The LEGO Batman Movie

Titel: The LEGO Batman Movie
Originaltitel: The LEGO Batman Movie
Regie: Chris McKay
Musik: Lorne Balfe
Sprecher: Will Arnett, Michael Cera, Zach Galifianakis

Batman ist der geilste Typ überhaupt – das denken nicht nur viele Bürger in Gotham City, sondern auch er selbst. So ist es ihm ein Leichtes, seinen alten Widersacher Joker mal wieder hinter die Gitter des Arkham Asylum zu bringen. Dabei schafft es Batman, die Gefühle des psychopathischen Clowns ernsthaft zu verletzen, indem er dem Joker einen besonderen Platz innerhalb seiner Gegnerschaft abspricht. Doch hinter der ultracoolen Fassade des Dunklen Ritters brodeln schwere emotionale Konflikte. Seine größte Angst ist es, Teil einer neuen Familie zu werden – eine Angst, die ihm lediglich sein treuer Butler Alfred anmerkt. Im sozialen Umfeld des maskierten Helden bahnen sich unterdessen weitreichende Veränderungen an. Barbara Gordon, die Tochter von Comissioner Gordon, übernimmt den Posten ihres Vaters und verdreht dem Mitternachtsdetektiv gehörig den Kopf – bis sie sich für einen anderen Kurs in der Kooperation zwischen dem Dunklen Ritter und der Polizei ausspricht. Hinzu kommt, dass Bruce Wayne von nun an einen Waisenjungen namens Dick Grayson an der Backe hat. Und der sehnt sich unheimlich nach einer Vaterfigur.

Als 2014 „The LEGO Movie“ in die Kinos kam, fühlte ich mich auf einmal ziemlich alt. Der Streifen war unterhaltsam, glich aber in seinem Tempo einem epileptischem Anfall in Filmform. Wegen der ganzen Rasanz konnte dann die angebliche Emotionalität des Endes auch nicht so richtig an mich heran kommen – und das, obwohl ich als Kind sehr viel mit Lego gespielt habe. Von daher habe ich mir von „The LEGO Batman Movie“ nicht allzu viel erwartet. Aber wegen Batman bin ich natürlich dann doch ins Kino gegangen – und wurde äußerst positiv überrascht.

Um gleich zum Fazit zu kommen: „The LEGO Batman Movie“ ist besser und nicht ganz so gehetzt wie sein LEGO-Vorgänger. Und, was natürlich viel wichtiger ist: Er ist meiner Meinung nach der beste Batman-Film seit „The Dark Knight“. Das liegt nun nicht unbedingt daran, dass der Streifen lustig ist. Natürlich muss das Gagfeuerwerk erwähnt werden, bei welchem nahezu jeder Witz zumindest funktioniert und ich manchmal sogar richtig lachen musste. Am lustigsten ist der Film übrigens dann, wenn er aus der umfangreichen Batman-Geschichte rezitiert. Aber das, was mich an „The LEGO Batman Movie“ wirklich mitgerissen hat, war der sehr genaue und psychologische Blick auf die Charaktere. Allein die Prämisse, dass Batman Angst davor hat, sich aufgrund seines Verlustes auf neue, familiäre Bindungen einzulassen, ist ziemlich genial und auch absolut nachvollziehbar hinsichtlich der Figur. Daneben wird auch die Hassliebe zwischen dem Dunklen Ritter und dem Joker von interessanten Seiten beleuchtet. Auch hier gibt es klare Parallelen zum „echten“ Batman, denn in gewisser Weise ist er ja tatsächlich vom Clownprinzen des Verbrechens besessen und man kann definitiv von einer Beziehung sprechen. „The LEGO Batman Movie“ bleibt am Ende selbstverständlich eine Komödie, die sich primär an Kinder und augenzwinkernd-ironisch an Erwachsene richtet. Doch ich habe mich hier als Batman-Fan sehr wohl gefühlt und weiß es zu schätzen, dass die Macher die Figuren des DC-Universums ernst nehmen.

