Mystic River

Titel: Mystic River (Originaltitel: Mystic River)
Regisseur: Clint Eastwood
Musik: Clint Eastwood
Darsteller: Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon

Hier der Trailer.

Jimmy. Dave. Sean. Die Freunde sind gemeinsam im Arbeiterviertel von Boston aufgewachsen, bis eine furchtbare Tragödie sie getrennt hat. Jahre später führt ein grausiges Ereignis sie wieder zusammen: Jimmys 19-jährige Tochter ist kaltblütig ermordet worden. Dave steht unter Verdacht. Und Sean, inzwischen Polizist, bemüht sich das Verbrechen aufzuklären, bevor der aufgebrachte Jimmy das Gesetz in die eigene Hand nimmt.

Wenn man wissen will, wie große Schauspielkunst aussieht, sollte man sich „Mystic River“ ansehen. Der fantastische Clint Eastwood (möge er noch viele Filme drehen) hat hier in Sachen Drama ein wahres Meisterwerk auf die Leinwand gezaubert. „Mystic River“ basiert letztlich auf dem gleichnamigen Roman Dennis Lehane. Dieser war zunächst strikt dagegen, die Filmrechte abzugeben – bis er ein Gespräch mit Clint Eastwood führte. Zusammen mit Brian Helgeland wurde ein Drehbuch geschrieben, welches sich nahe an der Vorlage orientierte und in einer Besetzung mündete, die ihresgleichen sucht.

Das fürchterliche Ereignis, welches die Kindheit der drei Hauptprotagonisten verdunkelte, war die Entführung und die mehrtägige Misshandlung Daves, der als Erwachsener herrlich düster und verstörend von Tim Robbins dargestellt wird. An mehreren Stellen im Film wird es angesprochen: Dave stieg in das Auto der Entführer und die Person, die ihren Peinigern entkam, war nicht mehr Dave. Trotz der tiefen Wunden der Vergangenheit konnte er eine Familie gründen und widmet sich Jahre später liebevoll seinem Sohn. Sean – gespielt von Kevin Bacon – wurde Polizist und lebt später getrennt von seiner Frau, was ihn stark belastet. Jimmy schlug zunächst eine kleinkriminelle Laufbahn ein und hält diesbezügliche Kontakte noch aufrecht. In erster Linie ist er nun jedoch Besitzer eines kleinen Ladens und sorgt sich um seine Familie. Besonders wertvoll ist ihm dabei seine 19-jährige Tochter Katie.

Katies gewaltsamer Tod führt die Jugendfreunde Sean, Dave und Jimmy wieder zusammen. Während Sean zusammen mit seinem Partner – dargestellt von Laurence Fishburne – an dem Fall arbeitet, macht sich Dave zunehmend verdächtig: In der Nacht von Katies Tod kommt er spätnachts nach Hause, voll mit fremdem Blut. Die Aussagen über seine Erlebnisse wandeln sich des öfteren, weswegen auch Daves Ehefrau Celeste allmählich an der Unschuld ihres Gatten zweifelt. Ebenso verdächtig erscheint ein junger Mann namens Brendan, der mit Katie nach Las Vegas durchbrennen wollte und dessen verschwundener Vater eine ansehnliche Kriminalakte vorzuweisen hat. Als jedoch Celeste dem verzweifelten Jimmy von ihrem Verdacht gegenüber Dave erzählt, überlässt dieser den Fall nicht mehr länger der Polizei. Er wärmt stattdessen die Kontakte zu seinen verbrecherischen Freunden wieder auf und sinnt auf Rache.

„Mystic River“ ist eine gekonnte Mischung aus Drama und Krimi auf schauspielerisch höchstem Niveau. Die Oscars „Bester Hauptdarsteller“ für Sean Penn und „Bester Nebendarsteller“ für Tim Robbins sind mehr als berechtigt. Im Grunde ist es eine durchgängige Aneinanderreihung an überzeugenden Szenen, aber besonders hervorheben möchte ich zwei Momente des Films. Den ersten kann man kurz im Trailer sehen, als Jimmy die Polizeisperre im Park durchbricht und schreiend von seinem Freund Sean wissen will, ob die gefundene Tote seine Tochter ist. Die zweite Szene ist ein Dialog zwischen Dave und Jimmy, bei welchem Sean Penn gekonnt die Maske des abgebrühten Ex-Kriminellen Stück für Stück fallen und daraufhin den Zuschauer tiefste väterliche Trauer spüren lässt. Was mich nach mehrmaligem Sichten jedoch immer etwas ins Grübeln bringt, ist die Düsternis des Endes – oder vielleicht ist sie auch nur vermeintlich. Ich würde allerdings behaupten, dass sich optimistisch stimmende Aspekte der Tragik nicht so rasch finden lassen wie beispielsweise in Eastwoods „Gran Torino“.

Ohne viele weitere Worte verteile ich 10 von 10 Popcornguys – und kann jedem, der „Mystic River“ noch nicht gesehen hat, nahe legen, dies nachzuholen.

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