Alien: Covenant

Titel: Alien: Covenant
Originaltitel: Alien: Covenant
Regie: Ridley Scott
Musik: Jed Kurzel
Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Danny McBride

Warnung: Diese Kritik enthält leichte Spoiler zum Film „Prometheus“!

Im Jahr 2104 erwacht die Crew des Kolonieschiffs Covenant aufgrund eines Unfalls frühzeitig aus dem Schlaf. An Bord befinden sich weitere 2000 schlafende Menschen, die den noch mehrere Jahre entfernten Planeten Origae-6 besiedeln sollen. Doch nun empfängt die Crew Signale von einem näheren und paradiesisch wirkenden Planeten. Die Covenant setzt sich ein neues Ziel, wird dort aber mit einem unvorstellbarem Grauen konfrontiert.

„Alien: Covenant“ geht – mehr oder weniger – als Fortsetzung zum 2012 veröffentlichten „Prometheus“ durch. Dieser stieß damals besonders unter Fans der „Alien“-Filmreihe auf scharfe Kritik. Ich habe mir den Streifen erst kürzlich wieder angesehen und muss sagen, dass er – vor allem im Vergleich mit „Alien: Covenant“ – doch einige Stärken hat. Natürlich, die Charaktere sind teilweise strohdumm und am Ende wird es mit den vielen Alien-Mutationen recht unübersichtlich. Aber die Grundidee, dass der Mensch seinen Schöpfer im All sucht und findet, um dann festzustellen, dass dieser ihn auslöschen möchte, ist beängstigend und ziemlich genial. Mir gefällt also der philosophische und theologische Touch von „Prometheus“. Möglicherweise ist es ja das größte Problem von diesem Film, dass er am Ende krampfhaft zu einem Teil der „Alien“-Filmreihe verbogen wird. Es hätte auch ein eigenständiger und ziemlich guter Sci-Fi-Streifen werden können. Nun, dem ist nicht so. Stattdessen war da am Ende eine Art Alien und eine große, offene Frage – um die es in der Fortsetzung hätte gehen können. Theoretisch.

Tatsächlich hat es den Anschein, als würde „Alien: Covenant“ die losen Enden von „Prometheus“ unter den Tisch kehren wollen, damit man sich möglichst schnell wieder in gewohnten „Alien“-Gewässern befindet. Die von mir angedeutete große, offene Frage wird dementsprechend nicht beantwortet. Überhaupt wird die Lücke zwischen „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ mehr oder weniger in ein paar Rückblenden geschlossen. Bis auf den Androiden David ist auch keine bereits bekannte Person ein entscheidender Teil der Handlung. Stattdessen präsentiert uns der Film neue und wieder einmal reichlich dumme Charaktere. Diese stolpern ohne nennenswerte Motivationen durch eine Handlung, die sich vor allem durch Vorhersehbarkeit und fehlende Spannung auszeichnet. Um mir die erinnerungswürdigen Szenen an den Fingern abzählen zu können, würde mir die Hand eines T-Rex reichen. Es gibt im Grunde kaum intensive Momente, kaum eine Todesszene, die schockt oder mulmig stimmt, kaum Stimmung, die wegen des zu hastigen Tempos gar nicht erst aufkommen kann.

Katherine Waterston spielt die neue Hauptfigur, deren Namen ich mir schon während des Films kaum merken konnte. Emotional ist am Anfang des Films einiges bei ihr los, aber so wirklich kann man dafür kein Gefühl entwickeln, weil man quasi unvermittelt in ihre Tragödie hineingeworfen wird. Allerdings verflüchtigt sich das Thema im Laufe des Films, phasenweise war mir ihr Charakter überhaupt nicht präsent und ich habe sie fast schon ausgeblendet. Um sie herum tummeln sich wie bereits erwähnt haufenweise austauschbare Figuren, deren Ableben sich oftmals ziemlich platt andeutet. In anderen Worten: Wenn sich ein Charakter in diesem Film mal „frisch machen“ möchte, hätte er sich in den meisten Fällen die Blasenentleerung sparen können. Eine kleine Ausnahme bildet Danny McBride, dessen Figur einen kurzen Moment hatte, in welchem ich eine emotionale Regung bei mir gespürt habe. Ansonsten herrscht leider darstellerische Fehlanzeige, natürlich abgesehen von Michael Fassbender. Er ist in einer nicht ganz leichten Doppelrolle zu sehen und sorgt dadurch für die unbehaglichsten Momente – in denen übrigens nie ein Alien involviert ist, was auch zu Denken geben sollte. Ich würde behaupten, dass Fassbender und seine Rollen dafür sorgen, dass der Film nicht komplett absäuft, denn mit seiner Figur ist eine Sci-Fi-Thematik verbunden, die ein klein wenig an „Prometheus“ erinnert und interessant erscheint. Leider wird diese nicht ausreichend oder stimmungsvoll genug in den Fokus gerückt, weswegen der Film sich eben nur knapp über dem Durchschnitt halten und nicht gut werden kann.

Auch bei den restlichen Aspekten des Films habe ich nicht viel Gutes zu berichten. Einige der realen Raumschiff-Kulissen sind schön und manche Außenaufnahmen machen etwas her. Aber viele der restlichen Effekte wirken für einen Film dieser Größenordnung nicht angemessen. Und gerade das CGI, mit welchem die Aliens dargestellt werden, kommt oftmals ziemlich billig rüber. Letztendlich muss auch aus technischer Sicht gesagt werden, dass „Alien: Covenant“ nichts besser macht als die bisherigen Teile der „Alien“-Filmreihe. Selbst der Soundtrack kann keine einzige neue markante Note setzen. Stattdessen bedient sich Komponist Jed Kurzel schamlos und ungeschickt an der Musik von „Alien“ aus 1979 und „Prometheus“.

