Jahresvorschau 2017

So aufregend und stellenweise unglaublich 2016 in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht auch gewesen sein mag: Echte Highlights im Kino waren vergleichsweise rar. Insofern schauen wir an dieser Stelle lieber in die Zukunft und setzen uns mit dem Kinoprogramm 2017 auseinander.

Früh im Jahr startet „Passengers“. In diesem teilweise romantisch wirkendem Science-Fiction-Film spielen die sehr populären Darsteller Jennifer Lawrence und Chris Pratt zwei Passagiere eines Raumschiffs, welches sich auf einer 120-jährigen Reise zu einer weit von der Erde entfernten Kolonie befindet. Beide Reisende werden viel zu früh aus ihrem Schlaf geweckt und müssen sich die Zeit vertreiben – allerdings nicht nur mit Däumchen drehen. Der Trailer deutet an, dass es in Sachen Action und Spannung ganz schön zur Sache gehen wird. Als lustig könnte man die derb wirkende Komödie „Why him?“ empfinden. Bryan Cranston spielt hier einen Vater, dessen Tochter mit einer recht dubiosen Gestalt – gespielt von James Franco – zusammen ist. Zwischen den beiden Männern kommt es zu einigen Reibereien und peinlichen Situationen. Ab Mitte Januar häuft sich dann allmählich das Oscar-Material. Den Anfang macht bei uns das Filmmusical „La La Land“. Regie führt Damien Chazelle, der mit „Whiplash“ einen der intensivsten Filme der letzten Jahre abgeliefert hat. In seinem neuesten Werk geht es um die Liebesgeschichte zwischen einem Jazzmusiker (Ryan Gosling) und einer Schauspielerin (Emma Stone), die beide ihr Glück in Los Angeles suchen. Der Trailer war bezaubernd und bereits jetzt häufen sich Auszeichnungen und Nominierungen. Der Historienfilm „The Birth Of A Nation“ dreht sich um einen gebildeten Afroamerikaner, der zur Zeit der Sklaverei einen blutigen Aufstand gegen die Weißen anführt. Allein wegen der letztjährigen Whitewashing-Debatte dürfte der Film bei den diesjährigen Oscars eine Rolle spielen – allerdings muss ich auch zugeben, dass der Trailer für sich gesehen einiges hermacht. Chancen dürfte sich eigentlich auch die opulente Kriegssatire „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ ausrechnen. Hierbei geht es um einen jungen amerikanischen Soldaten im zweiten Irakkrieg, der bei seiner Heimkehr als Held gefeiert wird. Regisseur Ang Lee („Life Of Pi“) führt bei diesem Film einige filmische Experimente durch (Stichwort: High frame rate), leider sind die bisherigen Kritiken eher durchwachsen. Ganz hervorragende Kritiken hat dafür „Manchester By The Sea“ erhalten. Es wird die Geschichte eines eigenbrötlerischen Hausmeisters (Casey Affleck) erzählt, dessen verstorbener Bruder ihn zum Vormund seines 15-jährigen Neffen gemacht hat. Für „Hacksaw Ridge“ hat Mel Gibson im Regiestuhl Platz genommen. Andrew Garfield spielt hier einen US-Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg den Dienst an der Waffe verweigerte, aber dennoch viele seine Kameraden während einer Schlacht rettete. Ende Januar meldet sich M. Night Shyamalan mit einem Film namens „Split“ zurück. In diesem Psycho-Thriller spielt James McAvoy einen Entführer mit 23 Persönlichkeiten, der einige junge Frauen gefangen hält. Obwohl der Trailer am Ende fast schon zu viel verrät, hofft man doch, dass Shyamalan mit „Split“ zu seinen alten Qualitäten zurück findet.

