Four Rooms

Titel: Four Rooms
Regisseur: Allison Anders, Alexandre Rockwell, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Musik: Combustible Edison
Darsteller: Tim Roth, Valeria Golino, Antonio Banderas, Bruce Willis

Hier der Trailer

Eine Sylvesternacht in L.A. Im alten, ehemals noblen Hotel Mon Signor tritt ein neuer Page seine erste Nachtschicht an. Die Ratschläge seines Vorgängers stellen sich angesichts des Wahnsinns, der in diesem Hotel losbricht, als nutzlos heraus. Ehe es sich der arme Ted versieht, wird er in einem unglaublichen Labyrinth irrer Zufälle verwickelt: Zuerst gerät er an einen Bund von Hexen, denen die richtigen Zutaten für ihre Rituale fehlen, dann an ein Ehepaar, das Ted mittels eines Revolvers in ihr Psychospiel involviert. Als nächstes an einen Gangstervater, der einen Trottel als Babysitter für seine ungezogenen Kinder sucht. Schließlich landet er bei der grausamsten Wette seines Lebens, zu der der brave Page ein Beil, ein Hackbrett und einen Kübel holt.

Hier ist die Liste der Regisseure beinahe genauso lang wie die Liste der Darsteller. Tatsächlich haben vier verschiedene Filmemacher an diesem Werk gebastelt. Viele Köche versalzen die Suppe aber nicht, da jeder von ihnen einen klar abgegrenzten Spielraum, genauer: ein Zimmer hatte.
Das klappt eigentlich ganz gut, denn der arme Ted, der von einer verrückten Situation in die nächste stolpert, wird insofern auch noch mit unterschiedlichen Arten von Filmkunst konfrontiert.
Während der erste Raum für den schüchternen Ted einfach nur verwirrend ist, wird er schon im nächsten Zimmer in ein Spiel eines völlig verrückten Ehepaares gezogen, welches seine wahre psychische Konstitution offenbart: Ted selbst ist ziemlich irre. Und es wird immer schlimmer, bis er schließlich nach einem sehr grotesken Babysitterauftrag des genialen Antonio Banderas das Handtuch schmeißen will. Der letzte Auftrag des Abends schließt daran an, ein paar Gegenstände in die Suite des bekannten Schauspielers Chester Rush (Quentin Tarantino), darunter ein Holzbrett, einen Eiskübel und ein Hackebeil, bringen. Eigentlich nicht allzu schwer, oder?

Wie funktioniert es also, einen Film in mehreren, unabhängigen Episoden zu kreieren? Meines Erachtens ganz gut. Alle Teile haben ihren inneren Charme, wobei Teil 3 & 4, von den Regisseuren Rodriguez und Tarantino, die anderen um Längen schlagen. Rodriguez bereits erwähntes, unglaublich witziges Babysitterabenteuer enthält einen Höhepunkt, der wirklich knallt. Darauf folgt, nach einem Telefonat mit seiner Chefin, das letzte Zimmer. Hier feiert Quentin Tarantino mit Paul Calderon und Bruce Willis. Bemerkenswert ist bei der letzten Episode, dass die erste Hälfte beinahe ohne Schnitte verläuft. Eine unglaublich gute, darstellerische Leistung.

Alles in allem also ein guter Film. Auch wenn Tim Roth seinen Part sauber spielt, und das notwendige Bindeglied zwischen den Episoden gut ausschöpft: An gewissen Punkten fehlt es dem Film dann doch an Biss. Die Episoden bauen selbst kleine Spannungsbögen auf, doch der richtige Höhepunkt des Films geht dabei verloren: Schade! Auch hier finden wir dank Rodriguez und Tarantino die gewohnten Details, wie z.B. die Zigarettenmarke Red Apple aus diversen anderen Tarantino-Streifen.
Trotzdem bleibt „Four Rooms“ der Kultstatus eher verwehrt. Dennoch: Ein lustiger, kurzweiliger Film, der seine einprägsamen Szenen besitzt, über die es sich zu sprechen lohnt. Von mir gibts 8 von 10 Popcornguys.

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