Wonder Woman

Titel: Wonder Woman
Originaltitel: Wonder Woman
Regie: Patty Jenkins
Musik: Rupert Gregson-Williams
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen

Während einer Auseinandersetzung mit dem klingonischem Imperium muss Captain James T. Kirk (Chris Pine) in einer Rettungskapsel die Enterprise verlassen. Der junge Sternenflotten-Kapitän gerät in ein Wurmloch und landet auf der Erde zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Trotz seiner amerikanischen Wurzeln kann sich Kirk als Brite tarnen und sogar als Spion die deutsche Wehrmacht infiltrieren. Der Zeitreisende beobachtet mit wachsender Sorge die Aktivitäten eines deutschen Generals namens Erich Ludendorff (Danny Huston), der zusammen mit der Chemikerin Isabel Maru (Elena Anaya) ein neues, unglaublich tödliches Giftgas entwickelt. Kirks Tarnung fliegt letztendlich auf und er muss fliehen. In der Nähe einer Mittelmeer-Insel stürzt sein Flugzeug ab und der Sternenflotten-Kapitän wird von einer jungen Amazone namens Diana (Gal Gadot) gerettet. Kirk betritt eine ihm fremde, aber optisch recht ansprechende Welt: Starke, von Göttervater Zeus abstammende Frauen üben sich in der Kriegskunst und warten auf die Rückkehr von Kriegsgott Ares, ihrem alten Feind. Kirk erzählt den Amazonen vom Krieg, woraufhin Diana eine Entscheidung fällt. Sie verlässt ihre Insel und begleitet den Mann nach London, da sie in all den Geschehnissen das böse Wirken von Ares sieht. Der Sternenflotten-Kapitän kann seine attraktive Retterin nicht an diesem Plan hindern, und doch muss er sich allmählich fragen, ob nicht sein eigenes Verhalten in der Vergangenheit eine massive Verletzung der Obersten Direktive darstellt.

Das Drama mit DC

DC hat es nicht leicht mit seinem Filmuniversum. Angefangen hat es ja vor einigen Jahren mit „Man Of Steel“, der neuen und realistischen Interpretation von Superman. Leider beschäftigte sich der Film hauptsächlich damit, Henry Cavill – ausgestattet mit maximal zwei Gesichtsausdrücken – durch eine relativ lieblose Handlung zu manövrieren, um sich dann am Ende in brachialer Action selbst zu ertränken. Zack Snyders realistischer Ansatz ging nicht ganz auf. Ein wenig später folgte mit „Batman v Superman“ das Aufeinandertreffen von Batman und Superman, Dcs größter Helden. Dank Ben Affleck war dieser Film ein wenig besser als „Man Of Steel“, allerdings war er am Ende zu überladen und litt immer noch unter der ungünstigen Charakterauslegung des Stählernen. „Batman v Superman“ lässt sich vielleicht mit einem an und für sich vielversprechenden Typen vergleichen, der sich beim Wohnungsumzug einfach um zwei oder drei Kartons verschätzt und deswegen die Treppen runterfällt – allerdings in Slow Motion und mit einem Badass-Spruch auf den Lippen. Der letzte Film aus dem DC-Filmuniversum war dann „Suicide Squad“, bei welchem es phasenweise schwer war, überhaupt eine anständige Filmstruktur zu erkennen.

Wonder Woman – Das Vorfeld

„Wonder Woman“ soll es also nun richten. Mein Problem: Eigentlich mag ich Wonder Woman nicht besonders. Das fängt beim Kostüm an, geht bei der seltsamen Verwurstelung griechischer Mythologie weiter und hört bei Dingen wie dem „Lasso der Wahrheit“ oder dem „Unsichtbaren Flugzeug“ auf. Gal Gadots erster Auftritt als Wonder Woman in „Batman v Superman“ hat mich nun auch nicht gerade heiß auf ihr Solo-Abenteuer gemacht. Sie war zwar nicht nervig, wie befürchtet, dafür aber überflüssig. Trotzdem wollte ich dem Charakter in einem anderen Medium noch eine Chance geben und habe es mit dem einsteigerfreundlichen Comic aus der „Earth One“-Reihe probiert. Mit Superman hat das damals funktioniert – mit Wonder Woman leider nicht.