Fazit: Gemessen an der Vorgeschichte des Franchise ist “Alien: Covenant” eine ziemliche Enttäuschung. Eine Empfehlung kann ich nicht aussprechen, stattdessen würde ich sogar “Life” als den besseren Alien-Film aus diesem Jahr hervorheben. Regisseur Ridley Scott verspielt sich langsam aber sicher den Rest seines Bonus, denn meiner Meinung nach hat er seit “Gladiator” keinen wirklich guten Film mehr auf die Reihe gebracht. Von daher bin ich froh, dass er bei “Blade Runner 2049” – welcher ja quasi ein weiteres seiner Sci-Fi-Babys darstellt – weder im Regiestuhl sitzt, noch das Drehbuch verfasst hat. Zumindest nach allem, was ich weiß. “Alien: Covenant” erhält von mir nüchterne 6 von 10 Popcornguys.

Kinoauftakt 2017

PASSENGERS

Begonnen hat mein Kinojahr mit der Sci-Fi-Romanze „Passengers“. Auf dem Raumschiff „Avalon“, welches sich auf einer 120 Jahre dauernden Reise zur Kolonie Homestead II auf einem weit entfernten Planeten befindet, erwacht Passagier Jim Preston (Chris Pratt) viel zu früh aus dem Kälteschlaf. Eigentlich sollte der Maschinenbauingenieur erst kurz vor der Ankunft zu sich kommen, um sich dann auf sein neues Leben vorzubereiten. Aber da Homestead II noch etwa 90 Jahre entfernt ist und Preston nicht wirklich etwas an seiner verzwickten Situation ändern kann, muss er sich mit dem Gedanken anfreunden, die Kolonie niemals zu sehen. Anfangs ist er allein auf dem Raumschiff, abgesehen vom Roboterbarkeeper Arthur (Michael Sheen). Doch dann gesellt sich eine weitere Passagierin, die frühzeitig aufgewacht ist, zu ihm: Die Journalistin Aurora, dargestellt von Jennifer Lawrence. Zwischen den beiden entwickelt sich allmählich eine Liebschaft, die jedoch von verschiedenen äußeren Umständen und auch inneren Konflikten bedroht wird.

„Passengers“ kam bei vielen Kritikern nicht besonders gut an. So ganz kann ich das nicht verstehen, denn über weite Strecken fühlte ich mich vom Film, an dessen Optik nichts auszusetzen ist, ordentlich unterhalten. Bedenken hatte ich anfangs beim Cast: Chris Pratt erschien mir zu lustig und zu attraktiv, als dass ich ihn in einem – augenscheinlich – seriösen Sci-Fi-Film ernst nehmen könnte. Und genau wie er läuft auch die omnipräsente Jennifer Lawrence Gefahr, eher als Promi denn als Schauspielerin wahrgenommen zu werden. Doch gerade Chris Pratt hat mich im ersten Drittel des Films überzeugt. Hier habe ich ihm den verzweifelten Einsamen abgenommen, wobei es auch geholfen hat, dass er mit ungepflegtem Bart und verfilzten Haaren ganz schön heruntergekommen ausgesehen hat. Auch Lawrence hat nicht groß gestört, wenn man mal von ihren hysterischen Anfällen absieht, die mich langsam aber sicher etwas nerven. Darüberhinaus kommt „Passengers“ mit einer ethischen Fragestellung daher, die man so im Trailer nicht erahnen kann – die aber meiner Meinung nach das Interessanteste im ganzen Film darstellt. Leider wird jenes Thema nicht zur Gänze ausgearbeitet, beziehungsweise bleibt „Passengers“ in vielerlei Hinsicht eher oberflächlich. Er manövriert sich zwar passabel durch verschiedene Genre-Stimmungen (von Science-Fiction über Drama und Komödie bis hin zum kurzen Psycho-Thriller ist so gut wie alles dabei) und hält den Zuschauer gut bei der Stange, aber am Ende ist „Passengers“ nichts Halbes und nichts Ganzes. Allerdings reicht es gut und gerne für 7 von 10 Popcornguys!

HELL OR HIGH WATER

David Mackenzie ist der Regisseur des Neo-Westerns „Hell or High Water“, dessen Drehbuch aus der Feder von Taylor Sheridan („Sicario“) stammt. Der Film spielt in Texas und handelt von den zwei Brüdern Tanner und Toby Howard (Ben Foster und Chris Pine), deren hochverschuldeter Besitz von einer Bank zwangsversteigert werden soll. Die beiden beginnen also, mehrere Filialen eben dieser Bank auszurauben. Dabei werden sie vom kurz vor der Rente stehenden Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) und dessen indianisch-mexikanischen Partner Alberto Parker (Gil Birmingham) verfolgt.

