The Dangerous Lives of Altar Boys

Titel: Lost Heaven (Originaltitel: The Dangerous Lives of Altar Boys)
Regisseur: Peter Care
Musik: Marco Beltrami, Josh Homme
Darsteller: Jodie Foster, Kieran Culkin, Emile Hirsch, Jena Malone

Georgia der 70er Jahre. Die 13-jährigen Tim (Kieran Culkin) und Francis (Emile Hirsch), Schüler der achten Klasse einer Klosterschule, leiden unter dem eisernen Regiment der strengen Schwester Assumpta (Jodie Foster) und Pater Casey (Vincent D’Onfrio). Wenig beeindruckt von der Autorität der Erwachsenen, vertreiben sie sich ihre Freizeit mit Alkohol, Mutproben und der Arbeit an ihrem gotteslästerlichen Comic „Atomic Trinity“. Im Zusammenhalt untereinander finden sie die Unterstützung und Anerkennung, die sie bsiher in ihrem Leben vermissten. Schließlich tritt Margie Flynn in Francis‘ Leben, und so muss er sich nicht nur gegen Schwester Assumpta wehren, welche ihren Comic entdeckt hat, sondern sich auch mit den Problemen einer Beziehung auseinandersetzen.

Gleich vorweg möchte ich sagen: Der offizielle deutsche Titel für diesen Film ist „Lost Heaven“. Auf der von mir gekauften Special Edition ist allerdings der viel besser klingende Originaltitel enthalten. Der 2001 erschienene Film erhielt nicht viel Aufmerksamkeit. Im gewöhnlichen Sortiment der Läden habe ich ihn auch noch nicht gesehen – ergattert habe ich diese DVD in einem Ramschladen für nen schlappen Euro. Man kann also nicht viel davon erwarten – oder? Ich  habe meine Erwartungen dementsprechend nicht zu hoch angesetzt, und war überrascht! Der Film überzeugt mit einer interessanten Kombination aus Comic, Jugendfilm, Tragikomödie und Liebesgeschichte, sowie solider Schauspielarbeit. Vier Jungs, welche sich selbst eigens zugeschnitte Superhelden kreieren, verwandeln ihre Umwelt in den Schauplatz einer actiongeladenen Comicwelt. Immer wieder wechselt sich der Realfilm mit den Comicszenen ab, und so wird aus der Schwester Assumpta, welche mit dem Mofa durch die KIeinstadt düst, schnell eine überaus fiese Anführerin einer Nonnen-Motorradgang. Dass diese Comicszenen im Zusammenhang mit dem echten Leben der Jungs stehen, liegt auf der Hand, und so wirken die von Todd McFarlane gezeichneten Szenen (welche mich optisch stark an  Heavy Metal F.A.K.K.²  erinnerten, ebenso im Grad der Brutalität) bei weitem nicht so fiktiv, wie man sie in einer reinen Comicverfilmung betrachten würde. Ernstere Töne spricht der Film sowieso an, wenn von Margies unangenehmer Vergangenheit die Rede ist, oder Tim und Francis im ernsthaften Streit um ihre Freundschaft liegen, oder der Film in einen sehr dramatischen Höhepunkt gipfelt.

Daraus lässt sich also schließen: Der Film vereint vieles, und schafft diese Kombination auch gut. Zwar hätte ich mir bei Charaktern wie Schwester Assumpta mehr Tiefe, oder gewisse Handlungsstränge besser ausgebaut gewünscht, doch zufriedenstellend ist das Ergebnis allemal. Exzellent besetzt, spannend erzählt und mit toller Kamera- und Schnittarbeit versehen ist der Film durchgweg angenehm zu betrachten. Die Filmmusik von Marco Beltrami und Josh Homme (Queens of the Stone Age!!!!) tut ihr übriges, dem Streifen einen Hauch der 70er zu verpassen, und so eine tolle Atmosphäre zu erzeugen.
Kein Meisterwerk also, aber gute Unterhaltung mit Tiefgang, welche mir 7 von 10 Popcornguys wert ist.

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