„Zug des Lebens“

Titel: Zug des Lebens (Originaltitel: Train de vie)
Regisseur: Radu Mihaileanu
Musik: Goran Bregović
Darsteller: Lionel Abelanski, Clément Harari, Agathe de La Fontaine

Hier der Trailer
Ein jüdisches Dorf, welches der drohenden Deportation durch die Nazis entgehen will, beschließt sich selbst zu deportieren. Auf diese irre Idee kommt der Dorfdepp. Und nachdem das Vorhaben ausreichend debattiert und vorbereitet wird, teilt der Rabbi die Bewohner in Nazis und zu deportierende Juden auf. Bald trennt sie jedoch nicht nur die jeweilige Verkleidung, sondern auch Neid und unterschiedliche politische Positionen. Der Zug wird unauffällig, Wagon für Wagon zusammengekauft, und die Bewohner des Dorfes machen sich auf die Reise. Als der Zug von Deutschen angehalten wird, bewähren sich die neu erlernten Deutschkenntnisse und das Auftreten des Zugführers, sodass man sich sogar mit Lebensmitteln versorgen lässt. Das Misstrauen bleibt jedoch, und so muss die Reisegesellschaft immer wieder befürchten, doch noch aufzufliegen.
Nun, an das durchweg gängige Jiddisch in diesem Film muss man sich erst gewöhnen, doch kommt man – so ging es mir dabei, schnell rein. Die Anfangsszene mit dem panisch laufenden Schlomo (der Dorfnarr) ist mitreissend. Die Geräuschkulisse packend. Die Szene wird schnell in ein humorvolles Bild getaucht, als Schlomo in seinem Schtetle ankommt und alle Dorfbewohner aufgrund der drohenden Gefahr mit lauten „Oy Oy Oy’s“ durch die Straßen laufen. So zeichnet sich auch der Film ab – ein Wechselspiel aus Gefahr und Angst vor den Nazis und leichten Humor und verrückten Ideen der Reisegesellschaft. Voller Witz fiebert man mit den Bewohnern des Dorfes mit – bis zum unglaublich überraschenden Ende des Films. Begleitet wird man von bulgarischer Volksmusik und jiddischer Klezmer-Musik, was dem Film zusätzlich eine tolle Atmosphäre verschafft. Auch wenn kein wirklich namhafter Schauspieler zu sehen ist, und die Charaktere nicht wirklich sehr vertieft werden, tragen die Figuren den Film gut.
„Zug des Lebens“ wird desöfteren mit dem Film „Das Leben ist schön“ verglichen. Beide Filme treten mit Witz und doch sensibel dem Schrecken der Shoah entgegen. Die Bedenken, dass bei solchen Filmen die Thematik des Holocaust banalisiert wird, kann ich nicht unterstützen – für mich schlicht eine besondere Art der Auseinandersetzung. Für Filmfans, die auch gerne mal Tragikomödien gucken, sollte dieser vielfach ausgezeichnete Film einen Kauf wert sein!
Von mir erhält dieses besondere Stück Filmkunst 8 von 10 Popcornguys:
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2 Kommentare zu “„Zug des Lebens“

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