Auf „Hell or High Water“ wurde ich recht spontan aufmerksam, doch um den Kinobesuch bin ich sehr froh. Er erzählt eine in allen Bereichen gut überzeugende Geschichte, angefangen bei den Charakteren bis hin zum tristen und eigentümlich schönen Texas-Look. Mark Foster spielt den hitzköpfigen und unberechenbaren Bruder, was man ihm problemlos abnimmt. Chris Pine ist inmitten des restlichen Casts eigentlich viel zu attraktiv, doch mit Hilfe seines Barts und einer guten Performance kämpft er erfolgreich gegen dieses Problem an. Besonders unterhaltsam waren aber die Szenen zwischen Jeff Bridges und Gil Birmingham. Die beiden Ranger ziehen sich gegenseitig auf, wobei von Seiten Jeff Bridges auch nicht mit rassistischen Bemerkungen gegeizt wird. Trotzdem vermitteln die beiden auf der Leinwand, dass ihre beiden Figuren im Grunde durch Respekt und Freundschaft verbunden sind. An den entscheidenden Stellen fährt der Film mit der nötigen Härte auf und am Ende wird die Geschichte rund und stimmungsvoll zu Ende erzählt. „Hell or High Water“ erhält demnach von mir starke 8 von 10 Popcornguys und ist im noch jungen Kinojahr 2017 mein bisheriges Highlight.

LA LA LAND

Damien Chazelle (der Regisseur des großartigen „Whiplash“) bringt uns das Filmmusical „La La Land“ ins Kino. Es geht darin um den ehrgeizigen Jazzpianisten Sebastian (Ryan Gosling) und die aufstrebende Schauspielerin Mia (Emma Stone), die sich in Los Angeles über den Weg laufen und sich eigentlich anfangs gar nicht riechen können. Allerdings entwickelt sich zwischen den beiden allmählich eine schöne Romanze, die in fantastischen Bildern eingefangen und mit ergreifend-mitreißender Musik unterlegt wird. Allerdings stellt das, was Mia und Sebastian zusammengebracht hat – nämlich die Kunst an sich – ihre Beziehung auch auf die Probe.

„La La Land“ wurde derart gefeiert, dass ich unheimlich neugierig auf den Film war und Probleme hatte, meine Erwartungen niedrig zu halten. Die Tatsache, dass es sich um ein Filmmusical handelt, hat mich dabei jedoch nichts ins Kino gelockt. Eigentlich mag ich Musicals nicht besonders. Mir hat es sich noch nicht so wirklich erschlossen, dass eine Geschichte über Gesang und Tanz besser erzählt werden kann, als auf herkömmliche Art und Weise. Genau genommen empfinde ich viele Musicals als unnötig aufgeblasen und überdramatisiert. An „La La Land“ haben mich im Vorfeld also eher der Regisseur und die beiden Hauptdarsteller interessiert – und von Stone und Gosling wurde ich auch nicht enttäuscht. Ich mag beide sehr und empfand die Chemie zwischen den beiden als stimmig. Um die Songs – die zugegebenermaßen grandios inszeniert waren – kam ich natürlich nicht herum, wobei ich sagen muss, dass die eigentlichen Musical-Szenen eher rar sind. Herkömmliche Dialog-Szenen überwiegen und ich glaube, dass man die Geschichte letztendlich auch nicht als Musical hätte erzählen müssen. Allerdings kann ich den Reiz, den Musik und Tanz in „La La Land“ ausmachen, schon auch verstehen und will da nicht zu sehr meckern. Lieber würde ich noch eine bestimmte Fragestellung erwähnen, die meiner Meinung nach den Antrieb für die Handlung des Films darstellet: Muss man als Künstler seine Vorstellungen von der eigenen perfekten Kunst zu Gunsten des Geschmacks der breiten Masse opfern, um davon leben zu können? Die Figuren von Gosling und Stone haben zu dieser Frage verschiedene Meinungen, wodurch Reibereien enstehen, die für mich interessant waren und mich auch ein wenig zum Nachdenken anregten. Hinzu kommt das wunderbar verschachtelte Ende, welches auf fast schon fiese Art und Weise mit den Erwartungen des Zuschauers spielt. Alles in allem ist „La La Land“ also nicht so herausragend wie „Whiplash“, aber 8 von 10 Popcornguys sind absolut verdient.

Serien Special: Dirk Gentlys holistische Detektei

Originaltitel: Dirk Gently’s Holistic Detective Agency
Autor: Max Landis
Produktion: Wow! Max He Really Did It!!!, AMC
Darsteller: Samuel Barnett, Elijah Wood, Hannah Marks, Jade Eshete

Der erfolglose, depressive Todd (Elijah Wood) hat einen richtig miesen Tag: Der Hotelpage entdeckt im Penthoue mehrere grausig zugerichtete Leichen, gerät ins Zielvisier der Polizei, verliert seinen Job und wird in seiner Wohnung auch noch von dem seltsamen britischen Detektiv Dirk Gently (Samuel Barnett) überrascht, der ihn in ein rasantes Abenteuer voller bizarrer Vorkommnisse verwickelt. Bald schon zweifelt er nicht nur an seinem Verstand, sondern auch an der Welt, in die er plötzlich eingetaucht ist. 

