Quantität statt Qualität?

Heute mal ein kleiner Beitrag zum lesen und diskutieren.

Ich beziehe meine DVD´s von verschiedenen Orten. Wenn nicht im Laden, dann natürlich verstärkt übers Internet, beispielsweise amazon.de.
Wer sich – ähnlich wie ich – gerne mal mit gebrauchten DVD´s  zufrieden gibt, oder vielleicht auch mal das eine oder andere spezielle Angebot raussucht, kennt vielleicht folgendes Szenario:

Vor einem Kauf werden die meisten vermutlich die Kundenbewertungen eines Produkts überfliegen. Da oftmals sehr subjektive Meinungen eine Rolle spielen, kann man allein daran ja kein Fazit ziehen, aber meistens verteilt sich die Gesamtmeinung ja in eine grobe Richtung. Bei Filmen oder Serien, welche ich schon kenne, sehe ich dann oftmals überraschenderweise Bewertungen im Bereich von 2 oder 1 Stern. Und das nicht nur ein paar, sondern überwiegend. Beim Nachlesen der Kommentare wird man dann auf einen Umstand aufmerksam, den man vorher einfach überlesen hat. In der Produktbeschreibung steht dann nämlich zum Beispiel:

Ton: Englisch 5.1, Spanisch 5.1, Deutsch 2.0

Das löst bei mir dann schon mal einen reflexartigen, sich wiederholenden Ausspruch hervor.
Natürlich – man muss schon unterscheiden um welche Art von Film es sich hier handelt. Aus welchen Land stammt der Film? Lief er in deutschen Kinos? Dies kann schon Einfluss darauf haben, ob eine 5.1-Sprachausgabe in Deutsch überhaupt existiert. Bei den meisten bekannteren Filmen ist das aber der Fall, und man ärgert sich als Besitzer einer 5.1-Anlage schon, einen hochkarätigen Film dann doch „nur“ in Stereosound (wenn nicht sogar Mono!!!) geniessen zu können.

Eine zweite Beschwerde ist in den Kundenrezensionen ebenfalls oft zu lesen: Mangelhafte Bildqualität. Gut, ich besitze keinen Bluray-Player, aber durchschnittliche DVD-Qualität wünscht man sich schon. Furchtbar wird es aber, wenn – wie viele Kunden es beschreiben – die Bildqualität einer DVD so mies ist, dass sogar die VHS dagegen noch glänzt. Oder aber es werden irrwitzigerweise Filme oder Serien auf den DVD´s in 4:3 Format angeboten, obwohl sie z.B. im TV im 16:9 Format liefen. Dann fehlt halt einfach mal ein Teil des Bildes. Ist anscheinend nichtso wichtig.

Genug der Ausführungen – hier meine kritische Anfrage: Wieso wird der Markt mit solchen Billigproduktionen überschwemmt? Einerseits ärgert man sich schon, wenn von DVD´s unzählige Versionen (und vor allem in zeitlich versetztem Abstand) veröffentlicht werden, und man sich über einen frühen Kauf ärgert. Genauso möchte man aber, wenn man nicht unbedingt der größte Fan eines Films ist, nicht die gesamte Produktionsgeschichte dazu kaufen, sondern einfach nur den Hauptfilm in normaler Qualität geniessen. Aber nichts da, offenbar will die Filmindustrie ihre Kunden zum Kauf bestimmter Waren zwingen – auf den Kosten der Werke, die sie vertreibt.
Die Antwort liegt, wie in vielen anderen Fragen, wohl auf der Hand: Geld. Traurigerweise werden Film- und Serienfans mit diesen Billigproduktionen über den Tisch gezogen, weil sich die großen Produktionsfirmen zu fein sind, anständige Ware zu liefern.
Die lieben Raubkopierer, welche Filme im Internet zum angucken oder zum Download anbieten, besitzen dabei oftmals eine bessere Version! Diese werden schließlich dann wohl auch zum Vorwand genommen, wenn die Produktionsfirmen auf ihren Ramsch sitzen bleiben.

Vielleicht erkenne ich nicht alle Ebenen dieser Sache, und vielleicht tue ich den Firmen mit meinen Aussagen unrecht. Aber meines Erachtens ist es gegenüber den zahlenden Kunden und schließlich auch gegenüber denjenigen, die ihr Herzblut in einen Film oder eine Serie stecken, einfach unfair, solch billig produzierte Ware auf den Markt zu bringen.

Was denkt ihr zu diesem Thema?