Die Fliege

Titel: Die Fliege
Originaltitel: The Fly
Regie: David Cronenberg
Musik: Howard Shore
Darsteller: Jeff Goldblum, Geena Davis, John Getz

Die Journalistin Veronica Quaife (Geena Davis) lernt den brillanten, aber auch exzentrischen Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) kennen. Dieser arbeitet an einem Gerät zur Teleportation, um Gegenstände oder auch Lebewesen von einem Ort zum anderen zu versetzen. Nachdem ein Versuch mit einem Pavian glückt, testet Brundle das Gerät an sich selbst. Da sich aber mit ihm eine Stubenfliege in der Teleportationskammer befindet, kommt es zu einem Unfall, bei welchem der Computer Brundles DNS mit der des Insekts verschmelzt. Nach und nach verliert der Wissenschaftler seine Menschlichkeit und verwandelt sich in ein neuartiges und abstoßendes Wesen.

Immer wieder stolpere ich über Klassiker, die ich bisher noch nicht gesehen habe – und dazu gehört auch Cronenbergs kultiger Horror-Streifen „Die Fliege“. Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich mit dem Film auseinanderzusetzen, doch erst heute habe ich die Blu-ray eingelegt. Das Ergebnis: „Die Fliege“ hat mich derart beeindruckt, dass ich umgehend meine Gedanken dazu aufschreiben möchte.

Der Film stammt aus dem Jahr 1986 und unterscheidet sich in seiner Machart sehr von heutigen Werken. Auffallend ist beispielsweise der recht unvermittelt wirkende Anfang des Films. Der Zuschauer wird quasi in der ersten Einstellung mit den beiden Hauptfiguren, die sich auf einer Art Party treffen, konfrontiert. Da habe ich mir die Frage gestellt, ob sich das nicht negativ auf meinen emotionalen Bezug zu den Charakteren auswirken könnte. Glücklicherweise tat es das nicht, was hauptsächlich an der sehr sympathischen Art von Jeff Goldblum liegt. Er überzeugt als intelligenter, aber auch eigenwilliger Wissenschaftler und wächst einem in der Rolle recht schnell ans Herz. Der Film liefert außerdem das nötige Hintergrundwissen zu seiner Figur. Beispielsweise erfährt man, dass Brundle das Reisen mit herkömmlichen Verkehrsmitteln nicht bekommt – ein banaler, aber einfach netter Grund, einen Teleporter zu erfinden. Auch Geena Davis, deren Charakter sich bald in den Wissenschaftler verliebt, liefert eine zumindest ausreichende Performance ab. Recht früh im Film fiel mir außerdem eine andere Sache auf, die ich der Entstehung in den 80er Jahren zuschreibe: Zu keinem Zeitpunkt macht sich eine der Figuren die Mühe, den Vorgang des Teleportierens ausführlich zu erklären. Stattdessen muss man als Zuschauer die Technik einfach hinnehmen – jedoch kann man sich umso schneller auf die eigentliche Handlung konzentrieren. Das empfand ich gerade im Blick auf heutige Filme, die sich gerne mal zu Tode erklären, als äußerst erfrischend und charmant.

Was ist aber die eigentliche Handlung von „Die Fliege“? Der Film wird in der Regel als Horror-Film bezeichnet. Und es gibt in der Tat einige Szenen, die es diesbezüglich in sich haben. Brundles Mutation wird mit wunderbaren und handgemachten, aber eben sehr expliziten und ekelerregenden Effekten visualisiert. Die dafür verantwortliche Abteilung hat ganze Arbeit geleistet. Allerdings beschränkt sich „Die Fliege“ nicht nur auf diesen Horror-Aspekt. Die eigentliche Stärke liegt in der Tragik der Verwandlung. Brundle spürt direkt nach dem Teleportieren zwar eine Veränderung, doch er nimmt sie zunächst positiv wahr. Er fühlt sich lebendiger und physisch gestärkt. Erst nach und nach fallen ihm und seiner Freundin Veronica die Schattenseiten der Mutation auf. Brundle forscht nach und muss erkennen, dass er den Prozess nicht stoppen kann. Er steuert seinem Tod entgegen und verliert nach und nach alles, was ihn körperlich und seelisch als Mensch ausmacht. Dabei verliert er nicht nur das Leben, wie er es gekannt hat, sondern auch Veronica, in die er sich erst kürzlich verliebt hat. Genau diese Tragik ist es, die meiner Meinung nach „Die Fliege“ über einen einfachen Horror-Film stellt und den Streifen zu etwas Besonderem macht. Positiv trägt auch die Charakterisierung von Stathis Borans bei. Der Ex-Freund und Boss von Veronica wird als unsympathischer Macho eingeführt, agiert aber gegen Ende des Films völlig abseits des Klischees.