Ziemlich unscheinbar tauchte auf Netflix plötzlich diese Serie auf Netflix auf, die zuvor ihre Premerie auf BBC America gefeiert hatte. Mit Elijah Wood besetzt, erregte die Fantasy/Krimi/Comedy/Drama-Serie schnell meine Aufmerksamkeit. Ein Umstand, dem ich einige Episoden großartiger Unterhaltung verdanke. Die von Max Landis (Chronicle, American Ultra) ins Rollen gebrachte Produktion beruht auf einen Roman von Douglas Adams, der diesen als „Geister-Horror-Wer-ist-der-Täter-Zeitmaschinen-Romanzen-Komödien-Musical-Epos“ bezeichnete. Diese Beschreibung passt auch gut zur Serie, die mit allerlei Überraschungen um die Ecke kommt, und somit unmöglich in eine Schublade gesteckt werden kann. Die wirre Story um den Möchtegern-Detektiv Dirk Gently, seinem Assistenten wider Willen Todd, und die vielen völlig verrückten Begegnungen mag zwar zuerst etwas unübersichtlich wirken, scheut sich aber nicht, interessante Mysterien aufzuwerfen, ohne künstliche Erklärungen abzuliefern. Zudem führt dann letztlich doch irgendwie alles zusammen, denn die Worte „Everything is connected“ hört man in dieser Serie mehr als nur einmal. Ich persönlich mag es ja, wenn ich als Zuschauer auch mal gefordert bin, eigene Interpretationen zu erstellen.

Die große Stärke sind hier allerdings ganz klar die Charaktere. Dirk Gently, ein britischer Detektiv mit einem nie enden wollendem Redeschwall, der offensichtlich mehr weiß und mehr ist, als er vorzugeben scheint, hält die Geschichte gut zusammen, die wahre Größe ist allerdings Todd Brotzman, der wie der Zuschauer völlig überfordert von einer bizarren Situation in die nächste stolpert. Fügen wir hier noch seine Schwester Amanda, die mit einer schwerwiegenden Psychose kämpft, die toughe Farah, die nach einer entführten Person sucht, die Assassine Bart, die sich auf einem vom Schicksal bestimmten Killing-Spree befindet, den Gegenspieler Gordon, dessen Stimme sich unnachahmlich nach Mr. Plinkett von RedLetterMedia anhört, an, dann nenne ich hier nur einen Bruchteil aller interessanten Charaktere, die sich hier über die Mattscheibe tummeln und für einen witzigen, emotionalen, spannenden und rätselhaften Moment nach dem anderen sorgen.

Sicher vermag diese Serie nicht jeden zu fesseln, aber ich hatte viel Freude dabei, eine Geschichte mit kreativen Ideen, toller Inszenierung und nicht wenig Blut zu verfolgen. Ich kann nur hoffen, dass die acht Episoden umfassende erste Staffel bald eine Fortsetzung erhält. Auf jeden Fall einen Blick wert!

Rogue One: A Star Wars Story

Titel: Rogue One: A Star Wars Story
Originaltitel: Rogue One: A Star Wars Story
Regie: Gareth Edwards
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Felicity Jones, Diego Luna, Ben Mendelsohn

Der ehemalige Ingenieur Galen Erso (Mads Mikkelsen) lebt zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter Jyn (Felicity Jones) als Farmer. Er hat dem Imperium den Rücken gekehrt, doch seine Vergangenheit holt ihn ein, als er vom imperialen Offizier Orson Krennic (Ben Mendelsohn) zum Bau einer geheimen Superwaffe gezwungen wird. Jyn taucht unter und führt ein Leben ohne großes Interesse an galaktischer Politik. Doch eine Verkettung an Ereignissen führt dazu, dass sie schließlich doch in die Wirren des Bürgerkriegs hineingezogen wird. An der Seite des Rebellenkämpfers Cassian Andor (Diego Luna) versucht sie, die alles entscheidenden Pläne der imperialen Superwaffe – des Todessterns – zu stehlen und den Anführern der Rebellenallianz zukommen zu lassen.

Disney wird so lange „Star Wars“-Filme produzieren, bis wir alle tot sind. Da sich die Produktionszeiten der Hauptepisoden nicht ökonomisch genug verkürzen lassen, müssen die Wartezeiten mit sogenannten Spin-Offs gefüllt werden. Das sind Filme, die kleinere und in sich geschlossene Geschichten abseits der großen Geschehnisse erzählen. Das erste Spin-Off trägt nun den Titel „Rogue One: A Star Wars Story“ und wurde von Regisseur Gareth Edwars („Godzilla“) inszeniert. Im Vorfeld spürte ich bei mir fast keinen Hype, meine Erwartungen waren relativ gering. Allerdings hatte ich folgenden Gedanken: Mit „Rogue One“ wird sich zeigen, ob das „Star Wars“-Universum auch etwas anderes sein kann, als märchenhafte Familiengeschichte im Weltraum.

Ist das Experiment geglückt? Nun, ich würde sagen: Teilweise. Aber erstmal zum Positiven. „Rogue One“ ist für einen „Star Wars“-Film überaus düster, hart und stellenweise fast schon deprimierend. Ich muss sagen, dass mir dieser Tonfall gefallen hat, vor allem deshalb, weil es ja eine Art Kriegsfilm sein soll. Insofern hat mir auch das konsequente Ende zugesagt. Im letzten Drittel häufen sich auch die besten Bilder des Films. „Rogue One“ besticht durch gute Action, wobei besonders die großartige Weltraumschlacht zu nennen ist. In diesem Punkt überflügelt das Spin-Off meiner Meinung nach eindeutig „Das Erwachen der Macht“. Der Film kann den Gesamteindruck der Saga auch um ein bis zwei interessante Facetten ergänzen. Unter anderem steht das Imperium nach „Rogue One“ nicht mehr ganz so dämlich da, wenn es um den Konstruktionsfehler des Todessterns geht. Auch die etwas ambivalente Darstellung der Rebellenallianz hat mir gefallen – die Fronten sind hier nicht mehr nur schwarz und weiß. Die besten Szenen des Films gehören aber ganz klar Darth Vader. Der beste Filmschurke aller Zeiten hat zwar nur wenige Minuten für sich, doch diese nutzt er perfekt. Gerade bei Vaders letzter Szene dürften vielen Fans die Freudentränen kommen.

