Star Trek

Titel: Star Trek (Originaltitel: Star Trek)
Regisseur: J.J. Abrams
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Eric Bana

Hier der Trailer.

Da meine DVD-Version keine Inhaltsangabe auf der Rückseite hat, werde ich mich selbst an einer kurzen Zusammenfassung versuchen. Das elfte Kinoabenteuer von „Star Trek“ beginnt am Tag der Geburt des späteren Captain James T. Kirk. Dessen Vater George ist erster Offizier auf dem Föderationsschiff Kelvin, welches von einem plötzlich auftauchenden, riesigen Romulanerschiff angegriffen wird. Die Besatzung des feindlichen Schiffes wird vom Captain der Kelvin über die aktuelle Sternzeit informiert und wirkt äußerst irritiert – dennoch gibt Nero, der Anführer der Romulaner, den Befehl zur Vernichtung des Föderationsschiffs. Während die Besatzung – inklusive der gebärenden Mutter von James T. Kirk – evakuiert wird, opfert der kurzfristig zum Captain beförderte George Kirk sein Leben, um die Flucht der anderen zu ermöglichen.

Jahre später schreibt sich der rebellische Casanova James T. Kirk bei der Sternenflotte ein und findet im sarkastischen Schiffsarzt Leonard McCoy schnell einen guten Freund. Als Kirk jedoch bei einer Trainings-Simulation schummelt, trifft er beim diesbezüglichen Verhör auf den Programmierer: Den Halb-Vulkanier Spock. Doch eine Gerichtsverhandlung muss aufgeschoben werden, denn Spocks Heimatplanet Vulkan wird allem Anschein nach von Romulanern angegriffen. Kirk erreicht den Ort des Geschehens auf dem neuen Föderationsschiff Enterprise und macht den befehlshabenden Captain Pike gerade noch rechtzeitig darauf aufmerksam, dass es sich um das selbe Romulanerschiff handeln könnte, welches damals die Kelvin attackierte. Es stellt sich heraus, dass Nero samt seiner Besatzung ein Zeitreisender ist, dessen Heimatplanet in seiner eigenen Zeit durch eine Sternenexplosion vernichtet wurde. Die Schuld gibt Nero vor allem Botschafter Spock, dem es nicht gelang, Romulus zu retten. Nach dem Zeitsprung ist es nun das Ziel des Romulaners, das selbst erlebte Leid über die Vulkanier zu bringen. Und schließlich gelingt es ihm auch, den Planeten Vulkan und einen Großteil der Föderationsflotte zu zerstören. Sein nächstes Ziel ist die Erde und es liegt an der Besatzung der Enterprise, das Schlimmste zu verhindern. Problematisch ist dabei nur die angespannte Beziehung zwischen dem temperamentvollen Kirk und dem sich kühl gebenden Spock. Doch unter dessen rationaler Fassade beginnen die Emotionen aufgrund des Verlusts seiner menschlichen Mutter und des Heimatplaneten immer stärker zu arbeiten.

Bevor „Star Trek“ 2009 in den Kinos anlief, befand sich das gesamte Franchise kinotechnisch in einer schweren Krise. Die letzten Spielfilme konnten nicht an frühere Erfolge anknüpfen und bezüglich der Zukunft des Science-Fiction-Klassikers herrschten große Unsicherheiten. Man verpflichtete J.J. Abrams mit dieser schierigen Aufgabe – doch dieser bestand darauf, einen Film zu drehen, in dem es um die Ikonen Kirk und Spock gehen sollte. Aber „Star Trek“ wurde am Ende auch keine einfache Vorgeschichte à la „Star Wars“. Abrams und seinem Team gelingt durch die Thematik des Zeitreisens ein Kunstgriff, der es einerseits ermöglicht, bereits bekannte Charaktere zu verwenden, aber andererseits den bestehenden Kanon aus Kinofilmen und Serien außer Kraft setzt. Mit dem Zeitsprung Neros entsteht eine völlig neue Zeitebene, in der die Crew der Enterprise theoretisch komplett andere Abenteuer erleben kann, als bisher bekannt.

Da erscheint es nur konsequent, wenn Abrams nicht davor zurück schreckt, radikale Veränderungen im Star-Trek-Universum vorzunehmen. Viele Trekkies reagierten auf die Zerstörung Vulkans geschockt – und ebenso ungewohnt dürfte sich die Beziehung zwischen Spock und Uhura angefühlt haben. Doch diese Liebschaft dient auch Abrams Ziel, die Spannung zwischen den Charakteren Kirk und Spock herauszuarbeiten. Dabei ist der Konflikt, den der Halb-Vulkanier Spock durch seine vulkanischen und menschlichen Wurzeln auszufechten hat, äußerst interessant in Szene gesetzt.

„Star Trek“ überzeugt aber nicht nur durch inszenarischen Mut und großartige Effekte, die wohl bewusst an „Star Wars“ erinnern. Denn im Gegensatz zum Prequel-Projekt von George Lucas gelingt es Abrams meiner Meinung nach, den gewissen Charme der alten Filme einzufangen und in ein neues Kostüm zu stecken. Dies hängt wohl größtenteils mit dem äußerst sympathischen Cast zusammen. Jedes Crewmitglied der Enterprise erscheint ideal besetzt und sorgt für ein überaus stimmiges Gesamtbild, welches Lust auf weitere Kinofilme macht. Ebenso überzeugend sind die Nebenrollen, allen voran Eric Bana als Gegenspieler Nero, der durch Glatze und Tattoos kaum zu erkennen ist. Und schließlich muss auch noch der Auftritt des Ur-Spocks Leonard Nimoy erwähnt werden, der in jeder seiner Szenen für Gänsehaut sorgt.

Als Star-Trek-Fan, der sich bisher nur mit der Kirk-Ära beschäftigt hat, kann ich „Star Trek“ von J.J. Abrams nur weiter empfehlen – sowohl an Trekkies, die Lust auf ein alternatives Universum haben, als auch an Neulinge, die aufgrund des erwähnten Kunstgriffs nicht durch sämtliche Filme und Serien durchsteigen müssen, um einen äußerst unterhaltsamen und sympathischen Science-Fiction-Film genießen zu können. Ich verteile 9 von 10 Popcornguys.

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2 Kommentare zu “Star Trek

  1. Also mir hat er nicht so wirlich gefallen
    Er hat tolle Effekte ja, auch eine ganz schöne Geschichte, aber Vukan zerstören das geht gar nicht
    von mir nur 5 von 10 Popcornguys

  2. Kann gut verstehen, dass man mit diesem Schritt überhaupt nicht einverstanden ist, wenn man sich wirklich gut im Star-Trek-Universum auskennt. Wäre für mich vielleicht so, als würde jemand bei „Star Wars“ auf die Idee kommen, den Todesstern NICHT zu sprengen. 😉 Aber durch den Kniff von Abrams bleibt ja das bestehende Star-Trek-Universum unangetastet und beides kann ja nebenher existieren. 🙂

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