7 Psychos

Titel: 7 Psychos (Originaltitel: Seven Psychopaths)
Regie: Martin McDonagh
Musik: Carter Burwell
Besetzung: Colin Farrell, Christopher Walken, Sam Rockwell

Der Ire Marty (Colin Farrell) ist ein alkoholkranker Drehbuchautor, der verzweifelt sein neues Filmprojekt mit dem Titel „Seven Psychopaths“ zu Ende schreiben will. Doch er hat dabei keineswegs einen oberflächlichen Hollywood-Film mit dem üblichen Geballer im Sinn. Nein, vielmehr plant Marty ein erhabenes Werk, in welchem es sich um Frieden dreht und bei dem die Hauptfiguren in der zweiten Hälfte des Films einfach nur zusammen weg fahren und tiefschürfende Gespräche führen. Unterstützt wird Marty von seinem Freund Billy (Sam Rockwell), der eher weniger hilfreiche Beiträge zusteuert. Billy verdient sein Geld damit, Hunde zu entführen und anschließend den Finderlohn zu kassieren. Sein Partner bei diesem dubiosen Geschäft ist Hans (Christopher Walken), der das Geld benötigt, um die Krebsbehandlung seiner Frau zu finanzieren. Eines Tages entführen sie den geliebten Hund des Gangsterbosses Charlie (Woody Herrelson), welcher mit brutalsten Mitteln die Verfolgung aufnimmt. Marty wird unfreiwillig in die Angelegenheiten von Billy und Hans hinein gezogen und ist gezwungen, mit den beiden in die Wüste zu fliehen. Dort warten sie auf die unvermeidliche Auseinandersetzung mit Charlie – und wollen nebenher noch Martys Drehbuch zu Ende schreiben.

Leider startete „7 Psychos“ bereits 2012 in den Kinos. Andernfalls wäre der Streifen dieses Jahr mein bisheriger Favorit. Regisseur Martin McDonagh – von dem übrigens auch das Drehbuch stammt – gelingt es, ohne nennenswerte Längen von Anfang bis Ende zu unterhalten. Dabei lebt „7 Psychos“ von seinen herrlich skurrilen und abgedrehten Figuren. Einzig und allein Colin Farrell bietet dem Zuschauer etwas Normalität und dient bei diesem filmischen Trip in den Wahnsinn als sympathische Identifikationsfigur. Gekonnt schräg erscheint Christopher Walken, dem die eigenartigen Rollen aber ohnehin auf den Leib geschneidert sind. Für mich die größte Überraschung stellt allerdings Sam Rockwell dar. Bislang war mir der Schauspieler unbekannt, doch er liefert die meiner Meinung nach beste Szene des Films: Marty, Billy und Hans sind in die Wüste geflohen und Sam Rockwells Figur stellt den anderen seine Vision eines perfekten Filmendes vor. Die dabei gezeigten Bilder enthalten derart viel Brutalität und schwarzen Humor, dass es fast schon wieder weiß ist. Sehr selten konnte man mich derart ausgelassen und lachend in einem Kinosaal erleben. Rockwell sollte man als Schauspieler definitiv im Auge behalten. Starke Frauenfiguren sind in „7 Psychos“ allerdings rar. Doch genau das wird in einem wirklich genial geschriebenen Dialog perfekt aufgefangen: „Weißt du eigentlich, dass die Frauen in deinen Filmen immer scheiße sind? Sie kommen kaum vor oder sterben sofort.“

Viel besser vermag ich „7 Psychos“ gerade nicht zu beschreiben. Mir fällt auch spontan kein Film ein, der ähnlich aufgebaut ist. Vermutlich sollte ich nun endlich „Brügge sehen…und sterben?“ nachholen, welcher ebenfalls von Regisseur Martin McDonagh stammt. Für „7 Psychos“ spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus und vergebe 9 von 10 Popcornguys!

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2 Kommentare zu “7 Psychos

  1. „Brügge sehen.. und sterben“ immer noch nicht gesehen? Dude!

    Aber schön zu sehen, dass meine Enttäuschung, den im Kino verpasst zu haben, nicht unbegründet war. Werd ich sofort nachholen!

  2. Pingback: Mafia | 7 Psychos…

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