Batman v Superman: Dawn of Justice

Titel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Originaltitel: Batman v Superman: Dawn of Justice
Regie: Zack Snyder
Musik: Hans Zimmer, Junkie XL
Darsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Jesse Eisenberg

Einige Zeit ist seit den Ereignissen von „Man of Steel“ vergangen. Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck) hat den Kampf zwischen Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon) in Metropolis miterlebt. Für ihn ist klar, dass dieses Wesen aus dem All eine potentielle Gefahr für die gesamte Weltbevölkerung darstellt. Zusammen mit seinem Butler Alfred (Jeremy Irons) sucht er nach Möglichkeiten, dem übermächtigen Kryptonier etwas entgegen zu setzen. Gleichzeitig wird Clark Kent alias Superman auf Batmans harsche Verbrechensbekämpfung in Gotham aufmerksam. Er hält die Methoden des Dunklen Ritters für unmoralisch und möchte den Kreuzzug der Fledermaus beenden. Gleichzeitig schmiedet der Unternehmer Lex Luthor (Jesse Eisenberg) im Hintergrund seine Pläne, um Batman und Superman gegeneinander auszuspielen.

Was war das für ein Auf und Ab im Vorfeld des Films! Nachdem „Man of Steel“ nicht sonderlich gut abschnitt, ging Warner den sicheren Weg und kündigte das filmische Aufeinandertreffen zwischen Batman und Superman an. Kreative Gedanken mögen dabei eine Rolle gespielt haben, doch auf mich wirkte es in erster Linie wie eine ökonomische Verzweiflungstat. Schließlich ist heutzutage ein Blockbuster, der keine Milliarde einspielen kann, kein wirklicher Blockbuster. Als nächstes wurde Ben Affleck in der Rolle Batmans verkündet, was einen ziemlich großen Aufschrei provozierte. Ich sah das Casting eher entspannt. Affleck hatte sich zu diesem Zeitpunkt als Schauspieler und vor allem als Filmemacher gut etabliert. Problematischer erschien mir die Beteiligung von Regisseur Zack Snyder und Autor David S. Goyer. Letzterer wurde beim Drehbuch glücklicherweise von Chris Terrio unterstützt, wofür man vermutlich Affleck danken kann. Nach einer Weile trudelten bewegte Bilder ein. Während mich der erste Trailer noch positiv stimmte, wirkte der zweite Trailer wie eine Zusammenfassung der kompletten Geschichte – dies sollte sich als wahr heraus stellen. Ich schraubte also meine Erwartungen stark herunter und löste so mein Ticket für den angeblich größten Gladiatorenkampf der Weltgeschichte.

Grundsätzlich gefiel mir der Ton des Films. Recht düster, geerdet und ohne die Marvel-typischen Oneliner. Snyder liefert – trotz einiger inszenatorischen Ermüdungserscheinungen – eine gewohnt erstklassige Optik ab. Affleck erweist sich lustigerweise als das wohl stärkste Element im Film. Er überzeugt nicht nur als Batman, sondern vor allem auch in der Rolle des Bruce Wayne, der hier als ein in die Jahre gekommener, pessimistischer und kompromissloser Verbrechensbekämpfer dargestellt wird. Man merkt ihm an, dass er vieles erlebt hat und im Grunde seinen Glauben an die Menschheit verloren hat. Afflecks Einführungsszene in Metropolis, die direkt an den Endkampf von „Man of Steel“ anknüpft, ist ganz großes Kino. Als Zuschauer findet man sofort einen Zugang zu Bruce Wayne, der aus seiner menschlichen Perspektive Superman erlebt und die Bedrohung, die von dem Kryptonier ausgeht, erkennt. Auch nach der Eröffnung bleibt der erste Akt – bis auf die ein oder andere Länge – gut. Man nimmt sich Zeit für die Charaktere, was sich auch für Superman auszahlt. Henry Cavill ist zwar weiterhin das Gesicht aus Stahl, doch er darf seine Mimik um zwei bis drei Facetten erweitern. Neuzugang Jesse Eisenberg spielt Lex Luthor als cleveres Nervenbündel mit Götterkomplex, welcher mich in seiner Denkweise an die Philosophie Sigmund Freuds erinnerte. Er spielt sehr quirlig und stellt damit den nötigen Kontrast zu den Darstellungen Afflecks und Cavills dar. Obwohl nicht jede Szene mit Luthor bei mir zündete und eine letztendliche Motivationsbegründung ausblieb, empfand ich ihn doch als recht interessanten Gegenspieler.

