Das Schweigen der Lämmer

Titel: Das Schweigen der Lämmer (Originaltitel: The Silence of the Lambs)
Regisseur: Jonathan Demme
Musik: Howard Shore
Darsteller: Anthony Hopkins, Jodie Foster, Ted Levine

Hier der Trailer.

Die junge, psychologisch geschulte FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) wird auf den Fall eines Serienmörders angesetzt. „Buffalo Bill“, wie sich der Psychopath selbst nennt, tötet zumeist junge Mädchen, zieht ihnen die Haut ab und versenkt sie in abgelegenen Seen. Um Hinweise auf Motiv und Täter zu bekommen, will Clarice einen anderen Serienkiller interviewen, den inhaftierten Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins). Der hochintelligente, aber gemeingefährliche Lecter durchschaut Clarices Absicht – und macht sie zum Spielball seiner kühl kalkurierenden, grausamen Lust…

Es gibt Momente, in denen ich mich nicht würdig genug finde, als Filmfan bezeichnet zu werden. Das ist meistens dann der Fall, wenn mir klar geht, dass mir große und absolut verpflichtende Meisterwerke jahrelang entgangen sind. So war es auch bei „Das Schweigen der Lämmer“ – bis jetzt. Vor einigen Tagen kam ich (und zwar sehr nostalgisch über VHS) in den Genuss dieses klassischen Horrorthrillers. Und ich sollte selbstverständlich nicht enttäuscht werden.

Da die Handlung des Films im „Klapptext“ meiner Meinung nach gut zusammengefasst ist, möchte ich gleich näher auf die Schauspieler eingehen. Den Anfang macht die junge Jodie Foster in der Rolle der unerfahrenen FBI-Agentin. Clarice Starling wächst dem Zuschauer rasch ans Herz und sorgt als weibliche Heldin für die meisten Sympathien. Sie erscheint ehrgeizig und verbissen, doch ihr Charakter bricht auf emotionaler Ebene, wenn durch die Gespräche mit Hannibal Lecter Details aus ihrer Vergangenheit (die auch mit dem Filmtitel zu tun haben) ans Licht kommen. Und hier sind wir auch schon bei der Glanzleistung von Anthony Hopkins. Haltung, Mimik, Stimme – hier passt alles. Hopkins zeichnet eine unglaublich gruselige, aber gleichzeitig faszinierende Filmfigur, die zurecht den Status einer Ikone erreicht hat. Ähnlich wie die Agentin Starling gerät man als Zuschauer in den Bann dieses kannibalischen Psychopathen, der ein wirklich beunruhigendes Interesse an der jungen Frau entwickelt und im Dialog seine gesamten Fähigkeiten als Psychologe ausspielt. Besonders eindrucksvoll ist jene Szene, in der Lecter aus der Gefangenschaft ausbricht. Doch hier möchte ich nicht mehr dazu sagen, denn ich gönne es jedem „Erst-Zuschauer“, ebenso überwältigt zu sein wie ich.

Neben Jodie Foster und Anthony Hopkins scheint oft die Leistung von Ted Levine in der Rolle des eigentlichen Bösewichts „Buffalo Bill“ unterzugehen. Dies ist meiner Meinung nach schade, denn in Sachen Wahnsinn und Horror muss sich die Figur nicht hinter Lecter verstecken. Ted Levine brilliert in einer der unheimlichsten und gleichzeitig skurilsten Szenen, die ich in letzter Zeit gesehen habe: „Buffalo Bill“ schminkt sich vor einem Spiegel, trägt eine Perücke, die er aus seinen Opfern angefertigt hat, haucht sich selbst Obszöniteten entgegen und lässt dabei den Song „Goodbye Horses“ von Q Lazzarus in seinem Keller laufen. Ich wage zu behaupten, dass niemand, der diese Szene gesehen hat, sie je vergisst.

Ich persönlich habe bei Filmen mit Horrorgehalt oft Bedenken bezüglich der Gewaltszenen. Für Splatterfeuerwerke und Gedärmorgien habe ich nicht besonders viel übrig und oft wird mir dabei flau im Magen. Doch bei „Das Schweigen der Lämmer“ muss man sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Natürlich geht es im Film nicht gerade zimperlich zu und viele Szenen sind psychologisch höchst anspruchsvoll. Aber das Zeigen von Leichen und offenen Wunden hält sich in einem meiner Meinung nach künstlerisch angenehmen Rahmen und zeugt vom Niveau dieses Films.

Um es am Ende kurz zu machen: Mit Freunden vergebe ich 10 Popcornguys an „Das Schweigen der Lämmer“.

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