Get Out

Titel: Get Out
Regie & Drehbuch: Jordan Peele
Musik: Michael Abels
Darsteller: Daniel Kaluuya, Allison Williams

Achtung: Der Trailer zeigt schon viel, wenn auch nicht unbedingt zu viel!

Der afroamerikanische Fotograf Chris Washington begibt sich mit seiner Freundin Allison zum ersten Mal zu ihrer Familie, um einer großen Feier beizuwohnen. Seine Besorgnis, Allisons Familie, die ihr zufolge „sehr weiß“ ist, könnte sich rassistisch verhalten, wird bald im Winde zerstreut. Die Eltern geben sich bemüht, möglichst weltoffen und locker zu wirken. Eines macht Chris allerdings äußerst stutzig: Alle Afroamerikaner im Umfeld, besonders die beiden Angestellten Walter und Georgina, legen ein seltsam steifes Verhalten an den Tag. Als die Mutter Catherine, die in ihrer psychotherapeutischen Praxis oftmals Hypnose einsetzt, Chris von einer kleinen Behandlung überzeugen kann, ist er bald fest davon überzeugt, in eine Gesellschaft geraten zu sein, die alles andere als normal ist.

Der Regisseur Jordan Peele, der bislang eher für sein komödiantisches Talent im Duo Key and Peele bekannt ist, hat sich mit seinem Regiedebut an einem Horrorthriller versucht, der sich vor Vergleichen mit Genrevertretern absolut nicht fürchten muss.
Peele verknüpft hier die allzu aktuelle Thematik von neu aufkeimenden Rassismus, der sich oftmals unauffällig in unpassenden Bemerkungen äußert, und eine unheimliche Story voller Geheimnisse und bizarrer Weltanschauungen. Hierbei reizt er alle Möglichkeiten von vielfältigen Kameraeinstellungen und hervorragendem Sounddesign ein, die nicht nur an Klassiker der alten Schule erinnern, sondern ein durchgängig unbehagliches Gefühl erzeugen.
Dabei verzichtet das Drehbuch dankenswerterweise auf unrealistische Gedankenspiele und Kurzschlussreaktionen, sondern lässt den Hauptprotagonist stets besonnen durch eine immer verrückter werdende Welt wandeln, in der er sich hin- und hergerissen fühlt zwischen den Ereignissen um sich und der eigenen Paranoia.

Jordan Peele ist mit „Get out“ der große Wurf gelandet. Ein Psychothriller mit Horrorelementen, der dann und wann auch für einen kleinen Lacher sorgen kann, bewegt sich in einem stets unheimlichen Licht, dass den Zuschauer mitnimmt auf eine Reise in eine unwirkliche Gesellschaft, um ihn dann brutal in die Realität zu zerren. Klare Empfehlung!

Silence

Titel: Silence
Originaltitel: Silence
Regie: Martin Scorsese
Musik: Kim Allen Kluge, Katherine Kluge
Darsteller: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson

Japan, frühes 17. Jahrhundert: Die Christen des Landes leiden unter einer harten und systematischen Verfolgung durch die Regierung. Einer der Missionare, Cristóvão Ferreira (Liam Neeson), soll angeblich dem Christentum abgeschworen haben. Zwei seiner früheren Schüler, Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Francisco Garpe (Adam Driver), können dies nicht glauben. Sie reisen selbst nach Japan, um sowohl ihren Mentor zu finden, als auch die japanischen Mitchristen zu unterstützen. Schon bald werden die beiden jungen Priester nicht nur Zeugen von Folter und Verfolgung, was sie an ihrer Mission und ihrem Glauben zweifeln lässt.

Die Verfilmung des 1966 erschienen Romans „Schweigen“ von Shūsaku Endō ist seit Jahrzehnten das Herzensprojekt von Meisterregisseur Martin Scorsese. Nun läuft der Streifen endlich in unseren Kinos – und zwar mit Staraufgebot und einem verhältnismäßig hohen Budget von 40 Millionen Dollar. Dass „Silence“ dennoch an den Kassen floppt, ist meiner Meinung nach keine Überraschung. Trotz bekanntem Regisseur und populären Darstellern ist das Thema einfach zu speziell. Für die meisten dürfte es nachvollziehbare Gründe geben, dem Kinosaal fernzubleiben – doch mich persönlich hat „Silence“ im positivsten Sinne umgeworfen, um mein Fazit vorwegzunehmen.