Als schließlich die ersten seriösen Kritiken zu „Wonder Woman“ eintrudelten, war meinerseits die Überraschung recht groß. Der Film kam sehr gut an, wurde stellenweise sogar in den Himmel gelobt und kam als eine Art Messias für das – zumindest aus Kritiker-Sicht – gebeutelte DC-Filmuniversum rüber. An der Stelle konnte man sich viele Fragen stellen, denn die Fronten zwischen Filmkritikern und den „echten“ DC-Fans waren in der Internet-Diskussion ja recht verhärtet. Was war nun los? Wer hat Recht? Aus Fan-Perspektive haben die Kritiker doch sämtliche DC-Filme in der Luft zerrissen. Sollte „Wonder Woman“ dem „echten“ DC-Fan dann nicht logischerweise gar nicht gefallen? Und hängen die guten Kritiken denn wirklich mit der Qualität des Films zusammen? Oder gibt es – da es eine Comicverfilmung von einer Frau mit einer Frau und mit einem potentiellen weiblichen Publikum ist – eine Art Kritiker-Bonus? Ich muss zugeben, ganz uninteressant sind diese Fragen nicht, beziehungsweise können sie dem persönlichen Amusement dienlich sein.Trotzdem wollte ich mich vor dem Kinobesuch ganz bewusst von dieser politischen Aufladung distanzieren und den Film als solchen wahrnehmen. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.

Wonder Woman – Die grobe Struktur

Was genau haben wir denn nun mit „Wonder Woman“? Auf den ersten Blick ist der Film eine recht klassische Origin-Geschichte und insofern gefällig strukturiert. Am Anfang lernt man Diana und die Welt der Amazonen kennen. Im weiteren Verlauf des Films wird die Hauptfigur mit der realen Härte des Ersten Weltkriegs konfroniert. Charaktere verändern ihre Beziehungen zueinander, Nebencharaktere werden vorgestellt, es gibt ein paar Entwicklungen, den ein oder anderen gelungenen Witz und sogar ein paar wirklich emotionale Momente. Am Schluss steht der obligatorische CGI-Showdown, wobei dieser nicht ganz so schlimm ist, wie man es von anderen Genre-Vertretern kennt. Die Effekte sind mal mehr, mal weniger gut, der Soundtrack ist relativ klassisch und unterstützt die Bilder passend, fällt aber ansonsten nicht weiter auf – wenn man mal von diesem rockigen Riff absieht, welches bereits aus „Batman v Superman“ bekannt ist. Die Action ist befriedigend inszeniert, wobei es für meinen Geschmack die Slow Motion nicht gebraucht hätte. So viel also zur Struktur, die oberflächlich betrachtet Hand und Fuß hat.

Charaktere, Gal Gadot und Ideale

Die Nebenfiguren auf der Seite unserer Helden bleiben für mein Empfinden relativ blass und ziehen den Film in der Mitte ein wenig in die Länge. Zumindest war ich hier gedanklich ein paar Mal ganz woanders. Einen recht glaubwüdigen Auftritt legt dagegen Chris Pine in der Rolle des Steve Trevor hin. Auffällig ist auch die gute Chemie zwischen ihm und der Hauptdarstellerin, womit ich bei einem der wichtigsten Punkte dieser Kritik angekommen wäre: Gal Gadot. Ganz offensichtlich ist sie eine bildhübsche und unheimlich attraktive Frau. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, aber in diesem Fall verweigere ich eine Diskussion. Allerdings macht eine gute Optik allein ja noch keine gute Schauspielerin. Und hier muss man meiner Meinung nach differenziert herangehen. Auch durch „Wonder Woman“ kann ich in Gal Gadot noch keine Darstellerin erkennen, die eines Tages für eine innerlich zerrissene oder wahnsinnig anspruchsvolle Rolle verdient mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Doch das stört an dieser Stelle so gut wie gar nicht. Wonder Womans Charakter begegnet der Welt außerhalb der Amazonen-Insel überrascht, geschockt, stoisch und gewissermaßen naiv. Insofern kommt die vermeintlich einfach gestrickte Rolle Gal Gadots durchschnittlicher Schauspielkunst gut entgegen. Man nimmt ihr den Charakter ab und hat eine Freude dabei, mit ihr durch die Handlung zu gehen. Und allein dadurch schlägt „Wonder Woman“ die Konkurrenz im Hause DC schon mal deutlich.

Weniger glücklich bin ich mit den meisten Figuren auf der Seite der Gegenspieler. An der Stelle muss ich mich fragen, wann es denn überhaupt den letzten wirklich geilen Bösewicht in einer Superheldenverfilmung gab. War das denn tatsächlich der Joker in „The Dark Knight“? Wie dem auch sei, die menschlichen Antagonisten in „Wonder Woman“ erhalten kaum Hintergrund oder Substanz und sind daher austauschbar. Kriegsgott Ares wird aufgrund seiner optischen Inszenierung auch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Allerdings zeigt der Showdown mit ihm Aspekte des Films auf, die „Wonder Woman“ für mich besser als die meisten Marvel-Abenteuer machen. Zunächst einmal vertritt Ares eine Philosophie, an der sich die Ideale Wonder Womans messen müssen. Er ist also nicht nur eine physische, sondern vor allem eine psychologische Herausforderung. Ares zwingt Wonder Woman dazu, zu dem zu stehen, was sie als Charakter ausmacht, nämlich ihr Glaube an die Liebe und an das Gute in jedem Menschen. Natürlich muss sie im Film die Erfahrung machen, dass das mit Gut und Böse nicht immer so einfach ist. Wonder Woman werden die vielen Graustufen in der Moral des Menschen bewusst gemacht. Und natürlich stößt eine Figur wie sie auf den vermeintlich abgeklärten Realismus, beziehungsweise Zynismus des Publikums. Da ist die Gefahr groß, dass ein idealistischer Charakter wie Wonder Woman schnell als naiv oder gar dumm abgestempelt wird. Vor allem, wenn der Protagonist – im Gegensatz zu Marvel – eben nicht die eigenen Ideale durch augenzwinkernden Sarkasmus oder witzige One-Liner relativiert. Das Ganze hätte also leicht schief gehen können, aber ich würde sagen, dass die Rechnung aufgegangen ist. „Wonder Woman“ geht das Risiko ein, aber steht am Ende mit einer ehrlichen und optimistischen Heldin da, der man ihre Ideale ansieht und abnimmt. Also genau das, was Henry Cavills Superman meiner Meinung nach gebraucht hätte.

