Die Fliege

Titel: Die Fliege
Originaltitel: The Fly
Regie: David Cronenberg
Musik: Howard Shore
Darsteller: Jeff Goldblum, Geena Davis, John Getz

Die Journalistin Veronica Quaife (Geena Davis) lernt den brillanten, aber auch exzentrischen Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) kennen. Dieser arbeitet an einem Gerät zur Teleportation, um Gegenstände oder auch Lebewesen von einem Ort zum anderen zu versetzen. Nachdem ein Versuch mit einem Pavian glückt, testet Brundle das Gerät an sich selbst. Da sich aber mit ihm eine Stubenfliege in der Teleportationskammer befindet, kommt es zu einem Unfall, bei welchem der Computer Brundles DNS mit der des Insekts verschmelzt. Nach und nach verliert der Wissenschaftler seine Menschlichkeit und verwandelt sich in ein neuartiges und abstoßendes Wesen.

Immer wieder stolpere ich über Klassiker, die ich bisher noch nicht gesehen habe – und dazu gehört auch Cronenbergs kultiger Horror-Streifen „Die Fliege“. Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich mit dem Film auseinanderzusetzen, doch erst heute habe ich die Blu-ray eingelegt. Das Ergebnis: „Die Fliege“ hat mich derart beeindruckt, dass ich umgehend meine Gedanken dazu aufschreiben möchte.

Der Film stammt aus dem Jahr 1986 und unterscheidet sich in seiner Machart sehr von heutigen Werken. Auffallend ist beispielsweise der recht unvermittelt wirkende Anfang des Films. Der Zuschauer wird quasi in der ersten Einstellung mit den beiden Hauptfiguren, die sich auf einer Art Party treffen, konfrontiert. Da habe ich mir die Frage gestellt, ob sich das nicht negativ auf meinen emotionalen Bezug zu den Charakteren auswirken könnte. Glücklicherweise tat es das nicht, was hauptsächlich an der sehr sympathischen Art von Jeff Goldblum liegt. Er überzeugt als intelligenter, aber auch eigenwilliger Wissenschaftler und wächst einem in der Rolle recht schnell ans Herz. Der Film liefert außerdem das nötige Hintergrundwissen zu seiner Figur. Beispielsweise erfährt man, dass Brundle das Reisen mit herkömmlichen Verkehrsmitteln nicht bekommt – ein banaler, aber einfach netter Grund, einen Teleporter zu erfinden. Auch Geena Davis, deren Charakter sich bald in den Wissenschaftler verliebt, liefert eine zumindest ausreichende Performance ab. Recht früh im Film fiel mir außerdem eine andere Sache auf, die ich der Entstehung in den 80er Jahren zuschreibe: Zu keinem Zeitpunkt macht sich eine der Figuren die Mühe, den Vorgang des Teleportierens ausführlich zu erklären. Stattdessen muss man als Zuschauer die Technik einfach hinnehmen – jedoch kann man sich umso schneller auf die eigentliche Handlung konzentrieren. Das empfand ich gerade im Blick auf heutige Filme, die sich gerne mal zu Tode erklären, als äußerst erfrischend und charmant.

