Jahresrückblick 2012 – Teil 1 (PrestoPhisto)

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende entgegen und es wird Zeit, eine ganze Reihe von Kinofilmen Revue passieren zu lassen. Ich möchte nicht viel vorweg nehmen, aber ich kann schon mal verraten, dass 2012 einige sehr gute, manchmal sogar großartige Filme zu Bestaunen waren. In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem ersten Teil unseres Rückblicks!

Der Gott des Gemetzels (8/10)
Das Jahr begann für mich mit Roman Polanskis „Der Gott des Gemetzels“. Die schwarze Komödie basiert auf einem Theaterstück und dreht sich um zwei Elternpaare, die im Gespräch den Konflikt ihrer Kinder lösen wollen. Bald eskaliert die Lage und die Erwachsenen zeigen im bitterbösen Wortgefecht ihr wahres Gesicht. Polanski gelang es mit Hilfe der grandiosen Besetzung – bestehend aus Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly – köstlich aufzuzeigen, wie zerbrechlich doch die Maske des Anstands und guten Benehmens sein kann. Die Dialoglastigkeit mindert dabei den Filmspaß nur geringfügig. Es gibt 8 von 10 Punkte!

Ziemlich beste Freunde (8/10)
„Ziemlich beste Freunde“ war einer der größten Kinoerfolge in Deutschland und wurde viele Monate lang regelmäßig aufgeführt. Der französische Film, der auf einer wahren Begebenheit basiert, handelt von der Begegnung zwischen zwei komplett verschiedenen Menschen. Auf der einen Seite ist Philippe, ein vermögender Mann fortgeschrittenen Alters, der seit einem Umfall vom Hals an abwärts gelähmt ist. Auf der anderen Seite ist Driss, ein arbeitsloser Ex-Häftling, der zunächst unfreiwillig die neue Pflegekraft des Behinderten wird. Es entwickelt eine ungewöhnliche, aber ebenso amüsante und tiefgründige Freundschaft, die aus „Ziemlich beste Freunde“ einen ganz besonderen Film macht. Es gibt 8 von 10 Punkte!

Verblendung (8/10)
„Verblendung“ ist David Finchers Verfilmung des gleichnamigen Thriller-Romans aus Schweden. Darin geht es um einen Enthüllungsjournalisten, gespielt von Daniel Craig, der beruflich in die Enge getrieben ist und deswegen den lukrativen, aber gefährlichen Auftrag eines alternden Unternehmers annimmt. Dieser engagiert den Journalisten, um den Mordfall seiner Nichte aufzuklären, wobei er im Grunde seine gesamte Familie verdächtigt. Daniel Craig erhält die Unterstützung einer eigensinnigen und komplizierten Hackerin, die grandios von Rooney Mara dargestellt wird. „Verblendung“ mag zwar ein paar Längen haben, ist jedoch aufgrund der Besetzung und der düsteren Atmosphäre ein überdurchschnittlich guter Thriller. Es gibt 8 von 10 Punkte!

The Artist (10/10)
Der möglicherweise beste Film 2012 kommt aus Frankreich und trägt den Titel „The Artist“. Im Zentrum des schwarz-weißen Stummfilms steht der Filmstar George Valentin, dessen Karriere parallel zum Erfolgskurs des Tonfilms in die Brüche geht. Neben Valentins treuem Hund ist es vor allem die bezaubernde Schauspielkollegin Peppy Miller, die den Star nicht fallen lassen will – doch ihre Liebesbeziehung gestaltet sich nicht gerade einfach. „The Artist“ ist ein rundum gelungener Film, der Zuschauer mit ausreichend Offenheit und Feingefühl in allen Belangen befriedigt. Das Meisterwerk wurde zurecht mit Oscars ausgezeichnet und erhält auch von uns 10 Punkte!

Dame, König, As, Spion (6/10)
„Dame, König, As, Spion“ basiert auf einem Roman und erzählt die Geschichte über einen Maulwurf beim britischen Geheimdienst während der Zeit des Kalten Krieges. Obwohl der Film unter anderem mit Gary Oldman herausragend besetzt ist, sprang bei mir der Funke nicht so recht über. Möglicherweise lag es an meiner damaligen Müdigkeit, aber die kühle Inszenierung und die ermüdend hohe Dichte an politisch-historischen Fakten ließen bei mir nur wenig Spannung oder Begeisterung aufkommen. „Dame, König, As, Spion“ bekommt 6 von 10 Punkte!

Die Tribute von Panem – The Hunger Games (8/10)
„Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ spielt in der fiktiven Zukunftswelt Panem, die in insgesamt zwölf Distrikte unterteilt ist. Von diesen muss jeder Personen als Tribute für die sogenannten Hungerspiele zur Verfügung stellen. Die Spiele gleichen Gladiatorenkämpfen, in denen sich meist Jugendliche zur Unterhaltung der Zuschauer bis auf den Tod bekämpfen müssen. Für den zwölften Distrikt tritt unter anderem die junge Katniss an, die überragend von Jennifer Lawrence gespielt wird. „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ ist der überaus gelungene Auftakt einer Trilogie, welcher trotz ein paar kleiner Schwächen überzeugen kann. Es gibt 8 von 10 Punkte!

The Grey – Unter Wölfen (8/10)
In „The Grey – Unter Wölfen“ spielt Liam Neeson einen Jäger, der zusammen mit einigen Arbeitern einer Ölgesellschaft einen Flugzeugabsturz überlebt. Die Gruppe befindet sich nun in einer verschneiten und abgelegenen Gegend Alaskas und kann auf keine Hilfe von Außen hoffen. Zusätzlich gibt es ein weiteres Problem: Ein Rudel angriffslustiger Wölfe macht erbarmungslos Jagd auf die Menschen. Ein harter Überlebenskampf beginnt, der zwar einige genretypische Klischees aufweist, aber enorm von der Schauspielkraft Liam Neesons profitiert. 8 von 10 Punkte!