Ein paar kleinere Kritikpunkte und Hänger gibt es trotzdem. Doch das, was mich am meisten gestört hat, kann man dem eigentlichen Film wohl nicht mal wirklich ankreiden. In der deutschen Fassung wurde der Joker von keinem Profi, sondern von einem Youtube-Star namens Gronkh synchronisiert. Ich kenne den Mann nicht und möchte ihm nichts Böses. Aber gerade inmitten der perfekt passenden und aus anderen Batman-Filmen bekannten Stimmen fiel er schon sehr negativ auf. In seiner Stimme lag nichts psychopathisch-narzisstisches, was den Joker eigentlich ausmachen sollte, was den Gesamteindruck dann doch geschmälert hat. Insofern wäre eine Sichtung im Original wohl empfehlenswert.

Nichtsdestotrotz möchte ich „The LEGO Batman Movie“ allen Batman-Fans ans Herz legen und verteile starke 8 von 10 Popcornguys.

Suicide Squad

Titel: Suicide Squad
Originaltitel: Suicide Squad
Regie: David Ayer
Musik: Steven Price
Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Joel Kinnaman

Nach dem Aufeinandertreffen von Batman und Superman stellen sich die Regierenden eine Frage: Was, wenn der nächste Besucher aus dem All weniger freundlich gesonnen ist? Für diesen Fall stellt Amanda Waller (Viola Davis) eine Truppe aus Kriminellen zusammen, die sogenannte Suicide Squad. Das Team, zu welchem unter anderem Auftragskiller Deadshot (Will Smith) und Joker-Gespielin Harley Quinn (Margot Robbie) zählen, wird von Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) angeführt, doch die Kooperation stellt sich als schwierig heraus. Bald bekommt es die Squad tatsächlich mit einer übernatürlichen Bedrohung zu tun und wird mitten in das Krisengebiet hinein geschickt.

Nach „Man Of Steel“ und „Batman v Superman“ ist „Suicide Squad“ nun der dritte Film aus DCs Cinematic Universe. Die bisherigen Reaktionen auf jenes Film-Universum sind von schlechten Kritiken und einer gespaltenen Fangemeinde geprägt. Die Befürworter sollte ich an dieser Stelle wohl warnen: Obwohl ich im folgenden Text auch ein paar positive Punkte hervorheben möchte, ist es doch überwiegend Negatives, was mir aufgefallen ist.

Zunächst zur Story, die nicht nur reichlich dünn, sondern bei genauerer Betrachtung auch reichlich dumm ist. Ich möchte betonen, dass es mich keineswegs stört, wenn ein Film, der in erster Linie unterhalten möchte, einen geradlinigen und wenig komplexen Plot hat. Problematisch ist auch nicht das ausbleibende Eingreifen von Batman und den anderen Helden, die bei einer Bedrohung dieser Größenordnung eigentlich auf der Matte stehen müssten. Solche kleineren Logikfehler – wenn man sie denn so nennen möchte – sind in einem Film-Universum aus Comichelden zu verschmerzen. Wirklich störend ist dagegen, dass die komplette Mission der Suicide Squad von Anfang an keinen Sinn macht. Die Truppe wird ins Leben gerufen, um sich notfalls einer übernatürlichen Bedrohung aus dem All zu stellen. Gut, innerhalb der Squad kann einer gut schießen, ein anderer ist ein guter Schwimmer und eine andere kann gut mit dem Baseballschläger zuhauen. Aber das soll reichen, um einen Gegner à la General Zod in Schach zu halten? Wer sich an die Zerstörungsorgie aus „Man Of Steel“ erinnert, wird schnell merken, wie schwach dieser Plan eigentlich ist.