Leider hat „Rogue One“ auch einige massive Schattenseiten. Negativ aufgefallen ist mir unter anderem die CGI-Darstellung von zwei Charakteren aus der ursprünglichen Trilogie, die ohne Tricktechnik so nicht mehr vorzeigbar gewesen wären. Die Animation ist neutral betrachtet nicht schlecht, in einem Videospiel hätte ich ihre Auftritte großartig gefunden. Doch in einem Spielfilm mit echten Menschen fällt das CGI dann doch noch auf und ich werde als Zuschauer aus der Geschichte gerissen. Der Soundtrack von Michael Giacchino war solide. Altbekannte Themen wurden nicht besonders stark verwendet, doch auf der anderen Seite gelang es dem Komponisten nicht, nennenswerte eigene Akzente zu setzen. Vielleicht hängt dies auch mit der eher kurzfristigen Verpflichtung von Giacchino zusammen. Aufgrund von schlechtem Pacing in der Mitte verliert „Rogue One“ auch etwas an Fahrt und kann nicht durchweg fesseln. Aber das größte Problem des Films sind eindeutig die Charaktere. Ben Mendelsohn mag ein guter Schauspieler sein, doch Orson Krennic agiert im Schatten von Vader und Tarkin und wird nicht lange im Gedächtns bleiben. Die meisten Mitglieder der Rebellentruppe bleiben oberflächlich, lediglich bei Jyn Erso und Cassian Andor geht man charakterlich mehr in die Tiefe. Dennoch wird man mit keinem von beiden sonderlich warm. Im Vergleich dazu benötigte „Das Erwachen der Macht“ nicht einmal eine Viertelstunde, um mir Rey, Finn und Poe Dameron als sympathische Figuren zu verkaufen. Hier wollte ich nicht, dass irgendjemand stirbt. Bei „Rogue One“ habe ich irgendwann angefangen zu hoffen, dass es mit dem Sterben nun endlich losgeht. Sympathisch fand ich eigentlich nur den Droiden K-2SO, was bei einem Film, dessen Ausgang handlungstechnisch mehr als fest steht, ein fatales Problem ist. Doch wie hätte man das vermeiden können? Möglicherweise hätten sich andere Darsteller schneller in mein Herz gespielt. Ich meine aber, dass manche Nebenfiguren komplett unnötig waren. Hierbei sind die Charaktere von Donnie Yen und Jiang Wen zu nennen, die ganz klar deswegen dabei sind, um sich dem chinesischen Filmmarkt anzubiedern. Ökonomisch ist die Entscheidung also nachvollziehbar, aber inhaltlich hätte „Rogue One“ die Kürzung einiger Figuren und die gleichzeitige Fokussierung auf Jyn Erso sicher besser getan.

Hat das erste Spin-Off nun gezeigt, dass „Star Wars“ mehr sein kann, als ein Weltraummärchen für die ganze Familie? Auch, wenn die Rechnung nicht perfekt aufgegangen ist, würde ich die Frage mit Ja beantworten. Das Potential ist da und mit besseren Charakteren hätte „Rogue One“ definitiv eine runde Sache werden können. Ich möchte also die Spin-Offs noch nicht abschreiben und bin gespannt darauf, ob mir das nächste Experiment mehr zusagt. Bei diesem soll es übrigens um die Abenteuer des jungen Han Solo gehen. „Rogue One“ bekommt von mir aber erstmal 7 von 10 Popcornguys.

Ghostbusters

Titel: Ghostbusters
Originaltitel: Ghostbusters
Regie: Paul Feig
Musik: Theodore Shapiro
Darsteller: Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones

New York: Es häufen sich übernatürliche Erscheinungen von Geistern, die von den meisten Bewohnern der Stadt jedoch nicht ernst genommen werden. Drei in Ungnade gefallene Wissenschaftlerinnen (Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon) tun sich mit einer U-Bahn-Arbeiterin (Leslie Jones) zusammen, um den paranormalen Phänomenen auf den Grund zu gehen. Fragliche Unterstützung bekommen sie dabei von ihrer attraktiven, aber geistig minderbemittelten männlichen Sekretärin Kevin (Chris Hemsworth). Das als Ghostbusters bekannt werdende Team bekommt bald den Verdacht, dass hinter all den Geister-Erscheinungen ein Mastermind stecken könnte.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin kein großer „Ghostbusters“-Fan. Dafür habe ich die Filme etwa 10 Jahre zu spät gesehen. Ohne eine große emotionale Bindung kann ich aber trotzdem sagen, dass es sich beim ersten Teil um einen komischen und schrulligen Film handelt, dessen Kultpotential ich erkenne und würdige. Die Fortsetzung dagegen halte ich für nicht sonderlich gelungen. Vermutlich ist „Ghostbusters“ so ein Film, der nur zu einer ganz bestimmten Zeit, unter einer ganz bestimmten Regie und mit ganz bestimmten Schauspielern gut werden konnte. Jedenfalls sehe ich mich aufgrund meiner fehlenden emotionalen Bindung zum Franchise in der Lage, relativ neutral an das Remake herangehen zu können. Wobei das mit der Neutralität in diesem Fall so eine Sache ist.

