Kinoauftakt 2017

PASSENGERS

Begonnen hat mein Kinojahr mit der Sci-Fi-Romanze „Passengers“. Auf dem Raumschiff „Avalon“, welches sich auf einer 120 Jahre dauernden Reise zur Kolonie Homestead II auf einem weit entfernten Planeten befindet, erwacht Passagier Jim Preston (Chris Pratt) viel zu früh aus dem Kälteschlaf. Eigentlich sollte der Maschinenbauingenieur erst kurz vor der Ankunft zu sich kommen, um sich dann auf sein neues Leben vorzubereiten. Aber da Homestead II noch etwa 90 Jahre entfernt ist und Preston nicht wirklich etwas an seiner verzwickten Situation ändern kann, muss er sich mit dem Gedanken anfreunden, die Kolonie niemals zu sehen. Anfangs ist er allein auf dem Raumschiff, abgesehen vom Roboterbarkeeper Arthur (Michael Sheen). Doch dann gesellt sich eine weitere Passagierin, die frühzeitig aufgewacht ist, zu ihm: Die Journalistin Aurora, dargestellt von Jennifer Lawrence. Zwischen den beiden entwickelt sich allmählich eine Liebschaft, die jedoch von verschiedenen äußeren Umständen und auch inneren Konflikten bedroht wird.

„Passengers“ kam bei vielen Kritikern nicht besonders gut an. So ganz kann ich das nicht verstehen, denn über weite Strecken fühlte ich mich vom Film, an dessen Optik nichts auszusetzen ist, ordentlich unterhalten. Bedenken hatte ich anfangs beim Cast: Chris Pratt erschien mir zu lustig und zu attraktiv, als dass ich ihn in einem – augenscheinlich – seriösen Sci-Fi-Film ernst nehmen könnte. Und genau wie er läuft auch die omnipräsente Jennifer Lawrence Gefahr, eher als Promi denn als Schauspielerin wahrgenommen zu werden. Doch gerade Chris Pratt hat mich im ersten Drittel des Films überzeugt. Hier habe ich ihm den verzweifelten Einsamen abgenommen, wobei es auch geholfen hat, dass er mit ungepflegtem Bart und verfilzten Haaren ganz schön heruntergekommen ausgesehen hat. Auch Lawrence hat nicht groß gestört, wenn man mal von ihren hysterischen Anfällen absieht, die mich langsam aber sicher etwas nerven. Darüberhinaus kommt „Passengers“ mit einer ethischen Fragestellung daher, die man so im Trailer nicht erahnen kann – die aber meiner Meinung nach das Interessanteste im ganzen Film darstellt. Leider wird jenes Thema nicht zur Gänze ausgearbeitet, beziehungsweise bleibt „Passengers“ in vielerlei Hinsicht eher oberflächlich. Er manövriert sich zwar passabel durch verschiedene Genre-Stimmungen (von Science-Fiction über Drama und Komödie bis hin zum kurzen Psycho-Thriller ist so gut wie alles dabei) und hält den Zuschauer gut bei der Stange, aber am Ende ist „Passengers“ nichts Halbes und nichts Ganzes. Allerdings reicht es gut und gerne für 7 von 10 Popcornguys!

HELL OR HIGH WATER

David Mackenzie ist der Regisseur des Neo-Westerns „Hell or High Water“, dessen Drehbuch aus der Feder von Taylor Sheridan („Sicario“) stammt. Der Film spielt in Texas und handelt von den zwei Brüdern Tanner und Toby Howard (Ben Foster und Chris Pine), deren hochverschuldeter Besitz von einer Bank zwangsversteigert werden soll. Die beiden beginnen also, mehrere Filialen eben dieser Bank auszurauben. Dabei werden sie vom kurz vor der Rente stehenden Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) und dessen indianisch-mexikanischen Partner Alberto Parker (Gil Birmingham) verfolgt.

