Lars und die Frauen

Originaltitel: Lars and the real women
Regisseur: Craig Gillespie
Musik: David Torn
Darsteller: Ryan Gosling, Emiliy Mortimer, Paul Schneider

Hier der Trailer

Der ruhige, introvertierte Lars lebt in der ausgebauten Garage seines Elternhauses. Obwohl sein Bruder Gus und dessen Frau Karen immer wieder versuchen, ihn ins gesellschaftliche Leben einzubinden, zieht sich Lars zunehmend zurück. Selbst am Arbeitsplatz geht Lars dem Kontakt mit anderen Menschen, vor allem Frauen, soweit es nur geht aus dem Weg, bis er eines Tages sein Umfeld schockt, als er allen seine neue Freundin vorstellt: Bianca. Sie ist Brasilianerin, war als Missionarin tätig, sitzt im Rollstuhl und ist eine lebensgroße Puppe. Lars‘ Umfeld ist vollkommen hilflos, denn dieser weigert sich, Bianca nicht als echt anzuerkennen. So müssen Familie, Freunde und Bekannte den einzigen Weg wählen, der Lars weiterhelfen kann: Sie müssen Bianca akzeptieren.

Es ist wohl kein Geheimnis mehr, dass ich Ryan Gosling als Schauspieler sehr schätze. Ich bin immer wieder überrascht, in welch unterschiedliche Rollen dieser Mann schlüpfen kann, ohne gestellt und unecht zu wirken. Zugeben muss man aber schon: Besonders die Rolle ruhiger, zurückgezogener Typen entspricht ihm sehr. Da ist der schreckhafte Lars mit seiner sauberen Frisur und dem Oberlippenbart beim sonntäglichen Kirchgang genau die richtige Rolle. Selbst das seltsame Verhalten von Lars gegenüber der Puppe Bianca, die er in allen Situationen wie einen lebendigen Menschen behandelt, bekommt Gosling hin.

Aus dem Making Of geht hervor, dass Ryan Gosling in der Vorbereitung auf den Film mit der Puppe in die Wohnung von Lars gezogen ist. Er wollte die Einsamkeit spüren, wollte das Lebensumfeld von Lars zu 100% erleben. Nun, diese Figur überzeugend auf die Leinwand zu bringen, ist ihm sehr gut gelungen. Lars bleibt für den Zuschauer ein wandelndes Rätsel – gleichsam verstehen wir ihn so gut, können alle seine Taten nachvollziehen.
Ryan Gosling ist der funkelnde Stern in diesem ohnehin großartigen Drehbuch, das nicht nur die Menschen innerhalb des Films verändert, sondern auch diejenigen vor dem Bildschirm. Auch wenn „Lars und die Frauen“ in seiner ruhigen Machart nicht allen Geschmäckern entspricht, kann wohl jeder die tiefen Emotionen, die hier hervortreten, nachspüren und verstehen.

Leider hat „Lars und die Frauen“ nie die breite Aufmerksamkeit erhalten, die er verdient. Ryan Gosling hat für seine geniale Arbeit 2007 den Saturn Award erhalten, und es bleibt fürm ich zu hoffen, dass die aufstrebende Karriere Goslings die Aufmerksamkeit der Fans auch auf diese frühen Perlen seiner Filmgeschickte lenkt.
9 von 10 Popcornguys für diese herzerwärmende Tragikomödie!

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