. Die Charaktere werden vorgestellt, manche machen sogar einen interessanten Eindruck, aber der Zuschauer hat keinerlei Möglichkeit, zu einem der potentiellen Protagonisten eine emotionale Bindung aufzubauen und mitzugehen. Stattdessen rast „Suicide Squad“ dahin, die ersten einigermaßen brauchbaren Dialoge gibt es in der Mitte des Films, als sich die Truppe in einer Bar betrinkt. Doch spätestens ab hier macht sich ein weiterer Schwachpunkt der Story bemerkbar, nämlich die schwache Antagonistin. Cara Delevigne alias Enchantress kann anfangs noch durch ein schickes Kostümdesign überzeugen, entpuppt sich dann jedoch als schlechte Schauspielerin, deren Figur im Showdown zum obligatorischen CGI-Bashing greift: Hirnlose Drohnen aus dem Computer stellen sich unseren Helden, ein gigantischer blauer Laser wird in den Himmel geschossen und eine Art Maschine, deren genaue Funktion für mich überhaupt nicht greifbar ist, stellt die große Bedrohung dar. Ich kann mir nicht helfen, aber Schlachten wie diese üben auf mich absolut keinen Reiz mehr aus. Und so bricht die Handlung von „Suicide Squad“ Stück für Stück zusammen und ich verliere das Interesse.

Ein wenig besser sieht es bei den Charakteren aus, wobei diese innerhalb einer miserablen Handlung natürlich auch verloren gehen. Die Figuren sind zahlreich, was alleine ja kein Problem wäre. Problematisch ist es allerdings, wenn man zu viele Charaktere mit einer halbherzig inszenierten Hintergrundgeschichte ausstatten möchte. Man weiß von jedem ein bisschen was, aber von niemandem wirklich viel, was – wie bereits gesagt – eine emotionale Verknüpfung mit einem Protagonisten schwer macht. Killer Croc und Captain Boomerang funktionieren als nette Nebenfiguren, weil wir hier mit einer rührseligen Geschichte verschont bleiben. Eine solche hätte man sich meiner Meinung nach bei Diablo auch sparen können, denn der Fokus sollte auf anderen Figuren liegen. Katana war überflüssig, Joel Kinnaman als Rick Flag hat seine Sache ordentlich gemacht. Harley Quinn wurde mit Margot Robbie in mehrerer Hinsicht wundervoll besetzt, doch wirklich viel zu tun hat sie in diesem Film nicht. Die positivste Überraschung ist allerdings Will Smith, dessen Beteiligung ich anfangs recht skeptisch gegenüber stand. Doch er holt als Deadshot das Beste aus dem miesen Drehbuch heraus und ist dank der Beziehung zu seiner Tochter noch am ehesten das, was man mit viel Wohlwollen als emotionalen Anker bezeichnen könnte.

Eine Figur darf man natürlich nicht vergessen: Jared Letos Joker. Als das erste Bild von ihm veröffentlicht wurde, hielt ich es für einen schlechten Scherz. Nackter Oberkörper, Tattoos und ein goldener Grill im Gebiss – das soll der Clownprinz des Verbrechens sein? Meine Haltung war ablehnend, das gebe ich gerne zu. Doch ich wollte mich darauf einlassen. Nun kann ich sagen, dass Letos Joker – eine Mischung aus Gangster, Clubbesitzer und Zuhälter – zwar immer noch gewöhnungsbedürftig ist, er aber doch mein Interesse geweckt hat. Ein Vergleich mit Nicholson oder Ledger ist meiner Meinung nach zum jetzigen Zeitpunkt unfair, denn diese beiden Schauspieler hatten in ihren Rollen die Gelegenheit, einen ganzen Film zu tragen. Leto kommt in „Suicide Squad“ dagegen kaum vor, weswegen man das Marketing als clever, aber irreführend bezeichnen kann. Jedenfalls würde ich es gut finden, wenn Leto nochmals in die Rolle schlüpfen darf und in einem anderen Film die im Grunde höchst interessante Beziehung zu Harley Quinn ausgiebig beleuchtet wird.

Handwerklich gibt es im Film kaum Auffälliges. Die Kameraführung ist größtenteils uninspiriert, der Schnitt meistens zu schnell, der Soundtrack zwischen den ganzen Songs nicht der Rede wert. Die Kostümierung der meisten Charaktere erinnert mich persönlich an Gäste einer Bad-Taste-Party, die im Anschluss ans Saufgelage dem örtlichen Tattooshop einen Besuch abgestattet haben – aber das ist eine Geschmacksfrage. Apropos Geschmack: Gelacht habe ich selten und auch bei den anderen im Kinosaal zündete lange nicht jeder Gag, allerdings ist Humor ein Thema für sich.