Auf „Hell or High Water“ wurde ich recht spontan aufmerksam, doch um den Kinobesuch bin ich sehr froh. Er erzählt eine in allen Bereichen gut überzeugende Geschichte, angefangen bei den Charakteren bis hin zum tristen und eigentümlich schönen Texas-Look. Mark Foster spielt den hitzköpfigen und unberechenbaren Bruder, was man ihm problemlos abnimmt. Chris Pine ist inmitten des restlichen Casts eigentlich viel zu attraktiv, doch mit Hilfe seines Barts und einer guten Performance kämpft er erfolgreich gegen dieses Problem an. Besonders unterhaltsam waren aber die Szenen zwischen Jeff Bridges und Gil Birmingham. Die beiden Ranger ziehen sich gegenseitig auf, wobei von Seiten Jeff Bridges auch nicht mit rassistischen Bemerkungen gegeizt wird. Trotzdem vermitteln die beiden auf der Leinwand, dass ihre beiden Figuren im Grunde durch Respekt und Freundschaft verbunden sind. An den entscheidenden Stellen fährt der Film mit der nötigen Härte auf und am Ende wird die Geschichte rund und stimmungsvoll zu Ende erzählt. „Hell or High Water“ erhält demnach von mir starke 8 von 10 Popcornguys und ist im noch jungen Kinojahr 2017 mein bisheriges Highlight.

LA LA LAND

Damien Chazelle (der Regisseur des großartigen „Whiplash“) bringt uns das Filmmusical „La La Land“ ins Kino. Es geht darin um den ehrgeizigen Jazzpianisten Sebastian (Ryan Gosling) und die aufstrebende Schauspielerin Mia (Emma Stone), die sich in Los Angeles über den Weg laufen und sich eigentlich anfangs gar nicht riechen können. Allerdings entwickelt sich zwischen den beiden allmählich eine schöne Romanze, die in fantastischen Bildern eingefangen und mit ergreifend-mitreißender Musik unterlegt wird. Allerdings stellt das, was Mia und Sebastian zusammengebracht hat – nämlich die Kunst an sich – ihre Beziehung auch auf die Probe.

„La La Land“ wurde derart gefeiert, dass ich unheimlich neugierig auf den Film war und Probleme hatte, meine Erwartungen niedrig zu halten. Die Tatsache, dass es sich um ein Filmmusical handelt, hat mich dabei jedoch nichts ins Kino gelockt. Eigentlich mag ich Musicals nicht besonders. Mir hat es sich noch nicht so wirklich erschlossen, dass eine Geschichte über Gesang und Tanz besser erzählt werden kann, als auf herkömmliche Art und Weise. Genau genommen empfinde ich viele Musicals als unnötig aufgeblasen und überdramatisiert. An „La La Land“ haben mich im Vorfeld also eher der Regisseur und die beiden Hauptdarsteller interessiert – und von Stone und Gosling wurde ich auch nicht enttäuscht. Ich mag beide sehr und empfand die Chemie zwischen den beiden als stimmig. Um die Songs – die zugegebenermaßen grandios inszeniert waren – kam ich natürlich nicht herum, wobei ich sagen muss, dass die eigentlichen Musical-Szenen eher rar sind. Herkömmliche Dialog-Szenen überwiegen und ich glaube, dass man die Geschichte letztendlich auch nicht als Musical hätte erzählen müssen. Allerdings kann ich den Reiz, den Musik und Tanz in „La La Land“ ausmachen, schon auch verstehen und will da nicht zu sehr meckern. Lieber würde ich noch eine bestimmte Fragestellung erwähnen, die meiner Meinung nach den Antrieb für die Handlung des Films darstellet: Muss man als Künstler seine Vorstellungen von der eigenen perfekten Kunst zu Gunsten des Geschmacks der breiten Masse opfern, um davon leben zu können? Die Figuren von Gosling und Stone haben zu dieser Frage verschiedene Meinungen, wodurch Reibereien enstehen, die für mich interessant waren und mich auch ein wenig zum Nachdenken anregten. Hinzu kommt das wunderbar verschachtelte Ende, welches auf fast schon fiese Art und Weise mit den Erwartungen des Zuschauers spielt. Alles in allem ist „La La Land“ also nicht so herausragend wie „Whiplash“, aber 8 von 10 Popcornguys sind absolut verdient.

