The LEGO Batman Movie

Titel: The LEGO Batman Movie
Originaltitel: The LEGO Batman Movie
Regie: Chris McKay
Musik: Lorne Balfe
Sprecher: Will Arnett, Michael Cera, Zach Galifianakis

Batman ist der geilste Typ überhaupt – das denken nicht nur viele Bürger in Gotham City, sondern auch er selbst. So ist es ihm ein Leichtes, seinen alten Widersacher Joker mal wieder hinter die Gitter des Arkham Asylum zu bringen. Dabei schafft es Batman, die Gefühle des psychopathischen Clowns ernsthaft zu verletzen, indem er dem Joker einen besonderen Platz innerhalb seiner Gegnerschaft abspricht. Doch hinter der ultracoolen Fassade des Dunklen Ritters brodeln schwere emotionale Konflikte. Seine größte Angst ist es, Teil einer neuen Familie zu werden – eine Angst, die ihm lediglich sein treuer Butler Alfred anmerkt. Im sozialen Umfeld des maskierten Helden bahnen sich unterdessen weitreichende Veränderungen an. Barbara Gordon, die Tochter von Comissioner Gordon, übernimmt den Posten ihres Vaters und verdreht dem Mitternachtsdetektiv gehörig den Kopf – bis sie sich für einen anderen Kurs in der Kooperation zwischen dem Dunklen Ritter und der Polizei ausspricht. Hinzu kommt, dass Bruce Wayne von nun an einen Waisenjungen namens Dick Grayson an der Backe hat. Und der sehnt sich unheimlich nach einer Vaterfigur.

Als 2014 „The LEGO Movie“ in die Kinos kam, fühlte ich mich auf einmal ziemlich alt. Der Streifen war unterhaltsam, glich aber in seinem Tempo einem epileptischem Anfall in Filmform. Wegen der ganzen Rasanz konnte dann die angebliche Emotionalität des Endes auch nicht so richtig an mich heran kommen – und das, obwohl ich als Kind sehr viel mit Lego gespielt habe. Von daher habe ich mir von „The LEGO Batman Movie“ nicht allzu viel erwartet. Aber wegen Batman bin ich natürlich dann doch ins Kino gegangen – und wurde äußerst positiv überrascht.

Um gleich zum Fazit zu kommen: „The LEGO Batman Movie“ ist besser und nicht ganz so gehetzt wie sein LEGO-Vorgänger. Und, was natürlich viel wichtiger ist: Er ist meiner Meinung nach der beste Batman-Film seit „The Dark Knight“. Das liegt nun nicht unbedingt daran, dass der Streifen lustig ist. Natürlich muss das Gagfeuerwerk erwähnt werden, bei welchem nahezu jeder Witz zumindest funktioniert und ich manchmal sogar richtig lachen musste. Am lustigsten ist der Film übrigens dann, wenn er aus der umfangreichen Batman-Geschichte rezitiert. Aber das, was mich an „The LEGO Batman Movie“ wirklich mitgerissen hat, war der sehr genaue und psychologische Blick auf die Charaktere. Allein die Prämisse, dass Batman Angst davor hat, sich aufgrund seines Verlustes auf neue, familiäre Bindungen einzulassen, ist ziemlich genial und auch absolut nachvollziehbar hinsichtlich der Figur. Daneben wird auch die Hassliebe zwischen dem Dunklen Ritter und dem Joker von interessanten Seiten beleuchtet. Auch hier gibt es klare Parallelen zum „echten“ Batman, denn in gewisser Weise ist er ja tatsächlich vom Clownprinzen des Verbrechens besessen und man kann definitiv von einer Beziehung sprechen. „The LEGO Batman Movie“ bleibt am Ende selbstverständlich eine Komödie, die sich primär an Kinder und augenzwinkernd-ironisch an Erwachsene richtet. Doch ich habe mich hier als Batman-Fan sehr wohl gefühlt und weiß es zu schätzen, dass die Macher die Figuren des DC-Universums ernst nehmen.

Ein paar kleinere Kritikpunkte und Hänger gibt es trotzdem. Doch das, was mich am meisten gestört hat, kann man dem eigentlichen Film wohl nicht mal wirklich ankreiden. In der deutschen Fassung wurde der Joker von keinem Profi, sondern von einem Youtube-Star namens Gronkh synchronisiert. Ich kenne den Mann nicht und möchte ihm nichts Böses. Aber gerade inmitten der perfekt passenden und aus anderen Batman-Filmen bekannten Stimmen fiel er schon sehr negativ auf. In seiner Stimme lag nichts psychopathisch-narzisstisches, was den Joker eigentlich ausmachen sollte, was den Gesamteindruck dann doch geschmälert hat. Insofern wäre eine Sichtung im Original wohl empfehlenswert.

Nichtsdestotrotz möchte ich „The LEGO Batman Movie“ allen Batman-Fans ans Herz legen und verteile starke 8 von 10 Popcornguys.

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