Was ist aber die eigentliche Handlung von „Die Fliege“? Der Film wird in der Regel als Horror-Film bezeichnet. Und es gibt in der Tat einige Szenen, die es diesbezüglich in sich haben. Brundles Mutation wird mit wunderbaren und handgemachten, aber eben sehr expliziten und ekelerregenden Effekten visualisiert. Die dafür verantwortliche Abteilung hat ganze Arbeit geleistet. Allerdings beschränkt sich „Die Fliege“ nicht nur auf diesen Horror-Aspekt. Die eigentliche Stärke liegt in der Tragik der Verwandlung. Brundle spürt direkt nach dem Teleportieren zwar eine Veränderung, doch er nimmt sie zunächst positiv wahr. Er fühlt sich lebendiger und physisch gestärkt. Erst nach und nach fallen ihm und seiner Freundin Veronica die Schattenseiten der Mutation auf. Brundle forscht nach und muss erkennen, dass er den Prozess nicht stoppen kann. Er steuert seinem Tod entgegen und verliert nach und nach alles, was ihn körperlich und seelisch als Mensch ausmacht. Dabei verliert er nicht nur das Leben, wie er es gekannt hat, sondern auch Veronica, in die er sich erst kürzlich verliebt hat. Genau diese Tragik ist es, die meiner Meinung nach „Die Fliege“ über einen einfachen Horror-Film stellt und den Streifen zu etwas Besonderem macht. Positiv trägt auch die Charakterisierung von Stathis Borans bei. Der Ex-Freund und Boss von Veronica wird als unsympathischer Macho eingeführt, agiert aber gegen Ende des Films völlig abseits des Klischees.

Fazit: „Die Fliege“ kann ich jedem empfehlen, der auf charmanten 80er Jahre Horror steht, einen einigermaßen stabilen Magen hat und einen Gefallen an Tragik findet. Von mir bekommt dieser wunderbare Klassiker ganz starke 9 von 10 Popcornguys!

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„Star Trek“ – Die Filme I bis VI

Spätestens seit dem Reboot von J.J. Abrams ist „Star Trek“ wieder in aller Munde. Den neuen Filmen gelang es, sowohl neue Fans anzusprechen, als auch einen Teil der alten Trekkies am Ball zu halten. Dies erforderte natürlich eine Anpassung an das Mainstream-Publikum, welche meiner Meinung nach allerdings geschickt gelöst wurde. Dennoch sollte man die ursprünglichen Filme nicht vergessen, da sie Charaktere wie Kirk, Spock, Pille und Scotty erst zu Kultfiguren werden ließen. Die Popcornguys wünschen euch nun viel Spaß bei einem kleinen Ausflug in die Vergangenheit von „Star Trek“! Aber vorsichtig, es könnte nostalgisch werden.

Star Trek: Der Film

Regie: Robert Wise
Musik: Jerry Goldsmith
Erscheinungsjahr: 1979

Eine gigantische Energiewolke unbekannter Zusammensetzung treibt durch das All auf die Erde zu und hinterlässt dabei eine Spur der Zerstörung. Eine Kommunikation mit der mysteriösen Bedrohung scheitert. Die Föderation beschließt, die „Enterprise“ auf einen wenig aussichtsreichen Abfangkurs zu schicken. Admiral James Kirk (William Shatner), der frühere Kapitän des Schiffs, lässt sich für diese Mission das Kommando geben und löst damit den jüngeren Will Decker (Stephen Collins) ab. Trotz seiner Erfahrung hat Kirk kurz darauf erste Probleme mit der frisch restaurierten Technik der „Enterprise“ – und dabei nähert sich die zerstörerische Energiewolke immer weiter der Erde an.

Der erste Ausflug der „Enterprise“ auf die große Kinoleinwand gilt gleichzeitig als einer der schlechteren Filme der Reihe. Doch viele Kritikpunkte hängen vermutlich mit den heutigen Sehgewohnheiten zusammen. Während Science-Fiction heute als Synonym für schnelle Action und Explosionen gilt, fährt „Star Trek: Der Film“ mit ausufernd langen Kamerafahrten und Einstellungen auf. Ein wenig Geduld ist also schon nötig, wenn gefühlt jeder Zentimeter der Außenhülle der „Enterprise“ erkundet wird. Aber andererseits ist diese Art des Filmens geradezu erfrischend, wenn man sich die häufig gehetzt wirkenden Schnittfassungen moderner Blockbuster vor Augen führt. Auch die Tatsache, dass es in „Star Trek: Der Film“ keine Bedrohung durch eine Einzelperson gibt, sondern eine schwer greifbare Macht gefasst werden muss, halte ich für einen positiven Punkt. Weniger gut wirkt sich dagegen die irgendwie zwar nötige, aber dennoch störende Ernsthaftigkeit im Grundton des Films aus. Der Humor ist auf ein Minimum reduziert, was die allseits beliebte Dynamik zwischen den kultigen Figuren stellenweise recht ins Stocken bringt. Dennoch ist die Auflösung gelungen und am Ende steht ein doch passabler Film: 6 von 10 Popcornguys!

