Serien-Special: Death Valley

Titel: Death Valley
Genre: Mockumentary, Horror
Produktion: MTV, Liquid Theory
Darsteller: Bryan Callen, Tania Raymonde, Bryce Johnson

Vampire! Werwölfe! Zombies! Im San Fernando Valley gehts neuerdings nicht mit rechten Dingen zu. Auch wenn die Behörden nicht klären können, woher die übernatürlichen Wesen plötzlich kommen, ist doch klar: Es muss etwas dagegen unternommen werden. Die Eliteeinheit Undead Task Force wird bei ihrem täglichen Kampf gegen Blutsauger, Untote und Bestien von einem Kamerateam begleitet – ein Kampf der nicht ohne Opfer ausbleibt.

Zugegeben, MTV hat in jüngster Vergangenheit nicht grad mit Qualitätsfernsehen geglänzt, doch muss ich zugeben bei den Reizwörtern Zombie, Werwolf und Vampir doch meine Ohren gespitzt zu haben. Die ersten beiden Folgen noch mäßig interessiert folgend, hat mich das Geschehen um die UTF bald gefesselt. Dabei scheut die Serie nicht davor zurück, ordentlich viel Blut zu zeigen und den harten Alltag der Spezialeinheit bis ins Detail mitzufilmen. Mit allerlei technischen Spielzeugen als auch mit rohen Waffen wie Baseballschlägern bewaffnet, ziehen die Polizisten mit unerbitterlicher Konsequenz gegen die Unholde aus. Dass sie sich dabei manchmal sehr dumm anstellen, und teils nicht gerade die größten Leuchten sind, fügt dem ganzen eine gute Prise Humor bei.

Überraschend war für mich, dass die Charaktere, die anfänglich teils platte Klischees bedienten, von Folge zu Folge mehr Tiefe erreichen. Besonders hervorzuheben ist dabei der Captain der Einheit, Frank Deshell, der keine Gelegenheit auslässt einen peinlichen Monolog mit ungewollten Anspielungen zu halten.

Gefährlich leben nicht nur die Polizisten, sondern auch die Kamerateams, dass sie begleiten. Leider wird der Mockumentary-Stil mit Wackelkamera nicht so konsequent durchgesetzt wie bei den Kollegen von Reno911!, doch das ist nur ein kleines Detail, denn immerhin gehts hier um Werwölfe, Vampire und Zombies.

Insgesamt ist Death Valley recht leichte Kost mit hohem Spaßfaktor. Freunde von Horror- und Trashfilmen kommen voll auf ihre Kosten. Leider war für die Serie nach der ersten Staffel Schluss, doch die hat es wirklich in sich. Ich meine.. WERWÖLFE! VAMPIRE! ZOMBIES! You know what I mean?

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Serien-Special: Vikings (Staffel 1)

Titel: Vikings
Produktion: History Television, Metro-Goldwyn-Mayer
Genre: History
Darsteller: Travis Fimmel, Clive Standen, George Bladgen, Gustaf Skarsgård

VIKINGS OPENING TITLE SEQUENCE from Rama Allen on Vimeo.

Der Nordmann Ragnar Lodbrock (Travis Fimmel) hat große Pläne: Mit einer neuartigen Navigationsmethode und dem äußerst seetüchtigen neuem Schiff des Schiffsbauers Floki (Gustaf Skarsgård) will er gen Westen reisen, wo ein unbekanntes Land liegen soll. Gegen den Willen seines Earls Jarl Haraldson (Gabriel Byrne) segelt er in das verheißungsvolle Land, wo er und seine Männer auf ein fremdes Königreich, eine fremde Kultur und eine fremde Religion treffen. Aller Gefahr trotzend muss er sich bei seiner Rückkehr der Gier und dem Neid seiner Landsmänner stellen.

„Vikings“ floriert in den USA und Kanada als die neue Actionserie in historischem Setting. Da die Produktion unter den Argusaugen von History Television Canada läuft, kann man wohl schon davon ausgehen, dass die fiktionale Geschichte in dennoch realistischem Umfeld erzählt wird. So hat diese spannende Serie nicht nur einen unterhaltenden Charakter, sondern ebenso einen nebensächlichen Lerneffekt. Ich weiß zwar nicht, ob MGM da einen teuflischen Pakt mit dem kanadischen Kultusministerium geschlossen hat, aber dieser unfreiwillige Lernzugewinn dürfte die wenigsten Zuschauer stören.
Die Story um Ragnar Lodbrock wird ganz einfach spannend erzählt – und das macht den Reiz der Serie aus. Die teils barbarische wie auch teils ungewöhnlich fortschrittliche Kultur der Skandinavier, und das von Ragnar Lodbrock eingeläutete Wikingerzeitalter treffen im Laufe der Zeit auf die uns eher bekannte, christlich-abendländische Kultur, die hauptsächlich durch den Mönch Athelstan (George Bladgen) verkörpert wird, welcher beim Angriff der Wikinger auf ein Kloster von Ragnar gefangen genommen und als Sklave in die Welt der Heiden geführt wird. Dieses Spannungsfeld weckt bei mir persönlich die meiste Aufmerksamkeit, und zum Glück wird diesem Storystrang innerhalb der ersten Staffel viel Platz eingeräumt.

Generell mangelt es nicht an Storyfortschritt, sodass mir einige Zeitsprünge gar etwas schnell abliefen. Aber was solls, gerade optisch bietet diese Serie immer wieder atemberaubende Schmankerl – sowohl Dialoge als auch Kämpfe sind gut inzeniert, wobei merklich keine absolut herausragenden Darsteller auftreten. Das muss aber auch nicht sein, denn „Vikings“ unterhält so, wie es ist, sehr gut.
Es ist schön zu sehen, dass eine historische Serie, die wissenschaftlichen Anspruch hat, so erfolgreich ist, und ich hoffe noch viele weitere Staffeln über die Geschichte um die grimmigen Wikinger verfolgen zu können.