Möglicherweise gelingt es dem Zuschauer ja, den angesprochenen Denkfehler auszublenden. Da der Film anfangs auch sehr flott ist, sind Ablenkungsmöglichkeiten gegeben. Beinahe sämtliche Charaktere werden in den ersten Minuten mit Hilfe von Flashbacks und mehr oder weniger passenden Pop- und Rocksongs vorgestellt. Ich muss zugeben, dass ich mich hier stellenweise unterhalten gefühlt habe. Doch das Einspielen der Songs will einfach nicht aufhören und einem vernünftigen Storytelling Platz machen. Stattdessen fühlt sich der Anfang von „Suicide Squad“ irgendwann nach einem gigantischem Trailer oder einem Musikvideo an. Dass sich Warner hierbei an „Guardians Of The Galaxy“ oder „Deadpool“ orientieren wollte, liegt meiner Meinung nach auf der Hand. Die Charaktere werden vorgestellt, manche machen sogar einen interessanten Eindruck, aber der Zuschauer hat keinerlei Möglichkeit, zu einem der potentiellen Protagonisten eine emotionale Bindung aufzubauen und mitzugehen. Stattdessen rast „Suicide Squad“ dahin, die ersten einigermaßen brauchbaren Dialoge gibt es in der Mitte des Films, als sich die Truppe in einer Bar betrinkt. Doch spätestens ab hier macht sich ein weiterer Schwachpunkt der Story bemerkbar, nämlich die schwache Antagonistin. Cara Delevigne alias Enchantress kann anfangs noch durch ein schickes Kostümdesign überzeugen, entpuppt sich dann jedoch als schlechte Schauspielerin, deren Figur im Showdown zum obligatorischen CGI-Bashing greift: Hirnlose Drohnen aus dem Computer stellen sich unseren Helden, ein gigantischer blauer Laser wird in den Himmel geschossen und eine Art Maschine, deren genaue Funktion für mich überhaupt nicht greifbar ist, stellt die große Bedrohung dar. Ich kann mir nicht helfen, aber Schlachten wie diese üben auf mich absolut keinen Reiz mehr aus. Und so bricht die Handlung von „Suicide Squad“ Stück für Stück zusammen und ich verliere das Interesse.

Ein wenig besser sieht es bei den Charakteren aus, wobei diese innerhalb einer miserablen Handlung natürlich auch verloren gehen. Die Figuren sind zahlreich, was alleine ja kein Problem wäre. Problematisch ist es allerdings, wenn man zu viele Charaktere mit einer halbherzig inszenierten Hintergrundgeschichte ausstatten möchte. Man weiß von jedem ein bisschen was, aber von niemandem wirklich viel, was – wie bereits gesagt – eine emotionale Verknüpfung mit einem Protagonisten schwer macht. Killer Croc und Captain Boomerang funktionieren als nette Nebenfiguren, weil wir hier mit einer rührseligen Geschichte verschont bleiben. Eine solche hätte man sich meiner Meinung nach bei Diablo auch sparen können, denn der Fokus sollte auf anderen Figuren liegen. Katana war überflüssig, Joel Kinnaman als Rick Flag hat seine Sache ordentlich gemacht. Harley Quinn wurde mit Margot Robbie in mehrerer Hinsicht wundervoll besetzt, doch wirklich viel zu tun hat sie in diesem Film nicht. Die positivste Überraschung ist allerdings Will Smith, dessen Beteiligung ich anfangs recht skeptisch gegenüber stand. Doch er holt als Deadshot das Beste aus dem miesen Drehbuch heraus und ist dank der Beziehung zu seiner Tochter noch am ehesten das, was man mit viel Wohlwollen als emotionalen Anker bezeichnen könnte.

Eine Figur darf man natürlich nicht vergessen: Jared Letos Joker. Als das erste Bild von ihm veröffentlicht wurde, hielt ich es für einen schlechten Scherz. Nackter Oberkörper, Tattoos und ein goldener Grill im Gebiss – das soll der Clownprinz des Verbrechens sein? Meine Haltung war ablehnend, das gebe ich gerne zu. Doch ich wollte mich darauf einlassen. Nun kann ich sagen, dass Letos Joker – eine Mischung aus Gangster, Clubbesitzer und Zuhälter – zwar immer noch gewöhnungsbedürftig ist, er aber doch mein Interesse geweckt hat. Ein Vergleich mit Nicholson oder Ledger ist meiner Meinung nach zum jetzigen Zeitpunkt unfair, denn diese beiden Schauspieler hatten in ihren Rollen die Gelegenheit, einen ganzen Film zu tragen. Leto kommt in „Suicide Squad“ dagegen kaum vor, weswegen man das Marketing als clever, aber irreführend bezeichnen kann. Jedenfalls würde ich es gut finden, wenn Leto nochmals in die Rolle schlüpfen darf und in einem anderen Film die im Grunde höchst interessante Beziehung zu Harley Quinn ausgiebig beleuchtet wird.