Für wen ist der Film aber nun gemacht? Ich denke, dass unter bestimmten Umständen auch ein Atheist „Silence“ etwas abgewinnen kann, wenn er die religiösen Glaubensfragen auf etwas Vergleichbares ummünzt. Ohne Frage dürften einem Cineasten auch die tollen Bilder und herausragenden Schauspielleistungen auffallen. Aber dem gegenüber steht die erschlagende Lauflänge von 160 Minuten. Da stelle ich die Behautpung auf, dass „Silence“ für religiöse und gläubige Zuschauer am meisten zu bieten hat.

„Silence“ ist aber keineswegs christliche Propaganda, wodurch das Zielpublikum weiter schrumpft. Natürlich befindet sich das Christentum aufgrund der Verfolgung durch die japanische Regierung – die übrigens sehr detailliert und hart dargestellt wird – in der eher sympathischen Opferrolle. Und natürlich zeigt der Film auch auf, dass es die christliche Religion vermag, einfachen und unterdrückten Bevölkerungsschichten ihren inneren Wert aufzuzeigen, was den damaligen Machthabern Japans ein Dorn im Auge war. Aber trotzdem hat „Silence“ auch auf das Christentum einen differenzierten Blick, der anhand der aufgeworfenen Fragen deutlich wird: Hat nicht die christliche Mission selbst das Leid über die Bürger Japans gebracht? Kann es sein, dass bestimmte Glaubensrichtungen und Ideen in bestimmten Ländern einfach keine Wurzeln schlagen? Und wie christlich ist es eigentlich, Menschen für Jesus Christus in den Tod zu schicken, wenn man ihnen stattdessen das Leben retten könnte?

All diese schweren Fragen – und noch einige mehr – muss sich Hauptfigur Rodrigues stellen. Adam Driver und Liam Neeson mögen in ihren Nebenrollen überzeugen, doch sie haben verhältnismäßig wenig Szenen. Es ist nahezu ausschließlich Andrew Garfields Aufgabe, als Schauspieler den Zuschauer emotional an die Handlung zu binden und ihn auf diese spirituelle Reise mitzunehmen. Garfield mag für „Hacksaw Ridge“ eine Oscar-Nominierung bekommen haben, doch seine Leistung in „Silence“ empfinde ich als immens höher. Er spielt den Priester mit all seinem anfänglichen Enthusiasmus und all seinen späteren Zweifeln absolut glaubwürdig und authentisch. Hierzu möchte ich erwähnen, dass sich Garfield sehr intensiv auf die Rolle vorbereitet und auch viel Zeit bei den Jesuiten verbracht hat.

Ich für meinen Teil konnte „Silence“ von der ersten bis zur letzten Minute aufmerksam verfolgen und fühlte mich sofort in diese Welt mit all ihren Konflikten hineingezogen. Dem Film wird oft vorgeworfen, dass er mehr Fragen stellt, als Antworten liefert. Ich persönlich finde das in diesem Fall nicht unbedingt schlecht. Zum einen thematisiert „Silence“ viele Fragen, auf die es einfach keine verbindliche Antwort gibt. Zum anderen sind die gestellten Fragen wichtig und zeitlos. Mehrmals musste ich zwischen dem Film und heutigen politischen Gegebenheiten Parallelen ziehen. So erinnerten mich die Bemühungen der japanischen Regierung im 17. Jahrhundert, sämtliche westliche Einflüsse aus dem Land zu verbannen, vage an aktuelle rechtsorientierte Gruppen in Europa oder Amerika, die sich allzu sehr vor einer Islamisierung des Westens fürchten. Geschichte wiederholt sich bestimmt nicht eins zu eins – aber der Blick in die Vergangenheit ist sicher nicht verkehrt, wenn man an einer besseren Zukunft interessiert ist.

Fazit: „Silence“ ist ein Film mit einem sehr speziellen und unbequemen Thema. Wenn man sich – wie auch immer – darauf einlassen kann, wird er den Zuschauer aufgewühlt und nachdenklich zurück lassen. Über das Ende möchte ich natürlich keine Details verraten, aber ich fand für mich – trotz aller vordergründigen Grausamkeit und Finsternis – eine tiefe, innere Sicherheit, die „Silence“ neben „Life Of Pi“ zum wohl wichtigsten spirituellen Film der letzten Jahre macht. Es gibt 9 von 10 Popcornguys!

