Revolver

Titel: Revolver (Originaltitel: Revolver)
Regisseur: Guy Ritchie
Musik: Nathaniel Mechaly
Darsteller: Jason Statham, Ray Liotta, Mark Strong

Trailer

Dank versierter Zellennachbarn ist Jake Green (Jason Statham) bei seiner Haftentlassung ein perfekter Zocker. In kürzester Zeit häuft er ein immenses Vermögen an. Aber Jake ist nicht zufrieden, solange er nicht Casinoboss Macha (Ray Liotta) kräftig über den Tisch gezogen hat. Dem hat er nämlich die sieben Jahre Knast zu verdanken. Doch Macha ist ein harter Gegner und keinesfalls gewohnt, zu verlieren. Er setzt Jake ganz oben auf seine Abschussliste und schickt ihm seinen besten Killer (Mark Strong) auf den Hals. Als sich auch noch eine Menge zwielichtiger Typen in den Privatkrieg einmischen – allem voran der undurchsichtige „Mystery Man“ Mister Gold – lösen sich Jakes Pläne zusehends in Chaos auf…

Beim Lesen dieser Beschreibung und beim Betrachten des Trailers entsteht der Eindruck, bei „Revolver“ handle es sich um einen coolen Gangsterfilm. Das ist er sicherlich – aber das sind andere Filme von Guy Ritchie (Bube, Dame, König, GrAS & Snatch) auch. „Revolver“ ist dabei noch viel mehr! Nicht umsonst wird dieser Film als intelligenter, tiefgehender Thriller bezeichnet, welcher nicht nur durch Action und schwarzem Humor glänzt, sondern auch durch clevere Handlungsstränge und gar philosophsich anmutenden Denkanstöße. Dies kann ich zumindest mit vollster Überzeugung sagen. Guy Ritchie, der nicht nur Regie geführt hat sondern sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt, gelang mit diesem Film eine denkwürdige Perle. Leider zeigte sich der Streifen im britischen Kino nicht sonderlich erfolgreich, weswegen er in den deutschen Kinos nie lief und sofort als DVD erschien.
Die Schauspieler in diesem Film passen perfekt ins Bild – Ray Liotta als größenwahnsinniger Casinochef, Mark Strong als emotionaler Killer, André Benjamin und Vincent Pastore als unberechenbare Kredithaie, und Jason Statham – nun er ist eben Jason Statham (einfach cool). Der smoothe und unaufdringliche Soundtrack darf sich ebenfalls hören lassen. Desweiteren zu erwähnen sind geniale Schnitttechniken – als wichtiger Aspekt von Filmen viel zu oft unterbewertet.
Was aber macht diesen Film jetzt so besonders? Ritchie bringt hier die Elemente typischer Gangsterfilme ins Bild, verpackt sie in einer mysteriösen, undurchdringlichen Story und wirft philosophische Fragen auf, die in keinem Gangsterfilm erwartet werden. Jake Green, der im Gefängnis seine Zellennachbarn zwar nie gesehen, jedoch mittels Büchern mit ihnen kommuniziert hat, lernte jede Menge Dinge in Sachen Betrug und Schachspiel. Diese Dinge spielen nicht nur in den Handlungssträngen des Films eine Rolle, sondern deuten auch auf persönliche Gemütszustände des Protagonisten hin. Dabei kommen sie oft jedoch manchmal verworren daher, dass es teils schwer wird zu folgen. Dies könnte als Schwäche des Films bezeichnet werden: Oftmals wirds zu kompliziert.
Besonders im letzten Drittel widmet man sich vermehrt dem inneren (Angst-)Zustand von Green und Macha, und der leichte Witz und die Action des Gangsterfilms verschwinden in diesem Part fast gänzlich. Den Übergang in den Abspann bilden übrigens Ausschnitte aus Interviews mit hochrangigen Wissenschaftlern und Forschern, welche ihre Meinung zu Begriffen wie „Ich“, „Selbstwahrnehmung“ und „Böses“ abgeben – reine Kunst!

Es lässt sich erahnen: Es handelt sich hier weder um Popcornkino, noch um leichte Unterhaltung für zwischendurch. „Revolver“ ist ein cooler Film mit Tiefgang, der nur in entsprechender Stimmung geguckt werden sollte. Von mir dafür gibts 8 von 10 Popcornguys.

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