Fazit

„Wonder Woman“ ist ein überaus unterhaltsamer und auch wichtiger Blockbuster, wenn es um die Gleichberechtigung im Filmgeschäft geht – nicht in erster Linie, was Frauen vor der Kamera betrifft, sondern eher, was Frauen dahinter angeht. Regisseurin Patty Jenkins hat es geschafft, mit einem hohen Budget einen Blockbuster zu drehen, der die meiste vergleichbare Konkurrenz hinter sich lässt. Sicherlich ist es Quatsch, zu sagen, dass Frauen nun allgemein die besseren Superheldenverfilmungen liefern. Schließlich gab es dieses Jahr ja auch „Logan“. Allerdings würde ich hinter der Aussage stehen, dass uns Jenkins im Gegensatz zu Zack Snyder den besseren Superman geliefert hat – nur eben mit Rock und Brüsten. Es gibt von mir knappe, aber verdiente 8 von 10 Popcornguys.

Suburra

Titel: Suburra – 7 Tage bis zur Apokalypse
Originaltitel: Suburra
Regie: Stefano Sollima
Musik: M83
Darsteller: Pierfrancesco Favino, Greta Scarano, Alessandro Borghi

Rom, 2011: Der Küstenvorort Ostia soll in eine Art Las Vegas umgewandelt werden, wobei hinter den Kulissen ein berüchtigter römischer Gangster die Fäden zieht. Ein Abgeordneter, der als Politiker in die Prozesse verwickelt ist, verbringt eine Nacht mit zwei Prostituierten und Drogen. Eine der Frauen überlebt den Abend nicht, ihre Leiche muss verschwinden. Die löst eine Reihe von Ereignissen aus, bei welchen die verschiedensten kriminellen Kräfte Roms aneinander geraten und sich bekriegen. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, und gerade die kleinen Nummern, die nicht viel mehr als Bauern im Schachspiel der Mächtigen sind, müssen ums Überleben kämpfen.

Es fällt mir immer häufiger auf, dass viele der wirklich guten Kinofilme im Jahr total unter dem Radar der breiten Masse laufen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist “Suburra”. Der italienische Mafia-Thriller wurde in der herausragenden Sendung “Kino+” empfohlen, was mich zum Kauf der Blu-ray bewegt hat. Ich sollte es nicht bereuen.

“Suburra” mag eine italienische Produktion sein, schließt aber mühelos an die großen Hollywood-Thriller eines Martin Scorseses an. Die Handlung ist einigermaßen komplex und erfordert die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Verschiedenste Personen geraten in ein verwirrendes und oftmals tödliches Netz aus Intrigen, Korruption, Rache und Macht. Obwohl sämtliche Charaktere Dreck am Stecken haben, bekommt nahezu jede Figur auch ihre menschlichen Momente und wird damit nachvollziehbar. Einigen drückt man sogar die Daumen, man wünscht sich, dass sie irgendwie heil aus der Sache rauskommen. Die Schauspieler – mir durch die Bank unbekannt, da es Italiener sind – liefern allesamt eindrucksvolle, intensive und glaubwürdige Darstellungen ab. Regisseur Sefano Sollima inszeniert die Geschichte, die sich in einem Zeitraum von sieben Tagen abspielt, mit großer Spannung. Bereits am Anfang des Films wird in Schriftzügen angekündigt, dass am Ende die Apokalypse steht. Und so darf man sich auf einen Schluss voller Härte und Brutalität einstellen. Dabei bleibt die wohl dosierte Action allerdings immer Mittel zum Zweck, die Charaktere und die Handlung geraten nie aus dem Fokus.

