Alien – Das unheimliche Wesen aus einer anderen Welt

Titel: Alien – Das unheimliche Wesen aus einer anderen Welt (Originaltitel: Alien)
Regisseur: Ridley Scott
Musik: Jerry Goldsmith
Schauspieler: Sigourney Weaver, Ian Holm, Veronica Cartwright

Hier der Trailer.

Mysteriöse Signale veranlassen die Besatzung eines Raumfrachters zur Landung auf einem angeblich unbewohnten Planeten. Dort trifft die Mannschaft auf eine fremde Lebensform, fähig die gesamte Menschheit zu vernichten. Nacheinander kommen die Besatzungsmitglieder auf unheimliche und bestialische Weise zu Tode. Als einzige Überlebende nimmt Ripley den ungleichen Kampf auf, bis zum grausamen Ende.

Es gibt Filme, denen man durch jahrelanges Verschmähen unrecht tut. Dazu gehört in meinem Fall auch „Alien“ von Ridley Scott. Lange Zeit wollte mich die gesamte Filmreihe nicht reizen. Vermutlich lag es daran, dass ich komplett falsche Erwartungen an das Werk hatte. Wenn ich an „Alien“ dachte, kamen mir immer Bilder eines überzogen brutalen Splatter-Horrors in den Sinn. Und da ich kein besonders großer Fan der ganz harten Kaliber bin, ließ ich von der Sache zunächst meine Finger. Doch das Sichten diverser Trailer, sowie die Tatsache, dass dieses Jahr der genreähnliche Streifen „Prometheus“ anläuft, ließen mich meine Meinung überdenken. Und es sollte sich lohnen. Vor etwa drei Wochen habe ich „Alien“ das erste Mal gesehen. Und ich war derart angetan, dass ich ihn gestern ein zweites Mal in den DVD-Player wandern ließ.

Es ist ein unglaublich atmosphärischer und spannender Film, dessen Handlung auf den ersten Blick nicht sonderlich innovativ, ja geradezu vorhersehbar wirkt. Doch die Art und Weise, wie Scott „Alien“ inszeniert hat, macht es zu einem Meisterwerk. Mir gefällt die Tatsache, dass es sich bei den Protagonisten um eine überschaubare, und damit identifizierbare Gruppe handelt, mit der man als Zuschauer rasch mitfiebert. Verschiedene Konflikte und Beziehungen innerhalb der Mannschaft werden angedeutet, doch nicht weiter thematisiert. Stattdessen verfolgt der Film im Prinzip vom ersten Moment an die Handlung rund um das Alien. Dabei ist eine faszinierende und kontinuierliche Beschleunigung der Geschehnisse feststellbar. „Alien“ mag zwar von Anfang an bedrückend und bedrohlich wirken, doch im Grunde beginnt es gemächlich und mit fast schon langatmigen Kameraeinstellungen, als die Mannschaft aus ihrem Kälteschlaf erwacht und auf das angeliche Notsignal aufmerksam wird. Je verzweifelter jedoch die Besatzung wird und je mehr von ihnen umgebracht werden, desto temporeicher gestaltet sich der Film. Auf dem Höhepunkt der Spannung fehlt dem Zuschauer beinahe der Atem und er muss gegen Ende noch mit einer richtig fiesen Überraschung fertig werden.

Die Brutalität, vor der ich mich zunächst fürchtete, zeigt sich im Endeffekt als verträglich und intelligent. Vieles deutet Scott lediglich an und überlässt es der Fantasie der Zuschauer, was mit den Besatzungsmitgliedern letztendlich geschieht. Eine einzige, dafür aber wirklich grausame Ausnahme bildet der Tod des ersten Opfers. Diesem springt zunächst ein spinnenartiges Geschöpf, welches aus einem Ei stammt, ins Gesicht. Der Mann liegt einige Zeit in einer Art Koma, bis sich das seltsame Wesen von ihm trennt und anscheinend stirbt. Die Gefahr scheint gebannt, doch dem Besatzungsmitglied wurde durch das Spinnentier ein kleines Alien in den Bauch gepflanzt. Dieses regt sich kurze Zeit später und platzt dem Mann in einer überaus schockierenden Szene aus dem Körper. Das Filmblut, welches dabei den restlichen Schauspielern entgegen spritzt, wurde zunächst vom Regisseur nicht angekündigt – dies sollte den Realismus der Sequenz steigern.

Das nun entschlüpfte Alien, welches innerhalb kürzester Zeit enorm wächst, ist so gut wie nie vollständig zu sehen. Meist bekommt es der Zuschauer nur teilweise zu sehen und kann wiederum seine Fantasie spielen lassen. Umfassender sieht man das Geschöpf eigentlich erst am Schluss, wo das Kostüm stellenweise tatsächlich etwas komisch wirkt. Doch dies tut dem Film keinen Abbruch und „Alien“ vermag es, auch heute in überaus CGI-verwöhnten Zeiten zu überzeugen. Kulissen, Kostüme und Raumschiffe sind mit einer ungeheuren Liebe zum Detail angefertigt worden. Jede Aufnahme ist wie ein kleines Kunstwerk, welches die Vision des Regisseurs einer dreckigen, realistischen und industriellen Zukunft perfekt einfängt. Ich persönlich habe ohnehin eine große Schwäche für die guten alten Raumschiff-Modelle, wie man sie ja auch aus der originalen „Star Wars“-Trilogie kennt.

Zum Schluss möchte ich noch kurz ein paar Worte zu Sigourney Weaver verlieren. Ihre Rolle der Ellen Ripley ist möglicherweise die erste echte Filmheldin, womit sie (und auch Regisseur Scott) einen gewissen Teil zur modernen Sichtweise der Frau beigetragen haben. Weaver spielt den 3. Offizier des Raumfrachters und erscheint zunächst als kühle und pflichtbewusste Person. Erst im Laufe des Films – als die Crewmitglieder der Reihe nach sterben und sich ein Feind im inneren Kreis offenbart – bricht Ripley emotional auf und zeigt Panik. Doch im selben Moment ergreift sie die Initiative und setzt sich gegen das mordende Alien zur Wehr.

Letztendlich kann ich „Alien“ nur weiterempfehlen und werde mir möglicherweise auch noch die Fortsetzungen genauer ansehen. Von mir bekommt dieses Meisterwerk des Science-Fiction-Horror 10 von 10 Popcornguys.

Noch ein kleiner Hinweis zum Schluss: Bitte wählt eure Favoriten für die Verleihung der Golden Popcornguys! Weitere Infos gibt es…

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