Fazit: „Die Fliege“ kann ich jedem empfehlen, der auf charmanten 80er Jahre Horror steht, einen einigermaßen stabilen Magen hat und einen Gefallen an Tragik findet. Von mir bekommt dieser wunderbare Klassiker ganz starke 9 von 10 Popcornguys!

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„Star Trek“ – Die Filme I bis VI

Spätestens seit dem Reboot von J.J. Abrams ist „Star Trek“ wieder in aller Munde. Den neuen Filmen gelang es, sowohl neue Fans anzusprechen, als auch einen Teil der alten Trekkies am Ball zu halten. Dies erforderte natürlich eine Anpassung an das Mainstream-Publikum, welche meiner Meinung nach allerdings geschickt gelöst wurde. Dennoch sollte man die ursprünglichen Filme nicht vergessen, da sie Charaktere wie Kirk, Spock, Pille und Scotty erst zu Kultfiguren werden ließen. Die Popcornguys wünschen euch nun viel Spaß bei einem kleinen Ausflug in die Vergangenheit von „Star Trek“! Aber vorsichtig, es könnte nostalgisch werden.

Star Trek: Der Film

Regie: Robert Wise
Musik: Jerry Goldsmith
Erscheinungsjahr: 1979

Eine gigantische Energiewolke unbekannter Zusammensetzung treibt durch das All auf die Erde zu und hinterlässt dabei eine Spur der Zerstörung. Eine Kommunikation mit der mysteriösen Bedrohung scheitert. Die Föderation beschließt, die „Enterprise“ auf einen wenig aussichtsreichen Abfangkurs zu schicken. Admiral James Kirk (William Shatner), der frühere Kapitän des Schiffs, lässt sich für diese Mission das Kommando geben und löst damit den jüngeren Will Decker (Stephen Collins) ab. Trotz seiner Erfahrung hat Kirk kurz darauf erste Probleme mit der frisch restaurierten Technik der „Enterprise“ – und dabei nähert sich die zerstörerische Energiewolke immer weiter der Erde an.

Der erste Ausflug der „Enterprise“ auf die große Kinoleinwand gilt gleichzeitig als einer der schlechteren Filme der Reihe. Doch viele Kritikpunkte hängen vermutlich mit den heutigen Sehgewohnheiten zusammen. Während Science-Fiction heute als Synonym für schnelle Action und Explosionen gilt, fährt „Star Trek: Der Film“ mit ausufernd langen Kamerafahrten und Einstellungen auf. Ein wenig Geduld ist also schon nötig, wenn gefühlt jeder Zentimeter der Außenhülle der „Enterprise“ erkundet wird. Aber andererseits ist diese Art des Filmens geradezu erfrischend, wenn man sich die häufig gehetzt wirkenden Schnittfassungen moderner Blockbuster vor Augen führt. Auch die Tatsache, dass es in „Star Trek: Der Film“ keine Bedrohung durch eine Einzelperson gibt, sondern eine schwer greifbare Macht gefasst werden muss, halte ich für einen positiven Punkt. Weniger gut wirkt sich dagegen die irgendwie zwar nötige, aber dennoch störende Ernsthaftigkeit im Grundton des Films aus. Der Humor ist auf ein Minimum reduziert, was die allseits beliebte Dynamik zwischen den kultigen Figuren stellenweise recht ins Stocken bringt. Dennoch ist die Auflösung gelungen und am Ende steht ein doch passabler Film: 6 von 10 Popcornguys!

Star Trek II: Der Zorn des Khan

Regie: Nicholas Meyer
Musik: James Horner
Erscheinungsjahr: 1982

Die Föderation unterstützt das sogenannte Genesis-Projekt, durch welches es möglich werden soll, karge Monde oder Planeten innerhalb kürzester Zeit bewohnbar zu machen. Angesichts galaktischer Überbevölkerung und Ressourcenknappheit wäre ein Gelingen äußerst praktisch. Allerdings könnte das Genesis-Projekt in den falschen Händen zu einer gefährlichen Waffe werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Testplaneten entdecken Föderationsmitglieder den verschollenen Khan (Ricardo Montalbán), einen alten Erzfeind Kirks. Dieser möchte sich des Genesis-Projekts bemächtigen, doch in erster Linie Rache an dem Mann üben, der ihn einst ins Exil schickte.

