Iron Man 3

Titel: Iron Man 3 (Originaltitel: Iron Man 3)
Regie: Shane Black
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Robert Downey Junior, Gwyneth Paltrow, Ben Kingsley

Tony Stark (Robert Downey Junior) alias Iron Man ist zurück. Seit der Alieninvasion von „The Avengers“ leidet der Playboy und Milliardär an Panikattacken und stürzt sich in das Bauen neuer Anzüge. Diese Besessenheit stellt die Beziehung zu Starks Freundin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow), die zu allem Überfluss von dem schmierigen Wissenschaftler Aldrich Killian (Guy Pearce) umgarnt wird, auf eine harte Probe. Gleichzeitig droht Amerika die Gefahr durch den Mandarin (Ben Kingsley), einem Terroristen, der durch Anschläge und Medienauftritte Angst und Schrecken verbreitet. Tony Stark fordert diesen neuen Gegner öffentlich heraus und stellt sich dem Kampf.

„Iron Man 3“ startet überraschend tiefgründig: Ein geläutert erscheinender Tony Stark spricht aus dem Off über Geister der Vergangenheit und innere Dämonen. Ein Gegner, der keine direkt physische, sondern ideologische Bedrohung darstellt, macht Hoffnung auf erfrischende Konflikte, in denen es nicht nur ums gegenseitige Kloppen geht. Und auch die Trailer versprachen einen eher düsteren, ernsthaften und auch bedeutungsvolleren Blockbuster. In den meisten dieser Punkte sollte ich schwer enttäuscht werden.

Tony Stark ist und bleibt ein arroganter Egomane. Natürlich macht ihn das auch ein Stück weit sympathisch und Robert Downey Junior mimt diesen Aspekt der Figur perfekt. Trotzdem hat man sich irgendwann an dieser Eigenschaft satt gesehen und so gut wie jeder dürfte kapiert haben, dass Tony Stark eine coole Sau ist. Es wäre Zeit für eine Charakterentwicklung gewesen, doch mit schlecht gespielten und nicht nachvollziehbaren Panikattacken will das nicht so recht funktionieren. Von daher rutscht Iron Man irgendwann im Lauf des Films wieder ins gewohnte Schema und besticht durch Coolness, Schmunzel-Sprüche und Sparwitze. Wie gesagt, das ist nett, aber für das dritte Kinoabenteuer zu wenig.

Vielversprechender war da schon Ben Kingsley als terroristischer Mandarin. Ich kenne mich mit den Iron-Man-Comics nicht aus, aber ich habe gelesen, dass es sich bei dieser Figur um den beliebtesten und wohl auch charismatischsten Bösewicht des Eisernen handelt. Besonders wichtig erscheint mir der Kontrast zwischen den Figuren: Während Iron Man auf Technik, Wissenschaft und Waffen setzt, ist der Mandarin hauptsächlich durch seine ideologische Komponente gefährlich. Dieser Gegensatz erschafft viel Potential, was auch in der ersten Hälfte des Films großartig umgesetzt wurde. Es war eine Freude, Ben Kingsley in den an Osama bin Laden erinnernden Videobotschaften zu sehen und man malte sich aus, wie wohl das tatsächliche Aufeinandertreffen zwischen Held und Schurke aussehen wird. Allerdings kam es dann zu einem Twist, der zwar überraschte, aber die Figur des Mandarin und damit die gesamte antagonistische Seite ins Lächerliche zog. Ohne weiter zu spoilern kann ich behaupten, dass man mit diesem ungünstigen Zug sowohl die Filmfigur, als auch Ben Kingsley verschenkte.

Auch die in den Trailern angedeutete Ernsthaftigkeit stellte sich meiner Meinung nach nicht ein. „Iron Man 3“ leidet darunter, dass er keine klare Linie fährt und zwischen seriösem Actionthriller und seichter Blockbuster-Unterhaltung hin und her springt. Heraus kommt ein Film, der offensichtlich nicht weiß, was er will, und daher bestenfalls durchschnittlich bleibt. Die Handlung weckte mein Interesse nur phasenweise und letztendlich war es mir egal, was am Ende mit dieser oder jener Figur passiert. Es bleiben ein paar nette Effekte und ein paar gute Schauspieler, mit denen man theoretisch aber viel mehr hätte anfangen können. Insofern gibt es für dieses seelenlose Spektakel nur 6 von 10 Popcornguys.

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