Erstmal zum Positiven: Die Charaktere sind nicht so furchtbar, wie es der Trailer vermuten ließ. Melissa McCarthy, normalerweise penetrant und laut, spielt hier angenehm dezent. Kristen Wiig als biedere Physikerin mit Stock im Arsch ist zumindest am Anfang sympathisch – bis ihre Libido zu mehreren peinlichen Momenten führt. Kate McKinnon ist in ihrer Rolle zwar hoffnungslos überzeichnet, sticht aber womöglich gerade deswegen heraus und ist gelegentlich fast schon cool. Und Leslie Jones kommt überraschend geerdet daher und nervt lediglich dann, wenn sie brüllt. Alles in allem scheinen es doch Frauen mit komödiantischem Potential zu sein. Dass eben jenes nicht ausgeschöpft oder in sinnvolle Wege geleitet wird, hat ja eher mit Regie und Drehbuch zu tun.

Positiv ist außerdem der Umstand, dass einen die Story – so flach und abgekupfert sie auch sein mag – nie komplett verliert. Die Facepalm-Momente halten sich in Grenzen und so mochte sich bei mir das Gefühl von Hass nie so recht einstellen. Eventuell mögen das Fans der alten Filme aber anders sehen. Apropos alte Filme: Die noch lebenden Ghostbusters aus dem Original haben allesamt kleine Cameo-Auftritte. Gut, insbesondere Bill Murray wirkt so, als hätte er auf das Ganze überhaupt keinen Bock. Aber dennoch stellen die Auftritte der alten Garde kleine Highlights dar, weil sie an einen besseren Film erinnern. Jedoch sollte man sich darauf gefasst machen, dass die früheren Rollen nicht aufgegriffen werden – Murray & Co. spielen gänzlich andere Charaktere.

Mehr positive Aspekte des Films mögen mir ab nun nicht mehr einfallen. Mein größter Kritikpunkt – und vielleicht der einzig wichtige – ist folgender: „Ghostbusters“ funktioniert für mich nicht als Komödie. Die eine Hälfte der Gags dreht sich um Fürze, Pisse oder Kacke, während die andere Hälfte gewzungen, angestrengt und schlecht improvisiert wirkt. Subtilität und Ironie sind nicht zu finden. Selten konnte ich schmunzeln, kein einziges Mal konnte ich Lachen. Im Grunde könnte ich mit dem Schreiben an der Stelle aufhören, weil man auch nicht mehr wissen muss, wenn man den Film bewerten will. Aber auf ein paar Details möchte ich trotzdem noch eingehen.

Zunächst möchte ich ein paar Worte zu Chris Hemsworth verlieren. Sein grenzdebiler Charakter bewegt sich scharf an der Grenze zur geistigen Behinderung. Klar, man kann das lustig finden und in seiner Darstellung womöglich eine amüsante Überspitzung seines ja auch nicht besonders hellen Thor-Charakters sehen. Aber mir persönlich ist eine Figur, die mehrere Male probiert, ein Telefon hinter einem Aquariumsglas zu berühren, einfach too much. Das wäre übrigens auch mit einer Frau nicht komisch gewesen. Und da wären wir auch schon bei jenem brisanten Thema, welches das Vorfeld von „Ghostbusters“ von Anfang an bestimmt hat: Frauenfeindlichkeit.

Was gab es da nicht alles für Diskussionen! Können Frauen denn wirklich Ghostbusters sein? Beziehungsweise: Können Frauen denn überhaupt witzig sein? Ja, manche Menschen haben sich tatsächlich diese Fragen gestellt. Aber besonders viele waren es nicht. Interessant ist hierbei folgender Fakt: Sony hat unter seinem Trailer jene Youtube-Kommentare entfernt, in denen – zu Recht – festgestellt wurde, dass der Trailer einfach nicht lustig ist. Stehen geblieben sind lediglich die frauenfeindlichen Kommentare. Sony hat damit Kritikern eine perfide Falle gestellt: Wenn du „Ghostbusters“ nicht lustig findest, bist du automatisch frauenfeindlich. Ich möchte dagegen halten, dass es absolut in Ordnung ist, diesen Film durchschnittlich, schlecht oder gar scheiße zu finden, denn das Problem liegt nicht bei den Darstellerinnen oder den weiblichen Charakteren. Er ist schlichtweg nicht komisch.

Es ist außerdem auffallend, mit was für einer trotzigen Haltung „Ghostbusters“ zwischen den Zeilen daher kommt. So haben die Wissenschaftlerinnen im Film mit kritischen Youtube-Kommentaren unter ihren eigenen Videos zu kämpfen, während es sich bei ihrem männlichen Gegenspieler mehr oder weniger um einen eigenbrötlerischen Nerd handelt. Viel offensichtlicher kann man nicht gegen das ohnehin schon verärgerte Kernpublikum treten – und ob das sonderlich klug und diplomatisch ist, wage ich zu bezweifeln. Letztendlich würde ich bei „Ghostbusters“ auch von einer Art umgedrehten Sexismus sprechen: Nahezu jede männliche Rolle ist entweder böse oder dämlich. Dass daneben die weiblichen Rollen automatisch besser aussehen, liegt auf der Hand. Ob der Film damit dem Feminismus einen wertvollen Dienst erweist, sei mal dahin gestellt. „Ghostbusters“ kann meiner Meinung nach nicht mit starken Frauenrollen auffahren. Er hat lediglich bewiesen, dass auch Frauen problemlos die Protagonisten in schlechten Komödien sein können und dafür keine Männer brauchen.