Der Look des Films ist großartig. Sollima hat zusammen mit Kameramann Paolo Carnera eindrucksvolle Bilder und Fahrten voll von betörender Schönheit entworfen. Die äußerst ästhetische Optik wird perfekt von vielen Songs der französischen Electronic- und Dreampop-Band M83 unterstüzt. Die sphärischen Klänge dieser Musik vermitteln Größe und Magie, wobei sie oft im krassen Gegensatz zur eigentlichen Grausamkeit von “Suburra” stehen. Doch genau dieser Kontrast trägt wohl dazu bei, dass der Film – wie bereits erwähnt – trotz aller Härte seltsam menschlich und gefühlvoll wirkt.

Fazit: Ich spreche für “Suburra” eine klare Empfehlung aus und verteile starke 9 von 10 Popcornguys. Alle Fans von guten Thrillern – oder vielleicht sogar allgemein Fans guter Filme – sollten hier zugreifen und diesen wunderbaren Film aus Italien unterstützen.

Alien: Covenant

Titel: Alien: Covenant
Originaltitel: Alien: Covenant
Regie: Ridley Scott
Musik: Jed Kurzel
Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Danny McBride

Warnung: Diese Kritik enthält leichte Spoiler zum Film „Prometheus“!

Im Jahr 2104 erwacht die Crew des Kolonieschiffs Covenant aufgrund eines Unfalls frühzeitig aus dem Schlaf. An Bord befinden sich weitere 2000 schlafende Menschen, die den noch mehrere Jahre entfernten Planeten Origae-6 besiedeln sollen. Doch nun empfängt die Crew Signale von einem näheren und paradiesisch wirkenden Planeten. Die Covenant setzt sich ein neues Ziel, wird dort aber mit einem unvorstellbarem Grauen konfrontiert.

„Alien: Covenant“ geht – mehr oder weniger – als Fortsetzung zum 2012 veröffentlichten „Prometheus“ durch. Dieser stieß damals besonders unter Fans der „Alien“-Filmreihe auf scharfe Kritik. Ich habe mir den Streifen erst kürzlich wieder angesehen und muss sagen, dass er – vor allem im Vergleich mit „Alien: Covenant“ – doch einige Stärken hat. Natürlich, die Charaktere sind teilweise strohdumm und am Ende wird es mit den vielen Alien-Mutationen recht unübersichtlich. Aber die Grundidee, dass der Mensch seinen Schöpfer im All sucht und findet, um dann festzustellen, dass dieser ihn auslöschen möchte, ist beängstigend und ziemlich genial. Mir gefällt also der philosophische und theologische Touch von „Prometheus“. Möglicherweise ist es ja das größte Problem von diesem Film, dass er am Ende krampfhaft zu einem Teil der „Alien“-Filmreihe verbogen wird. Es hätte auch ein eigenständiger und ziemlich guter Sci-Fi-Streifen werden können. Nun, dem ist nicht so. Stattdessen war da am Ende eine Art Alien und eine große, offene Frage – um die es in der Fortsetzung hätte gehen können. Theoretisch.

Tatsächlich hat es den Anschein, als würde „Alien: Covenant“ die losen Enden von „Prometheus“ unter den Tisch kehren wollen, damit man sich möglichst schnell wieder in gewohnten „Alien“-Gewässern befindet. Die von mir angedeutete große, offene Frage wird dementsprechend nicht beantwortet. Überhaupt wird die Lücke zwischen „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ mehr oder weniger in ein paar Rückblenden geschlossen. Bis auf den Androiden David ist auch keine bereits bekannte Person ein entscheidender Teil der Handlung. Stattdessen präsentiert uns der Film neue und wieder einmal reichlich dumme Charaktere. Diese stolpern ohne nennenswerte Motivationen durch eine Handlung, die sich vor allem durch Vorhersehbarkeit und fehlende Spannung auszeichnet. Um mir die erinnerungswürdigen Szenen an den Fingern abzählen zu können, würde mir die Hand eines T-Rex reichen. Es gibt im Grunde kaum intensive Momente, kaum eine Todesszene, die schockt oder mulmig stimmt, kaum Stimmung, die wegen des zu hastigen Tempos gar nicht erst aufkommen kann.

Katherine Waterston spielt die neue Hauptfigur, deren Namen ich mir schon während des Films kaum merken konnte. Emotional ist am Anfang des Films einiges bei ihr los, aber so wirklich kann man dafür kein Gefühl entwickeln, weil man quasi unvermittelt in ihre Tragödie hineingeworfen wird. Allerdings verflüchtigt sich das Thema im Laufe des Films, phasenweise war mir ihr Charakter überhaupt nicht präsent und ich habe sie fast schon ausgeblendet. Um sie herum tummeln sich wie bereits erwähnt haufenweise austauschbare Figuren, deren Ableben sich oftmals ziemlich platt andeutet. In anderen Worten: Wenn sich ein Charakter in diesem Film mal „frisch machen“ möchte, hätte er sich in den meisten Fällen die Blasenentleerung sparen können. Eine kleine Ausnahme bildet Danny McBride, dessen Figur einen kurzen Moment hatte, in welchem ich eine emotionale Regung bei mir gespürt habe. Ansonsten herrscht leider darstellerische Fehlanzeige, natürlich abgesehen von Michael Fassbender. Er ist in einer nicht ganz leichten Doppelrolle zu sehen und sorgt dadurch für die unbehaglichsten Momente – in denen übrigens nie ein Alien involviert ist, was auch zu Denken geben sollte. Ich würde behaupten, dass Fassbender und seine Rollen dafür sorgen, dass der Film nicht komplett absäuft, denn mit seiner Figur ist eine Sci-Fi-Thematik verbunden, die ein klein wenig an „Prometheus“ erinnert und interessant erscheint. Leider wird diese nicht ausreichend oder stimmungsvoll genug in den Fokus gerückt, weswegen der Film sich eben nur knapp über dem Durchschnitt halten und nicht gut werden kann.

