Serien-Special: Misfits

Originaltitel: Misfits
Produktion: Clerkenwell Films
Genre: Drama, Comedy, Science-Fiction
Darsteller: Iwan Rheon, Robert Sheehan, Lauren Socha, Nathan Stewart-Jarrett, Antonia Thomas

TRAILER

Eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus fünf straffällig gewordenen Jugendlichen ist zum Ableisten gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Als sie in ein seltsames Unwetter geraten und scheinbar vom Blitz getroffen werden, stellt sich ihre Welt auf den Kopf: Nach und nach entdecken sie übernatürliche Kräfte an sich. Mit der Zeit lernen sie nicht nur, mit ihren Kräften umzugehen, sondern müssen auch feststellen, dass sie nicht die einzigen sind, die seit dem Sturm über besondere Fähigkeiten verfügen.

Eins gleich vorneweg: Verdammt, diese Serie ist der Hammer! Ich darf mich überglücklich schätzen, dieses erstklassige Werk entdeckt zu haben – aber fangen wir von vorn an:
Diese Gruppe Jugendlicher setzt sich aus ganz verschiedenen Charakteren zusammen, eins aber haben sie gemeinsam – irgendwie passen sie nicht in die Gesellschaft. Durch auffälliges, illegales Verhalten dazu verurteilt, der gehassten Gesellschaft einen Dienst zu erweisen, raufen sich die ungleichen Straftäter zusammen, um gemeinsam ihre Arbeit abzusitzen. Als sie aufgrund ihrer Kräfte immer wieder in ernsthafte Schwierigkeiten geraten – nicht zuletzt weil ihr ganzes Umfeld nach und nach verrückt spielt – rotten sich die ungewöhnlichen Superhelden zusammen, um gemeinsam gegen den Rest der Welt zu kämpfen. Dies bietet schon die Grundlage für eine ausgezeichnete Geschichte. Kommen dann noch geniales Storytelling, wohlüberlegter Einsatz von Kamerawinkeln und Unschärfefiltern, mitreißender Soundtrack (meist bestehend aus Britpop/-rock) und bunte, wie äußerst gut gespielte Charaktere hinzu, haben wir eine der besten Serien der letzten Jahre vor uns. Widmen wir uns den Charakteren:

Nathan Young ist der Quatschkopf der Gruppe. Politisch unkorrekt, vollkommen schamlos und pervers lässt er keine Gelegenheit verstreichen, Mädels anzugraben, sich gegen Autoritäten aufzulehnen und seine Mitmenschen mit dämlichen Sprüchen zu nerven. Vor allem die Tatsache, dass er zu Beginn der Serie anscheinend der einzige ist, der keine besondere Kraft bekommen hat, drückt seine besondere Rolle in der Gruppe aus. Was den komödiantischen Anteil der Serie angeht, ist Nathan das Herzstück.

Kelly Bailey, die Frau mit dem schlimmsten Akzent, den ich je gehört habe. Mit furchtbaren Kleidungsstil, übertrieben geschminkt und mit deftigen Wortschatz scheint sie, gerade durch ihren Akzent, direkt der Zigeuner-Wohnwagensiedlung aus Snatch entsprungen. Die oftmals hart und direkt wirkende Kelly beweist aber immer wieder Mitgefühl und Treue.

Simon Bellamy ist introvertiert, schüchtern und unter seiner undurchsichtigen Schale offensichtlich ein seltsamer Kauz. Vor allem Nathan scheint es auf den zarten Simon abgesehen haben, der mit Mobbing durch Idioten wie Nathan allerdings recht gut umgehen kann. Gerade im Umgang mit Frauen stellt sich Simon so herrlich steif an, das man jede Sekunde mitfiebert, seine holprigen Versuche würden glücken.

Die hübsche aber oftmals zickige Alisha Daniels flirtet gern und nutzt ihre Schönheit, Männer zu ihren Vorteil auszunutzen. Bald aber offenbart sich unter der oberflächlichen Hülle einer Tussi ein vielseitiger Charakter, dessen interessante Entwicklung man gerne verfolgt.

Curtis Donovan war ein junger Mann mit Zukunft: Als erfolgreicher Sportler setzte er seine Karriere mit Drogen in den Sand, und endete so beim Müllsammeln für die Gesellschaft. In dieser Gruppe ist er wohl der ehrlichste, was seiner Bereitschaft, im Notfall für seine Freunde zu handeln, aber nicht einschränkt.

