Serien-Special: The Leftovers

Titel: The Leftovers
Originaltitel: The Leftovers
Produktion: HBO
Idee: Damon Lindelof, Tom Perrotta
Musik: Max Richter
Darsteller: Justin Theroux, Carrie Coon, Christopher Eccleston

Kevin Garvey (Justin Theroux), Polizeichef der amerikanischen Kleinstadt Mapleton, kämpft um den Zusammenhalt seiner Familie. Diese ist nach einem einschneidenden Geschehnis vor drei Jahren nicht mehr die selbe. Damals verschwanden plötzlich zwei Prozent der gesamten Weltbevölkerung. Die Hinterbliebenen versuchen auf unterschiedliche Weisen mit der Entrückung umzugehen, was sich auch anhand von Kevins Familie zeigt. Seine Ehefrau Laurie (Amy Brenneman) hat sich einer mysteriösen Sekte mit dem Namen „The Guilty Remnant“ angeschlossen, deren Anhänger kein Wort sprechen, sich ausschließlich weiß kleiden und permanent Zigaretten rauchen. Kevins Tochter Jill (Margaret Qualley) wohnt noch bei ihrem Vater, lenkt sich aber zusammen mit anderen Jugendlichen mit Hilfe exzessiver Partys und destruktiver Mutproben ab. Nicht mehr in Mapleton ist ihr Bruder Tommy (Chris Zylka), der sich in einem anderen Teil des Landes der vermeintlichen Messias-Gestalt „Holy Wayne“ (Paterson Joseph) angeschlossen hat. Neben all dieser Familienprobleme ist es auch Kevins Aufgabe, für Ordnung in seiner Stadt zu sorgen, welche vor allem durch die makabren Protestaktionen der Sekte „The Guilty Remnant“ gestört wird.

Das Kinoprogramm ist zur Zeit recht dürftig. Aber dadurch habe ich immerhin genug Zeit, ein paar Serien auf meiner Liste abzuarbeiten. Angefangen habe ich dabei mit „The Leftovers“ – und diese Entscheidung bereue ich nicht.

Die Serie basiert auf einem im Jahr 2011 erschienenen Roman von Tom Perrotta und lässt sich auf den ersten Blick leicht dem Mystery-Genre zuordnen. Tatsächlich ist das plötzliche Verschwinden von 140 Millionen Menschen mysteriös und unheimlich und tatsächlich gibt es in der Serie auch einige Charaktere, die sich mit möglichen Gründen beschäftigen und Nachforschungen betreiben. Doch in erster Linie widmet sich „The Leftovers“ der psychologischen Verfassung seiner Figuren. Von Folge zu Folge werden dabei immer mehr persönliche Abgründe aufgedeckt, was nicht selten zu schockierter Fassunglosigkeit führt. Allerdings entwickelt sich beim Zuschauer auch gleichzeitig ein tiefes Verständnis für die Probleme und Beweggründe der Charaktere und ich kann sagen, dass mir viele der Hinterbliebenen nun ans Herz gewachsen sind. „The Leftovers“ ist also vor allem eine herausragende Drama-Serie, die einen mitnimmt, stellenweise ein wenig deprimiert, aber auch zum Nachdenken anregt. Zuschauer, die sich zudem für Theologie interessieren, dürften an der gesamten Thematik ihre Freude haben. Hinzu kommen handwerkliche Aspekte, die allesamt lobenswert sind – angefangen bei der symbolträchtigen Kameraarbeit, bis hin zum wunderbar melancholischen Soundtrack.

„The Leftovers“ umfasst bisher zwei Staffeln, von denen ich die erste bislang gesehen habe. Bis zur zweiten Staffel werde ich mir aber nicht viel Zeit lassen. Dieses Jahr findet die Serie in einer dritten Staffel ihren Abschluss und möglicherweise kann diese Kritik bis dahin ja den ein oder anderen noch überzeugen. Ein wenig macht mir Drehbuchautor Damon Lindelof Sorgen, der sich ja bereits mehrere Male am Ende verzettelt hat – man denke beispielsweise an die Serie „Lost“ oder auch an „Prometheus“. Aber irgendwie habe ich bei „The Leftovers“ ein gutes Gefühl. Es gibt für die erste Staffel ganz starke 8 von 10 Popcornguys!

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Ein Kommentar zu “Serien-Special: The Leftovers

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