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Star Trek Beyond

Titel: Star Trek Beyond
Originaltitel: Star Trek Beyond
Regie: Justin Lin
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban

Die Crew der „USS Enterprise“ befindet sich mitten in ihrer 5-Jahres-Mission, auf welcher sie fremde Welten erforschen und im Namen der Sternenflotte agieren soll. Kapitän James T. Kirk (Chris Pine) leidet unter Ermüdungserscheinungen und fragt sich, wo eigentlich sein Platz im Universum ist. Während er also überlegt, seinen Posten an den ersten Offizier Spock (Zachary Quinto) abzugeben, spielt dieser mit dem Gedanken, als Botschafter nach Neu-Vulkan zu gehen. Auf einer gigantischen Raumstation erbittet unterdessen eine Kapitänin die Hilfe der „Enterprise“: Schiff und Crew der Fremden gingen angeblich in einem Weltraumnebel verloren. Kirk befehligt die Rettungsmission, doch die „Enterprise“ wird vom fremdartigen Raumschiff des mysteriöse Krall (Idris Elba) angegriffen. Die Crew strandet schließlich auf einem fremden Planeten und muss dort schnell ums Überleben kämpfen.

Mit „Star Trek“ sorgte J.J. Abrams 2009 für eine Wiederbelebung des „Star Trek“-Franchises. Seine beiden Filme waren zwar keine wirkliche Science-Fiction, doch er produzierte unterhaltsame Action-Abenteuer im Weltraum, in denen eine recht gute Balance zwischen Krawall und Charakteren herrschte. Da die Filme erfolgreich ein breiteres Publikum ansprachen, konnte die „Enterprise“ im Kino mit weiteren Abenteuern rechnen. Allerdings verließ Abrams zugunsten von „Star Wars“ den Regie-Stuhl und Justin Lin sprang ein. Da schaltete meine imaginäre Brücke gleich mal auf Alarmstufe Rot. Die Gefahr, dass „Star Trek“ nun endgültig too fast und too furious werden könnte, erschien mir groß.

Dabei beginnt „Star Trek Beyond“ überraschend ruhig. Wir sehen einen nachdenklichen Kirk mit Selbstzweifeln, wodurch Chris Pine eine dezent andere Seite ausspielen kann. Das ist einerseits angenehm, andererseits aber auch etwas aufgesetzt, da ein Typ Mitte 30 anscheinend nicht einfach mal „nur“ Kapitän eines Raumschiffs sein kann – gerade, nachdem es in den letzten beiden Filmen ja genau darum ging, diese Position einzunehmen. Mit dem Überfall von Film-Bösewicht Krall nimmt der Film dann an Fahrt auf. Dabei nimmt die Action glücklicherweise niemals Brechreiz auslösende Exzesse à la „Man of Steel“ an. Dennoch muss ich sagen, dass mir das Tempo dann doch zu hoch ist und es sich keine bedrohliche Dramaturgie entwickeln kann. Die emotionale Fallhöhe ist also nicht hoch genug, weswegen an und für sich schlimme Ereignisse lediglich an der Oberfläche berühren. Und weil wir gerade bei der Action sind: Der Film spielt angenehmerweise zur Abwechslung mal nicht auf der Erde. Dennoch wird für den Showdown eine stadtähnliche Location gewählt, damit mal wieder recht viel kaputt gehen und an die Terrorismus-Ängste des Zuschauers angeknüpft werden kann. Da hätte ich gerne mal etwas anderes gesehen.

Überzeugend war für mich aber das Zusammenspiel der Charaktere, was dann auch zu dem Punkt führt, der „Star Trek Beyond“ positiv von den meisten anderen Action-Blockbustern abhebt: Es gibt sympathische Figuren. Teilweise liegt das am Einsatz der Schauspieler, zu einem anderen – und womöglich größeren – Teil am Nostalgie-Faktor. Hervorheben möchte ich Karl Urban in der Rolle von Schiffsarzt Leonard „Pille“ McCoy, der schon immer mein Liebling in der Crew war. Seine gemeinsamen Szenen mit Spock-Darsteller Zachary Quinto sorgen für die lustigsten Sprüche des Films. Aber auch Sofia Boutella als exotische Kriegerin Jaylah wird mir im Gedächtnis bleiben. Kostüm und Maske lieferten hierbei eine tolle Arbeit ab. Idris Elba als Gegenspieler Krall ist dagegen eher ein Schwachpunkt des Films. Dass man den Schauspieler unter der reptilienhaften Maskierung kaum erkennt, ist dabei nicht mal so entscheidend. Ungünstiger ist vielmehr, dass Kralls Motivation viel zu spät gelüftet und dann auch nicht ausreichend thematisiert wird. Dabei würde hier im Kern ein Thema stecken, welches möglicherweise mehr für „Star Trek“ steht, als es Abrams‘ Filme tun. Aber anstatt einer intellektuellen Ausarbeitung dieses Themas wird der Fokus ganz klar auf Action und Zerstörung gelegt, sodass der eigentliche Grund der Story bestenfalls als Randnotiz wahrgenommen wird.

