It Might Get Loud

Titel: It Might Get Loud
Regisseur: Davis Guggenheim
Musik: Verschiedene
Darsteller: Jimmy Page, David Evans, John Gillis

Hier der Trailer

Jeder Gitarrist versucht seinen eigenen Sound zu finden, erlebt eine besondere Beziehung zu seinem Instrument und wird von gesellschaftlichen Umständen geprägt. Drei Gitarristen setzen sich zusammen um zu besprechen, wie sie ihren Sound gefunden haben, ihre Gitarre lieben gelernt und welche Einflüsse ihre Musik zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Drei Gitarristen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Jimmy Page (Led Zeppelin), The Edge (U2) und Jack White (The White Stripes) nehmen ihre Instrumente in die Hand, jamen und erzählen, wie sie ihre ersten Songs geschrieben haben, durchs Land getourt sind und mit allerlei Problemen zu kämpfen hatten.

Das Muhen von Kühen, dazwischen Hammerschläge. Mitten in der Pampa, irgendwo zwischen Weidefeldern hantiert ein junger Mann mit Hut mit Holz, Bestandteilen einer Gitarre und einer Flasche herum. Er baut sich eine Gitarre. Als sie fertig ist, und er ihr die ersten schrägen Töne entlockt, stemmt er zufrieden die Hände in die Hüften und meint: „Wer sagt man muss sich eine Gitarre kaufen?“
So beginnt „It Might Get Loud“. Jack White, dem man schon von weitem ankennt, dass er ein eher schräger Vogel ist, ist nicht nur im Instrumentenbau experimentell. Seine Musik ist gleichsam einfach wie komplex, ist verspielt und emotional. Seine Musik kommt von innen, seine Musik ist improvisiert. Er bezeichnet das Spielen der Gitarre oft mit einem Kampf. Das Leben ist eine Herausforderung, und Musik zu schaffen ist ein Kampf, den es zu bewältigen gibt. Für ihn ist alles, was er schreibt und spielt inspiriert vom Leben selbst.
The Edge, der Gitarrist der Band U2, steht vor einem gigantischen Fußschalter. Sein Tontechniker erzählt, dass er bei einem Auftritt mit 23 Songs kaum einen Effekt für zwei Songs benutzt. The Edge liebt Effekte und Hall. In seinem Kopf weiß er schon beim Schreiben des Songs, wie die Effekte klingen müssen. Seine Bandkollegen macht er dann so lange verrückt, bis er den richtigen Sound gefunden hat. Die Band U2, die sich als Schulband gefunden hat, überzeugt aber nicht nur durch schöne Effekte, sondern besonders auch durch ihre Texte, in denen nicht selten The Edge selbst Emotionen – oftmals beeinflusst durch die politischen Umstände im Heimatland Irland – einfliessen lässt. Nicht nur einen einzigartigen Gitarrensound hat The Edge entwickelt, sondern zeichnet sich auch maßgeblich verantwortlich für den Erfolg einer der bekanntesten Bands der Welt.
Jimmy Page: Ein Mann, der seine Gitarre zärtlich in die Hand nimmt, ihr mit verzücktem Gesicht virtuoses Gitarrenspiel entlockt. Dieser ältere Herr ist nicht nur in der Entstehungszeit des Rock aufgewachsen, er hat die Geschichte des Rock mit geschrieben. Led Zeppelin wird ohne Zweifel immer als Meilenstein gelten. Jimmy Page hat viel erlebt, hat wichtiges erlebt. Er weiß viel zu erzählen.

Diese drei setzen sich also zusammen, um – so ist der Plan des Regisseurs – die Entwicklung der E-Gitarre zu besprechen. Dabei wird aus dieser Dokumentation aber viel mehr als ein bloßer Rückblick in die Geschichte. Auch wer kein Fan der Bands ist, sich aber wenigstens halbwegs für Rock´n´Roll und den Zauber der Gitarre begeistern kann, kommt hier voll auf seine Kosten. Ob es nun der erfahrene Rocker Page, der technisch versierte The Edge oder der emotionale Bluesmusiker White ist, hier treffen drei Mächte aufeinander, die große Unterschiede aufweisen, doch auch in vielen Dingen übereinstimmen: Musik bewegt ihr Leben, Musik ist ihr Leben.

Als ich das erste Mal von diesem Film hörte (von Prestophisto) war ich sofort begeistert. Warum, kann ich inzwischen gar nicht mehr sagen. Klar, ich finde alle drei Musiker genial, und ihre Musik begleitet mich immer wieder. Aber ich könnte mich nicht als absoluter Fan ihrer Bands bezeichnen. Dennoch habe ich Kinos gesucht, in denen der Film läuft. Natürlich war keines aufzufinden, und so musste ich auf die DVD warten. Nun, endlich habe ich den Film nachgeholt, und ich bereue es, es nicht schon früher getan zu haben. „It Might Get Loud“ bringt genau das, was man will: Gute Musik, Hintergrundinfos, Emotionen. Egal wen man unter diesen Musikern favorisiert, man lernt alle drei gleich lieben. „It Might Get Loud“ trifft den richtigen Ton, unterhält auf musikalischer Ebene großartig. Ein kleines Meisterwerk, welches das Herz des Musikfreundes schneller schlagen lässt – mir 9 von 10 Popcornguys wert.

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