Was macht „Misfits“ für mich so besonders? Iwan Rheon, der in der dritten Staffel von Game of Thrones einen sehr guten Auftritt als Folterknecht hinlegt, stellt für mich eindeutig meinen Lieblingscharakter in Misfits: Der schüchterne Simon, einfach grandios gespielt. Dennoch stehen ihm seine Kollegen in nichts nach, und so unterhalten die bunten Charaktere nicht nur in Vielseitigkeit, sondern passen sich auch perfekt an die Story um Probleme Jugendlicher an. Mit einer guten Prise Humor, ein paar Gramm glaubwürdigem Drama und einem wohltuenden Nachgeschmack an Science-Fiction zaubert Misfits ein Mahl auf den Teller, das mit interessant erzählter Charakterentwicklung und gut platzierten Cliffhangern derartigen Heißhunger erzeugt, dass man am liebsten alles auf einmal hinunterschlingen möchte.

Erwähnenswert wäre noch, dass diese Stammbesetzung nur in den ersten drei Staffeln zu sehen ist, und die Serie mit einem Neustart in der vierten Staffel ziemlich an Popularität eingebüßt hat. Die Staffeln 1-3 sind auf DVD und blu-ray zu erwerben, können aber auch kostenlos und legal auf myvideo.de (in deutsch und englisch – vor allem wegen Kellys Akzent sei der Originalton angeraten) angesehen werden.

Meine Serienentdeckung des Jahres erhält von mir volle Punktzahl – bäm!

10 von 10

Popcast – The Dark Knight Rises

popcast

Natürlich belassen wir es nicht bei einer einfachen Kinokritik!

Die Popcornguys haben sich ausgiebig über dieses beliebte Thema unterhalten, und lassen Euch an diesem Gespräch teilhaben.

MASSIVE SPOILER ALERT!! 
Dieser Podcast wäre über alle Maßen langweilig, wenn wir auf Spoiler verzichtet hätten. Bitte nur anhören, wenn ihr den Film schon gesehen habt!

Und nun: Einfach dem Link folgen und den Podcast direkt anhören! Viel Spaß!

Popcast – The Dark Knight Rises by MrFlouzy

The Dark Knight Rises (spoilerfree)

Titel: The Dark Knight Rises
Regisseur: Christopher Nolan
Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Christian Bale, Tom Hardy, Anne Hathaway, Joseph-Gordon Levitt

Hier der Trailer

Jahre sind verstrichen, seit Batman den Joker gefangen und Gotham davor bewahrt hat, das wahre Gesicht von Harvey Dent zu sehen. Ihm ist zu verdanken, dass man im Lichte des großen Staatsanwaltes diverse Gesetze in der Stadt erlassen hat, die Verbrechern das Handwerk legen. Bruce Wayne hat sich zurückgezogen, lebt einsam vor sich hin, in Trauer über seine verlorene Liebe und voller Selbstzweifel, welchen Platz er in dieser Welt einnehmen soll. Dann aber tritt eine neue Bedrohung auf: Der Söldner Bane, körperlich wie geistig ein hochgefährlicher Gegner, lässt Chaos über Gotham hereinbrechen. Batman muss sich ein weiteres mal erheben, um dieser Bedrohung entgegenzutreten.

Ja, nicht nur wir Popcornguys haben diesem Film entgegengefiebert, wie sonst keinem dieses Jahr. Auch wenn von vornherein klar war, dass TDKR nicht voll an die Klasse von The Dark Knight heranreichen wird, waren die Erwartungen unvergleichlich hoch. Christopher Nolan hat uns zwar geliefert, was wir wollten, hat dennoch aber einige leicht enttäuschte Fans im Kinosessel zurückgelassen. Schauen wir uns das genauer an:

Nach TDK sind 8 Jahre vergangen. Bruce Wayne siecht in seinem wieder aufgebauten Wayne-Manor dahin, während die Polizei und die Politiker in Gotham alles im Griff haben. Nur langsam tastet er sich an die Öffentlichkeit zurück, nachdem die Diebin Selina Kyle eine Halskette seiner Mutter entwendet. Als Bruce Wayne tritt er wieder in die Öffentlichkeit zurück, wobei er sich auch der wohlhabenden Miranda Tate annähert. Die Gefahr durch Bane veranlasst ihn jedoch auch, in seine alte Rolle des Batman zurückzuschlüpfen – obwohl er sich körperlich in keinem so guten Zustand mehr befindet. Hinzu kommt auch der junge, hitzköpfige Polizist John Blake, der Ideale hochhält und sich Batman zurückwünscht. Gleichermaßen treffen wir die alten Haudegen Lucius Fox, Alfred Pennyworth und Jim Gordon, welche alle ihre eigenen Pläne und Beziehungen mit Bruce Wayne/Batman haben. Eine ganze Menge an Stoff und Charakteren also. In diesem umfangreichen Chaos ist es nicht leicht, einen guten Gegenspieler zu etablieren.