Star Trek II: Der Zorn des Khan

Regie: Nicholas Meyer
Musik: James Horner
Erscheinungsjahr: 1982

Die Föderation unterstützt das sogenannte Genesis-Projekt, durch welches es möglich werden soll, karge Monde oder Planeten innerhalb kürzester Zeit bewohnbar zu machen. Angesichts galaktischer Überbevölkerung und Ressourcenknappheit wäre ein Gelingen äußerst praktisch. Allerdings könnte das Genesis-Projekt in den falschen Händen zu einer gefährlichen Waffe werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Testplaneten entdecken Föderationsmitglieder den verschollenen Khan (Ricardo Montalbán), einen alten Erzfeind Kirks. Dieser möchte sich des Genesis-Projekts bemächtigen, doch in erster Linie Rache an dem Mann üben, der ihn einst ins Exil schickte.

Unter der Regie von Nicholas Meyer entstand der wichtigste und vermutlich auch beste Film der Reihe. Die Inszenierung ist im Vergleich zum Vorgänger um einiges flotter und unterhaltsamer. Militärische Einflüsse sind stärker zu spüren, allerdings bleiben philosophische oder wissenschaftliche Themen dennoch nicht auf der Strecke. Die Charaktere agieren gut aufeinander abgestimmt und können dieses Mal eine Menge Witz und Charisma versprühen. Dreh- und Angelpunkt bleibt aber natürlich der Bösewicht des Films. Ricardo Montalbán fasziniert in der Rolle des Khan und kann spielend an seinen ersten Auftritt in der früheren Fernsehserie anknüpfen. Die ausgewogene Mischung aus Intelligenz, Überheblichkeit und literarischer Bildung macht für mich diesen Gegenspieler aus. Khan liebt insbesondere Herman Melvilles Roman „Moby Dick“, aus welchem er gerne in leicht veränderter Form zitiert: „Ich werde ihn jagen um die Monde von Nibia, durch den Antares-Mahlstrom und durch die Flammen der ewigen Verdammnis, bevor ich ihn aufgebe!“ Viel mehr lässt sich zu diesem großartigen Film eigentlich nicht sagen: 9 von 10 Popcornguys!

Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock

Regie: Leonard Nimoy
Musik: James Horner
Erscheinungsjahr: 1984

Der Kampf gegen Khan fordert seinen Preis: Spock (Leonard Nimoy) gibt sein Leben, um Schiff und Crew zu retten. Sein Körper wird auf dem neu entstandenen Planeten Genesis zur letzten Ruhe gelegt, während die „Enterprise“ zur Erde zurückkehrt. Dort erfährt Kirk, dass der Geist Spocks weiterlebt – und zwar im Körper von Schiffsarzt Leonard „Pille“ McCoy (DeForest Kelley). Ein altes vulkanisches Ritual könnte dabei helfen, die Seele des Verstorbenen in den richtigen Körper zurück zu führen. Kirk widersetzt sich den Anweisungen der Raumflotte, kapert sein eigenes Schiff und steuert den Planeten Genesis an. Dort findet die Crew heraus, dass Spocks Tod wohl doch nicht so endgültig war, wie gedacht – und außerdem bekommt es die „Enterprise“ mit den Klingonen zu tun, die Interesse am Genesis-Projekt zeigen.

