The Shallows

Titel: The Shallows
Regisseur: Jaume Collet-Serra
Musik: Marco Beltrami
Darsteller: Blake Lively

Die Medizinstudentin Nancy findet auf ihrem Selbstfindungstrip einen sozusagen geheimen Srand: Ein unbekanntes Stück Surferparadies, dass ihr von ihrer verstorbenen Mutter als zu findendes Erbe mitgegeben wurde. Dort angekommen genießt sie die unberührte Natur, bis sie von einem gigantischen Hai angegriffen wird, und sich in allerletzter Not auf einen kleinen Felsen retten kann.

Nach dem oben verlinkten Teaser war ich an „The Shallows“ sehr interessiert, wenngleich ich weder von Blake Lively, die wohl für Gossip Girl relativ bekannt ist, noch von Regisseur Collet-Serra, der sich in der Vergangenheit eher auf Horrorstreifen konzentriert hat, groß etwas gesehen hatte. Mir schwante hier ein interessanter Thriller, der sich – so hoffte ich – stark auf die Schauspielleistung einer einzelnen Person stützen würde. Das ist natürlich immer ein Wagnis, aber im Falle von „The Shallows“ geht diese Rechnung zu großen Teilen auf.

Der Film führt die Figur Nancy ein bisschen cheesy, aber nicht ganz unsympathisch ein. Die junge Studentin flieht aus ihrem Alltag, fühlt sich einem Strand hingezogen, den sie nur von einem Foto her kennt. Die passionierte Surferin findet dieses Paradies an der Küste Mexikos, trifft ein paar nette Typen und surft galant ein paar Tubes. Hierbei möchte ich die hervorragende Arbeit des Kameramanns Flavio Labiano hervorheben: Damn, der weiß wirklich wie man großartige Bilder schafft, die in den Zuschauern augenblicklich tiefste Sehnsucht nach Sonne und Meer erwecken. Geniale Unterwasseraufnahmen wechseln sich ab mit wunderschönen Panoramablicken über Strand und Meer – und auch in den Thrill-Momenten ist es die Kamera, die hier den wahren Gänsehautfaktor ausmacht. Das „Monster“ – ein riesengroßer weißer Hai – tritt in alter Jaws-Manier nur selten völlig in Erscheinung, was per se ein für mich kluger Schachzug ist und wesentlich mehr Spannung erzeugt als eine Ergötzung an Effekten.

Blake Lively wird völlig zurecht für ihre gute Performance gelobt. Mit „The Shallows“ hat sie sich jedenfalls Tür und Tor geöffnet und bewiesen, dass sie zu großen schauspielerischen Leistungen fähig ist. Das atmosphärische i-Tüpfelchen bildet zudem noch die Maske, die ihre Verletzungen auffällig gut in Szene setzte.

Bei all dem Lob gibt es dennoch etwas, dass die Suppe trübt. Sicher, über die m.E. unnötige Hintergrundstory kann man hinwegsehen, auch über so manche künstliche Selbstgespräche, oder sogar über die peinlichen Popsongs im sonst soliden Soundtrack (welcher Chef der Produktionsfirma hatte die morgens im Radio gehört?) kann man verkraften. Aber im Laufe des gut inszenierten Überlebenskampfes kommt es zu einer inhaltlichen Wendung, die ich an dieser Stelle gerne den 10Cloverfield Lane-Faktor taufen würde. Wer diesen Film gesehen hat, wird wissen, dass ein solider, atmosphärisch dichter Thriller beinahe von einem plötzlichen Fast-and-Furious-Action-Gedöns kaputt gemacht wurde. So leider auch in „The Shallows“, wo ein beinharter Kampf ums nackte Überleben plötzlich in Over-the-Top-Action verwandelt wird.

Das ist schade, mindert aber den Spaß am Rest des Films nur bedingt, sodass man das Ende dann doch einigermaßen versöhnt genießen kann. Mein Fazit: Ein kleiner Film, der mit einer zwar nicht neuen Idee, aber mit frischem Gesicht und großartigen Bildern aufwarten kann, etwas übers Ziel hinausschießt, dabei aber trotzdem noch Spaß macht.

 

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