Aufgewärmt und versalzen – Remakes, Prequels und Sequels

In den letzten Jahren haben immer mehr Filme die Kinoleinwände erobert, die weniger mit originellen Ideen, vielmehr in Anknüpfung an bestehende Franchises strahlen. Dass dabei manchmal der Erfolg von bestimmten Klassikern nicht nur nicht wiederbelebt, sondern ganze Kindheitserfahrungen vernichtet werden, scheint die unaufhaltsame Welle von Remakes, Reboots, Pre- und Sequels aber nicht aufhalten zu wollen. Für mich persönlich hat dieser ganze Wahnsinn bewusst mit den Prequels zu Star Wars begonnen. Mit meinen zarten 11 Jahren war ich völlig gehyped ob der Nachricht, dass das wahnsinnig ergiebige Universum um drei weitere Filme erweitert werden soll. Noch dazu dürfen wir auch noch erleben, wie das Imperium entstand, und vor allem die interessante Entstehungsgeschichte des Überbösewicht Darth Vader. In meinem kindlichen Dasein erkannte ich die Größe des Müllhaufens, den George Lucas den Fans vorgesetzt hatte, noch nicht ganz, doch wurde mir mit wachsendem Alter auch klar, wo die Fehler der Prequels liegen. Ohne jetzt aber groß darauf rumhacken zu wollen:

All diese Filme haben es nicht leicht. Wer tritt schon gern in große Fußstapfen, vor allem wenn es diese Fußstapfen vor einer ganz anderen Generation mit anderen Sehgewohnheiten liegen? Gibt es eigentlich Filme, welche die Fußstapfen einigermaßen gerecht werden? Ich kenne durchaus das eine oder andere Remake, das ganz ordentlich gelungen ist (so z.B. in den „The Thing“-Streifen, wo das Remake von 1982 der wirklich bessere Film ist, und sich sogar das Prequel von 2011 einigermaßen gut sehen lassen kann). Grundsätzlich können Pre- und Sequels für mich also funktionieren. Zwar hätte das eine oder andere Debakel durchaus vermieden werden können, so z.B. meinen größten Kindheitshelden mittels eines Kristallschädels zu vernichten. Aber ich bin immer noch offen für neues.

Aber wie steht es mit Remakes? Können Filme, die in den 70ern oder 80ern entstanden sind, heute als Vorlage dienen? Die Storys sind vielleicht nach wie vor genial, aber wie steht es mit dem Geist eines Films? Sowohl Drehtechnik wie auch Atmosphäre sind einfach nicht mehr nachzuahmen, da sich die Filmwelt viel zu sehr verändert hat. Was übrig bleibt, sind geistlose Aufgüsse wie die grausamen Remakes von Klassikern wie „Total Recall“ und „Robocop“ (die m.E. einfach nur den Fehler machen, familientauglich sein zu wollen).

Was kann man also erwarten, wenn 2016 „Ghostbusters 3“ erscheint? Ich erwarte gar nichts mehr. Schon vor etlichen Jahren habe ich die Hoffnung dazu aufgegeben, denn an die Klasse dieser Klassiker wird nichts mehr anknüpfen können. Ich erwarte das Schlimmste, lasse mich aber gern überraschen.

Was kann ich erwarten, wenn 2016 „Twin Peaks“ zurückkommt? (hier übrigens der Grund für diesen Artikel). Wie sehr habe ich mich gefreut, als ich diese Nachricht erfahren habe. Gleichzeitig taucht mein Misstrauen auf. „Twin Peaks“ hat die Serienwelt Anfang der 90er Jahre revolutioniert, und gehört für mich bis heute zu den wichtigsten und bahnbrechensten Serien aller Zeiten. Aber wie gesagt war das 1990. Kann der Stil dieser Serie heute auch nur noch ansatzweise funktionieren? Ich traue David Lynch und Mark Frost viel zu, aber meine Skepsis bleibt.

Vielleicht zeigt uns J.J. Abrams aber auch nächstes Jahr, wie man es richtig macht. Was er (sehr geschickt) bis jetzt von seinen Dreharbeiten zu den Star Wars-Sequels zeigt, sind kleine Häppchen die den Fans beweisen sollen, dass er selbst Fan ist – und zwar von den originalen Teilen. Back to the Roots heißt es hier, und wir sehen Kostüme, nachgebaute Kulissen und handgemachte Tricks. Vielleicht – und nur vielleicht – stellt sich das als Erfolgsrezept heraus: Wenn ich an ältere Filme anknüpfen will, muss ich sie einfach genauso produzieren. Es würde mich sehr freuen.

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