Erstmals übernimmt Spock-Darsteller Leonard Nimoy die Regie und knüpft mit dem dritten Teil der Reihe nahtlos an „Der Zorn des Khan“ an. Die Erzählweise bleibt unterhaltsam und flott, wenn auch nicht so ausgeklügelt und überragend wie im Vorgänger. Auch die klingonischen Gegenspieler reichen nicht an einen Khan heran, sind aber dennoch einprägsam und markant inszeniert. Eine Verbesserung der Tricktechnik fällt ebenfalls auf, was angesichts des Erscheinungsjahres aber nicht verwunderlich sein dürfte. Insgesamt kann ich bei dem Film nicht besonders viel kritisieren, aber auch nicht besonders viel positiv erwähnen. Es gibt 7 von 10 Popcornguys!

Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart

Regie: Leonard Nimoy
Musik: Leonard Rosenman
Erscheinungsjahr: 1986

Eine mysteriöse Sonde steuert die Erde an und sendet dabei ein verstörendes Signal, welches die gesamten irdischen Energiesysteme lahm legt und die Meere verdampfen lässt. Die Crew um Admiral Kirk, die nach der Zerstörung der „Enterprise“ einen klingonischen Kreuzer bemannt, ist die letzte Hoffnung für die Erde. Spock entschlüsselt das Signal der Sonde als Walgesang und spekuliert darauf, dass eine Antwort der Meeressäuger die Sonde zum Rückzug bringen könnte. Allerdings sind sämtliche Wale im 23. Jahrhundert ausgerottet, was der Crew nur eine Möglichkeit lässt: Sie wagen einen Zeitsprung, um aus der Vergangenheit Buckelwale zu holen.

Ich liebe diesen Film! Er ist der mit Abstand unterhaltsamste und witzigste der Reihe. Nahezu jeder Charakter erhält hier die Chance auf einen unvergesslichen Moment: James Kirk findet sogar in der Vergangenheit eine Frau, mit der er flirten kann. Spock bringt mit seinem Vulkanier-Griff einen nervigen Punk zum Schweigen. McCoy beschreibt Chemotherapie und Dialyse als steinzeitlich. Scotty (James Doohan) hat Probleme, einen Computer des 20. Jahrhunderts zu bedienen. Und der Russe Chekov (Walter Koenig) erkundigt sich auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges bei einem amerikanischen Polizisten nach atomgetriebenen Kriegsschiffen. Kein Star-Trek-Film zuvor hatte dermaßen viel Humor zu bieten – und dennoch bleibt das Thema des Umweltschutzes subtil präsent. „Zurück in die Gegenwart“ ist auch für Nicht-Trekkies bestens geeignet, um einen vergnüglichen Abend zu verbringen. Es gibt verdiente 9 von 10 Popcornguys!

Star Trek V: Am Rande des Universums

Regie: William Shatner
Musik: Jerry Goldsmith
Erscheinungsjahr: 1989

Kirk und seine Crew befinden sich gerade auf einem Landurlaub, als Spocks Halbbruder Sybock (Laurence Luckinbill) einige Abgeordnete der Föderation in seine Gewalt bringt. Er provoziet damit das Erscheinen der „Enterprise“ und es gelingt ihm auch, das Schiff in seine Gewalt zu bringen. Sein charismatisches Auftreten und die hypnotische Fähigkeit, andere Personen mit derem tiefsten Schmerz zu konfrontieren, haben ihm viele Anhänger verschafft. Sein Ziel ist es, mit der „Enterprise“ ins Zentrum des Universums vorzudringen und dort das zu finden, was in vielen Kulturen als Gott bezeichnet wird.

Während die drei vorherigen Teile eine Art inoffizielle Trilogie bilden, steht Shatners Regieausflug für sich – und das ist auch gut so. Denn nach reiflicher Überlegung komme ich zum Entschluss, dass dies der schlechteste Film der Reihe ist. Die Story mag ein paar gute Ansätze haben, doch in ihrer Gesamtheit wirkt sie geradezu lächerlich und hanebüchen. Gegenspieler Sybock mag von der grundsätzlichen Ideologie her interessant wirken, doch auch er rückt den Plot in kein stimmiges Licht. Glücklicherweise stützt sich Shatner bei seiner Inszenierung hin und wieder ganz auf die Charaktere und erschafft zumindest ein paar Szenen zum wohligen Schmunzeln – beispielsweise den Lagerfeuergesang von Kirk, Spock und McCoy. Dennoch kann ich für diesen Film nicht mehr als 5 von 10 Popcornguys springen lassen.