Nach dem Feuerwerk eines Jokers war es schwierig, hier anzuschließen. Umso überraschter waren viele, als klar wurde, dass Bane der neue Gegenspieler sein wird. Wo ihn viele noch als hirnlose Bestie in Erinnerung haben, wurde uns hier aber ein unberechenbarer, aber umso gefährlicher Muskelprotz präsentiert, der wirklich Köpfchen hat. Tom Hardy war perfekt für diese Rolle – leider wurde er durch seine Maske sehr daran gehindert, sein Können zu zeigen. Grundsätzlich hätte man aus seiner Rolle noch viel mehr machen können. Das ist nämlich eins der großen Mankos des Films: Er ist zu vollgepackt. Viele neue Rollen, viele Handlungsstränge, die (aber geschickt!) zusammengeführt werden – all das macht aus The Dark Knight Rises einen Streifen, der den Zuschauer überfordert. Hätte man sich auf etwas grundsätzlichere Dinge konzentriert, wäre das sicher besser ausgefallen, aber wir können uns hier im nachhinein auch etwas leichter reden.

Viel negative Kritik wurde jetzt geäußert, aber genauso viel positive Anmerkungen hat der Film verdient: The Dark Knight Rises ist und bleibt ein epischer Abschluss einer grandiosen Trilogie, die ihren Höhepunkt zwar in der Mitte erfährt, aber mit Klasse abschließt – etwas, das nur wenige Regisseure hinbekommen. TDKR ist einen oder mehrere Kinobesuche wert – er erfüllt zwar nicht alle Wünsche, befriedigt das Gemüt der Batman-Fans dennoch ausreichend, denn es ist schlicht und einfach ein klasse Film. Punkt.

9 von 10 Punkte!

Marvels: The Avengers

Titel: The Avengers
Regie: Joss Whedon
Musik: Alan Silvestri
Darsteller: Robert Downey Jr., Chris Evans, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson

Hier der Trailer

Der Halbgott Loki aus Asgard kehrt auf die Erde zurück, um mithilfe einer unkontrollierbaren Energiequelle die Herrschaft über die Erde anzutreten. Die Organisation S.H.I.E.L.D., vertreten durch Nick Fury bildet daraufhin eine Eingreiftruppe aus ungewöhnlich begabten Personen zusammen: The Avengers. Die zusammengewürfelte Truppe, bestehend aus Iron Man, Captain America, Hulk, Thor, Black Widow und Hawkeye muss sich nun zusammentun, um Loki aufzuhalten und die Unterwerfung der Menschen zu verhindern.

Lange haben Marvel-Fans auf diesen Film gewartet. Einige der Helden bauen auf der Grundlage eigener Filme auf: Iron Man, Captain America, Hulk und Thor hatten ihr Filmdebut bereits, und so kann „The Avengers“ lässig auf der jeweiligen Vorgeschichte aufbauen, ohne jeden Held einzeln einführen zu müssen.
Umso erfreulicher ist es, dass alle diese Filme mit ihren Charakteren und Stories gut miteinander verbunden sind – ich mag sowas.
Ich persönlich habe Comics erst richtig im Laufe des letzten Jahres für mich entdeckt, weshalb ich mit dieser Riege von Helden nicht sehr viel anfangen kann. Klar, Iron Man, Thor und vor allem dem Hulk begegegnet man schonmal, aber grundsätzlich bin ich mit der Materie nicht sonderlich vertraut. Wenn man dann noch daran denkt, dass die oben genannten Verfilmungen nicht allesamt sonderlich gut ausgefallen sind, könnte man gegenüber „The Avengers“ schon die einen oder anderen Zweifel hegen.

Umso überraschter war ich vom Ergebnis – doch zuerst zu den einzelnen Helden:

Steven Rogers aka Captain America versuchte während des 2. Weltkriegs immer wieder seinem Land zu dienen. Körperliche Beschwerden machten ihm den Dienst unmöglich, bis er sich als Versuchskaninchen für ein Experiment zur Verfügung stellte. Das Ergebnis war ein Supersoldat, welcher als Galionsfigur der amerikanischen Streitkräfte im Deutschen Reich aufräumen sollte: Captain America. Nach einem Flugzeugabsturz versank der Superheld im arktischen Eis, wo er 70 Jahre später – und auf wundersame Weise noch am Leben – entdeckt und aufgetaut wurde.