Den Soundtrack zum liefert Michael Giacchino, der hier wie gewöhnlich einen guten Job macht. Ich mag seine Theme-Melodie, die bereits in den Vorgängern zu hören war, sehr gerne. Neue Elemente im Soundtrack sind mir allerdings nicht aufgefallen, wobei das auch einfach mit dem rasanten Tempo des Films zusammenhängen kann. Musik ist allgemein ein wichtiges Thema in „Star Trek Beyond“ und wird auch handlungsrelevant eingesetzt. Ich muss für mich noch entscheiden, ob ich die entsprechenden Stellen nun cool oder peinlich finden soll. Allerdings bin ich sehr erleichtert, dass Rihannas Song „Sledgehammer“ nicht im Film eingearbeitet wurde.

Fazit: „Star Trek Beyond“ ist nicht so schlimm geworden, wie ich es nach den Trailern befürchtet habe. Intellektuell lässt sich nicht viel mit ihm anfangen und auch emotional hat er mich an nicht allzu vielen Stellen angesprochen, doch unterhaltungstechnisch befindet er sich überraschenderweise auf einem ähnlichen Niveau wie die „Star Trek“-Filme von Abrams. So gebe ich dem Streifen, der übrigens den verstorbenen Schauspielern Anton Yelchin und Leonard Nimoy gewidmet ist, gute 7 von 10 Popcornguys.

Star Trek: Into Darkness

Titel: Star Trek: Into Darkness (Originaltitel: Star Trek: Into Darkness)
Regie: J.J. Abrams
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch

Die junge Crew des Raumschiffs Enterprise befindet sich auf dem Planeten Nibiru, dessen primitive Bevölkerung von einem gewaltigen Vulkanausbruch bedroht wird. Wissenschaftsoffizier und Halbvulkanier Spock steigt in das Innere des Vulkans um diesen zu neutralisieren, wobei er sein eigenes Leben riskiert. Sein Vorgesetzter Kirk beamt ihn zurück an Bord, wobei er es jedoch in Kauf nimmt, dass die Bevölkerung Nibirus die Enterprise erblickt. Dies ist ein schwerer Eingriff in die Entwicklung des Planeten und ein klarer Verstoß gegen die oberste Direktive der Sternenflotte. Da Spock den Zwischenfall wahrheitsgetreu und pflichtbewusst meldet, wird Kirk das Kommando über die Enterprise entzogen. Doch die Situation ändert sich schlagartig, als sich Anschläge auf Archiv und Hauptquartier der Sternenflotte ereignen. Verantwortlich ist ein einziger Mann: John Harrison, ein ehemaliger Agent der Sternenflotte, der nach seinen Taten auf den klingonischen Planeten Kronos flieht. Ein direkter Angriff auf diesen würde zu einem endgültigen Krieg mit den Klingonen führen. Daher erhält Kirk das Kommando über die Enterprise zurück und soll im Rahmen einer Geheimmission John Harrison eliminieren.

Nach den wenig erfolgreichen letzten Kinoabenteuern von Captain Picard und seiner Crew wollte man das Star-Trek-Franchise neu beleben und engagierte dafür J.J. Abrams als Regisseur. Dieser legte mit „Star Trek“ 2009 einen aufregenden und auch finanziell geglückten Neustart der Serie hin. In diesem Film war es der Romulaner Nero, der durch eine Zeitreise eine alternative Realität erschuf, in der zwar bekannte Figuren existieren, sich jedoch anders als gewohnt verhalten können. Dank diesem Kniff konnten Abrams und seine Schreiber alle Optionen ausnutzen und ließen Nero beispielsweise den Planeten Vulkan vernichten, was vielen Trekkies missfiel. Dennoch fand der Film sein Publikum – sowohl unter alten Fans, als auch unter Kinogängern, die bisher nichts mit dem Star-Trek-Universum anfangen konnten. „Star Trek“ war damit im 21. Jahrhundert angekommen.