Star Trek VI: Das unentdeckte Land

Regie: Nicholas Meyer
Musik: Cliff Eidelmann
Erscheinungsjahr: 1991

Die Explosion des Mondes Praxis führt dazu, dass die Hauptenergiequelle des klingonischen Imperiums zerstört wird. Die Klingonen sind nun zu Friedensverhandlungen mit der Föderation gezwungen, wenn sie ihre Rasse erhalten wollen. Kirk, der dem alten Feind den Mord an seinem Sohn nicht verzeihen kann, bleibt skeptisch. Allerdings wird ihm und der Crew der „Enterprise“ die Aufgabe übertragen, den klingonischen Kanzler sicher zu den Verhandlungen auf der Erde zu geleiten. Nach einem ersten Aufeinandertreffen geschieht etwas Unfassbares: Allem Anschein nach eröffnet die „Enterprise“ das Feuer auf das Schiff des Kanzlers. Anschließend werden zwei Mitglieder der Sternenflotte hinüber gebeamt, wo sie den klingonischen Kanzler töten. Kirk steht unter Mordverdacht und wird zusammen mit Schiffsarzt McCoy zur Gefängnisstrafe auf Rura Penthe verurteilt. Während die Friedensverhandlungen nun mehr als gefährdet sind, versucht Spock mit Hilfe der restlichen Crew die wahren Geschehnisse hinter diesem Attentat aufzudecken.

Für den letzten Kinofilm der Original-Crew kehrt Nicholas Meyer in den Regiestuhl zurück und bringt die Reihe überaus gekonnt zu Ende. Es gelingt ihm, die Situation des Kalten Krieges auf das Star-Trek-Universum zu übertragen und damit auch Kirks schwieriges Verhältnis zu den Klingonen aufzuarbeiten. Als Antagonist dient in erster Linie der klingonische General Chang (Christopher Plummer), der einen faszinierenden Hang zu Shakespeare-Zitaten aufweist und dem Film eine gewisse Klasse verleiht. Der Grundton ist in erster Linie also ernst und düster und man merkt, dass die politische Zukunft auf dem Spiel steht. Dennoch ist genug Raum für Witz und Ironie. Und das optimistische Ende lässt sich als eine Verneigung vor der Grundintention des Star-Trek-Erschaffers Gene Roddenberry interpretieren. Dafür gibt es stolze 8 von 10 Popcornguys!

Zum Schluss dieses Beitrags soll der bekannte Vulkanier-Gruß an alle Leser unseres Blogs gerichtet werden: Lebe lang und in Frieden.

The Lost Boys

Titel: The Lost Boys
Regie: Joel Schuhmacher
Musik: Thomas Newman
Darsteller: Kiefer Sutherland, Jason Patric, Corey Haim, Corey Feldman

Lucy Emerson zieht nach ihrer Scheidung mit ihren beiden Söhnen Michael und Sam (Jason Patric & Corey Haim) zu ihrem Vater nach Santa Carla. Die als besonders gefährlich geltende Stadt wird unter anderem von Jugendbanden und Motorradgangs terrorisiert, denen sich Michael schnell angezogen fühlt. Besonders der Anführer einer Gang, David (Kiefer Sutherland), und die hübsche Star (Jamie Gertz) ziehen ihn in ihren Bann. Von den immer seltsamer werdenden Ereignissen nimmt er kaum noch Notiz, nur sein Bruder Sam scheint die Lage zu erkennen: Die Gang besteht aus Vampiren, und sein Bruder ist drauf und dran, selbst einer zu werden.

