Serien-Special: Spaced

Titel: Spaced
Produzenten: Jessica Hynes, Simon Pegg
Genre: Sitcom
Darsteller: Jessica Hynes, Simon Pegg, Nick Frost, Mark Heap

Daisy Steiner und Tim Bisley lernen sich zufällig bei ihrer nahezu erfolglosen Wohnungssuche kennen. Der Comiczeichner und die Autorin finden schließlich ein Angebot, dass jedoch ausschließlich an Paare gerichtet ist. Somit täuschen die beiden eine langjährige Beziehung vor, um die Wohnung zu kriegen. Als ihr Plan aufgeht, sehen sie sich in ihrem neuen Haus allerdings in äußerst skuriler Gesellschaft, und so wird die Aufgabe, ihre Tarnung aufrecht zu erhalten, nur noch schwieriger.

Ich persönlich wurde das erste Mal auf Spaced aufmerksam, als in einer Endseqzenz einer Folge „Cougar Town“ eine mit Fingerpistolen ausgetragene Schießerei stattfindet, und der „sterbende“ Travis Cobb (Dan Byrd) murmelt: „I love Spaced“ (diese Hommage bezieht sich übrigens auf diese Szene). Nun, irgendetwas kultiges musste wohl dran sein an dieser britschen Serie, und so griff ich nach weiterer Informationssuche zu. Spaced gilt in vielen Breitengraden als ein Geheimtipp, was Sitcoms anbelangt. Dabei greift die Miniserie nicht unbedingt auf typisch britischen Humor zurück, sondern bezieht seine Witze in unendlich vielen Hommagen an Film, Comic, Videospiel und Musikwelt. Das dürfte wohl auch der Grund für die Beliebtheit von Spaced sein – keine Folge vergeht, ohne dass gelungene Anspielungen auf einen großen Kult über den Bildschirm flimmern. Dabei sind es nicht nur Poster und T-Shirt-Motive, die auf große Werke hindeuten, sondern auch Dialoge und Handlungen, die ganz Bewusst ein Denkmal setzen.

Widmen wir uns den Charakteren:
Tim Bisley (Simon Pegg) ist Comiczeichner und arbeitet nebenher in einem Comicbuchladen. Nach einer langjährigen Beziehung, die immer wieder ihre Nachwehen zeigt, zieht er mit Daisy in eine Wohnung, wo er hauptsächlich zeichnet, Playstation spielt oder mit seinem besten Freund Mike auf wahnwitzige Touren geht.

Daisy Steiner (Jessica Hynes) ist eine fröhliche, stets optimistische Autorin, die, wenn sie ihre Gegenüber nicht in Grund und Boden redet, ihre Nase stets in verschiedene Magazine und Bücher steckt, um „Inspiration zu sammeln“. Darüber hinaus ist sie sehr gewandt darin, Arbeit aufzuschieben und sich vergnüglicheren Dingen zu widmen.

Mike Watt (Nick Frost) ist Tims bester Freund und absoluter Waffennarr. Er wurde Jahre zuvor von der Territorial Army ausgeschlossen, nachdem er einen Panzer gestohlen und versucht hatte, Paris einzunehmen. Stets in Army-Kleidung gehüllt und immer bereit für gefährliche Missionen, erweist er sich doch als treuer und freundlicher Zeitgenosse.

Brian Topp (Mark Heap) ist ein psychopathischer Künstler, der im Erdgeschoss des Hauses wohnt. Mit experimentellen Methoden zeichnet er, wobei er sich hauptsächlich auf Motive der Angst, Wut, Hass und Aggression bezieht. Vollkommen verwirrt und seltsam durch das Haus wandelnd, freundet er sich bald mit Tim und Daisy an.

Marsha Klein (Julia Deakin) ist die Besitzerin des Hauses. Vor allem vor ihr müssen Daisy und Tim ihre Beziehung vorgaukeln, wobei die Vermieterin ohnehin stets von ihrem massiven Weingenuss benebelt scheint. Darüber hinaus streitet sie sich oft mit ihrer Tochter und setzt sich nach jedem Streit in Tims und Daisys Wohnung, um stundenlang von ihren Problemen zu berichten.

Twist Morgan (Katy Carmichael) ist die beste Freundin von Daisy und nach eigener Aussage „in der Modebranche“ tätig, wobei sie in Wirklichkeit in einer Wäscherei arbeitet. Die immer adrett gekleidete, sehr auf ihr Äußeres bedachte junge Frau lässt es sich nicht nehmen, offen über ihre Mitmenschen zu urteilen, wobei sie selbst nicht wenige Macken offenbart.

Eine bunte Gesellschaft, die allein schon mit ihren vielschichtigen Charakteren glänzen kann. Auch wenn sich die Episoden jeweils einzelnen Themen widmen, lässt sich doch über die Folgen hinweg ein gängiges Sitcom-Gefüge erkennen, welches Simon Pegg in der Serie (so oder so ähnlich) zum Punkt bringt: „The family of the 21st Century doesn´t consists of relatives, but of friends“. Auch wenn die Freundes-Familie hier nicht im Mittelpunkt steht, bringt Spaced doch ein Motiv rüber, das ich an Sitcoms sehr schätze.
Die eigentliche Stärke liegt aber eindeutig im Nerdtum. Viele Zeitgenossen mögen „The Big Bang Theory“ als die Nerdserie schlechthin bezeichnen. Da ich nie richtig warm geworden bin mit TBBT, habe ich in Spaced eine Alternative gefunden, die mit ihren subtilen Anspielungen nicht nur breites Grinsen, sondern auch schallendes Gelächter ausgelöst hat.
Mit zwei Staffeln zu je 7 Episoden ist Spaced wahrlich kein langwieriger Spaß. Bleibt nur zu hoffen, dass die angedeuteten Pläne, noch eine dritte Staffel zu drehen oder zumindest eine große, abschließende Episode, sich noch bewahrheiten. Fakt ist jedoch: Für Liebhaber von Sci-Fi, Comics und Filmen allgemein ist Spaced eine wahre Schatztruhe an netten Anspielungen, die garantiert Spaß machen. In der Komplettbox gibt es neben den englischen Untertiteln übrigens ein Hommage-O-Meter, welches einen Verweis auf alle direkten und indirekten Anspielungen liefert – in vielen Fällen äußerst hilfreich.

Ich vergebe 9 von 10 Popcornguys für diesen Nerd-Spaß!

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