Auch bei den restlichen Aspekten des Films habe ich nicht viel Gutes zu berichten. Einige der realen Raumschiff-Kulissen sind schön und manche Außenaufnahmen machen etwas her. Aber viele der restlichen Effekte wirken für einen Film dieser Größenordnung nicht angemessen. Und gerade das CGI, mit welchem die Aliens dargestellt werden, kommt oftmals ziemlich billig rüber. Letztendlich muss auch aus technischer Sicht gesagt werden, dass „Alien: Covenant“ nichts besser macht als die bisherigen Teile der „Alien“-Filmreihe. Selbst der Soundtrack kann keine einzige neue markante Note setzen. Stattdessen bedient sich Komponist Jed Kurzel schamlos und ungeschickt an der Musik von „Alien“ aus 1979 und „Prometheus“.

Fazit: Gemessen an der Vorgeschichte des Franchise ist “Alien: Covenant” eine ziemliche Enttäuschung. Eine Empfehlung kann ich nicht aussprechen, stattdessen würde ich sogar “Life” als den besseren Alien-Film aus diesem Jahr hervorheben. Regisseur Ridley Scott verspielt sich langsam aber sicher den Rest seines Bonus, denn meiner Meinung nach hat er seit “Gladiator” keinen wirklich guten Film mehr auf die Reihe gebracht. Von daher bin ich froh, dass er bei “Blade Runner 2049” – welcher ja quasi ein weiteres seiner Sci-Fi-Babys darstellt – weder im Regiestuhl sitzt, noch das Drehbuch verfasst hat. Zumindest nach allem, was ich weiß. “Alien: Covenant” erhält von mir nüchterne 6 von 10 Popcornguys.

Sieben Minuten nach Mitternacht

Titel: Sieben Minuten nach Mitternacht
Originaltitel: A Monster Calls
Regie: Juan Antonio Bayona
Musik: Fernando Velázquez
Darsteller: Lewis MacDougall, Felicity Jones, Sigourney Weaver

Conor O’Malley (Lewis McDougall) ist 12 Jahre alt und lebt zusammen mit seiner krebskranken Mutter (Felicity Jones). Diese ist durch die Behandlungen sehr angeschlagen, weswegen Conor sich viel um sie und den Haushalt kümmern muss. Doch das sind nicht die einzigen Probleme des Jungen. Er vermisst seinen Vater (Toby Kebbell), der mit einer neuen Frau in Amerika lebt und nur selten zu Besuch kommt. Conors Großmutter (Sigourney Weaver) ist wahnsinnig bestimmend und streng, und in der Schule wird der Junge von seinen Klassenkameraden verprügelt. Und als wäre das nicht schon genug, wird Conor seit vielen Tagen von einem grausamen Albtraum heimgesucht. In einer Nacht, und zwar genau sieben Minuten nach Mitternacht, geschieht etwas Unglaubliches: Die große Eibe, die auf einem Hügel neben einer alten Kirche in Sichtweite von Conors Haus steht, verwandet sich in ein knorriges Monster. Das Ungeheuer spricht mit dem Jungen und möchte ihm drei Geschichten erzählen, bevor Conor in einer vierten Geschichte seine eigene Wahrheit preisgeben soll.

“Geschichten sind das Gefährlichste von der Welt. Sie jagen, beißen und verfolgen dich.” Dieses Zitat stammt aus Patrick Ness‘ Romanvorlage und fasst die schiere Wucht des Films “Sieben Minuten nach Mitternacht” perfekt zusammen. Die Geschichte geht auf eine Idee der Autorin Siobhan Dowd zurück, welche von Ness aufgegriffen und in einen Bestseller verwandelt wurde. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich von dem Buch rein gar nichts wusste – doch das werde ich nach dem Film nun ändern.