Handwerklich gibt es im Film kaum Auffälliges. Die Kameraführung ist größtenteils uninspiriert, der Schnitt meistens zu schnell, der Soundtrack zwischen den ganzen Songs nicht der Rede wert. Die Kostümierung der meisten Charaktere erinnert mich persönlich an Gäste einer Bad-Taste-Party, die im Anschluss ans Saufgelage dem örtlichen Tattooshop einen Besuch abgestattet haben – aber das ist eine Geschmacksfrage. Apropos Geschmack: Gelacht habe ich selten und auch bei den anderen im Kinosaal zündete lange nicht jeder Gag, allerdings ist Humor ein Thema für sich.

Fazit: Irgendwo im Kern von „Suicide Squad“ schlummert eine interessante Geschichte, doch der Film gibt sich wirklich Mühe, das gut zu verstecken. Die Story ist mehr als fragwürdig, die Gegenspielerin schwach, die Schauspieler stellenweise bemüht und charismatisch, aber letztendlich doch machtlos. Überdeutlich schwingt zwischen den Zeilen die Verzweiflung des Studios mit und ich als Zuschauer fühle mich langsam aber sicher frustriert. Es ist schwierig, sich auf die Zukunft des DC-Filmuniversums zu freuen oder darüber zu spekulieren, wie es wohl weitergeht. Was „Suicide Squad“ angeht, kann ich – aufgrund meines Wohlwollens und ein paar positiver Aspekte – 5 von 10 Popcornguys springen lassen.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Titel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Originaltitel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Regie: Zack Snyder
Musik: Hans Zimmer, Junkie XL
Darsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Jesse Eisenberg

Einige Zeit ist seit den Ereignissen von „Man of Steel“ vergangen. Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck) hat den Kampf zwischen Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon) in Metropolis miterlebt. Für ihn ist klar, dass dieses Wesen aus dem All eine potentielle Gefahr für die gesamte Weltbevölkerung darstellt. Zusammen mit seinem Butler Alfred (Jeremy Irons) sucht er nach Möglichkeiten, dem übermächtigen Kryptonier etwas entgegen zu setzen. Gleichzeitig wird Clark Kent alias Superman auf Batmans harsche Verbrechensbekämpfung in Gotham aufmerksam. Er hält die Methoden des Dunklen Ritters für unmoralisch und möchte den Kreuzzug der Fledermaus beenden. Gleichzeitig schmiedet der Unternehmer Lex Luthor (Jesse Eisenberg) im Hintergrund seine Pläne, um Batman und Superman gegeneinander auszuspielen.

Was war das für ein Auf und Ab im Vorfeld des Films! Nachdem „Man of Steel“ nicht sonderlich gut abschnitt, ging Warner den sicheren Weg und kündigte das filmische Aufeinandertreffen zwischen Batman und Superman an. Kreative Gedanken mögen dabei eine Rolle gespielt haben, doch auf mich wirkte es in erster Linie wie eine ökonomische Verzweiflungstat. Schließlich ist heutzutage ein Blockbuster, der keine Milliarde einspielen kann, kein wirklicher Blockbuster. Als nächstes wurde Ben Affleck in der Rolle Batmans verkündet, was einen ziemlich großen Aufschrei provozierte. Ich sah das Casting eher entspannt. Affleck hatte sich zu diesem Zeitpunkt als Schauspieler und vor allem als Filmemacher gut etabliert. Problematischer erschien mir die Beteiligung von Regisseur Zack Snyder und Autor David S. Goyer. Letzterer wurde beim Drehbuch glücklicherweise von Chris Terrio unterstützt, wofür man vermutlich Affleck danken kann. Nach einer Weile trudelten bewegte Bilder ein. Während mich der erste Trailer noch positiv stimmte, wirkte der zweite Trailer wie eine Zusammenfassung der kompletten Geschichte – dies sollte sich als wahr heraus stellen. Ich schraubte also meine Erwartungen stark herunter und löste so mein Ticket für den angeblich größten Gladiatorenkampf der Weltgeschichte.