Die Fortsetzung „Star Trek: Into Darkness“ folgt auf den ersten Blick dem üblichen Sequel-Schema und bemüht sich, alles größer, schneller und besser zu machen. Und tatsächlich prescht der Film mit einem schwindelerregenden Tempo über die Leinwand. Vulkane brechen aus, Anschläge werden verübt, Raumschiffe liefern sich Schlachten und Verfolgungsjagden und es wird gehörig geprügelt. Ruhephasen sind rar und so hätte es leicht zu einem Action-Overkill kommen können. Doch Abrams gleicht dies aus, indem er trotz des Krawalls Handlung und Charaktere niemals aus dem Blick lässt. Der für das Star-Trek-Universum typische philosophische Diskurs mag hintergründig geworden sein, doch die Emotionen stimmen. In erster Linie ist „Star Trek: Into Darkness“ kein Science-Fiction-Film, in dem es um die Erkundung fremder Welten und Zivilisationen geht. Es ist ein Geschichte über Selbstfindung und die Frage, was man für die Menschen, die man liebt, bereit ist zu opfern. Und in diesem Sinne ist „Star Trek: Into Darkness“ auch als eine Hommage an einen älteren Star-Trek-Film zu verstehen, dessen Titel ich aus Spoilergründen nicht nennen werde.

Damit dieses Konzept aufgeht, ist ein stimmiger und sympathischer Cast absolut notwendig. Und hier kann Abrams auf die bekannten Gesichter aus dem ersten Teil zählen. Chris Pine verleiht der Rolle des Kirk jugendliche Impulsivität und bringt die Schwierigkeiten des Charakters, sich an feststehende Regeln zu halten, sehr gut rüber. Spock wird von Zachary Quinto gespielt, welcher hier verstärkt die emotionalen Probleme, die man als Halbvulkanier so hat, darstellen kann. Auch der Rest der Crew ergibt wie im Vorgänger ein absolut stimmiges Ensemble. Erwähnen möchte ich noch Karl Urban in der Rolle von „Pille“ McCoy, der für knackige Oneliner sorgt und meiner Meinung nach einen Tick mehr Screentime verdient hätte. Aber da wohl jeder seinen persönlichen Liebling hat, sind dies wohl individuelle Wünsche, die unmöglich alle erfüllt werden können. Auch Ur-Spock Leonard Nimoy hat einen schönen, wenn auch sehr kurzen Auftritt.

Der wichtigste Neuzugang ist allerdings Benedict Cumberbatch in der Rolle des Gegenspielers John Harrison. Der Brite liefert als undurchsichtiger und brillianter Bösewicht eine Glanzleistung ab und treibt mit der Crew der Enterprise ein großartiges Katz- und Maus-Spiel. Seine Mimik bewegt sich manchmal an der Grenze zum theatralischem Overacting, doch dies kann man Cumberbatch problemlos verzeihen. Seine Figur ist äußerst vielschichtig und obwohl er der Fiesling ist, ertappt man sich als Zuschauer dabei, wie man ihm heimlich die Daumen drückt. An dieser Stelle sei auch die Serie „Sherlock“ empfohlen, in der Cumberbatch eine modernisierte Version des weltbekannten Detektivs spielt und auch hier glänzt.

Da das Fundament aus Handlung, Charakteren und Emotionen stimmt, kann man bei „Star Trek: Into Darkness“ auch die fulminanten Effekte genießen. Auch das 3D zeigt sich scharf und sorgt für eine Tiefendimension, die besonders in den Weltraumeinstellungen zu begeistern weiß. Das Sahnehäubchen bildet der absolut stimmige und mitreißende Soundtrack von Michael Giacchino, den ich zu den fähigsten Filmkomponisten überhaupt zähle.

Fazit: Vergesst „Oblivion“, vergesst „Iron Man 3“. „Star Trek: Into Darkness“ hat die Zeit Blockbuster in qualitativer Hinsicht eröffnet und dabei die Messlatte extrem hoch gelegt. Er bietet Tempo, Action, Witz, Emotionen, eine gute Handlung und einen im Gedächtnis bleibenden Bösewicht. Und dafür bekommt er 9 von 10 Popcornguys.