Fazit: „Ghostbusters“ ist für mich nicht wirklich hassenswert, dafür aber überhaupt nicht komisch, total unnötig und absolut belanglos. Ich kann euch nur raten, euer Geld anders zu investieren und um diesen Film einen Bogen zu machen. Anders lässt sich die Filmlandschaft ja nur schwer mitgestalten. Es gibt knappe 5 von 10 Popcornguys.

Star Trek Beyond

Titel: Star Trek Beyond
Originaltitel: Star Trek Beyond
Regie: Justin Lin
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban

Die Crew der „USS Enterprise“ befindet sich mitten in ihrer 5-Jahres-Mission, auf welcher sie fremde Welten erforschen und im Namen der Sternenflotte agieren soll. Kapitän James T. Kirk (Chris Pine) leidet unter Ermüdungserscheinungen und fragt sich, wo eigentlich sein Platz im Universum ist. Während er also überlegt, seinen Posten an den ersten Offizier Spock (Zachary Quinto) abzugeben, spielt dieser mit dem Gedanken, als Botschafter nach Neu-Vulkan zu gehen. Auf einer gigantischen Raumstation erbittet unterdessen eine Kapitänin die Hilfe der „Enterprise“: Schiff und Crew der Fremden gingen angeblich in einem Weltraumnebel verloren. Kirk befehligt die Rettungsmission, doch die „Enterprise“ wird vom fremdartigen Raumschiff des mysteriöse Krall (Idris Elba) angegriffen. Die Crew strandet schließlich auf einem fremden Planeten und muss dort schnell ums Überleben kämpfen.

Mit „Star Trek“ sorgte J.J. Abrams 2009 für eine Wiederbelebung des „Star Trek“-Franchises. Seine beiden Filme waren zwar keine wirkliche Science-Fiction, doch er produzierte unterhaltsame Action-Abenteuer im Weltraum, in denen eine recht gute Balance zwischen Krawall und Charakteren herrschte. Da die Filme erfolgreich ein breiteres Publikum ansprachen, konnte die „Enterprise“ im Kino mit weiteren Abenteuern rechnen. Allerdings verließ Abrams zugunsten von „Star Wars“ den Regie-Stuhl und Justin Lin sprang ein. Da schaltete meine imaginäre Brücke gleich mal auf Alarmstufe Rot. Die Gefahr, dass „Star Trek“ nun endgültig too fast und too furious werden könnte, erschien mir groß.

Dabei beginnt „Star Trek Beyond“ überraschend ruhig. Wir sehen einen nachdenklichen Kirk mit Selbstzweifeln, wodurch Chris Pine eine dezent andere Seite ausspielen kann. Das ist einerseits angenehm, andererseits aber auch etwas aufgesetzt, da ein Typ Mitte 30 anscheinend nicht einfach mal „nur“ Kapitän eines Raumschiffs sein kann – gerade, nachdem es in den letzten beiden Filmen ja genau darum ging, diese Position einzunehmen. Mit dem Überfall von Film-Bösewicht Krall nimmt der Film dann an Fahrt auf. Dabei nimmt die Action glücklicherweise niemals Brechreiz auslösende Exzesse à la „Man of Steel“ an. Dennoch muss ich sagen, dass mir das Tempo dann doch zu hoch ist und es sich keine bedrohliche Dramaturgie entwickeln kann. Die emotionale Fallhöhe ist also nicht hoch genug, weswegen an und für sich schlimme Ereignisse lediglich an der Oberfläche berühren. Und weil wir gerade bei der Action sind: Der Film spielt angenehmerweise zur Abwechslung mal nicht auf der Erde. Dennoch wird für den Showdown eine stadtähnliche Location gewählt, damit mal wieder recht viel kaputt gehen und an die Terrorismus-Ängste des Zuschauers angeknüpft werden kann. Da hätte ich gerne mal etwas anderes gesehen.

Überzeugend war für mich aber das Zusammenspiel der Charaktere, was dann auch zu dem Punkt führt, der „Star Trek Beyond“ positiv von den meisten anderen Action-Blockbustern abhebt: Es gibt sympathische Figuren. Teilweise liegt das am Einsatz der Schauspieler, zu einem anderen – und womöglich größeren – Teil am Nostalgie-Faktor. Hervorheben möchte ich Karl Urban in der Rolle von Schiffsarzt Leonard „Pille“ McCoy, der schon immer mein Liebling in der Crew war. Seine gemeinsamen Szenen mit Spock-Darsteller Zachary Quinto sorgen für die lustigsten Sprüche des Films. Aber auch Sofia Boutella als exotische Kriegerin Jaylah wird mir im Gedächtnis bleiben. Kostüm und Maske lieferten hierbei eine tolle Arbeit ab. Idris Elba als Gegenspieler Krall ist dagegen eher ein Schwachpunkt des Films. Dass man den Schauspieler unter der reptilienhaften Maskierung kaum erkennt, ist dabei nicht mal so entscheidend. Ungünstiger ist vielmehr, dass Kralls Motivation viel zu spät gelüftet und dann auch nicht ausreichend thematisiert wird. Dabei würde hier im Kern ein Thema stecken, welches möglicherweise mehr für „Star Trek“ steht, als es Abrams‘ Filme tun. Aber anstatt einer intellektuellen Ausarbeitung dieses Themas wird der Fokus ganz klar auf Action und Zerstörung gelegt, sodass der eigentliche Grund der Story bestenfalls als Randnotiz wahrgenommen wird.