Der Februar startet mit „Live By Night“, einem Gangsterfilm von und mit Ben Affleck, welcher im Amerika der 1920er und 30er Jahre spielt. Interessant wird sein, welche Akzente Affleck abseits seiner zukünftigen Comic-Verfilmungen setzt. Skandal-Regisseur Paul Verhoeven präsentiert uns „Elle“, in welchem es um eine eiskalte Unternehmerin geht, deren Leben sich nach der Vergewaltigung durch einen Fremden komplett verändert. Etwas lockerer kommt der Trailer von „The Founder“ daher. Michael Keaton spielt in dieser Biographie den Gründer der weltweit erfolgreichen Fast-Food-Kette McDonald’s. Freunde von Dystopien und Weltuntergängen könnten dagegen bei „The Girl With All The Gifts“ auf ihre Kosten kommen. In der Romanverfilmung ist der Großteil der Menschheit von einem Virus befallen, welches die Betroffenen ihrer menschlichen Eigenschaften beraubt. Gemma Arterton spielt hier eine Lehrerin, die infizierte Kinder an einer speziellen Schule einer Militärbasis unterrichtet. Auch bei „Sieben Minuten nach Mitternacht“ handelt es sich um eine Romanverfilmung. Hierbei geht es um einen 13-jährigen Jungen, der von Albträumen geplagt wird und schließlich in einer Beziehung zu einer Art Baummonster steht. Die Trailer lassen auf einen interessanten und kreativen Fantasyfilm hoffen. Mit „The Lego Batman Movie“ kehrt der Dunkle Ritter auf die große Leinwand zurück – natürlich etwas weniger dunkel als gewohnt. Obwohl mir der erste „Lego“-Kinofilm ein wenig zu rasant und vollgepackt vorkam, werde ich dieses Projekt wegen Batman im Auge behalten. Mitte Februar kommt eine Fortsetzung ins Kino, mit der ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hätte: „T2 Trainspotting“. Regisseur Danny Boyle hat den Cast des Kultfilms rund um Ewan McGregor wieder vereint und schon mal einen sehr stimmungsvollen Trailer präsentiert.

„Silence“, das neueste und mit großer Spannung erwartete Werk von Regisseur Martin Scorsese, hat seinen Starttermin bei uns Anfang März. Andrew Garfield und Adam Driver spielen zwei Jesuiten, die nach Japan reisen um dort ihren anscheinend vom Glauben abgefallenen Mentor (dargestellt von Liam Neeson) zu finden. Auf ihrer Reise werden sie unter anderem mit brutalen Christenverfolgungen konfrontiert. Ich persönlich erwarte von „Silence“ großes Drama und spirituellen Tiefgang. Für einen Blockbuster überdurchschnittlich tiefgründig erscheint der Trailer zu „Logan“. Hugh Jackman schlüpft anscheinend ein letztes Mal in die Rolle des beliebten Mutanten Wolverine. Sämtliche Abenteuer der X-Men in den letzten Jahren konnten mich nicht mehr ins Kino locken, doch der bereits erwähnte und recht interessant gestaltete Trailer ließ mich dann doch aufmerksam werden. Ein weiterer Blockbuster im März ist „Kong: Skull Island“, unter anderem mit Brie Larson, Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson und John Goodman. Während der erste Trailer noch ein ziemliches Geheimnis um den titelgebenden Affen macht, geizt der zweite nicht mit Action oder dem ein oder anderen Schenkelklopfer. Das hat dann meine Erwartung wieder auf ein gesundes Maß gesenkt. Allerdings sind die Bilder ohne Frage beeindruckend und mit einer brauchbaren Unterhaltung wird man wohl rechnen dürfen. Mit „Moonlight“ startet im März ein absoluter Kritikerliebling, in welchem es um den Werdegang eines homosexuellen, afroamerikanischen Mannes geht. Zugegeben, der Protagonist vereint so viele Minderheiten in sich, dass man schon von einer Anbiederung hinsichtlich Oscars sprechen könnte. Aber wenn „Moonlight“ als Film überzeugt, soll er jeden Preis bekommen, den er verdient. Im Science-Fiction-Film „God Particle“ hat ein Teilchenbeschleuniger auf einer US-amerikanischen Raumstation eine Fehlfunktion, weswegen die gesamte Erde plötzlich verschwindet. Der Streifen soll anscheinend einen weiterer Teil des „Cloverfield“-Universums darstellen. Ende März startet mit „Ghost In The Shell“ die Verfilmung eines Animes, beziehungsweise Mangas, von welchem ich absolut gar nichts weiß. Doch der Trailer war beeindruckend und Hauptdarstellerin Scarlett Johansson ist im hautengen Anzug selbstverständlich ein absoluter Hingucker. Weniger begeistert war ich von den ersten bewegten Bildern zu Guy Ritchies „King Arthur – Legend Of The Sword“. Kameraführung, Schnitt und Musik wollen für mich einfach nicht zum Mittelalter-Setting passen. Aber ich habe natürlich nichts dagegen, wenn ich am Ende positiv überrascht werden sollte. Einen weiteren Kostümfilm stellt „Tulpenfieber“ dar. Christoph Waltz spielt einen Kaufmann im Amsterdam des 17. Jahrhunderts, dessen junge Frau (Alicia Vikander) eine Affäre mit einem talentierten Maler (Dane DeHaan) eingeht. Ich muss zugeben, dass dieser Film vor allem wegen seines Casts in meiner Liste steht. Märchenhaft wird es mit „Die Schöne und das Biest“. Disney hat spätestens nach „Das Dschungelbuch“ begriffen, dass sich mit Realverfilmungen alter Klassiker viel Geld verdienen lässt. Ob die Neuinterpretation einen vegleichbaren Charme wie das Original entwickeln kann, ist natürlich eine andere Frage. Der Trailer war trotz CGI-Überfluss einigermaßen nett und Emma Watson ist in der Rolle der Belle immerhin schön anzusehen. Für ein bisschen Nostalgie dürfte es reichen.

