Serien-Special: Flaked

Titel: Flaked
Produktion: Netflix
Darsteller: Will Arnett, David Sullivan, Ruth Kearney

Venice Beach: Inmitten der traumhaften Kulisse des kalifornischen Stadtteils wandelt Chip (Will Arnett) zwischen seinen Alkoholikertreffen, seinem Arbeitsplatz in einer kleinen Schreinerei, und zwischen den Menschen, die ihm etwas bedeuten, umher. Nicht wissend, ob die Lügen, mit denen er sich umgibt, mittlerweile sein Leben sind, muss er sich entscheiden sich den Problemen zu stellen oder weiterhin lächelnd zurückzuweichen.

Flaked hat ziemlich gemischte Kritiken abbekommen. Vielerorts wurde die Geschichte als dumpf, sinnlos und nichtssagend abgeschrieben. Sicherlich steckt in aller Kritik auch immer ein kleines Fünkchen Wahrheit. Warum ich Flaked aber trotzdem mag, will ich mit zwei Dingen erklären:

  1. Ich mag Will Arnett. Für mich sind seine Charaktere der Prototyp des ewigen Verlierers, der selbstüberschätzt und lügend durch das Leben streift, sich wie ein Kind vor Verantwortung drückt und dabei innerlich zerbrochen sich des eigenen Scheiterns ganz bewusst ist. Diese Rolle scheint Will Arnett anzuhaften, ob es nun in Arrested Development, Bojack Horseman oder nun Flaked ist. Viele scheint das zu stören, für mich ist es der Faktor, der Will Arnett für mich so besonders macht. Der gebrochene Chip stellt für mich im Umgang mit seinem besten Freund oder der Frau, in die er sich verliebt hat, alles dar, was durch eigenes Versagen schief laufen kann.
  2. Ich liebe die Kulisse. Ich habe einfach ein Ding für dramatische Geschichten, die sich in vermeintlich heilen Welten abspielen. Hawaii: Das Paradies auf Erden (The Descendants); Florida: Meer, Sonne und Keys (Dexter, Bloodline); Venice Beach: Ort der Künstler und Surfer (Flaked), wer kann an all diesen Orten unglücklich sein? Natürlich ist klar, dass es überall auf der Welt Drama und Unglück gibt. Das Setting macht es für mich nochmal interessanter.

Diese beiden Dinge bilden für mich die Grundlage zu einer kurzen Serie, die mir in meinem Leben persönliche Anstöße und Fragen mitgibt, die es für mich selbst zu beantworten gilt.

Sicher mögen die Kritikpunkte stichhaltig sein. Sicher kann man das von Chip produzierte Frauenbild als furchtbar bezeichnen. Sicher mag das Bild der Gemeinschaft von Venice heutzutage anders aussehen. Ich fand all das aber im Kontext von Flaked sehr stimmig. Ohne also allzu viel erwarten zu müssen, diese Geschichte eines eigentlich bemitleidenswerten (oder auch nicht?) Mannes zu folgen: Das kann schon unterhaltsam und spannend sein. Für mich war es das.

 

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