Grundsätzlich gefiel mir der Ton des Films. Recht düster, geerdet und ohne die Marvel-typischen Oneliner. Snyder liefert – trotz einiger inszenatorischen Ermüdungserscheinungen – eine gewohnt erstklassige Optik ab. Affleck erweist sich lustigerweise als das wohl stärkste Element im Film. Er überzeugt nicht nur als Batman, sondern vor allem auch in der Rolle des Bruce Wayne, der hier als ein in die Jahre gekommener, pessimistischer und kompromissloser Verbrechensbekämpfer dargestellt wird. Man merkt ihm an, dass er vieles erlebt hat und im Grunde seinen Glauben an die Menschheit verloren hat. Afflecks Einführungsszene in Metropolis, die direkt an den Endkampf von „Man of Steel“ anknüpft, ist ganz großes Kino. Als Zuschauer findet man sofort einen Zugang zu Bruce Wayne, der aus seiner menschlichen Perspektive Superman erlebt und die Bedrohung, die von dem Kryptonier ausgeht, erkennt. Auch nach der Eröffnung bleibt der erste Akt – bis auf die ein oder andere Länge – gut. Man nimmt sich Zeit für die Charaktere, was sich auch für Superman auszahlt. Henry Cavill ist zwar weiterhin das Gesicht aus Stahl, doch er darf seine Mimik um zwei bis drei Facetten erweitern. Neuzugang Jesse Eisenberg spielt Lex Luthor als cleveres Nervenbündel mit Götterkomplex, welcher mich in seiner Denkweise an die Philosophie Sigmund Freuds erinnerte. Er spielt sehr quirlig und stellt damit den nötigen Kontrast zu den Darstellungen Afflecks und Cavills dar. Obwohl nicht jede Szene mit Luthor bei mir zündete und eine letztendliche Motivationsbegründung ausblieb, empfand ich ihn doch als recht interessanten Gegenspieler.

Die Probleme des Films beginnen größtenteils im zweiten Akt. Normalerweise würde ich aus Spoilergründen Rücksicht nehmen, doch jeder, der den zweiten Trailer gesehen hat, erfährt in dieser Kritik nicht wirklich etwas Neues über die Handlung. Der Konflikt zwischen Batman und Superman wird aufgelöst – und zwar derart simpel, dass ich es einen kurzen Moment lang ziemlich genial empfand. Doch wenn man bedenkt, wie stark diese Auseinandersetzung religiös und philosophisch aufgeladen wurde, ist mir der Grund der Lösung schlichtweg zu banal. Hinzu kommt, dass der eigentliche Kampf zwischen Batman und Superman lediglich ein paar Minuten lang andauert. So viel also zum angeblich größten Gladiatorenkampf der Weltgeschichte. Stattdessen züchtet Luthor – wie man dem zweiten Trailer problemlos entnehmen kann – Doomsday, eine Mischung aus Höhlentroll und Ninja Turtle. Gegen ihn müssen Batman und Superman ihre Kräfte vereinen, was zu einem obligatorischem Endkampf mit vielen Blitzen und Laserstrahlen führt. Dem Kampf schließt sich – mehr oder weniger aus dem Nichts – Wonder Woman an. Gespielt wird die Kampfamazone Gal Gadot, bei der es sich unbestreitbar um eine höchst attraktive Frau handelt. Ich muss auch zugeben, dass ihre Rolle weniger nervig als befürchtet integriert wird. Trotzdem ist Wonder Woman wie so vieles im dritten Akt unnötig. Inmitten von Amazonen, Aliens und Mutationen erscheint übrigens auch Batman plötzlich erschreckend klein und überflüssig – etwas, was mir als Batman-Fan natürlich überhaupt nicht schmeckt. Und dieses Gefühl dürfte sich in einem Film zur Justice League womöglich noch verstärken.

„Batman v Superman“ muss wie fast jeder heutige Blockbuster auch als Werbefilmchen für potentielle Sequels und Spin-Offs funktionieren. So werden auch hier einige andere DC-Helden kurz angeteast, und zwar in einer ziemlich plumpen und nicht handlungsrelevanten Szene. Für mich ergibt sich im Hinblick auf die Zukunft des Filmuniversums das gleiche Problem, wie ich es mit den Avengers von Marvel habe. Diese Superheldenteams bestehen für mich aus zu vielen verschiedenen Individuen mit zu unterschiedlichen Mythologien im Hintergrund. Für mich passen ein superstarkes Alien, ein depressiver Millionär im Kampfanzug, eine Kampfamazone (deren Kräfte ich trotz „Batman v Superman“ immer noch nicht richtig verstehe), ein Unterwasserkönig mit Dreizack, ein Cyborg und ein superschneller Mann im roten Strampler einfach nicht zusammen. Eventuell könnte man zu den einzelnen Figuren interessante Geschichten erzählen, die für sich alleine stehen. Doch dieser Zug ist in Zeiten groß angelegter Filmuniversen erstmal abgefahren.