Und schon ist es April. „Free Fire“ verschlägt uns in die 70er Jahre und zeigt Brie Larson, die bei einem Waffendeal zwischen zwei Gangs vermittelt – doch hierbei geht so einiges schief. In „Gold“ spielt Matthew McConaughey einen Goldgräber, dem in Indonesien der ganz große Wurf gelingt. Doch das viele Geld bringt nicht nur Gutes mit sich. Der rasante Trailer erinnert ein wenig an „The Wolf Of Wall Street“ und verspricht gute Unterhaltung – natürlich nicht zuletzt wegen dem herausragenden Hauptdarsteller. Wie eine Mischung aus „Gravity“ und „Alien“ kommt dagegen der im Mai startende „Life“ daher. Die Besatzung einer Raumstation (unter anderem gespielt von Jake Gyllenhaal und Ryan Reynolds) muss sich mit einer intelligenten und äußerst gefährlichen außerirdischen Lebensform auseinandersetzen. Ob der Streifen gut oder lediglich ein Best Of diverser Sci-Fi-Klassiker ist, wird sich zeigen. In „Fluch der Karibik 5: Salazars Rache“ schlüpft Johnny Depp abermals in die Rolle des trottelig-tuntigen Piraten-Haudegens Jack Sparrow – die Frage ist nur, wer da wirklich darauf gewartet hat. Ich zumindest halte die Reihe für ziemlich ausgelutscht und glaube nicht daran, dass sie mich wieder in ihren Bann ziehen kann. Auch wenn Javier Bardem als Bösewicht natürlich reizvoll ist.

Der Sommer wird wie gewohnt von Blockbustern dominiert, wobei natürlich die Superhelden nicht fehlen dürfen. So startet im Juni mit „Wonder Woman“ ein weiterer Film aus dem DC-Kosmos, welches mit „Batman v Superman“ und „Suicide Squad“ ja nicht gerade auf einem idealen Fundament steht. Der Trailer zum Solo-Abenteuer der Kriegeramazone wirkt solide, doch für mich muss sich Gal Gadot als Hauptdarstellerin erst noch beweisen und mir auch insgesamt die Figur schmackhaft machen. Im Juli krabbelt wieder einmal Spider-Man über die Kinoleinwand. Der Film trägt den Titel „Spider-Man: Homecoming“, aber mindestens ebenso passend wäre „Spider-Man: It’ll Work This Time“. Spidey ist nun wieder Eigentum der heimischen Marvel-Filmstudios und kann aus diesem Grund als Mitglied der Avengers verwendet werden. Dieser Entwicklung stehe ich relativ gleichgültig gegenüber und auch der Trailer hat mich nicht gerade von meinen Ermüdungserscheinungen hinsichtlich Comic-Verfilmungen befreit. Etwas aufregender finde ich da schon den Kinostart von „Bullyparade – Der Film“. Ich habe keine Ahnung, ob sich der Humor der Kultserie nach all der Zeit in einem Spielfilm umsetzen lässt. Doch Michael „Bully“ Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian haben mit der „Bullyparade“ meine Jugend geprägt und allein deswegen ist diese Komödie quasi Pflicht. Ebenfalls im Juli startet „Valerian“, ein Science-Fiction-Film von Luc Besson. Der opulente Trailer bewegt sich irgendwo auf der schmalen Linie zwischen Faszination und Augenkrebs und ich bin unschlüssig, ob ich die Optik nun gut oder schlecht finden soll. Auch die Hauptdarstellerin – bekannt als die wirklich unterirdische Antagonistin aus „Suicide Squad“ – stimmt mich nicht gerade optimistisch. Allerdings gibt es im Hochsommer noch einen Film, auf den ich mich ziemlich freue: „Dunkirk“ von Christopher Nolan. Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich der Film um die Rettung britischer, französischer und belgischer Truppen durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Nach dem überaus ambitionierten „Interstellar“ finde ich es gut, dass Nolan ein – für seine Verhältnisse – bescheidenes Projekt umsetzt.

