The Impossible

Titel: The Impossible (Originaltitel: Lo imposible)
Regie: Juan Antonio Bayona
Musik: Fernando Velázquez
Darsteller: Naomi Watts, Ewan McGregor, Tom Holland

Das Ehepaar Maria (Naomi Watts) und Henry (Ewan McGregor) verbringt zusammen mit seinen drei Söhnen Weihnachten 2004 im thailändischen Khao Lak. Als es schließlich zur katastrophalen Tsunami-Katastrophe kommt, hält sich die Familie am Pool auf, als die Welle das Hotelgelände erfasst. Das Ehepaar wird getrennt: Während sich die schwer verletzte Maria mit dem ältesten Sohn Lucas (Tom Holland) zu einem Krankenhaus durchkämpft, hat Henry die beiden jüngeren Söhne bei sich und sucht nach den restlichen Familienmitgliedern.

„The Impossible“ läuft seit Anfang des Jahres in Deutschland, doch wie so oft hat es Monate gedauert, bis er im Ausleseprogramm des örtlichen Kinos auftauchte. Doch das Warten hat sich gelohnt.

Der Film erzählt die Geschichte einer Familie, die aufgrund einer der größten Naturkatastrophen der Geschichte ums Überleben kämpft und sich gegenseitig sucht. Dabei werden Vergangenheit oder Konflikte der Charaktere nicht vertieft, höchstens angedeutet. Selbst das Tsunami-Unglück, welches zwar imposant inszeniert und schonungslos gezeigt wird, rückt nach dem ersten Drittel in den Hintergrund und macht Platz für den eigentlichen Kern des Geschichte. Die Handlung bleibt demnach simpel und klar, doch auf diese Weise kann der Film auch halten, was er verspricht.

Ein großes Lob geht an sämtliche Darsteller in „The Impossible“. Sowohl Naomi Watts, als auch Ewan McGregor spielen packend und authentisch und schaffen es, die ganze Verzweiflung ihrer Rollen zu verkörpern. Watts wurde hier nicht umsonst für den Oscar nominiert und auch McGregor brilliert – insbesondere in einer Szene, in der er Familienangehörige in Übersee anruft und die Emotionen einfach über ihn kommen. Neben den erwachsenen Schauspielern sind es aber auch die Kinder, die Großes leisten. Insbesondere Tom Holland, der den ältesten Sohn der Familie mimt, sollte an dieser Stelle erwähnt werden. Über weite Teile der Handlung rückt er ins Zentrum des Geschehens und es gelingt ihm auf beeindruckende Weise, den Film zu tragen. Schauspieler und Charakter wachsen gleichzeitig über sich hinaus, als Lucas im Krankenhaus versucht, voneinander getrennte Angehörige zusammen zu bringen.

Neben den schauspielerischen Leistungen fiel mir auch der großartige Umgang mit Bild und Ton auf. Der Film entwickelt eine starke Bildsprache, wenn er symbolhaft Details einfängt oder mit starken Kontrasten arbeitet. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang eine Rückblende, bei welcher Naomi Watts‘ Charakter das Eintreffen der Tsunami-Welle neu durchlebt: Das Wasser erfasst sie, schlägt sie durch Fensterscheiben und Wände hindurch, reißt sie in die dunkle Tiefe, wirbelt sie herum – bis es schließlich zum Auftauchen an die strahlende Oberfläche kommen kann. Diese fast schon ins Metaphysische abdriftende Szene war die visuell stärkste des gesamten Films.

Möglicherweise nimmt es „The Impossible“ ein wenig Spannung, da der Film aus der Perspektive aller Familienangehörigen erzählt wird und es dem Zuschauer daher von Anfang an klar ist, dass jede Figur zumindest die Tsunami-Welle überlebt hat. Dennoch bleibt das Ende ungewiss und man fiebert mit. Längen gibt es so gut wie keine und trotz der Brutalität und Dramatik ist „The Impossible“ ein sehr menschlicher Film mit vielen warmen und schönen Momenten inmitten von Chaos und Verwüstung – und das ohne eine Spur von Kitsch. Eine klare Empfehlung, für die ich 8 von 10 Popcornguys springen lasse.

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