Der Horrorklassiker von 1987 gilt nicht unbegründet als einer der besten Vampirfilme aller Zeiten. Joel Schuhmacher, der sich mit seinen beiden Batmanfilmen einen ziemlich schlechten Ruf eingehandelt hat, beweist mit seinen übrigen Filmen doch immer wieder, wie talentiert er eigentlich ist. Doch nicht allein die gelungene Inszenierung dieses Films macht den Horrorspaß komplett: Allein schon der Auftritt diverser Kinderstars der 80er wecken Kindheitserinnerungen, und so wird nicht nur die Seele des Vampirfans befriedigt, sondern auch das typische Gefühl diverser Jugendbewegungen kommt hier voll zur Geltung. Punkrock und Rock´n´Roll, Jugendbanden, Rebellion, Drogen – Schuhmacher hatte hier ein gutes Gespür, jugendliche Mentalitäten gut in Szene zu setzen. Hinzu kommt der subtile Horror, welcher sich in bewährter Weise immer weiter steigert, bis er seine volle Kraft relativ spät, aber zu einem guten Zeitpunkt, aufzeigt. Hinzu gesellen sich die verzweifelten Versuche von Sam, seinen Bruder vor den Vampiren zu beschützen. Hier zeigen sich durchaus komödiantische Momente, besonders durch die Comicladenmitarbeiter und „erfahrene Vampirjäger“ Edgar und Allan (Corey Feldman & Jamison Newlander), welche mit allerlei Tricks und Waffen stets galant gegen die Vampire antreten.

Was also bleibt ist ein spannender, interessanter Horrorfilm, mit frischen Ideen und klassischem Vampirstoff. Unterlegt mit erstklassigem Soundtrack liefert uns „The Lost Boys“ ganz großes Kino. Jugenderinnerungen, die beweisen, dass Vampire mit Schulterpolstern und peinlichen 80er-Frisuren eine wesenentlich bessere Figur machen, als mancher neuzeitlicher Teenie-Vampir.
8 von 10 Punkten!

The Others

Titel: The Others
Regisseur: Alejandro Amenábar
Musik: Alejandro Amenábar
Darsteller: Nicole Kidman, Alakina Mann, James Bentley

Grace Stewart lebt aufs äußerste zurückgezogen mit ihren Kindern Nicholas und Anne in ihrem großen Anwesen in Großbritannien. Die von stetigen Nebel umfangene Villa dient als sichere Festung für das Wohl ihrer Kinder, die an einer seltsamen Krankheit leiden, welche ihnen den Aufenthalt im Tageslicht unmöglich macht. Die drei neuen Hausangestellten müssen sich somit den strikten Regeln unter den wachsamen Augen von Grace beugen, während diese ihre Kinder streng christlich erzieht. Plötzlich aber suchen seltsame Ereignisse die Familie heim: Türen öffnen sich von selbst, das Klavier gibt Töne von sich, und Tochter Anne erzählt sogar von fremden Menschem, die sie im Haus gesehen haben will. Grace schenkt diesen Behauptungen keine Aufmerksamkeit, bis sie selbst mit Dingen konfrontiert wird, die sie nicht erklären kann.

Der spanische Regisseur Amenábar hat mit „The Others“ einen Überraschungshit geleistet, der die Welt ins Staunen brachte. Verhalten und subtil inzeniert, bietet uns dieser Film Horror der alten Schule: Keine schleimige, unwirkliche Monsterwesen oder messerschwingende Serienkiller, sondern eine knarrende Tür ist es, das uns hier die Haare zu Berge stehen lässt. Mit der von Amenábar selbst komponierten Filmmusik unterlegt, präsentieren uns die ruhigen Bilder Nervenkitzel der besonderen Art: Wir fühlen mit Grace mit, spüren die vom Wahn unterfütterte Angst um ihre Kinder, die sich mit den zunehmend unerklärlichen Ereignissen in blanke Paranoia steigert. Hierbei sei die großartige Leistung von Nicole Kidman zu erwähnen, welche in der ohnehin sehr geringen Riege von Darstellern den Film ganz eindeutig trägt.