Ness ist auch für das Drehbuch verantwortlich, welches vom Regisseur Juan Antonio Bayona (“The Impossible”) visuell höchst beeindruckend umgesetzt wurde. Das Monster – im Original von Liam Neeson gesprochen – zieht den Zuschauer in jeder Szene in seinen Bann und überzeugt auf ganzer Linie. Die drei Geschichten, die es Conor erzählt, werden von wunderbar stimmigen Animationen unterstütz, die den Film über weite Phasen zu einem echten Kunstwerk werden lassen. Sämtliche Schauspieler verkörpern ihre Rollen mit genau der richtigen Intensivität und Glaubwürdigkeit. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle Felicity Jones, die ich in “Rogue One” als relativ langweilig empfand, die aber hier wunderbar warm und ehrlich spielt. Der darstellerische Star des Films ist aber Lewis MacDougall, der die äußerst schwierige Hauptrolle des Conor bravourös meistert.

Was den Film aber zu einem der besten des bisherigen Kinojahrs macht, sind die Themen, die er behandelt. Die Geschichten, die das Monster erzählt, sind wie Märchen und führen den Zuschauer anfangs gerne in die Irre. Man erwartet schnell einen klischeehaften Ausgang der Erzählungen, doch dann wird man eines Besseren belehrt. Die Märchen des Monsters umgehen die Klischees, fahren mit unerwarteten Wendungen auf und beinhalten dadurch sehr reflektierte und realistische Weisheiten und Wahrheiten. Allein über diese drei Geschichten innerhalb des Films könnte man lange Zeit philosophieren. Der Zuschauer wird in eine nachdenkliche Stimmung versetzt und muss sich mit einer ganzen Reihe interessanter Fragen auseinander setzen: Was ist gut und was ist böse? Wie wichtig ist der Glaube? Was bedeutet es, erwachsen zu werden? Und welche Bedeutung im Leben hat das Loslassen? Allmählich und mit dem nahezu perfekten Tempo schaukelt sich der Film über diese Themen hoch in emotionale Höhen, die eigentlichen keinen kalt lassen dürften. Tatsächlich glaube ich, dass “Sieben Minuten nach Mitternacht” bei einem Großteil der Zuschauer Tränen fließen lassen wird.

Fazit: An der Schwelle zum obligatorischem Krach-Bumm-Sommer-Blockbuster-Kino kommt ein Film daher, der einem die wahre Kraft einer guten Geschichte aufzeigt und einem direkt ins Herz stößt. Ich spreche eine klare Empfehlung aus und verteile starke 8 von 10 Popcornguys, mit einer Tendenz nach oben!

Silence

Titel: Silence
Originaltitel: Silence
Regie: Martin Scorsese
Musik: Kim Allen Kluge, Katherine Kluge
Darsteller: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson

Japan, frühes 17. Jahrhundert: Die Christen des Landes leiden unter einer harten und systematischen Verfolgung durch die Regierung. Einer der Missionare, Cristóvão Ferreira (Liam Neeson), soll angeblich dem Christentum abgeschworen haben. Zwei seiner früheren Schüler, Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Francisco Garpe (Adam Driver), können dies nicht glauben. Sie reisen selbst nach Japan, um sowohl ihren Mentor zu finden, als auch die japanischen Mitchristen zu unterstützen. Schon bald werden die beiden jungen Priester nicht nur Zeugen von Folter und Verfolgung, was sie an ihrer Mission und ihrem Glauben zweifeln lässt.

Die Verfilmung des 1966 erschienen Romans „Schweigen“ von Shūsaku Endō ist seit Jahrzehnten das Herzensprojekt von Meisterregisseur Martin Scorsese. Nun läuft der Streifen endlich in unseren Kinos – und zwar mit Staraufgebot und einem verhältnismäßig hohen Budget von 40 Millionen Dollar. Dass „Silence“ dennoch an den Kassen floppt, ist meiner Meinung nach keine Überraschung. Trotz bekanntem Regisseur und populären Darstellern ist das Thema einfach zu speziell. Für die meisten dürfte es nachvollziehbare Gründe geben, dem Kinosaal fernzubleiben – doch mich persönlich hat „Silence“ im positivsten Sinne umgeworfen, um mein Fazit vorwegzunehmen.

Für wen ist der Film aber nun gemacht? Ich denke, dass unter bestimmten Umständen auch ein Atheist „Silence“ etwas abgewinnen kann, wenn er die religiösen Glaubensfragen auf etwas Vergleichbares ummünzt. Ohne Frage dürften einem Cineasten auch die tollen Bilder und herausragenden Schauspielleistungen auffallen. Aber dem gegenüber steht die erschlagende Lauflänge von 160 Minuten. Da stelle ich die Behautpung auf, dass „Silence“ für religiöse und gläubige Zuschauer am meisten zu bieten hat.