Die Probleme des Films beginnen größtenteils im zweiten Akt. Normalerweise würde ich aus Spoilergründen Rücksicht nehmen, doch jeder, der den zweiten Trailer gesehen hat, erfährt in dieser Kritik nicht wirklich etwas Neues über die Handlung. Der Konflikt zwischen Batman und Superman wird aufgelöst – und zwar derart simpel, dass ich es einen kurzen Moment lang ziemlich genial empfand. Doch wenn man bedenkt, wie stark diese Auseinandersetzung religiös und philosophisch aufgeladen wurde, ist mir der Grund der Lösung schlichtweg zu banal. Hinzu kommt, dass der eigentliche Kampf zwischen Batman und Superman lediglich ein paar Minuten lang andauert. So viel also zum angeblich größten Gladiatorenkampf der Weltgeschichte. Stattdessen züchtet Luthor – wie man dem zweiten Trailer problemlos entnehmen kann – Doomsday, eine Mischung aus Höhlentroll und Ninja Turtle. Gegen ihn müssen Batman und Superman ihre Kräfte vereinen, was zu einem obligatorischem Endkampf mit vielen Blitzen und Laserstrahlen führt. Dem Kampf schließt sich – mehr oder weniger aus dem Nichts – Wonder Woman an. Gespielt wird die Kampfamazone Gal Gadot, bei der es sich unbestreitbar um eine höchst attraktive Frau handelt. Ich muss auch zugeben, dass ihre Rolle weniger nervig als befürchtet integriert wird. Trotzdem ist Wonder Woman wie so vieles im dritten Akt unnötig. Inmitten von Amazonen, Aliens und Mutationen erscheint übrigens auch Batman plötzlich erschreckend klein und überflüssig – etwas, was mir als Batman-Fan natürlich überhaupt nicht schmeckt. Und dieses Gefühl dürfte sich in einem Film zur Justice League womöglich noch verstärken.

„Batman v Superman“ muss wie fast jeder heutige Blockbuster auch als Werbefilmchen für potentielle Sequels und Spin-Offs funktionieren. So werden auch hier einige andere DC-Helden kurz angeteast, und zwar in einer ziemlich plumpen und nicht handlungsrelevanten Szene. Für mich ergibt sich im Hinblick auf die Zukunft des Filmuniversums das gleiche Problem, wie ich es mit den Avengers von Marvel habe. Diese Superheldenteams bestehen für mich aus zu vielen verschiedenen Individuen mit zu unterschiedlichen Mythologien im Hintergrund. Für mich passen ein superstarkes Alien, ein depressiver Millionär im Kampfanzug, eine Kampfamazone (deren Kräfte ich trotz „Batman v Superman“ immer noch nicht richtig verstehe), ein Unterwasserkönig mit Dreizack, ein Cyborg und ein superschneller Mann im roten Strampler einfach nicht zusammen. Eventuell könnte man zu den einzelnen Figuren interessante Geschichten erzählen, die für sich alleine stehen. Doch dieser Zug ist in Zeiten groß angelegter Filmuniversen erstmal abgefahren.

Fazit: Weniger ist mehr! „Batman v Superman“ ist teilweise besser als „Man of Steel“. Es gibt einige starke Momente, die fast immer mit Batman oder Bruce Wayne zusammenhängen. Doch die Auflösung des Konflikts der titelgebenden Superhelden ist ziemlich mau und der letze Akt geht in einer ermüdenden Zerstörungsorgie mit zu vielen überflüssigen Elementen auf. Von mir gibt es 6 von 10 Popcornguys.

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