Tony Stark aka Iron Man ist Multimilliardär, Wissenschaftler und ein ziemlicher Macho. Nachdem bei einem Angriff Granatsplitter in seinem Körper landeten, kann er nur mittels eines Magneten in seiner Brust am Leben gehalten werden. Dank einer eigens entwickelten Energiequelle, des sog. Arc-Reaktors, wird nicht nur sein Magnet versorgt, sondern auch sein High-Tech-Panzeranzug. Tony Stark beschloss nämlich, seine Fähigkeiten der Menschheit zur Verfügung zu stellen.

Bruce Banner aka der Hulk ist ein Wissenschaftler, welcher nach einem missglückten Versuch mit Gamma-Strahlen ungewöhnliche körperliche Transformationen annehmen kann. In Stresssituationen, besonders bei Wut, verwandelt sich Banner in ein großes, starkes, grünes Etwas: Der Hulk. Dummerweise kann er diese Kräfte nicht steuern, weshalb der Hulk nicht nur für seine Feinde ungemein gefährlich ist, sondern auch für die Verbündeten.

Thor, Odins Sohn ist ein Halbgott aus Asgard. Mit seinem Hammer gelingt es ihm, Blitz und Donner zu befehligen. Sein Bruder Loki verfällt immer wieder seinen Machtvorstellungen, und so schließt sich Thor den Avengers an, dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten.

Natascha Romanoff aka Black Widow ist eine S.H.I.E.L.D.-Agentin. Ursprünglich für den KGB tätig, sollte sie Iron Man töten, bis sie jedoch überlief. Sie verfügt über besonders ausgeprägte Nahkampf- und Spionage-Fähigkeiten.

Clint Barton aka Hawkeye. Wie Black Widow ist er S.H.I.E.L.D.-Agent ohne besondere Kräfte. Seine ausgewöhnlichen Fertigkeiten im Fernkampf, besonders mit dem Bogen sichern ihm einen Platz unter den Avengers.

Ja, so setzt sich die Heldengruppe also zusammen. Wie erwähnt habe ich wenig Bezug zu diesen Superhelden. Einzig ein Hulk-Comic, in welchem auch Thor und Iron Man auftreten, kommt mir immer wieder in Erinnerung. Dennoch war ich vom Film ungemein überrascht. Joss Whedon (dem ich vor allem aufgrund der Serie „Firefly“ vertraue) hat meines Erachtens alle Erwartungen voll erfüllt. Er fackelt nicht lange, steigt gleich ein. Die Helden bekommen zwar eine Einfühung, doch wird nicht jede Lebensgeschichte einzeln erzählt – dafür gibt es ja auch schon den einen oder anderen Film. Umso besser, dass Marvel diese Filme auch stets inhaltlich verbindet. Black Widow und Hawkeye, welche ja eher die weniger bekannten Helden sind, tauchen bereits in „Thor“ und „Iron Man 2“ auf. Und in „Der unglaubliche Hulk“ hat Tony Stark einen kleinen Gastauftritt, wo ziemlich deutlich auf die Avengers angespielt wird.

Kommen wir noch zum Film selbst: Ich finde die Screentime der einzelnen Charaktere gut aufgeteilt, wobei die populäreren (v.a. Iron Man) natürlich vermehrt für lockere Sprüche sorgen. Insgesamt kommt nichts zu kurz – die Geschichte ist gut und spannend erzählt, und besonders die Zankereien zwischen den Helden ist gut in Szene gesetzt. Auf der Action-Ebene ist „The Avengers“ spitzenklasse – da lassen sich wirklich keine Mängel aufweisen.
Zugegeben – besonders komplex und geistreich ist die Story nicht. Aber das will sie auch zu keinem Zeitpunkt sein. Dieser Film will Popcornkino liefern – und das tut er auf exzellente Weise.
Die 3D-Effekte sind in Ordnung, müssten aber meines Erachtens nicht unbedingt sein.

Wer also Lust auf Krawall und heftige Action hat, der ist mit „The Avengers“ wirklich gut beraten. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil – der ziemlich sicher kommen dürfte. Von mir gibts für das Actionfeuerwerk deshalb 8 von 10 Popcornguys.

Die Top10 der Filmbösewichte

Es gibt wieder einmal Videos von den Popcornguys, und zwar zum Thema Filmbösewichte. Wir haben den Versuch unternommen, eine Top10 der Gegenspieler in der Geschichte des Films zu erstellen, was gar nicht so leicht war. Außerdem ist das Thema auf zwei Videos aufgeteilt, welche hier verlinkt sind:

Wir würden uns über viele Kommentare und Diskussionen zu diesem Thema freuen!