„Silence“ ist aber keineswegs christliche Propaganda, wodurch das Zielpublikum weiter schrumpft. Natürlich befindet sich das Christentum aufgrund der Verfolgung durch die japanische Regierung – die übrigens sehr detailliert und hart dargestellt wird – in der eher sympathischen Opferrolle. Und natürlich zeigt der Film auch auf, dass es die christliche Religion vermag, einfachen und unterdrückten Bevölkerungsschichten ihren inneren Wert aufzuzeigen, was den damaligen Machthabern Japans ein Dorn im Auge war. Aber trotzdem hat „Silence“ auch auf das Christentum einen differenzierten Blick, der anhand der aufgeworfenen Fragen deutlich wird: Hat nicht die christliche Mission selbst das Leid über die Bürger Japans gebracht? Kann es sein, dass bestimmte Glaubensrichtungen und Ideen in bestimmten Ländern einfach keine Wurzeln schlagen? Und wie christlich ist es eigentlich, Menschen für Jesus Christus in den Tod zu schicken, wenn man ihnen stattdessen das Leben retten könnte?

All diese schweren Fragen – und noch einige mehr – muss sich Hauptfigur Rodrigues stellen. Adam Driver und Liam Neeson mögen in ihren Nebenrollen überzeugen, doch sie haben verhältnismäßig wenig Szenen. Es ist nahezu ausschließlich Andrew Garfields Aufgabe, als Schauspieler den Zuschauer emotional an die Handlung zu binden und ihn auf diese spirituelle Reise mitzunehmen. Garfield mag für „Hacksaw Ridge“ eine Oscar-Nominierung bekommen haben, doch seine Leistung in „Silence“ empfinde ich als immens höher. Er spielt den Priester mit all seinem anfänglichen Enthusiasmus und all seinen späteren Zweifeln absolut glaubwürdig und authentisch. Hierzu möchte ich erwähnen, dass sich Garfield sehr intensiv auf die Rolle vorbereitet und auch viel Zeit bei den Jesuiten verbracht hat.

Ich für meinen Teil konnte „Silence“ von der ersten bis zur letzten Minute aufmerksam verfolgen und fühlte mich sofort in diese Welt mit all ihren Konflikten hineingezogen. Dem Film wird oft vorgeworfen, dass er mehr Fragen stellt, als Antworten liefert. Ich persönlich finde das in diesem Fall nicht unbedingt schlecht. Zum einen thematisiert „Silence“ viele Fragen, auf die es einfach keine verbindliche Antwort gibt. Zum anderen sind die gestellten Fragen wichtig und zeitlos. Mehrmals musste ich zwischen dem Film und heutigen politischen Gegebenheiten Parallelen ziehen. So erinnerten mich die Bemühungen der japanischen Regierung im 17. Jahrhundert, sämtliche westliche Einflüsse aus dem Land zu verbannen, vage an aktuelle rechtsorientierte Gruppen in Europa oder Amerika, die sich allzu sehr vor einer Islamisierung des Westens fürchten. Geschichte wiederholt sich bestimmt nicht eins zu eins – aber der Blick in die Vergangenheit ist sicher nicht verkehrt, wenn man an einer besseren Zukunft interessiert ist.

Fazit: „Silence“ ist ein Film mit einem sehr speziellen und unbequemen Thema. Wenn man sich – wie auch immer – darauf einlassen kann, wird er den Zuschauer aufgewühlt und nachdenklich zurück lassen. Über das Ende möchte ich natürlich keine Details verraten, aber ich fand für mich – trotz aller vordergründigen Grausamkeit und Finsternis – eine tiefe, innere Sicherheit, die „Silence“ neben „Life Of Pi“ zum wohl wichtigsten spirituellen Film der letzten Jahre macht. Es gibt 9 von 10 Popcornguys!

Logan

Titel: Logan – The Wolverine
Originaltitel: Logan
Regie: James Mangold
Musik: Marco Beltrami
Sprecher: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen

Im Jahr 2029 sind beinahe alle Mutanten ausgestorben. Nahe der mexikanischen Grenze lebt Logan (Hugh Jackman), doch der als Wolverine bekannte Kämpfer ist alt, abgeschlagen und krank. Seine Selbstheilungskräfte lassen allmählich nach und Hoffnungen in die Zukunft hat er keine mehr. Logan arbeitet als Chauffeur, um Medizin für den unter einer Hirnkrankheit leidenden Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) bezahlen zu können. Wolverine versteckt zusammen mit einem anderen Mutanten namens Caliban (Stephen Merchant) seinen alten Mentor, bis ein geheimnisvolles und mit enormen Kräften ausgestattetes Mädchen namens Laura (Dafne Keen) in sein Leben tritt. Laura wird von einer skrupellosen und brutalen Organisation namens Transigen verfolgt, was den desillusionierten Logan vor eine Wahl stellt: Soll er dem Kind helfen und sich damit seinen inneren Konflikten stellen – oder nicht?