Die Figuren werden uns als beinah sterotyp vorgestellt, überraschen aber immer wieder: Ob es nun die entschlossene Grace ist, ihr naiver, ängstlicher Sohn Nicholas, die störrische Anne oder die seltsamen Hausangestellten, welche mehr zu wissen scheinen, als sie vorgeben.
„The Others“ bietet erstklassige Horrorkost, welche in einem Twist gipfelt, der nicht nur mich umhaute, sondern vermutlich sogar M. Night Shyamalan beeindrucken würde.

Inzwischen hat der in Europa produzierte Film schon wieder einige Jahre auf dem Buckel, doch können m.E. nur wenige aktuelle Horrorfilme diese Klasse erreichen. Zurecht mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, spreche ich für „The Others“ eine eindeutige Empfehlung an alle Liebhaber subtilen Horrors aus! 9 von 10 Popcornguys!

Total Recall

Titel: Die totale Erinnerung (Original: Total Recall)
Regisseur: Paul Verhoeven
Musik: Jerry Goldsmith
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Michael Ironside

Hier der Trailer

Douglas Quaid führt ein angenehmes Leben als Bauarbeiter im Jahre 2084. Insgeheim hegt er einen Traum: Der Mars übt eine unglaubliche Anziehungskraft auf ihn aus. Seine Frau teilt diese Leidenschaft nicht, und so entschließt er sich, mithilfe der Firma REKALL Inc. eine virtuelle Reise als Geheimagent auf den Mars zu unternehmen. Als seine Traumreise aber schief läuft ist nichts mehr wie es war: Sein bisheriges Leben scheint eine Lüge zu sein. Douglas muss nach Antworten suchen – die er auf dem Mars findet.

Dieser Klassiker aus dem Jahre 1990 ist alles andere als alt. Davon abgesehen, dass noch dieses Jahr das Remake dieses Films in die Kinos kommen wird, ist die Story äußerst aktuell. Alternative, virtuelle Realitäten stehen heute hoch im Kurs. Was in den 90ern noch für ferne Zukunftsmusik gehalten wurde, ist heute greifbar nah, auch wenn es bisher noch keine REKALL-Firmen gibt.

Über die Aktualität hinaus ist Total Recall schlicht ein guter Sci-Fi-Actionfilm. Arndold Schwarzenegger at it´s best befindet sich in einer ständigen Verfolgungsjagd, in der er einerseits einen komplett verwirrten Bauarbeiter, als auch den coolen Held gibt.
Die Story bietet interessante, intelligente Wendungen und Anspielungen: Nicht nur Douglas Quaid selbst kann während seines Abenteuers nicht unterscheiden, welche Realität für ihn eigentlich die wirkliche ist – auch die Zuschauer werden immer wieder aufs Glatteis geführt, welchen Worten sie nun Glauben schenken wollen.

Nun gut – die Effekte sind für damalige Verhältnisse sehr aufwändig, sehen heute aber natürlich lächerlich aus. Dennoch versprüht der Streifen eine besondere Atmosphäre. Nicht zuletzt teils unfreiwillige Komik, als auch handfeste Action, sowieo solide Schauspielarbeit unterhalten den Zuschauer exzellent. Als besonderes Schmankerl entpuppt sich natürlich der Originalton mit Schwarzeneggers unvergleichlichem Akzent.

Ich persönlich mag diesen Klassiker, freue mich aber genauso auf die kommende Neuverfilmung. Colin Farrell muss in in wirklich große Fußstapfen treten.