Den Soundtrack zum liefert Michael Giacchino, der hier wie gewöhnlich einen guten Job macht. Ich mag seine Theme-Melodie, die bereits in den Vorgängern zu hören war, sehr gerne. Neue Elemente im Soundtrack sind mir allerdings nicht aufgefallen, wobei das auch einfach mit dem rasanten Tempo des Films zusammenhängen kann. Musik ist allgemein ein wichtiges Thema in „Star Trek Beyond“ und wird auch handlungsrelevant eingesetzt. Ich muss für mich noch entscheiden, ob ich die entsprechenden Stellen nun cool oder peinlich finden soll. Allerdings bin ich sehr erleichtert, dass Rihannas Song „Sledgehammer“ nicht im Film eingearbeitet wurde.

Fazit: „Star Trek Beyond“ ist nicht so schlimm geworden, wie ich es nach den Trailern befürchtet habe. Intellektuell lässt sich nicht viel mit ihm anfangen und auch emotional hat er mich an nicht allzu vielen Stellen angesprochen, doch unterhaltungstechnisch befindet er sich überraschenderweise auf einem ähnlichen Niveau wie die „Star Trek“-Filme von Abrams. So gebe ich dem Streifen, der übrigens den verstorbenen Schauspielern Anton Yelchin und Leonard Nimoy gewidmet ist, gute 7 von 10 Popcornguys.

Ex Machina

Titel: Ex Machina
Originaltitel: Ex Machina
Regie: Alex Garland
Musik: Geoff Barrow, Ben Salisbury
Darsteller: Domhnall Gleeson, Oscar Isaac, Alicia Vikander

Der junge Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) gewinnt ein firmeninternes Gewinnspiel und wird in das abgelegene High-Tech-Haus des exzentrischen Konzernchefs Nathan (Oscar Isaac) geladen. Dort ist Nathan dabei, in der Form des weiblichen Roboters Ava (Alicia Vikander) eine künstliche Intelligenz zu erschaffen. Caleb soll nun Ava in Gesprächen eine Woche lang testen, damit ein letztendliches Urteil über den Erfolg des Projekts gefällt werden kann. Doch zwischen dem Programmierer und dem Roboter entwickeln sich allmählich Gefühle. Der Weg für eine komplexe Dreiecksbeziehung ist geebnet und die Lage im abgeschiedenen Landhaus spitzt sich auf dramatische Weise zu.

Man kennt das ja: Da geht man wochenlang ins Kino, wird mit Durchschnittsware abgespeist, wartet sehnsüchtig auf die cineastische Erlösung und wird nach einer mehr oder weniger langen Zeit auch belohnt. In meinem Fall war die Belohnung der Science-Fiction-Thriller „Ex Machina“, das Regiedebut des Schriftstellers Alex Garland.

Schon der erste Trailer von „Ex Machina“ hat mich fasziniert. Dabei ist die Thematik der künstlichen Intelligenz kinotechnisch gerade fast schon ausgereizt. Ich denke dabei beispielsweise an den traumhaften Film „Her“, in dem sich Joaquin Phoenix in sein Betriebssystem verliebt – oder aber auch den aktuellen „Avengers“-Film, wo es Marvels Superheldentruppe mit dem Roboter Ultron zu tun bekommt. Doch „Ex Machina“ wählt genretechnisch einen anderen Weg: Er ist weder ein reiner Liebesfilm, noch ein brachiales Action-Gedöns. „Ex Machina“ ist ein Thriller-Kammerspiel. Der phasenweise sehr aufreibende Soundtrack, die klaustrophobische Architektur von Nathans Landsitz und eine unterstützende Kameraführung tragen zum kontinuierlichen Spannungsaufbau des Films bei. Durchsetzt ist der Thriller mit ruhigeren Passagen, in denen sich die Gespräche um Sexualität und den Sinn, beziehungsweise Unsinn künstlicher Intelligenz drehen.

Die schauspielerische Leistung in „Ex Machina“ bewegt sich auf einem hohen Niveau. Domhnall Gleeson, den man aus den „Harry Potter“-Filmen kennt, trägt den Film als Protagonist und Identikationsfigur sehr gut. Oscar Isaac gibt daneben eine äußerst denkwürdige Performance als exzentrischer, alkoholabhängiger, aber gleichzeitig brillanter Konzernchef ab. Das Herz des Films bildet allerdings Alicia Vikander als Roboter Ava. Ihr gelingt es genau jene Facetten auszuspielen, die insbesonderes männliche Zuschauer begeistern dürften: Sie zeigt sich anfangs naiv angesichts menschlicher Emotionen, entwickelt daraus eine geradezu herzergreifende Putzigkeit, bevor sie am Ende des Films ihre berechnende Kühle ausspielt.

„Ex Machina“ mag vielleicht nicht mit ganz so vielen Denkansätzen daher kommen wie „Her“, aber der philosophische Unterbau bleibt dennoch nicht auf der Strecke. Und daneben beweist das 11-Millionen-Euro-Budget des Films, das spannende und gleichzeitig clevere Unterhaltung keine Unsummen kosten muss. Es gibt starke 8 von 10 Popcornguys mit der Tendenz nach oben. Ganz klare Empfehlung!