Fazit: Weniger ist mehr! „Batman v Superman“ ist teilweise besser als „Man of Steel“. Es gibt einige starke Momente, die fast immer mit Batman oder Bruce Wayne zusammenhängen. Doch die Auflösung des Konflikts der titelgebenden Superhelden ist ziemlich mau und der letze Akt geht in einer ermüdenden Zerstörungsorgie mit zu vielen überflüssigen Elementen auf. Von mir gibt es 6 von 10 Popcornguys.

Super – Shut Up, Crime!

Titel: Super – Shut Up, Crime! (Originaltitel: Super)
Regie: James Gunn
Musik: Tyler Bates
Darsteller: Rainn Wilson, Ellen Page, Liv Tyler

Der unsichere und introvertierte Frank D’Arbo (Rainn Wilson) führt ein deprimierendes Dasein. Der einzige Lichtblick ist seine schöne Ehefrau Sarah (Liv Tyler), die allerdings kein allzu großes Interesse an ihrem Gatten hat. Eines Tages verlässt Sarah ihren Ehemann zu Gunsten des schmierigen Strip-Club-Besitzers und Kriminellen Jacques (Kevin Bacon). Frank ist am Boden zerstört, aber dank einer Superhelden-Sendung im Fernsehen und Gottes-Visionen kommt ihm der motivierende Einfall, selbst in ein Superhelden-Kostüm zu schlüpfen und als der Blutrote Blitz Verbrechen zu kämpfen – seien diese auch noch so banal. Bald steht ihm die Comic-Verkäuferin Libby (Ellen Page) als Sidekick zur Seite und gemeinsam überlegen sie, wie Frank seine Sarah aus den Klauen von Jacques retten kann.

Es gibt immer wieder Filme, von denen man nie zuvor etwas gehört hat, die einen dann aber doch ungemein positiv überraschen. „Super“ ist ein solcher Film und die beiden Popcornguys hatten das große Vergnügen, ihn zusammen erstmals zu sehen.

„Super“ stellt einen faszinierenden Mix aus unterschiedlichen Stimmungen dar. Der Grundton ist der einer Komödie, wobei es sich häufig um wirklich rabenschwarzen Humor handelt. Doch immer wieder mischen sich andere Elemente hinzu, beispielsweise krasse Splatter-Szenen, absolut skurrile Visions-Sequenzen, sowie geradezu dramatisch-tiefgründige Passagen. Beim Schauen war ich mir stellenweise unsicher, auf was das Ganze eigentlich abzielt und ob diese gewagte Spagat-Technik am Ende nicht alles zerreißen wird. Und wenn man dann in der letzten Szene des Films emotional gerührt und total zufrieden vor dem Bildschirm sitzt, muss man sich doch tatsächlich fragen, wie diesem kuriosen Kunstwerk das gelungen sein mag.

Eine Antwort darauf ist schwierig. Es hängt wohl mit verschiedenen Faktoren zusammen – egal, ob es jetzt die herrlich abgedreht spielende Ellen Page, der perfekt eingesetzte Soundtrack oder die ungewöhnliche Herangehensweise an die Superhelden-Thematik sein mag. Aber eines steht wohl fest: Regisseur James Gunn kann Filme mit einem sehr eigenen und speziellen Charakter auf die Beine stellen. Von daher freue ich mich schon sehr auf „Guardians Of The Galaxy“, welcher mit Sicherheit weniger gewagt sein wird, aber vielleicht ja doch einen ähnlich speziellen Charme wie „Super“ haben könnte.

Dieser absolut empfehlenswerten Low-Budget-Filmperle verleihe ich jedoch ohne großes Zögern 9 von 10 Popcornguys. Mit Sicherheit ist „Super“ nicht jedermanns Geschmack, aber gerade in einer Zeit, in der das Kino mit 0815-Comicverfilmungen überflutet wird, vermag es Frank D’Arbo alias der Blutrote Blitz erfrischend anders und nachhaltig aufzutreten.