Zusammen mit Sam Raimis „Spider-Man“-Filmen können Bryan Singers „X-Men“-Geschichten als wichtiger Ausgangspunkt für den bis heute andauernden Comic-Boom gedeutet werden. Die ersten beiden Teile der Reihe habe ich in guter Erinnerung, der dritte jedoch krankte unter den üblichen Sequel-Anforderungen: Schneller, besser, größer, mehr. Mein Interesse an den Mutanten ließ nach, und da konnten die beiden bisherigen Spin-Offs zu Wolverine auch nichts daran ändern. Ehrlich gesagt empfand ich insbesondere „X-Men Origins: Wolverine“ als ziemlich mies. Auch um die Reboot-Reihe (falls es denn eine ist), die mit schauspielerischen Größen wie Michael Fassbender und James McAvoy auftrumpft, habe ich bisher vorsichtig einen Bogen gemacht. Es gab nichts, was mich zurück zu den X-Men gezogen hätte – bis eben der Trailer zu „Logan“ erschien.

Der besagte Trailer verspricht eine Comicverfilmung der anderen Art und dieses Versprechen kann zum Glück auch eingehalten werden. So wie „The Dark Knight“ in erster Linie ein Thriller ist, in welchem die Charaktere eher zufällig Comicfiguren sind, ist „Logan“ ein starker, konsequenter und deprimierender Western, der aber sein Herz am rechten Fleck hat und den Zuschauer gefühlstechnisch binden kann. Das Filmische steht im Vordergrund und nicht das Verlangen, Popcornkino mit möglichst vielen verkleideten Gestalten zu machen.

„Logan“ besticht durch einen großartigen Look, der sich durch die dezent apokalyptische Sci-Fi-Stimmung und die karge Landschaft von Texas ergibt. Die Kamera ist weitestgehend ruhig und bleibt nahe an den Figuren, was dem Film einen Hauch von Arthouse-Kino verleiht. Hinzu kommt die unmittelbar inszenierte Action, die in einem kleinen, aber umso spannenderen und intimeren Rahmen stattfindet. Ich persönlich habe ja schon lange genug von Handlungen, bei denen die gesamte Erde auf dem Spiel steht und wo es am Ende nur noch darum geht, dass sich eine Truppe verkleideter Helden mit einer nicht enden wollenden Armee aus CGI-Gegnern kloppt. All das muss man in „Logan“ nicht ertragen. Stattdessen wird die handfeste Action mit einem hohen Grad an Brutalität gewürzt. Wolverine metzelt sich hemmungslos durch Fleisch und Knochen, wobei hier nicht an Blut und abgetrennten Gliedmaßen gespart wird. Dennoch kippt die Gewalt im Grunde nie Richtung Splatter und Trash, was schon eine Leistung ist.

Ein Lob geht auch an die Darsteller. Patrick Stewart überzeugt in der Rolle des erkrankten Professors, der trotz aller eigenen Probleme und Selbstvorwürfe darum bemüht ist, Logan weiter emotional und psychologisch zu unterstützen. Die 2005 geborene Dafne Keen kommt in ihrer Darstellung der kleinen Laura ohne viele Dialoge aus, wobei man rückblickend sagen muss, dass ihrer Figur und deren Beziehung zu Wolverine ein paar mehr Zeilen schon gut getan hätten. Boyd Holbrook spielt Donald Pierce, den ruchlosen Sicherheitschef der Firma Transigen. Ihm gelingt es, einen gleichermaßen interessanten und hassenswerten Antagonisten darzustellen, was man in einer Comicverfilmung ja auch schon mehrere Jahre lang nicht mehr hatte. Das Hauptaugenmerkt des Films liegt aber natürlich auf Hugh Jackman in seiner Paraderolle des Wolverine. Mit „Logan“ verabschiedet sich der australische Darsteller offiziell vom Mutanten-Franchise und kann dabei sämtliche Stärken noch einmal ausspielen.

Allerdings ist der Film nicht perfekt. Es gibt einzelne Kritikpunkte, die sich meiner Meinung nach allesamt in der letzten halben Stunde finden lassen. Darüber zu reden, ist aus Spoilergründen natürlich schwer. Aber ich formuliere es mal folgendermaßen: „Logan“ bewegt sich an einigen Stellen hart an der Grenze der Cheesiness, weil er sich manche Comic-Klischees nicht verkneifen kann. Diese werden zwar einigermaßen zufriedenstellend kaschiert oder gehen sogar als Metapher durch. Aber sie haben mich dann doch ein klein wenig abgetörnt und daran erinnert, dass ich die meisten Comicverfilmungen einfach nur mittelprächtig finde. Vielleicht ist das dann auch der Grund, warum mich das Ende von „Logan“ nicht ganz so emotional gepackt hat, wie es hätte sein sollen und auch können.

Doch das ist Jammern auf hohem Niveau. „Logan“ ist ein sehr guter Film und eine herausragende Comicverfilmung, wenn man sich die Konkurrenz der letzten Jahre vor Augen führt. Ich spreche eine klare Empfehlung aus und verteile 8 von 10 Popcornguys!