Unter der Regie von Nicholas Meyer entstand der wichtigste und vermutlich auch beste Film der Reihe. Die Inszenierung ist im Vergleich zum Vorgänger um einiges flotter und unterhaltsamer. Militärische Einflüsse sind stärker zu spüren, allerdings bleiben philosophische oder wissenschaftliche Themen dennoch nicht auf der Strecke. Die Charaktere agieren gut aufeinander abgestimmt und können dieses Mal eine Menge Witz und Charisma versprühen. Dreh- und Angelpunkt bleibt aber natürlich der Bösewicht des Films. Ricardo Montalbán fasziniert in der Rolle des Khan und kann spielend an seinen ersten Auftritt in der früheren Fernsehserie anknüpfen. Die ausgewogene Mischung aus Intelligenz, Überheblichkeit und literarischer Bildung macht für mich diesen Gegenspieler aus. Khan liebt insbesondere Herman Melvilles Roman „Moby Dick“, aus welchem er gerne in leicht veränderter Form zitiert: „Ich werde ihn jagen um die Monde von Nibia, durch den Antares-Mahlstrom und durch die Flammen der ewigen Verdammnis, bevor ich ihn aufgebe!“ Viel mehr lässt sich zu diesem großartigen Film eigentlich nicht sagen: 9 von 10 Popcornguys!

Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock

Regie: Leonard Nimoy
Musik: James Horner
Erscheinungsjahr: 1984

Der Kampf gegen Khan fordert seinen Preis: Spock (Leonard Nimoy) gibt sein Leben, um Schiff und Crew zu retten. Sein Körper wird auf dem neu entstandenen Planeten Genesis zur letzten Ruhe gelegt, während die „Enterprise“ zur Erde zurückkehrt. Dort erfährt Kirk, dass der Geist Spocks weiterlebt – und zwar im Körper von Schiffsarzt Leonard „Pille“ McCoy (DeForest Kelley). Ein altes vulkanisches Ritual könnte dabei helfen, die Seele des Verstorbenen in den richtigen Körper zurück zu führen. Kirk widersetzt sich den Anweisungen der Raumflotte, kapert sein eigenes Schiff und steuert den Planeten Genesis an. Dort findet die Crew heraus, dass Spocks Tod wohl doch nicht so endgültig war, wie gedacht – und außerdem bekommt es die „Enterprise“ mit den Klingonen zu tun, die Interesse am Genesis-Projekt zeigen.

Erstmals übernimmt Spock-Darsteller Leonard Nimoy die Regie und knüpft mit dem dritten Teil der Reihe nahtlos an „Der Zorn des Khan“ an. Die Erzählweise bleibt unterhaltsam und flott, wenn auch nicht so ausgeklügelt und überragend wie im Vorgänger. Auch die klingonischen Gegenspieler reichen nicht an einen Khan heran, sind aber dennoch einprägsam und markant inszeniert. Eine Verbesserung der Tricktechnik fällt ebenfalls auf, was angesichts des Erscheinungsjahres aber nicht verwunderlich sein dürfte. Insgesamt kann ich bei dem Film nicht besonders viel kritisieren, aber auch nicht besonders viel positiv erwähnen. Es gibt 7 von 10 Popcornguys!

Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart

Regie: Leonard Nimoy
Musik: Leonard Rosenman
Erscheinungsjahr: 1986

Eine mysteriöse Sonde steuert die Erde an und sendet dabei ein verstörendes Signal, welches die gesamten irdischen Energiesysteme lahm legt und die Meere verdampfen lässt. Die Crew um Admiral Kirk, die nach der Zerstörung der „Enterprise“ einen klingonischen Kreuzer bemannt, ist die letzte Hoffnung für die Erde. Spock entschlüsselt das Signal der Sonde als Walgesang und spekuliert darauf, dass eine Antwort der Meeressäuger die Sonde zum Rückzug bringen könnte. Allerdings sind sämtliche Wale im 23. Jahrhundert ausgerottet, was der Crew nur eine Möglichkeit lässt: Sie wagen einen Zeitsprung, um aus der Vergangenheit Buckelwale zu holen.

Ich liebe diesen Film! Er ist der mit Abstand unterhaltsamste und witzigste der Reihe. Nahezu jeder Charakter erhält hier die Chance auf einen unvergesslichen Moment: James Kirk findet sogar in der Vergangenheit eine Frau, mit der er flirten kann. Spock bringt mit seinem Vulkanier-Griff einen nervigen Punk zum Schweigen. McCoy beschreibt Chemotherapie und Dialyse als steinzeitlich. Scotty (James Doohan) hat Probleme, einen Computer des 20. Jahrhunderts zu bedienen. Und der Russe Chekov (Walter Koenig) erkundigt sich auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges bei einem amerikanischen Polizisten nach atomgetriebenen Kriegsschiffen. Kein Star-Trek-Film zuvor hatte dermaßen viel Humor zu bieten – und dennoch bleibt das Thema des Umweltschutzes subtil präsent. „Zurück in die Gegenwart“ ist auch für Nicht-Trekkies bestens geeignet, um einen vergnüglichen Abend zu verbringen. Es gibt verdiente 9 von 10 Popcornguys!

