Fantastic Four

Titel: Fantastic Four
Originaltitel: Fantastic Four
Regie: Josh Trank
Musik: Marco Beltrami, Philip Glass
Darsteller: Miles Teller, Kate Mara, Toby Kebbell

Der geniale Wissenschaftler Reed Richards (Miles Teller) arbeitet zusammen mit seinem Schulfreund Ben Grimm (Jamie Bell) an einem Gerät, welches Gegenstände und sogar Lebewesen an andere Orte teleportieren soll. Den Kindern ist nicht klar, dass sie bei ihren Versuchen das Tor zu anderen Dimensionen und Planeten öffnen, bis sie als junge Erwachsene von einem Forschungs-Institut engagiert werden. Hierbei treffen sie auf Susan Storm (Kate Mara), Johnny Storm (Michael B. Jordan) und den ehrgeizigen Victor von Doom (Toby Kebbell), die ebenfalls am Projekt mitarbeiten. Die jungen Wissenschaftler teleportieren sich letztendlich selbst auf einen fremden Planeten und sind dort mysteriösen Wirkungen ausgesetzt, die unglaubliche Kräfte in ihnen wecken.

Der Markt der Comicverfilmungen wird momentan ganz klar von Marvel dominiert. Daneben gibt es aber immer noch einige Figuren, deren Filmrechte bei anderen Studios liegen. So verfügt Fox neben den X-Men auch über die Fantastischen Vier. Bei jener Truppe war es mal wieder an der Zeit für ein Reboot, denn schließlich möchte das Studio die Rechte an den Figuren ja behalten. Fox vertraute „Chronicle“-Regisseur Josh Trank die Aufgabe an, doch schon während der Produktion wurden kritische Stimmen laut: Egal, ob es sich um das Alter der Darsteller, die Hautfarbe der Menschlichen Fackel oder das Fehlen der Hose des Dings handelte, die Fans wollten mit dem Projekt einfach nicht wirklich warm werden. Und genauso schien das Studio auch nicht mit seinem Regisseur auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wenn man die momentan laufende Schlammschlacht zwischen Fox und Trank bedenkt.

Ich persönlich kenne mich mit den Comics der Fantastischen Vier nicht aus, insofern kann ich es schwer beurteilen, wie ernsthaft die Abweichungen von der Vorlage tatsächlich sind. Ich für meinen Teil habe mich einfach auf einen etwas experimentelleren und mutigeren Comicfilm außerhalb des Marvel-Universums gefreut und war insofern gespannt auf „Fantastic Four“. Mit äußerst niedrigen Erwartungen ging ich also ins Kino, doch überraschenderweise beginnt der Film im Grunde sogar ziemlich gut. Zwar erreichen die Figuren nicht das emotionale Niveau einer guten Coming-Of-Age-Geschichte, doch die Verbindungen zwischen den jungen Hauptcharakteren sind interessant und bieten Möglichkeiten zur Identifikation. Die Darsteller leisten hierbei eine gute Arbeit, wobei mir insbesondere das unaufdringliche Spiel von Kate Mara aufgefallen ist. Daneben liegt der Fokus in der ersten Hälfte des Films ganz stark auf den Science-Fiction-Elementen und lässt darüber hinaus immer mal wieder stimmungsvollen Horror aufblitzen. So ist es beispielsweise eine recht gruselige Szene, wenn die vier späteren Helden erstmals mit ihren neuartigen Kräften konfrontiert sind.

Dann gibt es aber plötzlich einen Zeitsprung von einem Jahr und man hat ab nun das Gefühl, einen zweiten Film zu sehen. Die Verbindung zwischen Hauptcharakteren und dem Zuschauer reißt, denn man bekommt nicht gezeigt, wie die vier jungen Menschen weiter auf ihre Kräfte reagieren und damit umgehen. Stattdessen rückt das Militär in den Vordergrund, die gesamte Welt ist mal wieder bedroht und erneut muss sich eine Gruppe unterschiedlicher Helden verbünden, um die Erde zu retten und coole Sprüche zu klopfen. Man ist also entgegen des ursprünglichen Ansatzes bei der 0815-Formel für Comicverfilmungen gelandet, allerdings weitestgehend ohne Charme und mit einem viel zu hektischem Tempo. Sehr wahrscheinlich spiegelt diese zweite Filmhälfte ganz stark die Differenzen zwischen Regisseur, Studio und Schauspielern wieder. Es gibt hier nur noch wenige Hoffnungsschimmer, doch einer davon war für mich der Bösewicht Doctor Doom. Sein Design mag den Comickennern Kopfschmerzen bereiten und auch sein letztendlicher Plan wirft das ein oder andere Fragezeichen auf. Aber immerhin ist seine Motivation spürbar und interessant, was ihn zu einem der besseren Comicbösewichte der letzten Jahre macht. Auch der Einsatz seiner Kräfte lässt für eine Szene ein schauriges Horror-Gefühl aufleben, doch das allein rettet den Film natürlich auch nicht.

Fazit: Zugegeben, „Fantastic Four“ ist ein schlechter oder zumindest belangloser Film. Aber da befindet er sich in Sachen Comicverfilmungen in guter Gesellschaft. Er ist nicht so schlecht, wie er von der Presse gemacht wird, und hätte er die düstere Science-Fiction-Stimmung der ersten Hälfte beibehalten, wäre er wohl am Ende sogar recht gut geworden. Aber leider wollte „Fantastic Four“ am Ende allzu sehr ein Superheldenfilm sein, was ihm am Ende das Genick gebrochen hat. Es gibt 5 von 10 Popcornguys.

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