Fazit: Irgendwo im Kern von „Suicide Squad“ schlummert eine interessante Geschichte, doch der Film gibt sich wirklich Mühe, das gut zu verstecken. Die Story ist mehr als fragwürdig, die Gegenspielerin schwach, die Schauspieler stellenweise bemüht und charismatisch, aber letztendlich doch machtlos. Überdeutlich schwingt zwischen den Zeilen die Verzweiflung des Studios mit und ich als Zuschauer fühle mich langsam aber sicher frustriert. Es ist schwierig, sich auf die Zukunft des DC-Filmuniversums zu freuen oder darüber zu spekulieren, wie es wohl weitergeht. Was „Suicide Squad“ angeht, kann ich – aufgrund meines Wohlwollens und ein paar positiver Aspekte – 5 von 10 Popcornguys springen lassen.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Titel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Originaltitel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Regie: Zack Snyder
Musik: Hans Zimmer, Junkie XL
Darsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Jesse Eisenberg

Einige Zeit ist seit den Ereignissen von „Man of Steel“ vergangen. Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck) hat den Kampf zwischen Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon) in Metropolis miterlebt. Für ihn ist klar, dass dieses Wesen aus dem All eine potentielle Gefahr für die gesamte Weltbevölkerung darstellt. Zusammen mit seinem Butler Alfred (Jeremy Irons) sucht er nach Möglichkeiten, dem übermächtigen Kryptonier etwas entgegen zu setzen. Gleichzeitig wird Clark Kent alias Superman auf Batmans harsche Verbrechensbekämpfung in Gotham aufmerksam. Er hält die Methoden des Dunklen Ritters für unmoralisch und möchte den Kreuzzug der Fledermaus beenden. Gleichzeitig schmiedet der Unternehmer Lex Luthor (Jesse Eisenberg) im Hintergrund seine Pläne, um Batman und Superman gegeneinander auszuspielen.

Was war das für ein Auf und Ab im Vorfeld des Films! Nachdem „Man of Steel“ nicht sonderlich gut abschnitt, ging Warner den sicheren Weg und kündigte das filmische Aufeinandertreffen zwischen Batman und Superman an. Kreative Gedanken mögen dabei eine Rolle gespielt haben, doch auf mich wirkte es in erster Linie wie eine ökonomische Verzweiflungstat. Schließlich ist heutzutage ein Blockbuster, der keine Milliarde einspielen kann, kein wirklicher Blockbuster. Als nächstes wurde Ben Affleck in der Rolle Batmans verkündet, was einen ziemlich großen Aufschrei provozierte. Ich sah das Casting eher entspannt. Affleck hatte sich zu diesem Zeitpunkt als Schauspieler und vor allem als Filmemacher gut etabliert. Problematischer erschien mir die Beteiligung von Regisseur Zack Snyder und Autor David S. Goyer. Letzterer wurde beim Drehbuch glücklicherweise von Chris Terrio unterstützt, wofür man vermutlich Affleck danken kann. Nach einer Weile trudelten bewegte Bilder ein. Während mich der erste Trailer noch positiv stimmte, wirkte der zweite Trailer wie eine Zusammenfassung der kompletten Geschichte – dies sollte sich als wahr heraus stellen. Ich schraubte also meine Erwartungen stark herunter und löste so mein Ticket für den angeblich größten Gladiatorenkampf der Weltgeschichte.