Star Trek V: Am Rande des Universums

Regie: William Shatner
Musik: Jerry Goldsmith
Erscheinungsjahr: 1989

Kirk und seine Crew befinden sich gerade auf einem Landurlaub, als Spocks Halbbruder Sybock (Laurence Luckinbill) einige Abgeordnete der Föderation in seine Gewalt bringt. Er provoziet damit das Erscheinen der „Enterprise“ und es gelingt ihm auch, das Schiff in seine Gewalt zu bringen. Sein charismatisches Auftreten und die hypnotische Fähigkeit, andere Personen mit derem tiefsten Schmerz zu konfrontieren, haben ihm viele Anhänger verschafft. Sein Ziel ist es, mit der „Enterprise“ ins Zentrum des Universums vorzudringen und dort das zu finden, was in vielen Kulturen als Gott bezeichnet wird.

Während die drei vorherigen Teile eine Art inoffizielle Trilogie bilden, steht Shatners Regieausflug für sich – und das ist auch gut so. Denn nach reiflicher Überlegung komme ich zum Entschluss, dass dies der schlechteste Film der Reihe ist. Die Story mag ein paar gute Ansätze haben, doch in ihrer Gesamtheit wirkt sie geradezu lächerlich und hanebüchen. Gegenspieler Sybock mag von der grundsätzlichen Ideologie her interessant wirken, doch auch er rückt den Plot in kein stimmiges Licht. Glücklicherweise stützt sich Shatner bei seiner Inszenierung hin und wieder ganz auf die Charaktere und erschafft zumindest ein paar Szenen zum wohligen Schmunzeln – beispielsweise den Lagerfeuergesang von Kirk, Spock und McCoy. Dennoch kann ich für diesen Film nicht mehr als 5 von 10 Popcornguys springen lassen.

Star Trek VI: Das unentdeckte Land

Regie: Nicholas Meyer
Musik: Cliff Eidelmann
Erscheinungsjahr: 1991

Die Explosion des Mondes Praxis führt dazu, dass die Hauptenergiequelle des klingonischen Imperiums zerstört wird. Die Klingonen sind nun zu Friedensverhandlungen mit der Föderation gezwungen, wenn sie ihre Rasse erhalten wollen. Kirk, der dem alten Feind den Mord an seinem Sohn nicht verzeihen kann, bleibt skeptisch. Allerdings wird ihm und der Crew der „Enterprise“ die Aufgabe übertragen, den klingonischen Kanzler sicher zu den Verhandlungen auf der Erde zu geleiten. Nach einem ersten Aufeinandertreffen geschieht etwas Unfassbares: Allem Anschein nach eröffnet die „Enterprise“ das Feuer auf das Schiff des Kanzlers. Anschließend werden zwei Mitglieder der Sternenflotte hinüber gebeamt, wo sie den klingonischen Kanzler töten. Kirk steht unter Mordverdacht und wird zusammen mit Schiffsarzt McCoy zur Gefängnisstrafe auf Rura Penthe verurteilt. Während die Friedensverhandlungen nun mehr als gefährdet sind, versucht Spock mit Hilfe der restlichen Crew die wahren Geschehnisse hinter diesem Attentat aufzudecken.

Für den letzten Kinofilm der Original-Crew kehrt Nicholas Meyer in den Regiestuhl zurück und bringt die Reihe überaus gekonnt zu Ende. Es gelingt ihm, die Situation des Kalten Krieges auf das Star-Trek-Universum zu übertragen und damit auch Kirks schwieriges Verhältnis zu den Klingonen aufzuarbeiten. Als Antagonist dient in erster Linie der klingonische General Chang (Christopher Plummer), der einen faszinierenden Hang zu Shakespeare-Zitaten aufweist und dem Film eine gewisse Klasse verleiht. Der Grundton ist in erster Linie also ernst und düster und man merkt, dass die politische Zukunft auf dem Spiel steht. Dennoch ist genug Raum für Witz und Ironie. Und das optimistische Ende lässt sich als eine Verneigung vor der Grundintention des Star-Trek-Erschaffers Gene Roddenberry interpretieren. Dafür gibt es stolze 8 von 10 Popcornguys!

Zum Schluss dieses Beitrags soll der bekannte Vulkanier-Gruß an alle Leser unseres Blogs gerichtet werden: Lebe lang und in Frieden.