Logan

Titel: Logan – The Wolverine
Originaltitel: Logan
Regie: James Mangold
Musik: Marco Beltrami
Sprecher: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen

Im Jahr 2029 sind beinahe alle Mutanten ausgestorben. Nahe der mexikanischen Grenze lebt Logan (Hugh Jackman), doch der als Wolverine bekannte Kämpfer ist alt, abgeschlagen und krank. Seine Selbstheilungskräfte lassen allmählich nach und Hoffnungen in die Zukunft hat er keine mehr. Logan arbeitet als Chauffeur, um Medizin für den unter einer Hirnkrankheit leidenden Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) bezahlen zu können. Wolverine versteckt zusammen mit einem anderen Mutanten namens Caliban (Stephen Merchant) seinen alten Mentor, bis ein geheimnisvolles und mit enormen Kräften ausgestattetes Mädchen namens Laura (Dafne Keen) in sein Leben tritt. Laura wird von einer skrupellosen und brutalen Organisation namens Transigen verfolgt, was den desillusionierten Logan vor eine Wahl stellt: Soll er dem Kind helfen und sich damit seinen inneren Konflikten stellen – oder nicht?

Zusammen mit Sam Raimis „Spider-Man“-Filmen können Bryan Singers „X-Men“-Geschichten als wichtiger Ausgangspunkt für den bis heute andauernden Comic-Boom gedeutet werden. Die ersten beiden Teile der Reihe habe ich in guter Erinnerung, der dritte jedoch krankte unter den üblichen Sequel-Anforderungen: Schneller, besser, größer, mehr. Mein Interesse an den Mutanten ließ nach, und da konnten die beiden bisherigen Spin-Offs zu Wolverine auch nichts daran ändern. Ehrlich gesagt empfand ich insbesondere „X-Men Origins: Wolverine“ als ziemlich mies. Auch um die Reboot-Reihe (falls es denn eine ist), die mit schauspielerischen Größen wie Michael Fassbender und James McAvoy auftrumpft, habe ich bisher vorsichtig einen Bogen gemacht. Es gab nichts, was mich zurück zu den X-Men gezogen hätte – bis eben der Trailer zu „Logan“ erschien.

Der besagte Trailer verspricht eine Comicverfilmung der anderen Art und dieses Versprechen kann zum Glück auch eingehalten werden. So wie „The Dark Knight“ in erster Linie ein Thriller ist, in welchem die Charaktere eher zufällig Comicfiguren sind, ist „Logan“ ein starker, konsequenter und deprimierender Western, der aber sein Herz am rechten Fleck hat und den Zuschauer gefühlstechnisch binden kann. Das Filmische steht im Vordergrund und nicht das Verlangen, Popcornkino mit möglichst vielen verkleideten Gestalten zu machen.

„Logan“ besticht durch einen großartigen Look, der sich durch die dezent apokalyptische Sci-Fi-Stimmung und die karge Landschaft von Texas ergibt. Die Kamera ist weitestgehend ruhig und bleibt nahe an den Figuren, was dem Film einen Hauch von Arthouse-Kino verleiht. Hinzu kommt die unmittelbar inszenierte Action, die in einem kleinen, aber umso spannenderen und intimeren Rahmen stattfindet. Ich persönlich habe ja schon lange genug von Handlungen, bei denen die gesamte Erde auf dem Spiel steht und wo es am Ende nur noch darum geht, dass sich eine Truppe verkleideter Helden mit einer nicht enden wollenden Armee aus CGI-Gegnern kloppt. All das muss man in „Logan“ nicht ertragen. Stattdessen wird die handfeste Action mit einem hohen Grad an Brutalität gewürzt. Wolverine metzelt sich hemmungslos durch Fleisch und Knochen, wobei hier nicht an Blut und abgetrennten Gliedmaßen gespart wird. Dennoch kippt die Gewalt im Grunde nie Richtung Splatter und Trash, was schon eine Leistung ist.

Ein Lob geht auch an die Darsteller. Patrick Stewart überzeugt in der Rolle des erkrankten Professors, der trotz aller eigenen Probleme und Selbstvorwürfe darum bemüht ist, Logan weiter emotional und psychologisch zu unterstützen. Die 2005 geborene Dafne Keen kommt in ihrer Darstellung der kleinen Laura ohne viele Dialoge aus, wobei man rückblickend sagen muss, dass ihrer Figur und deren Beziehung zu Wolverine ein paar mehr Zeilen schon gut getan hätten. Boyd Holbrook spielt Donald Pierce, den ruchlosen Sicherheitschef der Firma Transigen. Ihm gelingt es, einen gleichermaßen interessanten und hassenswerten Antagonisten darzustellen, was man in einer Comicverfilmung ja auch schon mehrere Jahre lang nicht mehr hatte. Das Hauptaugenmerkt des Films liegt aber natürlich auf Hugh Jackman in seiner Paraderolle des Wolverine. Mit „Logan“ verabschiedet sich der australische Darsteller offiziell vom Mutanten-Franchise und kann dabei sämtliche Stärken noch einmal ausspielen.