Im August kommt mit „Planet der Affen 3: Survival“ der vermeintliche Abschluss der neuen Affen-Trilogie ins Kino. Ich muss sagen, dass mir die ersten beiden Teile der Reihe ziemlich zusagen und ich gespannt darauf bin, ob und wie die Geschichte nun abgeschlossen wird. Neben den sehr guten Effekten, für die sich wieder Andy Serkis verantwortlich zeigt, darf man sich auch auf Woody Harrelson in der Rolle des menschlichen Gegenspielers freuen. Fans von Stephen King dürften dem Kinostart von „Der Dunkle Turm“ entgegen fiebern. Bei den Büchern bin ich nie sonderlich weit gekommen, weswegen ich auch nicht wirklich sagen kann, inwieweit der Film mit der Vorlage konform geht. Der Cast mit Idris Elba und Matthew McConaughey kann sich aber definitiv sehen lassen und auf den ersten Trailer bin ich durchaus neugierig. Apropos Stephen King: Sein Horrorklassiker „Es“, den ich sehr schätze, wird ebenfalls verfilmt. Einen Starttermin gibt es leider noch nicht, aber ich vermute, dass man im Spätsommer mit dem erste Teil des geplanten Zweiteilers rechnen darf. Mit „Es“ verbinde ich hohe Erwartungen, aber gleichzeitig auch tiefe Ängste. Ist dieses großartige Buch überhaupt in wenigen Stunden verfilmbar? Nun, seit der wunderbaren und in ähnlichen Gefilden schwimmenden Serie „Stranger Things“ bin ich da etwas optimistischer. Gespannt erwarte ich auch erstes Bildmaterial zu „Alien: Covenant“. Dieser ist quasi die Fortsetzung zu „Prometheus“, soll aber gleichzeitig wieder stärker in die Richtung der alten „Alien“-Filme gehen. Ridley Scott führt Regie, was leider nicht mehr unbedingt ein Garant für gutes Kino ist, aber hoffnungsvoll bin ich dennoch.

Bei der Fortsetzung eines anderen Sci-Fi-Klassikers hat Scott dagegen auf den Regie-Stuhl verzichtet. Der im Oktober startende „Blade Runner 2049“ wird vom großartigen Denis Villeneuve inszeniert, vor der Kamera sind unter anderem Harrison Ford, Ryan Gosling und Jared Leto zu sehen. Bis dahin muss ich dem etwas sperrigen Erstling nochmal eine Chance geben. Im November versammelt DC seine größten Superhelden auf der großen Leinwand und lässt sie in „Justice League“ von der Leine. Einen wirklichen Trailer gibt es noch nicht, nur etwas lose zusammenhängendes Material von der Comic Con. Darin ist aber schon erkennbar, dass DC auf seine Kritiker reagiert und die bierernste Stimmung, wie man sie aus „Batman v Superman“ kennt, durch Humor auflockern möchte. Ein große Vorfreude empfinde ich deswegen aber nicht. Anders sieht es da schon bei „Star Wars: Episode VIII“ aus. Auch wenn sich „Das Erwachen der Macht“ meiner Meinung nach berechtigte Kritik gefallen lassen muss, hat mich J.J. Abrams „softes Reboot“ doch überzeugt und mir vor allem sympathische Charaktere präsentiert. Ich bin gespannt darauf, wie es mit Rey, Finn, Poe und Kylo Ren weitergeht. Darüberhinaus glaube ich, dass Rian Johnson – im Gegensatz zu Abrams – in Sachen Handlung etwas gewagter inszenieren kann und auch muss.

