Die Tribute von Panem

Titel: Die Tribute von Panem (Original: The Hunger Games)
Regisseur: Gary Ross
Musik: T-Bone Bernett, James Newton Howard
Darsteller: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Woody Harrelson

Hier der Trailer

Nordarmerika der Zukunft: Das Land vereint im Staat Panem teilt sich in 13 Distrikte. Die diktatorische Regierung sammelt Ressourcen im Zentrum, dem sog. Capitol, während die Menschen in den einzelnen Distrikten um das tägliche Überleben kämpfen müssen. Nachdem es in den Distrikten zu einem Aufstand gekommen war, griff die Regierung mit Härte durch und führte die Hungerspiele ein: Jährlich muss jeder Distrikt ein Mädchen und einen Jungen opfern, welche in einer eingegrenzten Arena um ihr Überleben kämpfen müssen, bis nur noch ein Sieger bleibt. Bei der Auslosung der Kandidaten im Distrikt 12 wird das Mädchen Primrose Everdeen gewählt. Ihre ältere Schwester Katniss meldet sich statt ihrer freiwillig. Als Junge wird Peeta Mellack gewählt. Beide müssen nun ins Capitol reisen, wo die blutige Schlacht zwischen den Kandidaten stattfindet.

Soviel erstmal zur Story. Die Tribute von Panem basiert auf einer dreiteiligen Buchreihe der Autorin Suzanne Collins. Schon aus meiner knappen Beschreibung lässt sich erahnen, dass diese Geschichte einiges zum Nachdenken gibt: Wie kann so eine Regierung entstehen? Wie sieht das Leben der Menschen in den sozial unterschiedlichen Distrikten aus? Wie kann in der Zukunft ein Konzept gewalttätiger Volksbelustigung akzeptiert werden? Fragen, die unweigerlich zum Grübeln anregen. Und das ist gut.
Die Thematik des Films ist ernst. Keine überzeichneten Sci-Fi-Vorstellungen, diese Welt ist real. Allein die Mode der Menschen höheren Standes, welche offenbar von Lady Gaga kreiert wurde, macht eine ganz eindeutige Aussage über diese Gesellschaftsordnung. Die Angst, die Ohnmacht, die Verzweiflung der unterdrückten Bevölkerung wird spürbar. Gleichsam zwiespältig sind die Gefühle der Kandidaten. Einerseits schiere Angst ob des fast sicheren Todes, andererseits hingerissen von Ruhm und Reichtum. Eine Unterhaltung zwischen den beiden Kandidaten des Distrikts 12 thematisiert, wie man verhindern kann, nicht zum Spielball eines morbiden Publikums zu werden. Das bringt es auf den Punkt: Die Hungerspiele sind eine Show. Die Kandidaten werden vorgeführt, in Szene gesetzt, gesponsort, in einer Talkshow befragt usw. Die Menschen laben sich an dem dargebotenen Event. Was mich beeindruckt hat: Bevor die Hungerspiele richtig losgingen, fehlte völlig das Bewusstsein für die bevorstehende Gewalt. Die Hungerspiele wurden wahrgenommen wie eine Sportmeisterschaft. Erst als der Startschuss viel und die Kandidaten begannen, sich gegenseitig niederzumetzeln bzw. Jagd aufeinander machten, wurde die Grausamkeit deutlich. Dass die Kandidaten nicht einfach sich selbst überlassen werden, sondern die „Spielleitung“ mit allerlei Tricks die hilflosen jungen Menschen traktiert, erübrigt sich.

Welches Fazit kann man hier nun ziehen? Die Tribute von Panem ist nicht nur filmerische Unterhaltung. Dieser Film regt zum Nachdenken über die menschlichen Abgründe an, welche sehr gut beleuchtet werden. Was mir grundsätzlich gefällt, dass die Situation der Menschen in Panem nur nebenher, in kleinen Anmerkungen und Nebensätzen deutlich wird. Ein Beispiel: Katniss erwähnt, dass der eigene Name in den Wahlurnen für die Hungerspiele immer öfter auftaucht, wenn man sich z.B. von der Regierung etwas zu essen holt. Eine wichtige Aussage über die Verhältnisse in den Distrikten. In manch anderen Filmen wäre das platt und unrealistisch in einer überflüssigen Unterhaltung aufgetaucht, worauf hier dankenswerter Weise verzichtet wird, und den Film somit nur noch realistischer macht.

Die Tribute von Panem ist kein absolutes Meisterwerk, aber ein guter Film, der provoziert und schockt – das ist mir 8 von 10 Popcornguys wert.

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