Legend

Titel: Legend
Regisseur: Brian Helgeland
Musik: Carter Burwell
Darsteller: Tom Hardy, Emily Browning, David Thewlis

Die Zwillinge Reginald und Ronald Kray (Tom Hardy) sind die Könige des Londoner East End. Mit intelligenten Geschäften, aber auch mit brutaler Härte gehen die Gangster vor, um Rivalen auszuschalten und Geld einzutreiben. Ihr gefährliches Treiben wird nicht nur von Scotland Yard genau beobachtet, sondern auch von Frances (Emily Browning), die unsterblich in Reggie verliebt ist, und sich nichts als ein ruhiges, ehrliches Leben wünscht.

Die auf Tatsachen beruhende Geschichte der Kray-Zwillinge verfilmen, und dabei einen Schauspieler wie Tom Hardy in einer Doppelrolle besetzen – das kann man schonmal als Geniestreich bezeichnen. Regisseur Brain Helgeland, der sich in der Vergangenheit vor allem als Drehbuchautor für Filme wie L.A. Confidental, Mystic River und Man on Fire verdient gemacht hat, hatte genau das richtige Händchen dafür, Hardy in seine Rollen einzustimmen. Wobei sich alle Darsteller sehen lassen können, geht Hardy hier richtig auf, und so hat man beim Zusehen tatsächlich das Gefühl, bei Ronnie und Reggie ständig zwei verschiedene Personen vor sich zu haben. Reggie, der eher besonnene, konsequente und coole Geschäftsmann, und Ronnie, ein Psychopath, der in der Wut sofort zur Waffe greift, doch im nächsten Moment wieder in kindlichem Sanftmut nach dem Schutz seines Bruders sucht. Eine explosive Mischung, die Tom Hardy hier erfolgreich Leben einhaucht. Diese Charaktere machen die ganze Geschichte, die an sich doch eher banal ist, erst zu einer Geschichte, die man erzählt bekommen will.

Und hier offenbart sich leider auch die Schwäche des Films: Stellenweise fehlt es stark an Tempo und Spannung. Auch wenn der Zuschauer in die stimmige Atmosphäre der Unterwelt des 60er-Jahre Londons eintaucht – so richtig nah kommt man den Charakteren nicht. Selbst in der schwierigen Beziehung zwischen Frances und Reggie fiel es mir verhältnismäßig schwer, richtig viel Empathie aufzubringen. Das ist sehr schade, denn in den temporeichen Gangstermomenten fährt der Streifen richtig auf. Angesichts der historischen Vorlage wäre es natürlich schwierig gewesen, den Fokus mehr darauf zu legen, doch raubt die Kombination aus Gangsterfilm und Beziehungsdrama leider einiges.
Fazit: Nichtsdestotrotz darf man sich von Legend gut unterhalten fühlen. Szenenbilder, Soundtrack und das unglaubliche Schauspiel Tom Hardys tun alles, um die Zuschauer in diese harte Welt eintauchen zu lassen. Und das ist schon viel mehr, als viele andere Filme je Zustande bringen.

7 von 10 Popcornguys

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