Neben all diesen mehr oder weniger großen Namen wird 2017 natürlich noch viele Filme mit sich bringen, von denen ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts weiß. Und wer weiß: Vielleicht verbergen sich gerade hier die letztendlich besten Filme. Die Popcornguys wünschen euch an dieser Stelle schon mal ein besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und dort natürlich viel Spaß im Kino!

Aufgewärmt und versalzen – Remakes, Prequels und Sequels

In den letzten Jahren haben immer mehr Filme die Kinoleinwände erobert, die weniger mit originellen Ideen, vielmehr in Anknüpfung an bestehende Franchises strahlen. Dass dabei manchmal der Erfolg von bestimmten Klassikern nicht nur nicht wiederbelebt, sondern ganze Kindheitserfahrungen vernichtet werden, scheint die unaufhaltsame Welle von Remakes, Reboots, Pre- und Sequels aber nicht aufhalten zu wollen. Für mich persönlich hat dieser ganze Wahnsinn bewusst mit den Prequels zu Star Wars begonnen. Mit meinen zarten 11 Jahren war ich völlig gehyped ob der Nachricht, dass das wahnsinnig ergiebige Universum um drei weitere Filme erweitert werden soll. Noch dazu dürfen wir auch noch erleben, wie das Imperium entstand, und vor allem die interessante Entstehungsgeschichte des Überbösewicht Darth Vader. In meinem kindlichen Dasein erkannte ich die Größe des Müllhaufens, den George Lucas den Fans vorgesetzt hatte, noch nicht ganz, doch wurde mir mit wachsendem Alter auch klar, wo die Fehler der Prequels liegen. Ohne jetzt aber groß darauf rumhacken zu wollen:

All diese Filme haben es nicht leicht. Wer tritt schon gern in große Fußstapfen, vor allem wenn es diese Fußstapfen vor einer ganz anderen Generation mit anderen Sehgewohnheiten liegen? Gibt es eigentlich Filme, welche die Fußstapfen einigermaßen gerecht werden? Ich kenne durchaus das eine oder andere Remake, das ganz ordentlich gelungen ist (so z.B. in den „The Thing“-Streifen, wo das Remake von 1982 der wirklich bessere Film ist, und sich sogar das Prequel von 2011 einigermaßen gut sehen lassen kann). Grundsätzlich können Pre- und Sequels für mich also funktionieren. Zwar hätte das eine oder andere Debakel durchaus vermieden werden können, so z.B. meinen größten Kindheitshelden mittels eines Kristallschädels zu vernichten. Aber ich bin immer noch offen für neues.

Aber wie steht es mit Remakes? Können Filme, die in den 70ern oder 80ern entstanden sind, heute als Vorlage dienen? Die Storys sind vielleicht nach wie vor genial, aber wie steht es mit dem Geist eines Films? Sowohl Drehtechnik wie auch Atmosphäre sind einfach nicht mehr nachzuahmen, da sich die Filmwelt viel zu sehr verändert hat. Was übrig bleibt, sind geistlose Aufgüsse wie die grausamen Remakes von Klassikern wie „Total Recall“ und „Robocop“ (die m.E. einfach nur den Fehler machen, familientauglich sein zu wollen).

Was kann man also erwarten, wenn 2016 „Ghostbusters 3“ erscheint? Ich erwarte gar nichts mehr. Schon vor etlichen Jahren habe ich die Hoffnung dazu aufgegeben, denn an die Klasse dieser Klassiker wird nichts mehr anknüpfen können. Ich erwarte das Schlimmste, lasse mich aber gern überraschen.