Grundsätzlich gefiel mir der Ton des Films. Recht düster, geerdet und ohne die Marvel-typischen Oneliner. Snyder liefert – trotz einiger inszenatorischen Ermüdungserscheinungen – eine gewohnt erstklassige Optik ab. Affleck erweist sich lustigerweise als das wohl stärkste Element im Film. Er überzeugt nicht nur als Batman, sondern vor allem auch in der Rolle des Bruce Wayne, der hier als ein in die Jahre gekommener, pessimistischer und kompromissloser Verbrechensbekämpfer dargestellt wird. Man merkt ihm an, dass er vieles erlebt hat und im Grunde seinen Glauben an die Menschheit verloren hat. Afflecks Einführungsszene in Metropolis, die direkt an den Endkampf von „Man of Steel“ anknüpft, ist ganz großes Kino. Als Zuschauer findet man sofort einen Zugang zu Bruce Wayne, der aus seiner menschlichen Perspektive Superman erlebt und die Bedrohung, die von dem Kryptonier ausgeht, erkennt. Auch nach der Eröffnung bleibt der erste Akt – bis auf die ein oder andere Länge – gut. Man nimmt sich Zeit für die Charaktere, was sich auch für Superman auszahlt. Henry Cavill ist zwar weiterhin das Gesicht aus Stahl, doch er darf seine Mimik um zwei bis drei Facetten erweitern. Neuzugang Jesse Eisenberg spielt Lex Luthor als cleveres Nervenbündel mit Götterkomplex, welcher mich in seiner Denkweise an die Philosophie Sigmund Freuds erinnerte. Er spielt sehr quirlig und stellt damit den nötigen Kontrast zu den Darstellungen Afflecks und Cavills dar. Obwohl nicht jede Szene mit Luthor bei mir zündete und eine letztendliche Motivationsbegründung ausblieb, empfand ich ihn doch als recht interessanten Gegenspieler.

Die Probleme des Films beginnen größtenteils im zweiten Akt. Normalerweise würde ich aus Spoilergründen Rücksicht nehmen, doch jeder, der den zweiten Trailer gesehen hat, erfährt in dieser Kritik nicht wirklich etwas Neues über die Handlung. Der Konflikt zwischen Batman und Superman wird aufgelöst – und zwar derart simpel, dass ich es einen kurzen Moment lang ziemlich genial empfand. Doch wenn man bedenkt, wie stark diese Auseinandersetzung religiös und philosophisch aufgeladen wurde, ist mir der Grund der Lösung schlichtweg zu banal. Hinzu kommt, dass der eigentliche Kampf zwischen Batman und Superman lediglich ein paar Minuten lang andauert. So viel also zum angeblich größten Gladiatorenkampf der Weltgeschichte. Stattdessen züchtet Luthor – wie man dem zweiten Trailer problemlos entnehmen kann – Doomsday, eine Mischung aus Höhlentroll und Ninja Turtle. Gegen ihn müssen Batman und Superman ihre Kräfte vereinen, was zu einem obligatorischem Endkampf mit vielen Blitzen und Laserstrahlen führt. Dem Kampf schließt sich – mehr oder weniger aus dem Nichts – Wonder Woman an. Gespielt wird die Kampfamazone Gal Gadot, bei der es sich unbestreitbar um eine höchst attraktive Frau handelt. Ich muss auch zugeben, dass ihre Rolle weniger nervig als befürchtet integriert wird. Trotzdem ist Wonder Woman wie so vieles im dritten Akt unnötig. Inmitten von Amazonen, Aliens und Mutationen erscheint übrigens auch Batman plötzlich erschreckend klein und überflüssig – etwas, was mir als Batman-Fan natürlich überhaupt nicht schmeckt. Und dieses Gefühl dürfte sich in einem Film zur Justice League womöglich noch verstärken.

„Batman v Superman“ muss wie fast jeder heutige Blockbuster auch als Werbefilmchen für potentielle Sequels und Spin-Offs funktionieren. So werden auch hier einige andere DC-Helden kurz angeteast, und zwar in einer ziemlich plumpen und nicht handlungsrelevanten Szene. Für mich ergibt sich im Hinblick auf die Zukunft des Filmuniversums das gleiche Problem, wie ich es mit den Avengers von Marvel habe. Diese Superheldenteams bestehen für mich aus zu vielen verschiedenen Individuen mit zu unterschiedlichen Mythologien im Hintergrund. Für mich passen ein superstarkes Alien, ein depressiver Millionär im Kampfanzug, eine Kampfamazone (deren Kräfte ich trotz „Batman v Superman“ immer noch nicht richtig verstehe), ein Unterwasserkönig mit Dreizack, ein Cyborg und ein superschneller Mann im roten Strampler einfach nicht zusammen. Eventuell könnte man zu den einzelnen Figuren interessante Geschichten erzählen, die für sich alleine stehen. Doch dieser Zug ist in Zeiten groß angelegter Filmuniversen erstmal abgefahren.

Fazit: Weniger ist mehr! „Batman v Superman“ ist teilweise besser als „Man of Steel“. Es gibt einige starke Momente, die fast immer mit Batman oder Bruce Wayne zusammenhängen. Doch die Auflösung des Konflikts der titelgebenden Superhelden ist ziemlich mau und der letze Akt geht in einer ermüdenden Zerstörungsorgie mit zu vielen überflüssigen Elementen auf. Von mir gibt es 6 von 10 Popcornguys.