Allerdings ist der Film nicht perfekt. Es gibt einzelne Kritikpunkte, die sich meiner Meinung nach allesamt in der letzten halben Stunde finden lassen. Darüber zu reden, ist aus Spoilergründen natürlich schwer. Aber ich formuliere es mal folgendermaßen: „Logan“ bewegt sich an einigen Stellen hart an der Grenze der Cheesiness, weil er sich manche Comic-Klischees nicht verkneifen kann. Diese werden zwar einigermaßen zufriedenstellend kaschiert oder gehen sogar als Metapher durch. Aber sie haben mich dann doch ein klein wenig abgetörnt und daran erinnert, dass ich die meisten Comicverfilmungen einfach nur mittelprächtig finde. Vielleicht ist das dann auch der Grund, warum mich das Ende von „Logan“ nicht ganz so emotional gepackt hat, wie es hätte sein sollen und auch können.

Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. „Logan“ ist ein sehr guter Film und eine herausragende Comicverfilmung, wenn man sich die Konkurrenz der letzten Jahre vor Augen führt. Ich spreche eine klare Empfehlung aus und verteile 8 von 10 Popcornguys!

A Cure for Wellness

Titel: A Cure for Wellness
Regisseur: Gore Verbinski
Musik: Benjamin Wallfisch
Darsteller: Dane DeHaan, Jason Isaacs, Mia Goth

Der aufstrebende Angestellte Mr. Lockhart (Dane DeHann) wird von seiner Firma beauftragt, das Vorstandsmitglied Mr. Pembroke (Harry Groener) aus einer Kuranstalt in den Schweizer Alpen zurück nach New York zurückzuholen, um eine Fusion mit einer anderen Firma eingehen zu können. Der von Pembroke kryptisch formulierte Brief an den Vorstand lässt vermuten, dass er eine plötzliche Abneigung gegen Kommerz entwickelt hat. Lockharts Aufenthalt in der Kuranstalt wird aufgrund seltsamer Umstände verlängert. Bald schon entdeckt er gemeinsam mit der Patientin Hanna (Mia Goth) nach und nach, dass  der Leiter Dr. Volmer (Jason Isaacs) scheinbar nicht nur das Wohl seiner Patienten im Sinn hat.

Der Trailer zu „A Cure for Wellness“ war mal wieder ein kleines Leckerli, das von Anfang an  mein Interesse weckte. Mit hypnotischen, düsteren Bildern und einer Hauptfigur, die offensichtlich in eine Geschichte verwickelt geht, die seine Vernunft auf den Kopf stellt. Dane DeHaan, bekannt aus „Chronicle“, „The Place Beyond the Pines“ und „Metallica: Through the Never“ mimt den ehrgeizigen Bankier, der mit einem von schlaflosen Nächten gezeichneten Gesicht in die vollkommen entschleunigte Welt der Kuranstalt eintaucht. Diese strahlt mit ihrer altbackenen Einrichtung und den rückständig wirkenden Behandlungsmethoden eine schräge, unheimliche Atmosphäre aus.

Dass in dieser Anstalt offensichtlich etwas nicht stimmt, wird schon beim ersten Eintreffen Lockharts deutlich. Hier wird für mich die Ähnlichkeit zu Shutter Island besonders deutlich. Nicht nur Dane DeHaans äußerliche Ähnlichkeit mit Leonardo DiCaprio, sondern auch die Geschichte muss sich den Vergleich gefallen lassen.

Mit teils großartigen Bildern und guten Schauspielleistungen kann „A Cure for Wellness“ zwar gut unterhalten, doch die Lust am gucken wird durch die eindeutig viel zu lange Laufzeit des Films geschmälert. Mit seinen 146 Minuten hätte der Streifen durch manche Kürzungen den Spannungsbogen wesentlich straffer gestalten können.

Trotzdem kann der Horror-Gothik-Anstalts-Thriller durchaus zwei unterhaltsame Stunden liefern – wenn am Ende auch etwas anderes rauskam, als ich erwartete. Für Fans von weirden Geschichten á la Edgar Allan Poe und unheimlichen Legenden um alte Sanatorien wird mit „A Cure for Wellness“ auf jeden Fall Spaß haben.