Was kann ich erwarten, wenn 2016 „Twin Peaks“ zurückkommt? (hier übrigens der Grund für diesen Artikel). Wie sehr habe ich mich gefreut, als ich diese Nachricht erfahren habe. Gleichzeitig taucht mein Misstrauen auf. „Twin Peaks“ hat die Serienwelt Anfang der 90er Jahre revolutioniert, und gehört für mich bis heute zu den wichtigsten und bahnbrechensten Serien aller Zeiten. Aber wie gesagt war das 1990. Kann der Stil dieser Serie heute auch nur noch ansatzweise funktionieren? Ich traue David Lynch und Mark Frost viel zu, aber meine Skepsis bleibt.

Vielleicht zeigt uns J.J. Abrams aber auch nächstes Jahr, wie man es richtig macht. Was er (sehr geschickt) bis jetzt von seinen Dreharbeiten zu den Star Wars-Sequels zeigt, sind kleine Häppchen die den Fans beweisen sollen, dass er selbst Fan ist – und zwar von den originalen Teilen. Back to the Roots heißt es hier, und wir sehen Kostüme, nachgebaute Kulissen und handgemachte Tricks. Vielleicht – und nur vielleicht – stellt sich das als Erfolgsrezept heraus: Wenn ich an ältere Filme anknüpfen will, muss ich sie einfach genauso produzieren. Es würde mich sehr freuen.

Der große Rückblick zum Kinojahr

Die Popcornguys blättern durch ihre 2013 angesammelten Kinokarten und sinnieren zu den Perlen des Films, aber auch zu den großen Enttäuschungen.

Im ersten Teil des Videos widmen wir uns den bitteren bis schmerzhaften Enttäuschungen, die uns in den Kinosäalen dargeboten wurden:

Im zweiten Teil stellen wir Euch unsere besonderen Highlights dieses Kinojahres vor – viel Spaß:

Serien-Special: Spaced

Titel: Spaced
Produzenten: Jessica Hynes, Simon Pegg
Genre: Sitcom
Darsteller: Jessica Hynes, Simon Pegg, Nick Frost, Mark Heap

Daisy Steiner und Tim Bisley lernen sich zufällig bei ihrer nahezu erfolglosen Wohnungssuche kennen. Der Comiczeichner und die Autorin finden schließlich ein Angebot, dass jedoch ausschließlich an Paare gerichtet ist. Somit täuschen die beiden eine langjährige Beziehung vor, um die Wohnung zu kriegen. Als ihr Plan aufgeht, sehen sie sich in ihrem neuen Haus allerdings in äußerst skuriler Gesellschaft, und so wird die Aufgabe, ihre Tarnung aufrecht zu erhalten, nur noch schwieriger.

Ich persönlich wurde das erste Mal auf Spaced aufmerksam, als in einer Endseqzenz einer Folge „Cougar Town“ eine mit Fingerpistolen ausgetragene Schießerei stattfindet, und der „sterbende“ Travis Cobb (Dan Byrd) murmelt: „I love Spaced“ (diese Hommage bezieht sich übrigens auf diese Szene). Nun, irgendetwas kultiges musste wohl dran sein an dieser britschen Serie, und so griff ich nach weiterer Informationssuche zu. Spaced gilt in vielen Breitengraden als ein Geheimtipp, was Sitcoms anbelangt. Dabei greift die Miniserie nicht unbedingt auf typisch britischen Humor zurück, sondern bezieht seine Witze in unendlich vielen Hommagen an Film, Comic, Videospiel und Musikwelt. Das dürfte wohl auch der Grund für die Beliebtheit von Spaced sein – keine Folge vergeht, ohne dass gelungene Anspielungen auf einen großen Kult über den Bildschirm flimmern. Dabei sind es nicht nur Poster und T-Shirt-Motive, die auf große Werke hindeuten, sondern auch Dialoge und Handlungen, die ganz Bewusst ein Denkmal setzen.

Widmen wir uns den Charakteren:
Tim Bisley (Simon Pegg) ist Comiczeichner und arbeitet nebenher in einem Comicbuchladen. Nach einer langjährigen Beziehung, die immer wieder ihre Nachwehen zeigt, zieht er mit Daisy in eine Wohnung, wo er hauptsächlich zeichnet, Playstation spielt oder mit seinem besten Freund Mike auf wahnwitzige Touren geht.

Daisy Steiner (Jessica Hynes) ist eine fröhliche, stets optimistische Autorin, die, wenn sie ihre Gegenüber nicht in Grund und Boden redet, ihre Nase stets in verschiedene Magazine und Bücher steckt, um „Inspiration zu sammeln“. Darüber hinaus ist sie sehr gewandt darin, Arbeit aufzuschieben und sich vergnüglicheren Dingen zu widmen.