„Vikings“ lief leider bisher noch nicht im Free-TV und ist hierzulande auch noch nicht als DVD zu kaufen, sondern lediglich über dem Streamingdienst Lovefilm verfügbar. Wer diese Option hat: Meine Empfehlung!
daumen-green

It Might Get Loud

Titel: It Might Get Loud
Regisseur: Davis Guggenheim
Musik: Verschiedene
Darsteller: Jimmy Page, David Evans, John Gillis

Hier der Trailer

Jeder Gitarrist versucht seinen eigenen Sound zu finden, erlebt eine besondere Beziehung zu seinem Instrument und wird von gesellschaftlichen Umständen geprägt. Drei Gitarristen setzen sich zusammen um zu besprechen, wie sie ihren Sound gefunden haben, ihre Gitarre lieben gelernt und welche Einflüsse ihre Musik zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Drei Gitarristen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Jimmy Page (Led Zeppelin), The Edge (U2) und Jack White (The White Stripes) nehmen ihre Instrumente in die Hand, jamen und erzählen, wie sie ihre ersten Songs geschrieben haben, durchs Land getourt sind und mit allerlei Problemen zu kämpfen hatten.

Das Muhen von Kühen, dazwischen Hammerschläge. Mitten in der Pampa, irgendwo zwischen Weidefeldern hantiert ein junger Mann mit Hut mit Holz, Bestandteilen einer Gitarre und einer Flasche herum. Er baut sich eine Gitarre. Als sie fertig ist, und er ihr die ersten schrägen Töne entlockt, stemmt er zufrieden die Hände in die Hüften und meint: „Wer sagt man muss sich eine Gitarre kaufen?“
So beginnt „It Might Get Loud“. Jack White, dem man schon von weitem ankennt, dass er ein eher schräger Vogel ist, ist nicht nur im Instrumentenbau experimentell. Seine Musik ist gleichsam einfach wie komplex, ist verspielt und emotional. Seine Musik kommt von innen, seine Musik ist improvisiert. Er bezeichnet das Spielen der Gitarre oft mit einem Kampf. Das Leben ist eine Herausforderung, und Musik zu schaffen ist ein Kampf, den es zu bewältigen gibt. Für ihn ist alles, was er schreibt und spielt inspiriert vom Leben selbst.
The Edge, der Gitarrist der Band U2, steht vor einem gigantischen Fußschalter. Sein Tontechniker erzählt, dass er bei einem Auftritt mit 23 Songs kaum einen Effekt für zwei Songs benutzt. The Edge liebt Effekte und Hall. In seinem Kopf weiß er schon beim Schreiben des Songs, wie die Effekte klingen müssen. Seine Bandkollegen macht er dann so lange verrückt, bis er den richtigen Sound gefunden hat. Die Band U2, die sich als Schulband gefunden hat, überzeugt aber nicht nur durch schöne Effekte, sondern besonders auch durch ihre Texte, in denen nicht selten The Edge selbst Emotionen – oftmals beeinflusst durch die politischen Umstände im Heimatland Irland – einfliessen lässt. Nicht nur einen einzigartigen Gitarrensound hat The Edge entwickelt, sondern zeichnet sich auch maßgeblich verantwortlich für den Erfolg einer der bekanntesten Bands der Welt.
Jimmy Page: Ein Mann, der seine Gitarre zärtlich in die Hand nimmt, ihr mit verzücktem Gesicht virtuoses Gitarrenspiel entlockt. Dieser ältere Herr ist nicht nur in der Entstehungszeit des Rock aufgewachsen, er hat die Geschichte des Rock mit geschrieben. Led Zeppelin wird ohne Zweifel immer als Meilenstein gelten. Jimmy Page hat viel erlebt, hat wichtiges erlebt. Er weiß viel zu erzählen.

Diese drei setzen sich also zusammen, um – so ist der Plan des Regisseurs – die Entwicklung der E-Gitarre zu besprechen. Dabei wird aus dieser Dokumentation aber viel mehr als ein bloßer Rückblick in die Geschichte. Auch wer kein Fan der Bands ist, sich aber wenigstens halbwegs für Rock´n´Roll und den Zauber der Gitarre begeistern kann, kommt hier voll auf seine Kosten. Ob es nun der erfahrene Rocker Page, der technisch versierte The Edge oder der emotionale Bluesmusiker White ist, hier treffen drei Mächte aufeinander, die große Unterschiede aufweisen, doch auch in vielen Dingen übereinstimmen: Musik bewegt ihr Leben, Musik ist ihr Leben.

Als ich das erste Mal von diesem Film hörte (von Prestophisto) war ich sofort begeistert. Warum, kann ich inzwischen gar nicht mehr sagen. Klar, ich finde alle drei Musiker genial, und ihre Musik begleitet mich immer wieder. Aber ich könnte mich nicht als absoluter Fan ihrer Bands bezeichnen. Dennoch habe ich Kinos gesucht, in denen der Film läuft. Natürlich war keines aufzufinden, und so musste ich auf die DVD warten. Nun, endlich habe ich den Film nachgeholt, und ich bereue es, es nicht schon früher getan zu haben. „It Might Get Loud“ bringt genau das, was man will: Gute Musik, Hintergrundinfos, Emotionen. Egal wen man unter diesen Musikern favorisiert, man lernt alle drei gleich lieben. „It Might Get Loud“ trifft den richtigen Ton, unterhält auf musikalischer Ebene großartig. Ein kleines Meisterwerk, welches das Herz des Musikfreundes schneller schlagen lässt – mir 9 von 10 Popcornguys wert.