The LEGO Batman Movie

Titel: The LEGO Batman Movie
Originaltitel: The LEGO Batman Movie
Regie: Chris McKay
Musik: Lorne Balfe
Sprecher: Will Arnett, Michael Cera, Zach Galifianakis

Batman ist der geilste Typ überhaupt – das denken nicht nur viele Bürger in Gotham City, sondern auch er selbst. So ist es ihm ein Leichtes, seinen alten Widersacher Joker mal wieder hinter die Gitter des Arkham Asylum zu bringen. Dabei schafft es Batman, die Gefühle des psychopathischen Clowns ernsthaft zu verletzen, indem er dem Joker einen besonderen Platz innerhalb seiner Gegnerschaft abspricht. Doch hinter der ultracoolen Fassade des Dunklen Ritters brodeln schwere emotionale Konflikte. Seine größte Angst ist es, Teil einer neuen Familie zu werden – eine Angst, die ihm lediglich sein treuer Butler Alfred anmerkt. Im sozialen Umfeld des maskierten Helden bahnen sich unterdessen weitreichende Veränderungen an. Barbara Gordon, die Tochter von Comissioner Gordon, übernimmt den Posten ihres Vaters und verdreht dem Mitternachtsdetektiv gehörig den Kopf – bis sie sich für einen anderen Kurs in der Kooperation zwischen dem Dunklen Ritter und der Polizei ausspricht. Hinzu kommt, dass Bruce Wayne von nun an einen Waisenjungen namens Dick Grayson an der Backe hat. Und der sehnt sich unheimlich nach einer Vaterfigur.

Als 2014 „The LEGO Movie“ in die Kinos kam, fühlte ich mich auf einmal ziemlich alt. Der Streifen war unterhaltsam, glich aber in seinem Tempo einem epileptischem Anfall in Filmform. Wegen der ganzen Rasanz konnte dann die angebliche Emotionalität des Endes auch nicht so richtig an mich heran kommen – und das, obwohl ich als Kind sehr viel mit Lego gespielt habe. Von daher habe ich mir von „The LEGO Batman Movie“ nicht allzu viel erwartet. Aber wegen Batman bin ich natürlich dann doch ins Kino gegangen – und wurde äußerst positiv überrascht.

Um gleich zum Fazit zu kommen: „The LEGO Batman Movie“ ist besser und nicht ganz so gehetzt wie sein LEGO-Vorgänger. Und, was natürlich viel wichtiger ist: Er ist meiner Meinung nach der beste Batman-Film seit „The Dark Knight“. Das liegt nun nicht unbedingt daran, dass der Streifen lustig ist. Natürlich muss das Gagfeuerwerk erwähnt werden, bei welchem nahezu jeder Witz zumindest funktioniert und ich manchmal sogar richtig lachen musste. Am lustigsten ist der Film übrigens dann, wenn er aus der umfangreichen Batman-Geschichte rezitiert. Aber das, was mich an „The LEGO Batman Movie“ wirklich mitgerissen hat, war der sehr genaue und psychologische Blick auf die Charaktere. Allein die Prämisse, dass Batman Angst davor hat, sich aufgrund seines Verlustes auf neue, familiäre Bindungen einzulassen, ist ziemlich genial und auch absolut nachvollziehbar hinsichtlich der Figur. Daneben wird auch die Hassliebe zwischen dem Dunklen Ritter und dem Joker von interessanten Seiten beleuchtet. Auch hier gibt es klare Parallelen zum „echten“ Batman, denn in gewisser Weise ist er ja tatsächlich vom Clownprinzen des Verbrechens besessen und man kann definitiv von einer Beziehung sprechen. „The LEGO Batman Movie“ bleibt am Ende selbstverständlich eine Komödie, die sich primär an Kinder und augenzwinkernd-ironisch an Erwachsene richtet. Doch ich habe mich hier als Batman-Fan sehr wohl gefühlt und weiß es zu schätzen, dass die Macher die Figuren des DC-Universums ernst nehmen.

Ein paar kleinere Kritikpunkte und Hänger gibt es trotzdem. Doch das, was mich am meisten gestört hat, kann man dem eigentlichen Film wohl nicht mal wirklich ankreiden. In der deutschen Fassung wurde der Joker von keinem Profi, sondern von einem Youtube-Star namens Gronkh synchronisiert. Ich kenne den Mann nicht und möchte ihm nichts Böses. Aber gerade inmitten der perfekt passenden und aus anderen Batman-Filmen bekannten Stimmen fiel er schon sehr negativ auf. In seiner Stimme lag nichts psychopathisch-narzisstisches, was den Joker eigentlich ausmachen sollte, was den Gesamteindruck dann doch geschmälert hat. Insofern wäre eine Sichtung im Original wohl empfehlenswert.

Nichtsdestotrotz möchte ich „The LEGO Batman Movie“ allen Batman-Fans ans Herz legen und verteile starke 8 von 10 Popcornguys.