Mike Watt (Nick Frost) ist Tims bester Freund und absoluter Waffennarr. Er wurde Jahre zuvor von der Territorial Army ausgeschlossen, nachdem er einen Panzer gestohlen und versucht hatte, Paris einzunehmen. Stets in Army-Kleidung gehüllt und immer bereit für gefährliche Missionen, erweist er sich doch als treuer und freundlicher Zeitgenosse.

Brian Topp (Mark Heap) ist ein psychopathischer Künstler, der im Erdgeschoss des Hauses wohnt. Mit experimentellen Methoden zeichnet er, wobei er sich hauptsächlich auf Motive der Angst, Wut, Hass und Aggression bezieht. Vollkommen verwirrt und seltsam durch das Haus wandelnd, freundet er sich bald mit Tim und Daisy an.

Marsha Klein (Julia Deakin) ist die Besitzerin des Hauses. Vor allem vor ihr müssen Daisy und Tim ihre Beziehung vorgaukeln, wobei die Vermieterin ohnehin stets von ihrem massiven Weingenuss benebelt scheint. Darüber hinaus streitet sie sich oft mit ihrer Tochter und setzt sich nach jedem Streit in Tims und Daisys Wohnung, um stundenlang von ihren Problemen zu berichten.

Twist Morgan (Katy Carmichael) ist die beste Freundin von Daisy und nach eigener Aussage „in der Modebranche“ tätig, wobei sie in Wirklichkeit in einer Wäscherei arbeitet. Die immer adrett gekleidete, sehr auf ihr Äußeres bedachte junge Frau lässt es sich nicht nehmen, offen über ihre Mitmenschen zu urteilen, wobei sie selbst nicht wenige Macken offenbart.

Eine bunte Gesellschaft, die allein schon mit ihren vielschichtigen Charakteren glänzen kann. Auch wenn sich die Episoden jeweils einzelnen Themen widmen, lässt sich doch über die Folgen hinweg ein gängiges Sitcom-Gefüge erkennen, welches Simon Pegg in der Serie (so oder so ähnlich) zum Punkt bringt: „The family of the 21st Century doesn´t consists of relatives, but of friends“. Auch wenn die Freundes-Familie hier nicht im Mittelpunkt steht, bringt Spaced doch ein Motiv rüber, das ich an Sitcoms sehr schätze.
Die eigentliche Stärke liegt aber eindeutig im Nerdtum. Viele Zeitgenossen mögen „The Big Bang Theory“ als die Nerdserie schlechthin bezeichnen. Da ich nie richtig warm geworden bin mit TBBT, habe ich in Spaced eine Alternative gefunden, die mit ihren subtilen Anspielungen nicht nur breites Grinsen, sondern auch schallendes Gelächter ausgelöst hat.
Mit zwei Staffeln zu je 7 Episoden ist Spaced wahrlich kein langwieriger Spaß. Bleibt nur zu hoffen, dass die angedeuteten Pläne, noch eine dritte Staffel zu drehen oder zumindest eine große, abschließende Episode, sich noch bewahrheiten. Fakt ist jedoch: Für Liebhaber von Sci-Fi, Comics und Filmen allgemein ist Spaced eine wahre Schatztruhe an netten Anspielungen, die garantiert Spaß machen. In der Komplettbox gibt es neben den englischen Untertiteln übrigens ein Hommage-O-Meter, welches einen Verweis auf alle direkten und indirekten Anspielungen liefert – in vielen Fällen äußerst hilfreich.

Ich vergebe 9 von 10 Popcornguys für diesen Nerd-Spaß!

Die Top10 der Filmbösewichte

Es gibt wieder einmal Videos von den Popcornguys, und zwar zum Thema Filmbösewichte. Wir haben den Versuch unternommen, eine Top10 der Gegenspieler in der Geschichte des Films zu erstellen, was gar nicht so leicht war. Außerdem ist das Thema auf zwei Videos aufgeteilt, welche hier verlinkt sind:

Wir würden uns über viele Kommentare und Diskussionen zu diesem Thema freuen!