Dead Man Walking – Sein letzter Gang

Titel: Dead Man Walking – Sein letzter Gang (Originaltitel: Dead Man Walking)
Regisseur: Tim Robbins
Musik: Verschiedene (unter anderem Bruce Springsteen, Johnny Cash und Patti Smith)
Darsteller: Sean Penn, Susan Sarandon

Hier der Trailer

Seit sechs Jahren sitzt der Mörder und Vergewaltiger Matthew Poncelet (Sean Penn) in der Todeszelle. Angesichts des heranrückenden Hinrichtungstermins schreibt er der Nonne Hellen Prejean (Susan Sarandon) einen Brief und bittet sie um Beistand und juristische Hilfe für ein Gnadengesuch. Helen besucht ihn und lernt einen arroganten, sexistischen, rassistischen und von jeglicher Reue weit entfernten Menschen kennen, der weiterhin seine Unschuld beteuert. Zwischen den beiden entwickelt sich dennoch eine immer intensiver werdende Beziehung. Helen setzt sich dafür ein, dass die Strafe in lebenslange Haft gewandelt wird. Dadurch lern sie die Angehörigen der Opfer und die des Täters näher kennen und muss sich entscheiden zwischen dem Leben eines verurteilten Verbrechers und der Gerechtigkeit für seine abscheuliche Tat.

Hin und wieder hat man nach einem Film Lust auf rein gar nichts – außer, dazusitzen und über das gerade Gesehene nachzudenken. Jährlich erscheinende Filme dieser Art kann man vermutlich leider an wenigen Händen abzählen. Doch 1995 erschien mit „Dead Man Walking“ ein Werk, welches wohl jeden Kinobesucher aufgewühlt zurück gelassen haben dürfte. Zumindest ging es mir so, als ich mir den Film kürzlich auf DVD ansah.

Oft ist zu lesen, „Dead Man Walking“ sei ein kompromissloses Plädoyer gegen die Todesstrafe. Dies mag auch stimmen. Zumindest in den Szenen, in denen sich die von Sean Penn brilliant gespielte Figur des Matthew Poncelet von einem abgebrühten Sträfling in ein menschliches Wrack wandelt, welches durch das Warten auf die als „human“ beschriebene Todesspritze weiter innerlich aufgefressen wird. Doch „Dead Man Walking“ belässt es nicht bei einer eindimensionalen Perspektive. Ebenfalls ergreifend waren die Szenen, in denen Schwester Helen (Susan Sarandon bekam hierfür verdient den Oscar) die Familien der Opfer besucht, deren Kinder vergewaltigt und mit Schüssen in den Hinterkopf umgebracht wurden. Als Zuschauer lernt man nun genau wie die Ordensschwester beide Seiten kennen – und der Film beginnt in einem zu arbeiten. Was wäre mit mir, wenn ich so einen Verlust erleben und der vermeintliche Mörder im Gefängnis kurz vor seiner Todesstrafe stehen würde? Würde ich Vergeltung fordern und in einer Exekution Gerechtigkeit sehen? Oder könnte ich die Sichtweise des Täters einnehmen und erkennen, dass es sich trotz dieser grauenvollen Tat um einen Menschen handelt, der Angst, Scham und am Ende auch Reue empfindet?

„Dead Man Walking“ ist ein Film, den ich nur empfehlen kann und einfach erlebt werden muss. Wer neben der nicht gerade leicht verdaulichen Thematik nicht auf Schmunzelmomente verzichten will, darf sich auf eine Minirolle von Jack Black freuen. Ich verteile 10 von 10 Popcornguys.

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