Star Trek: Into Darkness

Titel: Star Trek: Into Darkness (Originaltitel: Star Trek: Into Darkness)
Regie: J.J. Abrams
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch

Die junge Crew des Raumschiffs Enterprise befindet sich auf dem Planeten Nibiru, dessen primitive Bevölkerung von einem gewaltigen Vulkanausbruch bedroht wird. Wissenschaftsoffizier und Halbvulkanier Spock steigt in das Innere des Vulkans um diesen zu neutralisieren, wobei er sein eigenes Leben riskiert. Sein Vorgesetzter Kirk beamt ihn zurück an Bord, wobei er es jedoch in Kauf nimmt, dass die Bevölkerung Nibirus die Enterprise erblickt. Dies ist ein schwerer Eingriff in die Entwicklung des Planeten und ein klarer Verstoß gegen die oberste Direktive der Sternenflotte. Da Spock den Zwischenfall wahrheitsgetreu und pflichtbewusst meldet, wird Kirk das Kommando über die Enterprise entzogen. Doch die Situation ändert sich schlagartig, als sich Anschläge auf Archiv und Hauptquartier der Sternenflotte ereignen. Verantwortlich ist ein einziger Mann: John Harrison, ein ehemaliger Agent der Sternenflotte, der nach seinen Taten auf den klingonischen Planeten Kronos flieht. Ein direkter Angriff auf diesen würde zu einem endgültigen Krieg mit den Klingonen führen. Daher erhält Kirk das Kommando über die Enterprise zurück und soll im Rahmen einer Geheimmission John Harrison eliminieren.

Nach den wenig erfolgreichen letzten Kinoabenteuern von Captain Picard und seiner Crew wollte man das Star-Trek-Franchise neu beleben und engagierte dafür J.J. Abrams als Regisseur. Dieser legte mit „Star Trek“ 2009 einen aufregenden und auch finanziell geglückten Neustart der Serie hin. In diesem Film war es der Romulaner Nero, der durch eine Zeitreise eine alternative Realität erschuf, in der zwar bekannte Figuren existieren, sich jedoch anders als gewohnt verhalten können. Dank diesem Kniff konnten Abrams und seine Schreiber alle Optionen ausnutzen und ließen Nero beispielsweise den Planeten Vulkan vernichten, was vielen Trekkies missfiel. Dennoch fand der Film sein Publikum – sowohl unter alten Fans, als auch unter Kinogängern, die bisher nichts mit dem Star-Trek-Universum anfangen konnten. „Star Trek“ war damit im 21. Jahrhundert angekommen.

Die Fortsetzung „Star Trek: Into Darkness“ folgt auf den ersten Blick dem üblichen Sequel-Schema und bemüht sich, alles größer, schneller und besser zu machen. Und tatsächlich prescht der Film mit einem schwindelerregenden Tempo über die Leinwand. Vulkane brechen aus, Anschläge werden verübt, Raumschiffe liefern sich Schlachten und Verfolgungsjagden und es wird gehörig geprügelt. Ruhephasen sind rar und so hätte es leicht zu einem Action-Overkill kommen können. Doch Abrams gleicht dies aus, indem er trotz des Krawalls Handlung und Charaktere niemals aus dem Blick lässt. Der für das Star-Trek-Universum typische philosophische Diskurs mag hintergründig geworden sein, doch die Emotionen stimmen. In erster Linie ist „Star Trek: Into Darkness“ kein Science-Fiction-Film, in dem es um die Erkundung fremder Welten und Zivilisationen geht. Es ist ein Geschichte über Selbstfindung und die Frage, was man für die Menschen, die man liebt, bereit ist zu opfern. Und in diesem Sinne ist „Star Trek: Into Darkness“ auch als eine Hommage an einen älteren Star-Trek-Film zu verstehen, dessen Titel ich aus Spoilergründen nicht nennen werde.

Damit dieses Konzept aufgeht, ist ein stimmiger und sympathischer Cast absolut notwendig. Und hier kann Abrams auf die bekannten Gesichter aus dem ersten Teil zählen. Chris Pine verleiht der Rolle des Kirk jugendliche Impulsivität und bringt die Schwierigkeiten des Charakters, sich an feststehende Regeln zu halten, sehr gut rüber. Spock wird von Zachary Quinto gespielt, welcher hier verstärkt die emotionalen Probleme, die man als Halbvulkanier so hat, darstellen kann. Auch der Rest der Crew ergibt wie im Vorgänger ein absolut stimmiges Ensemble. Erwähnen möchte ich noch Karl Urban in der Rolle von „Pille“ McCoy, der für knackige Oneliner sorgt und meiner Meinung nach einen Tick mehr Screentime verdient hätte. Aber da wohl jeder seinen persönlichen Liebling hat, sind dies wohl individuelle Wünsche, die unmöglich alle erfüllt werden können. Auch Ur-Spock Leonard Nimoy hat einen schönen, wenn auch sehr kurzen Auftritt.

Der wichtigste Neuzugang ist allerdings Benedict Cumberbatch in der Rolle des Gegenspielers John Harrison. Der Brite liefert als undurchsichtiger und brillianter Bösewicht eine Glanzleistung ab und treibt mit der Crew der Enterprise ein großartiges Katz- und Maus-Spiel. Seine Mimik bewegt sich manchmal an der Grenze zum theatralischem Overacting, doch dies kann man Cumberbatch problemlos verzeihen. Seine Figur ist äußerst vielschichtig und obwohl er der Fiesling ist, ertappt man sich als Zuschauer dabei, wie man ihm heimlich die Daumen drückt. An dieser Stelle sei auch die Serie „Sherlock“ empfohlen, in der Cumberbatch eine modernisierte Version des weltbekannten Detektivs spielt und auch hier glänzt.

Da das Fundament aus Handlung, Charakteren und Emotionen stimmt, kann man bei „Star Trek: Into Darkness“ auch die fulminanten Effekte genießen. Auch das 3D zeigt sich scharf und sorgt für eine Tiefendimension, die besonders in den Weltraumeinstellungen zu begeistern weiß. Das Sahnehäubchen bildet der absolut stimmige und mitreißende Soundtrack von Michael Giacchino, den ich zu den fähigsten Filmkomponisten überhaupt zähle.

Fazit: Vergesst „Oblivion“, vergesst „Iron Man 3“. „Star Trek: Into Darkness“ hat die Zeit Blockbuster in qualitativer Hinsicht eröffnet und dabei die Messlatte extrem hoch gelegt. Er bietet Tempo, Action, Witz, Emotionen, eine gute Handlung und einen im Gedächtnis bleibenden Bösewicht. Und dafür bekommt er 9 von 10 Popcornguys.

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