Marvel’s The Avengers (6/10)
In der Comicverfilmung „The Avengers“ aus dem Hause Marvel droht die Invasion einer übermächtigen Alien-Streitmacht. Aus diesem Grund müssen sich die mächtigsten Helden der Erde verbünden, darunter Captain America, Iron Man, Thor und der unglaubliche Hulk. Es entbrennt eine Effektschlacht vom Feinsten, die problemlos ein Millionenpublikum fand. Doch für mich hatte der Film trotz der guten Action und ein paar amüsanten Momenten nicht besonders viel zu bieten. Dank flacher Charaktere und einer wenig ausgeklügelten Handlung bekommen die Rächer von mir nur 6 von 10 Punkte!

Dark Shadows (7/10)
Johnny Depp spielt in „Dark Shadows“ einen Vampir des späten 18. Jahrhunderts, der wegen der Machenschaften einer bösen Hexe lebendig vergraben wird. Im Jahr 1972 wird er aus seinem Sarg befreit und nimmt Kontakt mit seinen eigenwilligen Nachkommen auf. Der Vampir möchte die familieneigene Fischkonserven-Fabrik wieder auf Vordermann bringen, doch erneut stellt sich die Hexe von damals in seinen Weg. „Dark Shadows“ klang vielversprechend: Ein Film von Tim Burton, ein wunderbarer Cast und endlich ein Vampir, der kein Vegetarier ist und nicht im Sonnenlicht das Glitzern anfängt. Doch leider wurde es nur ein recht durchschnittlicher Spaß, der sein Potential verschenkte. 7 von 10 Punkte!

Snow White and the Huntsman (6/10)
Die Trailer zu „Snow White and the Huntsman“ versprachen einen visuellen Hochgenuss – doch leider ist die Optik auch fast schon alles, was man an diesem Film genießen konnte. Auch ein paar gute Zwergenwitze können über eine träge Handlung und hölzern agierende Hauptdarsteller nicht hinweg täuschen. Der einzige Lichtblick ist Charlize Theron, die in der Rolle der bösen Königin eine gute Show liefert. „Snow White and the Huntsman“ bekommt 6 von 10 Punkte!

The Amazing Spider-Man (7/10)
Das Comic-Reboot „The Amazing Spider-Man“ stieß schon im Vorfeld auf gemischte Gefühle. Dabei waren die Voraussetzungen nicht durchweg schlecht: Ein vielversprechender Independent-Regisseur, zwei interessante Newcomer als Hauptdarsteller und ein bisher unverbrauchter Bösewicht. Leider gelingt es „The Amazing Spider-Man“ nicht, die vielen guten Ansätze vernünftig unter einen Hut zu bringen, beziehungsweise auszuschöpfen. Trotzdem darf man auf weitere Teile gespannt sein. Der Auftakt erhält jedoch nur 7 von 10 Punkte.

Lachsfischen im Jemen (7/10)
„Lachsfischen im Jemen“ ist eine satirische Komödie, in der ein Scheich auf die Idee kommt, im Wüstenland Jemen die Lachsfischerei einzuführen. Das Unterfangen erscheint aussichtslos, doch der Scheich baut auf die Unterstützung einer Anwältin und eines Angelexperten, die von Emily Blunt und Ewan McGregor dargestellt werden. Der Humor des Films ist britisch und spitz, die Hauptdarsteller harmonieren großartig. Leider rücken die satirischen Aspekte gegen Ende in den Hintergrund und machen der kitschigen Romanze etwas zu viel Platz. Trotzdem bekommt „Lachsfischen im Jemen“ 8 von 10 Punkte!

The Dark Knight Rises (8/10)
Im Abschluss von Christopher Nolans Batman-Trilogie „The Dark Knight Rises“ muss der angeschlagene Bruce Wayne wieder in Form kommen, um es mit dem mächtigen Terroristen Bane aufnehmen zu können. Dabei begegnet er auch der undurchschaubaren Catwoman und wird schließlich von der eigenen Vergangenheit eingeholt. Hohe Erwartungen richteten sich an den Film, doch leider gelingt es „The Dark Knight Rises“ nicht, die eigenen Ansprüche zu erfüllen. Zu viele neue Charaktere und Handlungsfäden ergeben kein rundes Gesamtbild und können nicht an den weitaus intelligenteren Vorgänger „The Dark Knight“ anknüpfen. Dennoch lieferte Christopher Nolan einen würdigen Abschluss seiner Trilogie, der 8 von 10 Punkte erhält!

Ted (7/10)
In „Ted“ geht es um den junggebliebenen John und seinen sprechenden Teddybären, den er seit seiner Kindheit besitzt. Die Freundschaft der beiden geht tief, belastet aber zunehmend die Beziehung Johns zu seiner Freundin Lori. Nach einigen heftigen Eskapaden des Teddybären wird John gewzungen, sich zwischen Lori und Ted zu entscheiden. Der Erschaffer der Serie „Family Guy“ liefert hier eine sehr amüsante, wenn auch äußerst derbe Komödie. Wer diese Art des Humors teilt, wird durch Ted sicherlich gut unterhalten werden. Es gibt 7 von 10 Punkte!

Demnächst gibt es den zweiten Teil des Rückblicks! Wir freuen uns über eure Kommentare und wünschen euch an dieser Stelle schon mal einen guten Rutsch ins Jahr 2013!

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