The Crow – Die Krähe

Titel: The Crow – Die Krähe (Original: The Crow)
Regisseur: Alex Projas
Musik: Graeme Revell, Brain Williams
Darsteller: Brandon Lee, Ernie Hudson, Rochelle Davis

Hier der Trailer

Als das junge Pärchen Eric (Brandon Lee) und Shelly (Sofia Shinas) in der Nacht vor Halloween grausam ermordet wird, steht der Polizist Albrecht (Ernie Hudson) vor einem Rätsel, und er sieht keine Möglichkeit, die Patentochter der beiden (Rochelle Davis) zu trösten. Die Mörder bleiben ungestraft, bis Eric genau ein Jahr später aus dem Reich der Toten zurückkehrt. Aus dem Grab entstiegen und von nun an unsterblich macht er sich auf die Suche nach den Mördern. Bald gerät die Kontrolle der Verbrecher über die Stadt ins Wanken, als ein Übeltäter nach dem anderen „der Krähe“ zum Opfer fällt.

Seit langer Zeit wieder habe ich mir diesen Klassiker aus dem Jahre 1994 gegönnt. Nach wie vor bin ich begeistert, auch wenn ich vieles inzwischen mit anderen Augen sehe. The Crow ist auf jeden Fall immer noch eine der besten Comicverfilmungen aller Zeiten, das ist keine Frage. Genausowenig hat die Figur des Eric Draven nicht an coolness verloren. Ein Untoter, der sich wie ein Blackmetaller schminkt und mit einem schicken Ledermantel auf brutale Art und Weise fiese Verbrecher erledigt, ist praktisch zeitlos. Dabei geht er nicht wie viele heutige Helden, mit einem gewissen moralischen Gerechtigkeitssinn vor: Die Krähe wurde tief verletzt, wird gepeinigt von schrecklichen Erinnerungen, handelt ausschließlich aus dem Motiv der Rache. Dieser düstere Held wird weder bewundert noch verachtet, er ist einfach da und folgt seiner Bestimmung. So finster die Krähe auch ankommt, seine Gegner sind immer noch ein absoluter Gegenpart: Ein unbarmherziger Verbrecherboss mit einer Schwester, die sich gerne an okkulten Praktiken versucht, hält ein eisernes Regiment vollkommen paranoider Gangster, welche durch beinahe terroristische Aktionen die Stadt ins Chaos stürzen.
Zwischen diesen überzeichneten Charakteren kommt die Geschichte dennoch bodenständig an. Die Stadt ist so herrlich düster wie Gotham City an seinen schlimmsten Tagen, und strahlt sogar einen gewissen makaberen Glanz aus, wenn der ehemalige Musiker Eric Draven über den Dächern seiner E-Gitarre feine Töne entlockt.

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, aber die Veröffentlichung dieses Films hat, so viel weiß ich noch, sehr für Gesprächsstoff gesorgt. Der Hauptdarsteller Brandon Lee (übrigens Sohn des großartigen Bruce Lee) war bei einem tragischen Unfall am Set ums Leben gekommen. Der Rest des 1993 produzierten Films wurde mit verschiedenen Techniken (was zu dieser Zeit und mit einem recht geringen Budget sehr schwierig war) fertig gestellt, sodass der Streifen 1994 in die Kinos kam. The Crow wurde vor allem für seinen Soundtrack prämiert, wurde jedoch insgesamt von den Kritikern sehr gelobt. Besonders die Schauspielarbeit von Brandon Lee sei hervorzuheben. Dabei habe ich mich kürzlich gefragt, ob wir hier eine ähnliche Reaktion erlebten, wie es nach dem Tod von Heath Ledger mit The Dark Knight der Fall war.
Sicher wäre dem Film andere Aufmerksamkeit zuteil geworden, doch nichtsdestotrotz hat Brandon Lee äußerst gute Arbeit in diesem Film abgeliefert, und ich bin ganz ehrlich traurig darüber, dass ihm die Chance verwehrt blieben, sein Können in weiteren Produktionen unter Beweis zu stellen.
Von mir erhält „The Crow“ 8 von 10 Popcornguys