Django Unchained

Titel: Django Unchained (Original: Django Unchained)
Regisseur: Quentin Tarantino
Musik: Verschiedene
Darsteller: Jaimie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio

Texas, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg: Django (Jamie Foxx) ist ein Sklave und wird getrennt von seiner Ehefrau Broomhilda (Kerry Washington) verkauft. Er wird von einem deutschen Kopfgeldjäger namens Dr. King Schultz (Christoph Waltz) befreit und soll seinem Retter dabei helfen, die verbrecherischen Brittle-Brüder aufzuspüren. Diese sind Django nämlich bekannt, da sie einst seine Frau und ihn selbst gepeinigt haben. Nachdem die Brittle-Brüder niedergestreckt sind, kommt es zwischen dem ehemaligem Sklaven und dem Kopfgeldjäger zu einem weiteren Abkommen: Django arbeitet über den Winter als Schultz‘ Partner, bevor sie sich schließlich gemeinsam auf die Suche nach Broomhilda machen wollen. Sie finden die Sklavin auf der Plantage des exzentrischen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) und tüfteln an einem Plan zur Rettung der Schönen.

Eines muss im Voraus gesagt werden: Ich bin kein Tarantino-Experte. Um ehrlich zu sein habe ich den überragenden Streifen „Reservoir Dogs“ vor gerade mal drei Jahren erstmals gesehen. Und auch die Sichtung des Klassikers „Pulp Fiction“ erfolgt zu einem relativ späten Zeitpunkt. Allerdings kann ich dennoch behaupten, dass mir die charakteristische Handschrift Tarantinos sehr gefällt. Zu seinen Markenzeichen gehören coole Charaktere, clevere Nonsense-Dialoge und äußerst blutige Gewalttaten. Und wenn Tarantino einen Western macht, erwartet man nicht einfach einen Western. Man erwartet einen Tarantino-Western, der mit dem üblichen Augenzwinkern an die Thematik ran geht. Doch diese Erwartung wurde – zumindest meiner Meinung nach – nur teilweise erfüllt.

Ein großes Problem von „Django Unchained“ liegt in den Grundzügen der Handlung. Im ersten Viertel des Films werden die sogenannten Brittle-Brüder vorgestellt: Rücksichtslose Kriminelle, die den Titelhelden und seine Ehefrau in der Vergangenheit aufs Äußerste misshandelten. Hier schlummert in meinen Augen enormes Potential, denn die großen Antagonisten und der damit verbundene Rachefeldzug drängen sich ja geradezu auf. Stattdessen wird die Story rund um die Brittle-Brüder sehr schnell abgehandelt und die gesuchte Broonhilda befindet sich auf einer Plantage, dessen Besitzer ansonsten gar nichts mit Djangos Vergangenheit zu tun hat. Und der Plan der Protagonisten, sich als Sklavenhändler einzuschmuggeln und die Sklavin auf diesem Wege freizukaufen, ist keinesfalls so spannend, wie es eine durchgängig von Rache motivierte Handlung gewesen wäre. Nun, sie wäre es vielleicht gewesen, wenn die Dialoge und Wortgefechte auf einem ähnlich hohen Niveau wie in „Pulp Fiction“ oder „Inglourious Basterds“ gewesen wären. Doch das waren sie nicht und so bleibt „Django Unchained“ zwar unterhaltsam, aber keineswegs so spritzig und flott wie Tarantinos frühere Werke. Von der Dramaturgie fehlt mir übrigens auch der klassische Western-Showdown, in dem sich alles zuspitzt und es zum Duell zwischen Held und Bösewicht kommt.

Grundsätzlich Positives lässt sich aber beim Blick auf den Cast feststellen. Jamie Foxx spielt den coolen Typen ein wenig stoisch, aber da er die Filmhandlung fast nie eigenständig tragen muss, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Von seinen Kollegen wird der Gute allerdings deutlich gegen die Wand gespielt. Leonardo DiCaprios Figur ist – wohl aufgrund der Drehbuchmängel – leider nicht so kultig geworden wie von mir gewünscht, doch er hat sichtlich Spaß daran, der Fiesling zu sein und sollte dazu viel öfter die Gelegenheit erhalten. Das schauspielerische Highlight des Films stellt natürlich Christoph Waltz dar, dem der Löwenanteil der witzigen und cleveren Dialogszenen zufällt. Dennoch tut er hier nichts, was ein Hans Landa nicht besser gemacht hätte, von daher sollte man in Sachen Lob den Bogen auch nicht zu sehr überspannen. Überzeugend war außerdem die Musik, welche an den meisten Stellen überzeugend gewählt, beziehungsweise komponiert wurde. An Gewalt wurde nicht gegeizt, aber zu einem Tarantino-Film gehört ordentlich Blut, von daher passt das.

Fazit: „Django Unchained“ ist für Tarantino-Verhältnisse ein eher schwächerer Film, weiß aber dennoch zu unterhalten und ist einen Abstecher ins Kino allemal wert. Vielleicht wäre es aber dennoch mal interessant, wenn Tarantino es probieren würde, keinen Tarantino-Film im klassischen Sinne zu produzieren, welcher sich ja automatisch an den kultigen Vorgängern messen muss.

7 von 10 Popcornguys!

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